Die große Rally bei Speicherchip-Aktien ist in vollem Gange. Und mitten in dieser Hausse hat ein ETF-Anbieter einen Fonds aufgelegt. Er bietet erstmals Privatanlegern die Möglichkeit, nicht in Chipaktien zu investieren, sondern gezielt nur in Unternehmen mit Bezug auf Speicherchips.
Erster fokussierter Speicherchip-ETF
Der „DRAM Memory ETF“ des Anbieters Roundhill (WKN: A42A7G, ISIN: US77926X3200) ist der weltweit erste „Pure-Play“-ETF für Speicherhip-Aktien. Seit Anfang April ist der ETF am Markt, und hat nach Angaben des Anbieters bereits ein verwaltetes Vermögen von 15 Milliarden Dollar. Und seitdem legt der ETF bereits 133 % zu. Im Chart sehen wir das große Bild, die Entwicklung seit Anfang 2023. Seitdem konnte der Nasdaq 100 Index um 184 % zulegen, und der Philadelphia Semiconductor Index für US-Chipaktien um 415 %.
Betrachtet man die Entwicklung auf diesen langen Zeitraum, kann man sagen: Ein ETF für Speicherchip-Aktien kommt reichlich spät. Andererseits kann man sagen: Seit Anfang April haben diese Aktien massiv geboomt, und der ETF hat sehr gute Gewinne eingefahren! Wer den ETF kauft, ist direkt bei den drei ganz Großen dabei: Zu 28,4 % investiert der ETF in Micron, zu 27,1 % in SK Hynix, und zu 19,5 % in Samsung Electronics. 6,8 % gehen an Kioxia, 5 % an Sandisk, 4,15 % an Seagate, 3,6 % an Western Digital, 3 % an Nanya Technologies, 1,8 % an Winbond Electronics.
Warum erst so spät?
Auch wenn dieser Speicherchip-ETF seit April noch gut zulegen konnte, kann man doch fragen: Warum gab es so einen ETF nicht schon ab Herbst 2025? Dann hätten Anleger, die sich in einzelnen Unternehmen nicht gut auskennen, aber in die Branche einsteigen wollen, viel früher diesem ETF widmen können? Es ist ein altbekanntes Phänomen in der Fondsbranche. Oft werden Themen- oder Branchen-ETF erst in der Hochphase einer Hausse aufgelegt, wenn Anleger massenweise in ein bestimmtes Thema rennen.
Von daher ist es ein relativ schlechtes Zeichen, dass dieser Speicherchip-ETF erst im April 2026 aufgelegt wurde. Man könnte daher meinen, dass wir uns in einer relativ späten Phase der Hausse für dieses Thema befinden. Auch wenn die enorm hohe globale Nachfrage nach Speicherchips noch 2027 oder länger anhalten könnte, so könnte die Börsenrally bei den Herstellern schon früher vorbei sein? Dies könnte daran liegen, dass Anleger gerne Trends kräftig vorwegnehmen. Denn die Börse handelt stets die Zukunft. Zukünftige mögliche enorme Umsatz- und Gewinnsteigerungen der kommenden Jahre werden gerne sofort in Aktienkursen eingepreist.
Oft klassischer Kontraindikator
Die Einführung von Themen-ETF mitten in einer Rally gilt bei erfahrenen Anlegern oft als klassischer Kontraindikator für die jeweilige Branche oder das jeweilige Thema. Oft markiert dies den emotionalen Höhepunkt eines Trends. Fondsanbieter bringen neue ETF oft gerade dann heraus, wenn ein bestimmtes Thema (wie die Speicherchip-Rally) in aller Munde ist und die Anleger unbedingt in dieses Thema investieren wollen, weil dort die Kurszuwächse laufen wie geschnitten Brot. Oft aber werden mit bestimmten Börsenthemen die höchsten Renditen bereits erzielt, bevor so ein Fonds aufgelegt wird.
Natürlich bedeutet „Oft“ nicht „immer“. Was man in der Vergangenheit bei anderen Themen gesehen hat, muss nicht zwingend für diesen Speicherchip-ETF gelten. Es gibt immer Erfahrungswerte, Muster, aber nie eine Gewissheit, dass es sich in diesem Fall so wiederholt. Letztlich muss jeder interessierte Anleger für sich selbst entscheiden: Ist die Börse bei diesem Thema bereits relativ weit gelaufen, oder ist noch reichlich Aufwärtspotenzial vorhanden?
Risikohinweis: Der Handel mit Wertpapieren und Finanzinstrumenten kann Ihr Kapital erheblichen Risiken aussetzen, unter Umständen auch über das eingesetzte Kapital hinaus. Trading ist nicht für jeden geeignet. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Performance. Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
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