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Spiegel Online distanziert sich vom eigenen Autor Fleischhauer nach Kritik von Italiens Staatspr√§sident Mattarella – und schweigt dar√ľber. .

Der Spiegel kuscht vor Italiens Staatspr√§sident Mattarella – und schweigt √ľber seine Distanzierung des eigenen Autors Fleischhauer. So geht Transparenz nicht..

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am

Die Chefredakteurin von Spiegel Online, Barbara Hans, hat sich von ihrem eigenen Autor Jan Fleischhauer distanziert, ohne dies in Deutschland √∂ffentlich zu thematisieren. Fleischhauer hatte in dem Spiegel-Artikel „Die Schnorrer von Rom“ unter anderem die Situation in Italien wie folgt charakterisiert:

„Wie soll man eine Nation nennen, die erst die Hand aufh√§lt, um sich ihr sch√∂nes Leben von anderen finanzieren zu lassen – und dann ihren Geldgebern droht, wenn diese die R√ľckzahlung der Schulden anmahnen?“

Und Fleischhauer weiter:

„Wie soll man das Verhalten einer Nation nennen, die erst die Hand aufh√§lt, um sich ihr sprichw√∂rtliches dolce far niente von anderen finanzieren zu lassen – und dann damit droht, den Geldgebern den Kn√ľppel √ľber den Kopf zu ziehen, wenn diese auf einer Begleichung der Schuld bestehen? Bettelei w√§re der falsche Begriff. Der Bettler sagt wenigstens Danke, wenn man ihm den Beutel f√ľllt. Aggressives Schnorren trifft die Sache schon eher.
Tats√§chlich l√§uft die Sache auf eine Erpressung hinaus. Entweder ihr erf√ľllt unsere Forderungen oder wir lassen den ganzen Laden auffliegen: Das ist die unausgesprochene Drohung hinter dem Entschluss, f√ľr Italien ein Ende aller Schuldenregeln einzul√§uten“.

Fleischhauer betont, dass ein italienischer Durchschnittshaushalt reicher sei als ein deutscher Durchschnittshaushalt (aufgrund der h√∂heren Quote an Immobilienbesitz in Italien), sodass die Forderungen der Parteien Cinque Stelle und Lega nach Schuldenentlastung umso unverst√§ndlicher erscheinen w√ľrden. Fleischhauer schlie√üt dann den Artikel mit den Worten:

„Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen √ľber ihre Verh√§ltnisse leben. Meinetwegen sollen sie in Italien weiterhin Steuervermeidung als Volkssport betreiben. Ich finde es nur unanst√§ndig, wenn man die Kosten f√ľr politische Entscheidungen Fremden aufb√ľrdet, die eine ganz andere Vorstellung von Politik haben und dort, wo sie w√§hlen k√∂nnen, auch entsprechend abstimmen. Mit meinem Verst√§ndnis von Demokratie l√§sst sich das schwer vereinbaren.
Aber vielleicht muss man das italienische Abenteuer als ein Experiment in postnationaler Politik verstehen. Keine Nation, die etwas auf sich h√§lt, verlangt Hilfe von anderen, wenn sie sich selber helfen kann. Wer will schon als Schnorrer gelten? Die Italiener, so scheint es, haben diese Form des Nationalstolzes √ľberwunden.“

Nun hat gestern die f√ľhrende Nachrichtenagentur Italiens, Ansa (Agenzia Nazionale Stampa Associata), in einer kurzen Meldung berichtet, dass sich die Chefredakteurin des Spiegel, Barbara Hans (hier eine Selbstvorstellung der jetzigen Online Chefredakteurin), von dem Artikel Fleischhauers distanziere – der Artikel entspreche nicht der offiziellen Meinung des Spiegels. Voraus gegangen war offenkundig, dass Italiens Staatspr√§sident Mattarella h√∂chstpers√∂nlich den Artikel als „unakzeptabel“ und grotesk“ bezeichnet hat. So lautet die gestrige Meldung von Ansa:

„Der Spiegel columnist’s piece on „Rome scroungers“ does not reflect the German weekly’s official view, online editor Barbara Hans told ANSA Thursday after President Sergio Mattarella spoke of „unacceptable and grotesque“ comments. Hans said the column written by Jan Fleischhauer was „provocatory and conservative“ as a rule.“

Man kann vermuten, dass sich Mattarella pers√∂nlich bei der Leitung des Spiegels beschwert haben d√ľrfte, woraufhin sich Chefredakteurin Barbara Hans offenkundig gen√∂tigt sah, sich f√ľr den Artikel zu entschuldigen und sich von dessen Inhalt, mithin als gegen√ľber dem eigenen Auto Fleischhauer, zu distanzieren!

Frappierend daran ist besonders, dass weder der Spiegel selbst √ľber diese Distanzierung berichtet, noch anderer deutsche Presseorgane, selbst bei Google findet man (in der deutschen Version) nichts dar√ľber. Warum eigentlich nicht?

In italienischen Medien hatte der Artikel Fleischhauers schon zuvor hohe Wellen geschlagen, so in dem Artikel des „Il Giornale“ mit dem Titel „Die Deutschen attackieren uns“ („Ora i tedeschi ci attaccano: „Italiani scrocconi aggressivi“) oder etwa auch im „Corriere della Sera“.

Die nun erfolgte Kritik Mattarellas an dem Artikel kommt in einer Situation, in der der italienische Pr√§sident selbst stark unter Druck ist in Italien, nachdem er zwischenzeitlich eine Regierungskoalition zwischen Lega und Cnque Stelle unterband aufgrund der Nominierung des Euro-kritischen Paolo Savona als designierten Wirtschaftsminister – und dann versuchte, eine Experten-Regierung unter dem ehemaligen IWF-Mitarbeiter Cottarelli einzusetzen. Lega und Cinque Stelle sahen darin eine Art Verrat am Votum der italienischen W√§hler. Mattarella, so die Kritiker, sei vor allem ein Erf√ľllungsgehilfe Berlins.

Es handelt sich also um einen politisch h√∂chst brisanten Vorgang, der in Deutschland medial √ľberhaupt nicht stattfindet. Unter Gesichtspunkten der Medien-Transparenz h√§tte der Spiegel eigentlich die Pflicht, auch die deutsche √Ėffentlichkeit und nicht nur den italienischen Staatspr√§sidenten zu informieren, dass¬† man sich von eigenen Inhalten distanziert! Jenseits der Frage, ob eine solche Distanzierung wirklich geboten ist..


Jan Fleischhauer
Von Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59435168

30 Kommentare

30 Comments

  1. Catweazel

    1. Juni 2018 12:57 at 12:57

    Ich kann eigentlich die Aufregung von Herrn Fleischheuer nicht verstehen. Wer die Geschichte etwas kennt, weis um die Lebenesweise in den Suedl√§ndern. Sie Leben! und Geld spielt h√∂chstens die zweite oder dritte Rolle. Bei den Nordl√§ndern ist das Geld zum Lebenssinn verkommen mit entsprechender Gewinnmaximierung. Wer auf dieser Basis solchen L√§ndern Geld leiht bzw. Waren liefert (Target2) ist es selbst schuld. Europa besteht aus 28 Nationen mit zum Teil sehr unterschiedlichen Mentalit√§ten und Lebenseinstellungen. Die Gleichmacherei der EUDSSR kannund wird auf mittel bis langfristige Sicht nur zum Kollaps f√ľhren und das wird dann nicht lustig sein, weil vor allem Deutschland Garantien bis zur Besinnungslosigkeit √ľbernommen hat, und dann behauptet ein Sch√§uble noch das Deutschland durch den Niedrigzins und den Rettungspaketen Gewinn gemacht hat. Da fragt man sich wirklich wieviel gehirnbereinigte Biomasse gibt es in Berlin?

    • sabine

      1. Juni 2018 13:39 at 13:39

      a) Bei den S√ľdl√§ndern spielt generell nur das Geld der anderen keine Rolle. Wenn man es sich erschleichen kann, ist man klug.
      b) Und die Deutschen nehmen im Allgemeinen und aus Stolz nicht gern Geld an. Sie arbeiten lieber bis zum Blackout. (2 in meiner Firma in den letzten Monaten. Einer fiel im B√ľro in Ohnmacht, der andere schaffte es noch bis zum Arzt.)
      c) So passen D und I doch gut zusammen. Der eine ist stolz auf sein Geld und Reichtum, der andere genießt es.

  2. Rainer

    1. Juni 2018 12:58 at 12:58

    … Fleischauer hat 100% Recht !
    Man sollte sich die deutsche Presselandschaft mal genauer anschauen. Wo waren sie eigentlich beim Dieselskandal oder DeutscheBank-Schummel ?
    Es sehe die Presse so frei wie Politik, Wirtschaft und Justiz in diesem Land … eingeschr√§nkt.

  3. tm

    1. Juni 2018 13:59 at 13:59

    Dass Kommentare nicht notwenigerweise die Ansicht der Blattes insgesamt widerspiegeln, ist grunds√§tzlich so – bei vielen Medien, inklusive Alternativmedien wie ET – steht dies sogar explizit unter den Kommentaren drunter. Es spricht daher viel daf√ľr, dass Barbara Hans gegen√ľber ANSA lediglich genau dies gesagt hat, nicht mehr und nicht weniger.

  4. Andreas Heizkummer

    1. Juni 2018 14:09 at 14:09

    Ich zitiere mal aus dem Artikel: „Man kann vermuten, dass sich Mattarella pers√∂nlich bei der Leitung des Spiegels beschwert haben d√ľrfte, woraufhin sich Chefredakteurin Barbara Hans offenkundig gen√∂tigt sah, sich f√ľr den Artikel zu entschuldigen…“ –

    Das ist ganz sch√∂n viel Konjunktiv. Der Autor hat keine Ahnung, ob sich Mattarella beim Spiegel gemeldet hat. Warum stellt es der es dann so in Raum? In einem Artikel, der sich √ľber journalistische Haltung ausl√§sst, finde ich das extrem unsauber. Man muss ja nicht der Meinung von Frau Hans sein, aber selber rumzuspekulieren anstatt einfach beim Spiegel anzurufen (wie das Journalisten machen) und danach zu fragen, w√§re wohl das Mindeste. So kommt die Emp√∂rung leider als Bumerang zur√ľck.

    • Markus Fugmann

      1. Juni 2018 14:20 at 14:20

      @Andreas Heizkummer, in dem ganzen Artikel findet sich dieser eine Konjunktiv! Ansonsten herrschte √ľber diese Distanzierung g√§nzliches Schweigen, das gilt auf breiter Front.. Darauf wollten wir aufmerksam machen. Wir haben eine Anfrage zu den Hintergr√ľnden der Distanzierung an die Spiegel Online-Chefredakteurin Frau Hans gestellt, die bislang unbeantwortet geblieben ist..

      • tm

        1. Juni 2018 14:30 at 14:30

        „Ansonsten herrschte √ľber diese Distanzierung g√§nzliches Schweigen,“

        Vermutlich weil es diese von Ihnen gemutma√üte Distanzierung gar nicht gab. Die Chefredakteurin hat ANSA h√∂chstwahrscheinlich nur gesagt, dass ein Kommentar eben eiun Kommentar ist, also die Meinung des Kommentators widerspiegelt, der wiederum beim Spiegel freie Hand hat. Wo erkennen Sie denn √ľberhaupt eine Distanzierung?

        P.S. Kann bei der FMW nicht mal jemand korrekturlesen bevor ein Artikel oder ein Kommentar veröffentlich wird?

      • sabine

        1. Juni 2018 14:38 at 14:38

        „Vielleicht“ war es auch der Sekret√§r des Mattarella. Das ist doch jenseits von wichtig.
        Außerdem:
        a) Wie erklärt man denn sonst die mehr als peinliche Distanzierung der Frau Hans, Chefredakteurin beim Spiegel? Es wurden ja vorher durchaus wahre Sachverhalte beschrieben.
        b) Mir scheint es √ľbrigens auch mehr als wahrscheinlich, das Herr Mattarella sich pers√∂nlich darum gek√ľmmert hat. Sonst h√§tte der Spiegel nicht so schnell reagiert. Und was auf der Hand liegt, darf ein Journalist auch sagen! Und das ist auch gut.
        c) Hinzukommt das Schweigen der Wölfe. Auch das verhärtet diesen Verdacht!
        Außerdem gibt es die Aufregungen in italienischen Zeitungen, die ja das Bild dann abrunden.
        Lustig, diese Allergie bei Verdächtigungen.

        • tm

          1. Juni 2018 14:53 at 14:53

          Welche „peinliche Distanzierung“ denn?
          Fleischhauer berichtet dort nicht √ľber „wahre Sachverhalte“, sondern hat einen Kommentar, einen Meinungsartikel verfasst – diese spiegeln grunds√§tzlich nicht per se die Meinung des Blattes wider. Das ist bei allen Medien so.

          Sie wissen doch gar nicht, ob der Spiegel √ľberhaupt reagiert hat – zumal Barbara Hans nicht CHefredakteurin des Spiegel, sondern bei Spiegel-Online ist.

          Jam, Fleischhauer darf ja gerade alles sagen – genau das ist doch der Punkt. Er kann jede Woche schreiben, was er will, wor√ľebr er will, v√∂llig unabh√§ngig von der Linie des Blattes selbst.

          Ne, das erh√§rtet gar nichts, im Gegenteil – das zeigt eher, dass die FMW hier einen Skandal kreieren will, wo es eben gar nichts gibt. Wenn √ľberhaupt hat Barbara Hans oddenkundig nur klargestellt, dass die Kolumnisten bei SpOn schreiben k√∂nnen, was sie wollen, ohne dass dies die Linie des Blattes widerspiegelt.

          M√∂chten Sie denn etwa, dass Kommentare nur dann ver√∂ffentlich werden d√ľrfen, wenn Sie der Linie des Blattes entsprechen? Es ist doch gerade prima, dass bei SpOn sehr unterschiedliche Kommentatoren jede Woche schreiben k√∂nnen.

    • Bernd

      1. Juni 2018 14:33 at 14:33

      @ Heizkummer; Sind sie der Anwalt des Spiegel? Oder warum spielen Sie sich so auf?

  5. Bernd

    1. Juni 2018 14:25 at 14:25

    Danke an finanzmarktwelt, dass Sie uns dar√ľber informieren. Man erkennt mal wieder was f√ľr r√ľckgratlose Opportonisten in den Chefredaktionen der ehemals gro√üen Bl√§tter sitzen – Ist die Meldung nicht genehm wird sie nicht gebracht; vielleich merkt es ja keiner.

    • tm

      1. Juni 2018 14:49 at 14:49

      Da d√ľrfen also Journalisten von Fleischauer (stramm konservativ) √ľber Stockowski (Emanze) bis hin zu Augstein (weit links) bei Spiegel-Online jede Woche schreiben, was sie wollen, wor√ľber sie wollen, v√∂llig unabh√§ngig von der Linie des Blattes – und das machen Sie dem Spiegel nun zum Vorwurf?

      Es w√§re doch vielmehr opportunistisch, wenn die Chefredaktion nun sagen w√ľrde, ja, was Fleischhauer schreibt, ist Linie des Spiegel – und kommende Woche, wenn Augstein etwas gegenteiliges schreibt, w√§re das dann auf einmal Linie des Blattes. Die Kommentaroren dort sind einfach frei und unabh√§ngig, nicht mehr hat Barbara Hans gesagt (wenn es denn √ľberhaupt so stimmt).

  6. Columbo

    1. Juni 2018 14:45 at 14:45

    Da√ü sich ein Staatspr√§sident bei einer Zeitung beschwert, noch dazu ‚Äěpers√∂nlich‚Äú, halte ich f√ľr unwahrscheinlich. Da w√§re er den ganzen Tag damit besch√§ftigt, bei irgendwelchen ‚ÄěBl√§ttern‚Äú anzurufen.

  7. Macwoiferl

    1. Juni 2018 14:50 at 14:50

    Es ist die Haltung des SPIEGEL!
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/populisten-in-italien-kommentar-zu-oettingers-interview-a-1210209.html
    Wer dieses peinliche Magazin noch liest ist selbst schuld.
    Abbestellen lautet die Devise.
    Niemand braucht Staatsmedien, die uns den Urlaub in Italien erschweren!

    • tm

      1. Juni 2018 14:55 at 14:55

      Was ist nun Linie des Blattes? Das was Fleischhauer in einem Kommentar schreibt oder das , was ein anderer Kommentator schreibt oder noch etwas ganz anderes, was wiederum ein Dritter kommentiert?

      Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Sie der Meinung, der Spiegel schreibt das, was die Regierung will und die Regierung will Stimmung gegen Italien machen?

      • Macwoiferl

        1. Juni 2018 15:27 at 15:27

        Das teutozentrische Weltbild verneint einen Abgasbetrug z.B. bei einem Wolfsburger Unternehmen.
        Es verneint, dass in diesem Lande Z√ľge aufeinander prallen, weil im Bahn-Leitstand gerade am Handy gedaddelt wurde.
        Es verneint die Unfähigkeit, einen Flughafenbau ordentlich umzusetzen (Berlin), bei einem Bahnhofsneubau die Kosten auch nur annähernd einzuhalten (Stuttgart 21), eine Autobahn so zu bauen, dass es die Fahrbahndecke nicht bei 30 Grad im Schatten aufbläht. Es verneint Korruption im BAMF, Neue Heimat-Skandal, Schwarzgeldkoffer-Schäuble undsoweiter.

        Wir k√∂nnen uns nun streiten, ob die Holzerei gegen andere Nationen dem teutozentrischen Bed√ľrfnis entspricht, sich selbst damit ein wenig aufzuwerten. Ob das Regierungslinie oder die Linie des Spiegel sei.

        Ich finde es per se schlimm, wenn sich unsere teutonischen mittelpr√§chtigen und mittelm√§√üigen mitteleurop√§ischen Witzfiguren aufregen, √ľber Griechen oder Italiener oder Spanier. Nur weil die nicht am deutschen Wesen genesen wollen.

        Ein Land in dem so wenig wirklich (noch) funktioniert wie in unserem hat kein Recht, sich so aufzuspielen und sich permanent wichtig zu machen.

        Na, vielleicht hatte der Herr Fleischauer wegen seiner gescheiterten Ehe (nachzulesen auf SPON) auch einfach einen schlechten Tag und musste Dampf ablassen.

        Aber ja, @tm, selbstverständlich berichten unsere Staatsmedien das, was Berlin lesen möchte!

        • leftutti

          1. Juni 2018 16:48 at 16:48

          Es ist immer dieselbe langweilige Leier und Taktik der Populisten:
          Eigentlich geht es um einen Artikel bzw. Kommentar im Spiegel. Dazu wird ein haarstr√§ubender Kommentar mit einem Link gepostet, der „beweisen“ soll, dass das (was auch immer das sein soll) die grunds√§tzliche Haltung bzw. Richtung des Spiegel ist, obwohl er eigentlich eher das Gegenteil beweist.
          Ruckzuck sind wir bei Staatsmedien und einem teutozentrischen Weltbild und bei v√∂llig themenfremden Dingen wie Abgasbetrug, BER und Stuttgart 21 etc. Auf diesem Gebiet f√ľhlt man sich sicher, hier kennt man sich aus, hier kann nun frei von der Leber der √ľbliche Quark verbreitet werden.
          Bleibt doch mal beim Thema und hört stattdessen endlich auf, immer alles so undifferenziert und populistisch pauschalisierend in die Welt hinaus zu posaunen.

          Teutozentrisches Weltbild, ein Land wie unseres hat kein Recht, sich so aufzuspielen…
          Und was ist mit den Individuen in diesem Land, mit Meinungs- und Pressefreiheit, mit den vielen kritischen B√ľrgern?
          Was k√∂nnen die f√ľr das Versagen beim BER oder Stuttgart 21 oder die Betr√ľgereien der Konzerne und M√§rkte? Darf nun keiner mehr eine Meinung haben und √§u√üern, weil er in Deutschland lebt?
          Oder umgekehrt: Wieso d√ľrfen Sie selbst sich so aufspielen und wichtig machen, w√§hrend Sie gleichzeitig allen Andersdenkenden dieses Recht absprechen?
          Ist das Ihr Verständnis von Demokratie und freiheitlicher Grundordnung?

        • tm

          1. Juni 2018 17:01 at 17:01

          Wen z√§hlen Sie denn zu den „Staatsmedien“? Der Spiegel schreibt anders als die FAZ und Focus, Welt und Bild sind eher verl√§ngerte Arm der AfD, aber sicher keine Regierungsbl√§tter.

          • Michael

            1. Juni 2018 20:34 at 20:34

            @tm, soweit ich das Gebrabbel vom McSoiferl (zu salfern bzw. soifern siehe https://www.bayrisches-woerterbuch.de/salfern/) verstehe, zählt alles, was eine verlängerte Extremität der AfD ist, nicht zu den sog. Staats- oder Mainstreammedien. Alles andere grundsätzlich erst einmal schon.
            Ausnahmen k√∂nnen vereinzelte Kommentare sein, die mit dem eigenen Weltbild konform gehen. In diesem Fall wird das Wesen des freien Kommentators erkannt, anerkannt, der Kommentar wird gar gerne auch zitiert, oft mit der Bemerkung „sogar der Spiegel schreibt“…
            Im Gegenzug d√ľrfen einzelne kritische Artikel oder Kommentare in den verl√§ngerten Arm(utszeugniss)en der AfD jedoch sofort wieder den „Staatsmedien“ zugerechnet werden.
            In beiden Fällen sind das dann verwirrte Geister mit Ehe- oder anderen privaten Problemen.

    • Michael

      1. Juni 2018 15:43 at 15:43

      Was genau ist in dem zitierten Artikel denn die Haltung des Spiegel?
      Der Tweed des Reporters der Deutschen Welle kann es ja nicht sein.
      Der darauf ausbrechende rechtspopulistische Twitter-Shitstorm auch nicht..
      Die Zitate des Herrn Oettinger schon dreimal nicht…
      Bleibt also am Ende nur noch die Meinung des Kommentators, wobei alleine schon die Bezeichnung Kommentar impliziert, dass dies eben nicht unbedingt die Linie und Haltung des Verlages widerspiegelt.
      Und was ist eigentlich am Ende die Meinung des Kommentators: „Es ist die Taktik, die Populisten gern benutzen: die Verdrehung der Wahrheit in ihr Gegenteil. Lega und F√ľnf Sterne wollen Italien eine stark verr√ľckt wirkende Finanzpolitik verordnen, fordern dazu von der EU schamlos den Erlass von Hunderten Milliarden Euro an Schulden und versprechen ihren W√§hlern ebenso schamlos, Italien in eine Art Ferienkolonie zu verwandeln, f√ľr deren Bewohner Milch und Honig flie√üen. So zumindest lesen – oder besser, lasen – sich Teile des Regierungsprogramms beider Parteien … Vielmehr hat er [Oettinger] betont, dass die Macht durchaus beim W√§hler liegt – nur dass dieser vielleicht ganz gut beraten w√§re, die Versprechen von Populisten zwischendurch einmal mit der Realit√§t abzugleichen..
      Das ist weder peinlich, noch hat es etwas mit deutschen Staatsmedien zu tun. Es ist schlicht und einfach die Wahrheit. Die mag zwar f√ľr den einen oder anderen unangenehm sein, peinlich ist sie jedenfalls nicht.
      Und wenn Ihnen jemand den wohlverdienten Urlaub in Italien erschwert, dann sind es genau diese populistischen Hanswurstenparteien in Italien, die durch Verdrehung der Tatsachen und Pauschalisierungen Wut und Hass gegen deutsche Urlauber sch√ľren.
      Vielleicht können Sie die Schuld noch auf Herrn Oettinger schieben, aber der Spiegel???

  8. Bernd

    1. Juni 2018 16:23 at 16:23

    Herr Mozarella hat recht, denn was jetzt als „aggressives Schnorren“ (siehe Beitrag) erscheint, ist nichts als die √úberh√∂hung des status quo der Transferunion, welche die Gl√§ubigerstaaten einl√§dt, sich auf Kosten Deutschalnds weiter zu verschulden. Sonst w√ľrden hier in Deutschland die Lichter ausgehen, da es dann einen Wirtschaftseinbruch gibt. Die Schulden werden nicht zur√ľck bezahlt und wurden im Interbankenverkehr (Target 2) vorgestreckt. Die Rechnung wird dann an den fu√üballinteressierten „Weiter So Merkel“-W√§hler igendwann durchgereicht, der genau das am Ende bekommt, was er gew√§hlt und verdient hat. Erst dann wird er von seinem Bratwurstgrill, Bier und Fernseher aufschauen und begreifen, das der Endsieg des Euro wie seine Altersrente(nkaufkraft) ausbleiben wird.

    • Lausi

      1. Juni 2018 18:17 at 18:17

      ‚ÄěEndsieg des Euros‚Äú ‚Äď lol! Auf in die Schlacht ‚Äď whatever it takes!

      Es ist dieser Zwang im Euro zu bleiben, der von den EU-M√§chtigen ausge√ľbt wird, der so pervers ist. Gegebenenfalls wird die Demokratie dabei mit F√ľ√üen getreten. Es ist alles so derma√üen heuchlerisch, und irgendwann wird das den Verantwortlichen auf die F√ľ√üe fallen. Die Italiener haben die Nase voll von der seit Jahren andauernden Rezession, und wenn die Politiker kein Ausweg aus dieser Misere finden – ob mit oder ohne Euro – werden sie von den Italienern an der Wahlurne die Quittung erhalten.

      Man sollte nie den Ursprung des Euros vergessen: Mitterrand wollte unbedingt den Euro haben (weil ihn die st√§ndige Abwertung des Franc gegen√ľber der DM wurmte), und nannte das als Bedingung f√ľr sein o.k. f√ľr die deutsche Wiedervereinigung. Und Kohl wollte unbedingt als Wiedervereinigungs-Kanzler in die Geschichtsb√ľcher eingehen, und lie√ü sich von Mitterrand erpressen! Ein Referendum, ob die Deutschen den Euro haben wollen, hat nie stattgefunden. Aber das w√§re das mindeste gewesen! Na dann ‚Äď auf in den totalen Euro ūüôā

  9. Beobachter

    1. Juni 2018 19:27 at 19:27

    @ Lausi, genau so ist es.Diese Poltiker haben gegen s√§mtliche √∂konomischen Bedenken √ľber einen Bev√∂lkerungsraum von 500 Mio Leuten diese Einheitsw√§hrung √ľbergest√ľlpt.Jahrelang hat man als Argument die friedensf√∂rdernde Wirkung dieser W√§hrung hervorgehoben.Am Schluss wird genau das Gegenteil der Fall sein.Die W√§hrungsunion h√§tte erst am Schluss f√ľr L√§nder mit einigermassen √§hnlichen wirtschaftlichen St√§rkeverh√§ltnissen eingef√ľhrt werden sollen.Das ist kei Unsinn von mir,das sagte k√ľrzlich auch H.W.Sinn.Die S√ľdl√§nder mit fr√ľher zweistelligen Zinsen hatten anf√§nglich nat√ľrlich ihre Freude an der starken W√§hrung u.steigenden B√∂rsenkursen.Was ihnen jetzt bleibt ist eine nicht selber steuerbare W√§hrung, die f√ľr sie zu stark ist u.DE u.andere haben eine zu schwache W√§hrung mit viel zu tiefen Zinsen ,was sich langfristig verherrend auf die Spar u.Altersverm√∂gen auswirkt.

    • Michael

      1. Juni 2018 22:44 at 22:44

      @Beobachter, @Lausi:
      Hat denn die S√ľdl√§nder, speziell die Italiener als drittgr√∂√üte Volkswirtschaft Europas, irgendwer dazu gezwungen, dem Ganzen beizutreten oder zuzustimmen? Jede kleine Insel in der EU kann durch ihr Veto alles blockieren und zum Scheitern bringen.
      Die Italiener haben die Nase voll von der seit Jahren andauernden Rezession
      Das hatten sie auch schon Jahrzehnte lang vor Einf√ľhrung des EURO oder der EU, denn das scheint in Bella Italia ein w√§hrungsunabh√§ngiges, immanentes Problem zu sein. Auch als 1 DM 1000 Lira wert war.
      Die S√ľdl√§nder mit fr√ľher zweistelligen Zinsen hatten anf√§nglich nat√ľrlich ihre Freude an der starken W√§hrung u.steigenden B√∂rsenkursen
      Das h√§tten sie sich rechtzeitig √ľberlegen m√ľssen, ohne die anf√§nglichen Vorteile f√ľr sich zu nutzen, um dann bei konsequent und absehbar folgenden Problemen das Handtuch zu schmei√üen. Ob nun erneut zweistellige Zinsen bei eigener W√§hrung f√ľr sie gut w√§ren, mag dahingestellt sein…

      Ich gebe Ihnen beiden in sehr vielen Punkten nat√ľrlich Recht und bin alles andere als ein gro√üer Fan der EU und der Gemeinschaftsw√§hrung in ihrer derzeitigen Form.
      Aber:
      Ein Referendum, ob die Deutschen den Euro haben wollen, w√§re in der damaligen Wiedervereinigungs- und Europa-Euphorie mit 90%+ durchgerockt ūüėČ Bei den S√ľdl√§ndern wegen des oben zitierten Argumentes von @Beobachter sowieso.
      Niemand zwingt jemanden, im EURO zu bleiben, viele EU-Mitglieder haben ihre eigene W√§hrung. Aber Verbindlichkeiten m√ľssen nun einfach mal zur√ľckgezahlt werden, sofern diese freiwillig oder der eigenen Handlungs- und Lebensweise geschuldet und nicht unter Zwang oder auf unmoralische Weise entstanden sind.

      @Beobachter: Was ihnen jetzt bleibt ist eine nicht selber steuerbare W√§hrung, die f√ľr sie zu stark ist: Der gro√üartigste Italiener aller Zeiten, Supermario Draghi, steuert die W√§hrung seit mindestens 2014 mit allen Mitteln auf den Stand zu Einf√ľhrung des EUR, ohne R√ľcksicht auf die Spar- und Altersverm√∂gen anderer gleichberechtigter Mitglieder. F√ľr kein anderes Land in Europa wurden jemals derart drastische Eingriffe aufgrund von rein nationalen Interessen vorgenommen.

      Summa summarum aus all den Kommentaren hier w√ľrde ich sagen:
      1. Ein wenig mehr arbeiten zu Ungunsten von la pura dolce vita k√∂nnte derzeit ganz f√∂rderlich sein. Meinungen wie in allerersten Kommentar von @Catweazel Sie Leben! und Geld spielt h√∂chstens die zweite oder dritte Rolle. sind gut und sch√∂n zum Verst√§ndnis des dolce vita, aber kein nachvollziehbares Argument f√ľr Schulden, die man nie beabsichtigt, zur√ľckzuzahlen. Sie sind eher ein Argument f√ľr die These: Sie leben weit √ľber ihre Verh√§ltnisse!

      2. Wer in so kurzer Zeit so viele Schulden anh√§ufen kann, ist in der Lage, gewaltig zu konsumieren oder un√ľberlegt zu investieren. Das erinnert an unsere amerikanischen Freunde, rechtfertigt deshalb aber noch lange nicht deren unmoralische Handlungsweise gegen√ľber Gl√§ubigern mit berechtigten Forderungen.

      3. Nicht schimpfen, nicht schreien, keine ehemaligen Komiker und rechtspopulistischen Neo-Narren in die Regierung wählen, sondern sich mal an der eigenen Nase packen, sich selber aus dem Sumpf ziehen und nicht alle Veratwortung auf die (unfähigen) Politiker abwälzen.

      • Bademeister

        2. Juni 2018 12:02 at 12:02

        Bestes Beispiel gerade ist da Bulgarien….klar h√§tten sie gerne den Euro….m√ľssen daf√ľr auch praktisch nix tun, weil er Bulgarien von der EU sowieso und unter allen Umst√§nden aufs Auge gedr√ľckt wird…auf ausdr√ľcklichen Wunsch aus Br√ľssel….wie noch in Rum√§nien, Kroatien, Ungarn, Tschechien.
        Wenn ich mich an die 90er/Jahrtausendwende entsinne…da gabs in einigen Staaten Volksentscheide zum Thema EU, die teilweise so lange wiederholt wurden bis das „passende“Ergebnis, das dann f√ľr alle Ewigkeit rechtsbindend ist, vorlag.
        Das war eigentlich schon der Anfang vom Ende…lange vor der bereits lange brodelden Italien Thematik und dem irrwitzigen Griechenland-Euro-Deal 2007 und 15.
        Wenn dir jemand unaufgefordert Geld gibt, das du behalten darfst ohne etwas klar definiertes daf√ľr tun zu m√ľssen (Arbeit)…..

  10. Lausi

    2. Juni 2018 02:28 at 02:28

    Hallo @Michael,

    erst mal möchte ich zwei Sachen sagen:

    1) Ich bin ein gro√üer Freund von der Idee der EU. Offene Grenzen und ein Austausch der Kulturen und V√∂lker Europas finde ich super. Dass sich die EU inzwischen zu einem B√ľrokratie-Monster und ein Lobby-Verein entwickelt hat, und nicht sehr demokratisch ist, steht auf einen anderen Blatt. F√ľr mich ist die EU und der Euro jedenfalls zwei grundverschiedene Dinge. Schade, dass das oft in einem Topf geworfen wird.

    2) Nat√ľrlich sind auch die Italiener schuld an der Misere, und deren Beitritt zur Eurozone war nat√ľrlich freiwillig.

    F√ľr mich besteht aber schon ein (indirekter) Zwang von den EU-M√§chtigen, dass kein Mitglied den Euro-Club wieder verl√§sst. Schon bei Griechenland hie√ü es: Wenn ein Land den Euro verl√§sst, dann wird das eine Austritts-Lawine in Gang setzen, und dann ist der Euro Geschichte. Und was f√ľr Schreckens-Szenarien werden f√ľr ein potentielles Austrittsland an die Wand gemalt von seinem Staatsbankrott und wirtschaftlichen Niedergang. Aber nat√ľrlich sind es auch die Politiker der Mittelmeer-Staaten, die diese Horror-Szenarien scheuen, und somit den Euro-Club nicht verlassen wollen. Aber f√ľr mich ist es nur eine Frage der Zeit bis es mal soweit sein wird. Ich bin schon gespannt auf das Kr√§ftemessen zwischen der neuen italienischen Regierung und der EU. Ein gegenseitiges Erpressungspotential scheint jedenfalls vorzuliegen.

    Du sagst, dass es den Italienern auch schon zu Lira-Zeiten wirtschaftlich schlecht gegangen w√§re. So schlecht wie jetzt mit 7 Jahren Rezession und 50% Jugendarbeitslosigkeit ging es ihnen aber noch nie. F√ľr mich ist das auch dem Euro geschuldet. Abgesehen davon hat Italien nat√ľrlich dringend Struktur-Reformen notwendig, erst recht, wenn sie im Euro verbleiben wollen. Aber diese haben sie schon seit 50 Jahren nicht auf die Reihe bekommen, und werden es in absehbarer Zeit wohl auch nicht schaffen. Und wenn, wird es ggf. ein sehr langsamer und m√ľhsamer Prozess sein. Sieh dir z.B. die Korruption in Bella Italia an. F√ľr mich hat diese in den letzten Jahren eher zu- als abgenommen. Meiner Meinung nach ist das auch eine Folge von diesem elenden korrupten Berlusconi! Wenn schon der Staatschef ein Oberkorrupter ist, welches Beispiel gibt er dann an sein Volk! Frei nach dem Sprichwort: Der Fisch f√§ngt immer vom Kopf an zu stinken!

    Abschlie√üend noch zwei Bemerkungen: Nat√ľrlich sollen die Italiener ihre Schulden zur√ľckzahlen und nicht auf Kosten der Deutschen leben. Daf√ľr muss aber erst mal ihre Wirtschaft in Fahrt kommen, und meiner Meinung nach wirkt der Euro da wie ein Bremsklotz.

    Ich bezweifle sehr, ob in den 90-er Jahren eine Mehrheit der Deutschen f√ľr eine Abschaffung der DM zugunsten des Euros gestimmt h√§tte. Den Deutschen war die DM heilig!

    Sch√∂nes Wochenende ūüôā

  11. Wolfgang M.

    2. Juni 2018 09:25 at 09:25

    Zu Italien: Ich bin wirklich verbl√ľfft, wie viele Volkswirte und Wirtschaftskommentatoren glauben, es k√∂nnte derzeit wirklich ein EU-Austritt politisch und faktisch umgesetzt werden. Wenn die neue Regierung in den n√§chsten Wochen wirklich diese Vokabel ins Programm aufn√§hme, w√ľrden folgende Konsequenzen folgen. Hier nur ein paar Wesentliche:
    – Bei einer W√§hrungsumstellung auf Lira w√ľrden die Target2-Salden in H√∂he von 900 Mrd. ‚ā¨ verfallen mit der Folge eines sofortigen Einbruchs des Exports der EU-Staaten nach Italien, da jegliches Vertrauen verspielt w√§re, gleichzeitig w√ľrde das Ausland Italien Waren nur noch zu Dumpingpreisen abkaufen Folge: Rezession in Europa und finanzielle Depression in Italien
    – Die italienischen Banken w√ľrden in zweierlei Hinsicht kollabieren. Zum einen k√∂nnten Sie ihre Verbindlichkeiten in der neuen W√§hrung nicht mehr erf√ľllen und zum anderen w√ľrden sie den Bankrun nur wenige Tage √ľberstehen. Zudem w√ľrden die Einlagen ohne Kapitalverkehrskontrollen rasend schnell ins Ausland in vermeintlich stabile W√§hrungen abflie√üen.
    – Haben wir denn schon die kalkweisen Gesichter von Angela Merkel und Peer Steinbr√ľck vergessen, als sie bei der Finanzkrise nach n√§chtelanger Sitzung aus dem Kanzleramt schlichen und dem deutschen Sparer zusicherten: ‚ÄěWir garantieren ihre Spareinlagen!‚Äú?
    – Oder an den Bankrun vom 14. bis 17. September 2007, bei der achtgr√∂√üten Bank Gro√übritanniens, Northern Rock, die aufgrund der Auszahlungsschwierigkeiten nach ‚ÄěLehman‚Äú von der Bank of England gerettet und anschlie√üend verstaatlicht wurde? Das italienische Bankensystem in seiner Dimension k√∂nnte so nicht mehr gerettet werden.(auch nicht Europa)
    – Allein die Finanzm√§rkte w√ľrden das Land bei so einem Vorhaben vor sich hertreiben und die in K√ľrze f√§lligen Anleihen in Milliardenh√∂he unfinanzierbar machen.
    Kurzum: Das was Lega und Cinque Stelle versprechen, ist nicht einmal ansatzweise umsetzbar. Auf der anderen Seite ist Italien in der jetzigen Gemengelage nicht in der Lage auf Dauer in der EU-Zone zu verbleiben. Ich habe es hier schon mal geschrieben: Als ich in den 1970-ern zum ersten Mal am Gardasee war, musste ich f√ľr 1000 Lire 4 D-Mark bezahlen, Ende der 90-er, vor Euroeinf√ľhrung, waren es nicht einmal mehr 90 Pfennige. Italien hatte seine Probleme immer mit Abwertung gel√∂st, was heute nat√ľrlich nicht mehr geht. Ich dachte mir bei Theo Waigels flammender Rede f√ľr die Euroeinf√ľhrung immer: ‚ÄěWar der eigentlich nie s√ľdlich des Brenners‚Äú?
    Italien hatte vor der Euroeinf√ľhrung versprochen, die Zinsersparnisse zur Schuldentilgung zu verwenden. Das Land bekam, nach den Worten von Prof. Otmar Issing, ‚Äědie niedrigsten Realzinsen seit Julius C√§sar‚Äú. Genutzt hat man es nicht.
    Italien jedenfalls, wird die M√§rkte in der kommenden Zeit schwer beeinflussen, m√∂glicherweise im Guten, wie im Schlechten, aber eine L√∂sung ist das politische Theater bei dieser 2 Bio-Euro-√Ėkonomie nicht. Da kommt es eher zu einer verklausulierten ‚ÄěVergemeinschaftung‚Äú der Schulden, eine Horrorvorstellung deutscher Konservativer, aber Merkel k√∂nnte durch den Geburtsfehler bei der Euroeinf√ľhrung und aufgrund des italienischen W√§hlerverhaltens vor die sprichw√∂rtliche Wahl gestellt werden: Pest oder Cholera
    Gruß

  12. Bademeister

    2. Juni 2018 19:26 at 19:26

    Eines ist wohl sonnenklar: Die Italiener werden NIEMALS ihre Schulden zur√ľckzahlen (k√∂nnen). Sollten einige sch√∂nwettererprobte EU-Politiker in Br√ľssel oder Berlin auf den Gedanken kommen, den Italienern den weiteren EU-Geldfluss aufgrund zuk√ľnftigem unpassenden und den Grundwerten der EU unw√ľrdigen Benehmens zuzudrehen…ist Italien freiwillig raus…ohne weiteren Nutzen und vielleicht immer mehr Pflichten…der Donald und auch Putin reiben sich schon gierig die H√§nde √ľber einer neue Enklave im Herzen Europas…Italien kann eigentlich weiterhin das Geld beim Fenster raus werfen, die EU wird weiterhin hoffen, dass es bei der T√ľr wieder doppelt reinfliegen wird…

  13. Peter

    5. Juni 2018 09:43 at 09:43

    Danke f√ľr den interessanten Artikel, seit langer Zeit habe ich mal wieder beim Spiegel reingeschaut, zuviel Manipulation, Indoktrination oder einfach nur Wegschauen hatten mich vertrieben.
    Lasst euch nicht von den Spiegel-Genossen einsch√ľchtern.

  14. joah

    5. Juni 2018 12:05 at 12:05

    Die vernunftbegr√ľndete Gegenposition, entsprechend umgeformt: ¬ĽDie Deppen der Finanzierungsk√ľche¬ę

    Wie soll man eine Nation nennen, die bewusst eine andere √ľberschuldet (√ľberschulden l√§sst), um die Schulden des einen als eigenes finanzielles Kapital zu betrachten – und dann zur Oberstrafe (des eigentlich eigenen Versagens) den Schuldner bewusst in die Knie und zur „Reformen“ (= Sklaven-Knechtschaft) zwingt.

    Es gibt auch immer eine andere Betrachtungspersepektive, welcher man sich nicht entziehen sollte. Allerdings geh√∂rt das Wort „Nationen“ besser durch Regierungen ersetzt, sonst beschuldigt man immer die Falschen mit.

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BaFin: Vier Infos zu verbotenen Geschäften

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am

Die Branche vor allem mit dem illegalen Einlagengeschäft boomt. Zahlreiche dubiose Butzen versuchen vorbei an jeglichen Gesetzen ohne Banklizenz Gelder anzunehmen. Aber auch in vielen anderen Bereichen tut sich aktuell was in Sachen Verbote. Die BaFin hat diese Woche vier neue Verbote ausgesprochen beziehungsweise vorhandene Verbote als bestandskräftig erklärt. Hier die Fälle im Einzelnen, jeweils im Wortlaut von der BaFin.

Life Forestry Switzerland AG

Die BaFin hat das √∂ffentliche Angebot der Verm√∂gensanlage mit der Bezeichnung ‚ÄěTeakinvestment‚Äú √ľber den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakb√§umen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt. Anbieter ist die Life Forestry Switzerland AG. Die Gesellschaft darf diese Verm√∂gensanlage nicht mehr zum Erwerb anbieten. Die BaFin hat der Life Forestry Switzerland AG am 25. September 2018 wegen Versto√ües gegen das Verm√∂gensanlagengesetz (VermAnlG) untersagt, diese Verm√∂gensanlage √∂ffentlich anzubieten. Die Untersagung erfolgte, weil die Life Forestry Switzerland AG keinen von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekt f√ľr diese Verm√∂gensanlage ver√∂ffentlicht hat, der die nach dem VermAnlG erforderlichen Angaben enth√§lt. Der Bescheid der BaFin ist sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskr√§ftig.

Questra World Global S.L.

Die BaFin hat mit Bescheid vom 1. Oktober 2018 gegen√ľber der Questra World Global S.L., Madrid, Spanien, die sofortige Einstellung von T√§tigkeiten angeordnet, durch die die Gesellschaft in die unerlaubten Gesch√§fte der Atlantic Global Asset Management einbezogen ist. Die Questra World Global S.L. erbringt f√ľr die nicht lizenzierte Atlantic Global Asset Management Dienstleistungen. Hierbei handelt es sich insbesondere um den Vertrieb und die Vermarktung der Finanzprodukte der Atlantic Global Asset Management. Die BaFin hat bereits in der Vergangenheit gegen√ľber der Atlantic Global Asset Management die Einstellung ihrer unerlaubten grenz√ľberschreitenden T√§tigkeit angeordnet. Der Bescheid ist sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskr√§ftig.

Valorum Vermögensverwaltung GmbH

Die BaFin hat der Valorum Verm√∂gensverwaltung GmbH, Mannheim, mit Bescheid vom 5. September 2018 aufgegeben, das Einlagengesch√§ft einzustellen und abzuwickeln. Das Unternehmen schloss Darlehensvertr√§ge unter der Bezeichnung ‚ÄěPARTIARISCHES (GEWINNABH√ĄNGIGES) DARLEHEN‚Äú und versprach die unbedingte R√ľckzahlung der angenommenen Gelder. Hierdurch betreibt die Valorum Verm√∂gensverwaltung GmbH das Einlagengesch√§ft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin. Sie ist verpflichtet, die Gelder per √úberweisung vollst√§ndig an die Geldgeber zur√ľckzuzahlen. Der Bescheid der BaFin ist von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskr√§ftig.

Aktualisierung (17.10.2018):

Der Bescheid der BaFin ist bestandskräftig.

Fair Pfand Deutschland GmbH

Die BaFin hat der ‚ÄěFair Pfand Deutschland GmbH‚Äú, Mannheim, mit Bescheid vom 5. September 2018 aufgegeben, das Kreditgesch√§ft einzustellen. Das Unternehmen gew√§hrte Darlehen gegen die Verpf√§ndung ganzer Waren- und Maschinenlager oder von Eigent√ľmergrundschuldbriefen. Hierdurch betreibt es das Kreditgesch√§ft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin. Auf die Ausnahmeregelung f√ľr Pfandleiher kann es sich nicht berufen. Pfandleiher d√ľrfen das Kreditgesch√§ft ohne Erlaubnis der BaFin nur gegen Faustpfand an beweglichen Sachen im Rahmen ihrer eigenen Lagerkapazit√§ten betreiben. Hierunter fallen weder fremde Waren- und Maschinenlager noch Eigent√ľmergrundschuldbriefe, da diese kein geeignetes Pfandobjekt sind. Die Fair Pfand Deutschland GmbH darf keine weiteren Darlehensvertr√§ge au√üerhalb des Pfandleihprivilegs abschlie√üen und keine Auszahlungen auf solche bereits abgeschlossenen Vertr√§ge mehr leisten. Verl√§ngerungen (Prolongationen) derartiger bereits bestehender Vertr√§ge hat sie zu unterlassen. Der Bescheid der BaFin ist von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskr√§ftig.

Aktualisierung (16.10.2018):

Der Bescheid der BaFin ist bestandskräftig.

BaFin
Die BaFin-Zentrale in Frankfurt. Foto: ¬© Kai Hartmann Photography / Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht

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Wohnungsbau: Trotz vieler Minuszeichen Hoffnungsschimmer im wichtigsten Teilbereich

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Wir wissen es alle. Der Wohnungsbau in Deutschland läuft mittlerweile zwar auf Hochtouren. Aber das Handwerk ist komplett ausgelastet, und das Angebot schafft es kaum der Nachfrage hinterher zu kommen. Aktuell gibt es aber zumindest Hoffnung bei der Genehmigung neuer Wohnungen, was darauf deutet, dass in den nächsten Monaten und Jahren zumindest deutlich mehr genehmigte Wohnungen vorhanden sind, die gebaut werden können.

Die Gesamtzahl bei der Genehmigung neuer Wohnungen ist wenig berauschend. Im Zeitraum Januar-August 2018 wurden im Jahresvergleich gerade mal 1,9% mehr Wohnungen genehmigt. Das klingt nicht nach viel. Man muss aber ber√ľcksichtigen, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Wohnheimen (Fl√ľchtlingsunterk√ľnfte) Monat f√ľr Monat massiv abnimmt. Daher haben wir in diesem Teilbereich ein Minus von 21% oder 2.203 weniger Genehmigungen, was den Schnitt nach unten zieht.

Auch wird der Schnitt nach unten gezogen durch ein Minus von 1,2% bei den Einfamilienhäusern. Wichtig ist die Zahl der Wohngebäude mit 3 oder mehr Wohnungen, also die klassischen Mehrfamilienhäuser (Wohnblocks). Hier gibt es ein Plus von 7,7% bei den Genehmigungen (+8572 Genehmigungen). Im Vorjahr waren es hier 111.581 Genehmigungen, jetzt sind es 120.153. Das ist ein wichtiger Hoffnungsschimmer, da die Masse der Wohnungssuchenden ja nicht nach Häusern oder Wohnheim-Schlafplätzen sucht, sondern nach normalen 2 oder 3 Zimmer-Wohnungen in Wohnblocks.

Wohnungsbau

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Gro√ühandel mit vier Monaten in Folge Preissteigerung √ľber 3%

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Die deutschen Gro√ühandelspreise steigen im September im Jahresvergleich um 3,5%. Wie kr√§ftig und nachhaltig sie steigen, erkennt man daran, dass sie nun den vierten Monat in Folge √ľber 3% steigen! Damit ist der Druck f√ľr steigende Endkundenpreise gro√ü, weil der Gro√ühandel ja an den Einzelhandel verkauft, und der wiederum an den Endverbraucher. Weitere Details vom Statistischen Bundesamt:

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Ver√§nderung gegen√ľber dem Vorjahr im August 2018 bei +3,8 % und im Juli 2018 bei +3,6 % gelegen. Im Vormonatsvergleich verteuerten sich die Preise f√ľr die auf Gro√ühandelsebene verkauften Waren im September 2018 um 0,4 %. Den gr√∂√üten Einfluss auf die Gesamtentwicklung hatte im September 2018 die Preissteigerung im Gro√ühandel mit festen Brennstoffen und Mineral√∂lerzeugnissen mit +19,4 % im Vorjahresvergleich. Gegen√ľber August 2018 stiegen diese Preise um 4,0 %.

Im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls √ľberdurchschnittlich gestiegen sind die Preise im Gro√ühandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (+13,1 %), mit Obst, Gem√ľse und Kartoffeln (+10,9 %), mit chemischen Erzeugnissen (+7,1 %) sowie mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (+3,6 %). Dagegen waren die Preise f√ľr Altmaterial und Reststoffe (-12,4 %) sowie f√ľr lebende Tiere (-12,2 %) auf Gro√ühandelsebene niedriger als im September 2017. Auch im Gro√ühandel mit Kaffee, Tee, Kakao und Gew√ľrzen (-4,7 %) waren die Preise niedriger als ein Jahr zuvor.

Großhandelspreise

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