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Spiegel Online distanziert sich vom eigenen Autor Fleischhauer nach Kritik von Italiens StaatsprĂ€sident Mattarella – und schweigt darĂŒber. .

Der Spiegel kuscht vor Italiens StaatsprĂ€sident Mattarella – und schweigt ĂŒber seine Distanzierung des eigenen Autors Fleischhauer. So geht Transparenz nicht..

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Die Chefredakteurin von Spiegel Online, Barbara Hans, hat sich von ihrem eigenen Autor Jan Fleischhauer distanziert, ohne dies in Deutschland öffentlich zu thematisieren. Fleischhauer hatte in dem Spiegel-Artikel „Die Schnorrer von Rom“ unter anderem die Situation in Italien wie folgt charakterisiert:

„Wie soll man eine Nation nennen, die erst die Hand aufhĂ€lt, um sich ihr schönes Leben von anderen finanzieren zu lassen – und dann ihren Geldgebern droht, wenn diese die RĂŒckzahlung der Schulden anmahnen?“

Und Fleischhauer weiter:

„Wie soll man das Verhalten einer Nation nennen, die erst die Hand aufhĂ€lt, um sich ihr sprichwörtliches dolce far niente von anderen finanzieren zu lassen – und dann damit droht, den Geldgebern den KnĂŒppel ĂŒber den Kopf zu ziehen, wenn diese auf einer Begleichung der Schuld bestehen? Bettelei wĂ€re der falsche Begriff. Der Bettler sagt wenigstens Danke, wenn man ihm den Beutel fĂŒllt. Aggressives Schnorren trifft die Sache schon eher.
TatsĂ€chlich lĂ€uft die Sache auf eine Erpressung hinaus. Entweder ihr erfĂŒllt unsere Forderungen oder wir lassen den ganzen Laden auffliegen: Das ist die unausgesprochene Drohung hinter dem Entschluss, fĂŒr Italien ein Ende aller Schuldenregeln einzulĂ€uten“.

Fleischhauer betont, dass ein italienischer Durchschnittshaushalt reicher sei als ein deutscher Durchschnittshaushalt (aufgrund der höheren Quote an Immobilienbesitz in Italien), sodass die Forderungen der Parteien Cinque Stelle und Lega nach Schuldenentlastung umso unverstĂ€ndlicher erscheinen wĂŒrden. Fleischhauer schließt dann den Artikel mit den Worten:

„Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen ĂŒber ihre VerhĂ€ltnisse leben. Meinetwegen sollen sie in Italien weiterhin Steuervermeidung als Volkssport betreiben. Ich finde es nur unanstĂ€ndig, wenn man die Kosten fĂŒr politische Entscheidungen Fremden aufbĂŒrdet, die eine ganz andere Vorstellung von Politik haben und dort, wo sie wĂ€hlen können, auch entsprechend abstimmen. Mit meinem VerstĂ€ndnis von Demokratie lĂ€sst sich das schwer vereinbaren.
Aber vielleicht muss man das italienische Abenteuer als ein Experiment in postnationaler Politik verstehen. Keine Nation, die etwas auf sich hĂ€lt, verlangt Hilfe von anderen, wenn sie sich selber helfen kann. Wer will schon als Schnorrer gelten? Die Italiener, so scheint es, haben diese Form des Nationalstolzes ĂŒberwunden.“

Nun hat gestern die fĂŒhrende Nachrichtenagentur Italiens, Ansa (Agenzia Nazionale Stampa Associata), in einer kurzen Meldung berichtet, dass sich die Chefredakteurin des Spiegel, Barbara Hans (hier eine Selbstvorstellung der jetzigen Online Chefredakteurin), von dem Artikel Fleischhauers distanziere – der Artikel entspreche nicht der offiziellen Meinung des Spiegels. Voraus gegangen war offenkundig, dass Italiens StaatsprĂ€sident Mattarella höchstpersönlich den Artikel als „unakzeptabel“ und grotesk“ bezeichnet hat. So lautet die gestrige Meldung von Ansa:

„Der Spiegel columnist’s piece on „Rome scroungers“ does not reflect the German weekly’s official view, online editor Barbara Hans told ANSA Thursday after President Sergio Mattarella spoke of „unacceptable and grotesque“ comments. Hans said the column written by Jan Fleischhauer was „provocatory and conservative“ as a rule.“

Man kann vermuten, dass sich Mattarella persönlich bei der Leitung des Spiegels beschwert haben dĂŒrfte, woraufhin sich Chefredakteurin Barbara Hans offenkundig genötigt sah, sich fĂŒr den Artikel zu entschuldigen und sich von dessen Inhalt, mithin als gegenĂŒber dem eigenen Auto Fleischhauer, zu distanzieren!

Frappierend daran ist besonders, dass weder der Spiegel selbst ĂŒber diese Distanzierung berichtet, noch anderer deutsche Presseorgane, selbst bei Google findet man (in der deutschen Version) nichts darĂŒber. Warum eigentlich nicht?

In italienischen Medien hatte der Artikel Fleischhauers schon zuvor hohe Wellen geschlagen, so in dem Artikel des „Il Giornale“ mit dem Titel „Die Deutschen attackieren uns“ („Ora i tedeschi ci attaccano: „Italiani scrocconi aggressivi“) oder etwa auch im „Corriere della Sera“.

Die nun erfolgte Kritik Mattarellas an dem Artikel kommt in einer Situation, in der der italienische PrĂ€sident selbst stark unter Druck ist in Italien, nachdem er zwischenzeitlich eine Regierungskoalition zwischen Lega und Cnque Stelle unterband aufgrund der Nominierung des Euro-kritischen Paolo Savona als designierten Wirtschaftsminister – und dann versuchte, eine Experten-Regierung unter dem ehemaligen IWF-Mitarbeiter Cottarelli einzusetzen. Lega und Cinque Stelle sahen darin eine Art Verrat am Votum der italienischen WĂ€hler. Mattarella, so die Kritiker, sei vor allem ein ErfĂŒllungsgehilfe Berlins.

Es handelt sich also um einen politisch höchst brisanten Vorgang, der in Deutschland medial ĂŒberhaupt nicht stattfindet. Unter Gesichtspunkten der Medien-Transparenz hĂ€tte der Spiegel eigentlich die Pflicht, auch die deutsche Öffentlichkeit und nicht nur den italienischen StaatsprĂ€sidenten zu informieren, dass  man sich von eigenen Inhalten distanziert! Jenseits der Frage, ob eine solche Distanzierung wirklich geboten ist..


Jan Fleischhauer
Von Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59435168

30 Kommentare

30 Comments

  1. Catweazel

    1. Juni 2018 12:57 at 12:57

    Ich kann eigentlich die Aufregung von Herrn Fleischheuer nicht verstehen. Wer die Geschichte etwas kennt, weis um die Lebenesweise in den SuedlĂ€ndern. Sie Leben! und Geld spielt höchstens die zweite oder dritte Rolle. Bei den NordlĂ€ndern ist das Geld zum Lebenssinn verkommen mit entsprechender Gewinnmaximierung. Wer auf dieser Basis solchen LĂ€ndern Geld leiht bzw. Waren liefert (Target2) ist es selbst schuld. Europa besteht aus 28 Nationen mit zum Teil sehr unterschiedlichen MentalitĂ€ten und Lebenseinstellungen. Die Gleichmacherei der EUDSSR kannund wird auf mittel bis langfristige Sicht nur zum Kollaps fĂŒhren und das wird dann nicht lustig sein, weil vor allem Deutschland Garantien bis zur Besinnungslosigkeit ĂŒbernommen hat, und dann behauptet ein SchĂ€uble noch das Deutschland durch den Niedrigzins und den Rettungspaketen Gewinn gemacht hat. Da fragt man sich wirklich wieviel gehirnbereinigte Biomasse gibt es in Berlin?

    • sabine

      1. Juni 2018 13:39 at 13:39

      a) Bei den SĂŒdlĂ€ndern spielt generell nur das Geld der anderen keine Rolle. Wenn man es sich erschleichen kann, ist man klug.
      b) Und die Deutschen nehmen im Allgemeinen und aus Stolz nicht gern Geld an. Sie arbeiten lieber bis zum Blackout. (2 in meiner Firma in den letzten Monaten. Einer fiel im BĂŒro in Ohnmacht, der andere schaffte es noch bis zum Arzt.)
      c) So passen D und I doch gut zusammen. Der eine ist stolz auf sein Geld und Reichtum, der andere genießt es.

  2. Rainer

    1. Juni 2018 12:58 at 12:58

    … Fleischauer hat 100% Recht !
    Man sollte sich die deutsche Presselandschaft mal genauer anschauen. Wo waren sie eigentlich beim Dieselskandal oder DeutscheBank-Schummel ?
    Es sehe die Presse so frei wie Politik, Wirtschaft und Justiz in diesem Land … eingeschrĂ€nkt.

  3. tm

    1. Juni 2018 13:59 at 13:59

    Dass Kommentare nicht notwenigerweise die Ansicht der Blattes insgesamt widerspiegeln, ist grundsĂ€tzlich so – bei vielen Medien, inklusive Alternativmedien wie ET – steht dies sogar explizit unter den Kommentaren drunter. Es spricht daher viel dafĂŒr, dass Barbara Hans gegenĂŒber ANSA lediglich genau dies gesagt hat, nicht mehr und nicht weniger.

  4. Andreas Heizkummer

    1. Juni 2018 14:09 at 14:09

    Ich zitiere mal aus dem Artikel: „Man kann vermuten, dass sich Mattarella persönlich bei der Leitung des Spiegels beschwert haben dĂŒrfte, woraufhin sich Chefredakteurin Barbara Hans offenkundig genötigt sah, sich fĂŒr den Artikel zu entschuldigen…“ –

    Das ist ganz schön viel Konjunktiv. Der Autor hat keine Ahnung, ob sich Mattarella beim Spiegel gemeldet hat. Warum stellt es der es dann so in Raum? In einem Artikel, der sich ĂŒber journalistische Haltung auslĂ€sst, finde ich das extrem unsauber. Man muss ja nicht der Meinung von Frau Hans sein, aber selber rumzuspekulieren anstatt einfach beim Spiegel anzurufen (wie das Journalisten machen) und danach zu fragen, wĂ€re wohl das Mindeste. So kommt die Empörung leider als Bumerang zurĂŒck.

    • Markus Fugmann

      1. Juni 2018 14:20 at 14:20

      @Andreas Heizkummer, in dem ganzen Artikel findet sich dieser eine Konjunktiv! Ansonsten herrschte ĂŒber diese Distanzierung gĂ€nzliches Schweigen, das gilt auf breiter Front.. Darauf wollten wir aufmerksam machen. Wir haben eine Anfrage zu den HintergrĂŒnden der Distanzierung an die Spiegel Online-Chefredakteurin Frau Hans gestellt, die bislang unbeantwortet geblieben ist..

      • tm

        1. Juni 2018 14:30 at 14:30

        „Ansonsten herrschte ĂŒber diese Distanzierung gĂ€nzliches Schweigen,“

        Vermutlich weil es diese von Ihnen gemutmaßte Distanzierung gar nicht gab. Die Chefredakteurin hat ANSA höchstwahrscheinlich nur gesagt, dass ein Kommentar eben eiun Kommentar ist, also die Meinung des Kommentators widerspiegelt, der wiederum beim Spiegel freie Hand hat. Wo erkennen Sie denn ĂŒberhaupt eine Distanzierung?

        P.S. Kann bei der FMW nicht mal jemand korrekturlesen bevor ein Artikel oder ein Kommentar veröffentlich wird?

      • sabine

        1. Juni 2018 14:38 at 14:38

        „Vielleicht“ war es auch der SekretĂ€r des Mattarella. Das ist doch jenseits von wichtig.
        Außerdem:
        a) Wie erklÀrt man denn sonst die mehr als peinliche Distanzierung der Frau Hans, Chefredakteurin beim Spiegel? Es wurden ja vorher durchaus wahre Sachverhalte beschrieben.
        b) Mir scheint es ĂŒbrigens auch mehr als wahrscheinlich, das Herr Mattarella sich persönlich darum gekĂŒmmert hat. Sonst hĂ€tte der Spiegel nicht so schnell reagiert. Und was auf der Hand liegt, darf ein Journalist auch sagen! Und das ist auch gut.
        c) Hinzukommt das Schweigen der Wölfe. Auch das verhÀrtet diesen Verdacht!
        Außerdem gibt es die Aufregungen in italienischen Zeitungen, die ja das Bild dann abrunden.
        Lustig, diese Allergie bei VerdÀchtigungen.

        • tm

          1. Juni 2018 14:53 at 14:53

          Welche „peinliche Distanzierung“ denn?
          Fleischhauer berichtet dort nicht ĂŒber „wahre Sachverhalte“, sondern hat einen Kommentar, einen Meinungsartikel verfasst – diese spiegeln grundsĂ€tzlich nicht per se die Meinung des Blattes wider. Das ist bei allen Medien so.

          Sie wissen doch gar nicht, ob der Spiegel ĂŒberhaupt reagiert hat – zumal Barbara Hans nicht CHefredakteurin des Spiegel, sondern bei Spiegel-Online ist.

          Jam, Fleischhauer darf ja gerade alles sagen – genau das ist doch der Punkt. Er kann jede Woche schreiben, was er will, worĂŒebr er will, völlig unabhĂ€ngig von der Linie des Blattes selbst.

          Ne, das erhĂ€rtet gar nichts, im Gegenteil – das zeigt eher, dass die FMW hier einen Skandal kreieren will, wo es eben gar nichts gibt. Wenn ĂŒberhaupt hat Barbara Hans oddenkundig nur klargestellt, dass die Kolumnisten bei SpOn schreiben können, was sie wollen, ohne dass dies die Linie des Blattes widerspiegelt.

          Möchten Sie denn etwa, dass Kommentare nur dann veröffentlich werden dĂŒrfen, wenn Sie der Linie des Blattes entsprechen? Es ist doch gerade prima, dass bei SpOn sehr unterschiedliche Kommentatoren jede Woche schreiben können.

    • Bernd

      1. Juni 2018 14:33 at 14:33

      @ Heizkummer; Sind sie der Anwalt des Spiegel? Oder warum spielen Sie sich so auf?

  5. Bernd

    1. Juni 2018 14:25 at 14:25

    Danke an finanzmarktwelt, dass Sie uns darĂŒber informieren. Man erkennt mal wieder was fĂŒr rĂŒckgratlose Opportonisten in den Chefredaktionen der ehemals großen BlĂ€tter sitzen – Ist die Meldung nicht genehm wird sie nicht gebracht; vielleich merkt es ja keiner.

    • tm

      1. Juni 2018 14:49 at 14:49

      Da dĂŒrfen also Journalisten von Fleischauer (stramm konservativ) ĂŒber Stockowski (Emanze) bis hin zu Augstein (weit links) bei Spiegel-Online jede Woche schreiben, was sie wollen, worĂŒber sie wollen, völlig unabhĂ€ngig von der Linie des Blattes – und das machen Sie dem Spiegel nun zum Vorwurf?

      Es wĂ€re doch vielmehr opportunistisch, wenn die Chefredaktion nun sagen wĂŒrde, ja, was Fleischhauer schreibt, ist Linie des Spiegel – und kommende Woche, wenn Augstein etwas gegenteiliges schreibt, wĂ€re das dann auf einmal Linie des Blattes. Die Kommentaroren dort sind einfach frei und unabhĂ€ngig, nicht mehr hat Barbara Hans gesagt (wenn es denn ĂŒberhaupt so stimmt).

  6. Columbo

    1. Juni 2018 14:45 at 14:45

    Daß sich ein StaatsprĂ€sident bei einer Zeitung beschwert, noch dazu „persönlich“, halte ich fĂŒr unwahrscheinlich. Da wĂ€re er den ganzen Tag damit beschĂ€ftigt, bei irgendwelchen „BlĂ€ttern“ anzurufen.

  7. Macwoiferl

    1. Juni 2018 14:50 at 14:50

    Es ist die Haltung des SPIEGEL!
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/populisten-in-italien-kommentar-zu-oettingers-interview-a-1210209.html
    Wer dieses peinliche Magazin noch liest ist selbst schuld.
    Abbestellen lautet die Devise.
    Niemand braucht Staatsmedien, die uns den Urlaub in Italien erschweren!

    • tm

      1. Juni 2018 14:55 at 14:55

      Was ist nun Linie des Blattes? Das was Fleischhauer in einem Kommentar schreibt oder das , was ein anderer Kommentator schreibt oder noch etwas ganz anderes, was wiederum ein Dritter kommentiert?

      Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Sie der Meinung, der Spiegel schreibt das, was die Regierung will und die Regierung will Stimmung gegen Italien machen?

      • Macwoiferl

        1. Juni 2018 15:27 at 15:27

        Das teutozentrische Weltbild verneint einen Abgasbetrug z.B. bei einem Wolfsburger Unternehmen.
        Es verneint, dass in diesem Lande ZĂŒge aufeinander prallen, weil im Bahn-Leitstand gerade am Handy gedaddelt wurde.
        Es verneint die UnfÀhigkeit, einen Flughafenbau ordentlich umzusetzen (Berlin), bei einem Bahnhofsneubau die Kosten auch nur annÀhernd einzuhalten (Stuttgart 21), eine Autobahn so zu bauen, dass es die Fahrbahndecke nicht bei 30 Grad im Schatten aufblÀht. Es verneint Korruption im BAMF, Neue Heimat-Skandal, Schwarzgeldkoffer-SchÀuble undsoweiter.

        Wir können uns nun streiten, ob die Holzerei gegen andere Nationen dem teutozentrischen BedĂŒrfnis entspricht, sich selbst damit ein wenig aufzuwerten. Ob das Regierungslinie oder die Linie des Spiegel sei.

        Ich finde es per se schlimm, wenn sich unsere teutonischen mittelprĂ€chtigen und mittelmĂ€ĂŸigen mitteleuropĂ€ischen Witzfiguren aufregen, ĂŒber Griechen oder Italiener oder Spanier. Nur weil die nicht am deutschen Wesen genesen wollen.

        Ein Land in dem so wenig wirklich (noch) funktioniert wie in unserem hat kein Recht, sich so aufzuspielen und sich permanent wichtig zu machen.

        Na, vielleicht hatte der Herr Fleischauer wegen seiner gescheiterten Ehe (nachzulesen auf SPON) auch einfach einen schlechten Tag und musste Dampf ablassen.

        Aber ja, @tm, selbstverstÀndlich berichten unsere Staatsmedien das, was Berlin lesen möchte!

        • leftutti

          1. Juni 2018 16:48 at 16:48

          Es ist immer dieselbe langweilige Leier und Taktik der Populisten:
          Eigentlich geht es um einen Artikel bzw. Kommentar im Spiegel. Dazu wird ein haarstrĂ€ubender Kommentar mit einem Link gepostet, der „beweisen“ soll, dass das (was auch immer das sein soll) die grundsĂ€tzliche Haltung bzw. Richtung des Spiegel ist, obwohl er eigentlich eher das Gegenteil beweist.
          Ruckzuck sind wir bei Staatsmedien und einem teutozentrischen Weltbild und bei völlig themenfremden Dingen wie Abgasbetrug, BER und Stuttgart 21 etc. Auf diesem Gebiet fĂŒhlt man sich sicher, hier kennt man sich aus, hier kann nun frei von der Leber der ĂŒbliche Quark verbreitet werden.
          Bleibt doch mal beim Thema und hört stattdessen endlich auf, immer alles so undifferenziert und populistisch pauschalisierend in die Welt hinaus zu posaunen.

          Teutozentrisches Weltbild, ein Land wie unseres hat kein Recht, sich so aufzuspielen…
          Und was ist mit den Individuen in diesem Land, mit Meinungs- und Pressefreiheit, mit den vielen kritischen BĂŒrgern?
          Was können die fĂŒr das Versagen beim BER oder Stuttgart 21 oder die BetrĂŒgereien der Konzerne und MĂ€rkte? Darf nun keiner mehr eine Meinung haben und Ă€ußern, weil er in Deutschland lebt?
          Oder umgekehrt: Wieso dĂŒrfen Sie selbst sich so aufspielen und wichtig machen, wĂ€hrend Sie gleichzeitig allen Andersdenkenden dieses Recht absprechen?
          Ist das Ihr VerstÀndnis von Demokratie und freiheitlicher Grundordnung?

        • tm

          1. Juni 2018 17:01 at 17:01

          Wen zĂ€hlen Sie denn zu den „Staatsmedien“? Der Spiegel schreibt anders als die FAZ und Focus, Welt und Bild sind eher verlĂ€ngerte Arm der AfD, aber sicher keine RegierungsblĂ€tter.

          • Michael

            1. Juni 2018 20:34 at 20:34

            @tm, soweit ich das Gebrabbel vom McSoiferl (zu salfern bzw. soifern siehe https://www.bayrisches-woerterbuch.de/salfern/) verstehe, zÀhlt alles, was eine verlÀngerte ExtremitÀt der AfD ist, nicht zu den sog. Staats- oder Mainstreammedien. Alles andere grundsÀtzlich erst einmal schon.
            Ausnahmen können vereinzelte Kommentare sein, die mit dem eigenen Weltbild konform gehen. In diesem Fall wird das Wesen des freien Kommentators erkannt, anerkannt, der Kommentar wird gar gerne auch zitiert, oft mit der Bemerkung „sogar der Spiegel schreibt“…
            Im Gegenzug dĂŒrfen einzelne kritische Artikel oder Kommentare in den verlĂ€ngerten Arm(utszeugniss)en der AfD jedoch sofort wieder den „Staatsmedien“ zugerechnet werden.
            In beiden FĂ€llen sind das dann verwirrte Geister mit Ehe- oder anderen privaten Problemen.

    • Michael

      1. Juni 2018 15:43 at 15:43

      Was genau ist in dem zitierten Artikel denn die Haltung des Spiegel?
      Der Tweed des Reporters der Deutschen Welle kann es ja nicht sein.
      Der darauf ausbrechende rechtspopulistische Twitter-Shitstorm auch nicht..
      Die Zitate des Herrn Oettinger schon dreimal nicht…
      Bleibt also am Ende nur noch die Meinung des Kommentators, wobei alleine schon die Bezeichnung Kommentar impliziert, dass dies eben nicht unbedingt die Linie und Haltung des Verlages widerspiegelt.
      Und was ist eigentlich am Ende die Meinung des Kommentators: „Es ist die Taktik, die Populisten gern benutzen: die Verdrehung der Wahrheit in ihr Gegenteil. Lega und FĂŒnf Sterne wollen Italien eine stark verrĂŒckt wirkende Finanzpolitik verordnen, fordern dazu von der EU schamlos den Erlass von Hunderten Milliarden Euro an Schulden und versprechen ihren WĂ€hlern ebenso schamlos, Italien in eine Art Ferienkolonie zu verwandeln, fĂŒr deren Bewohner Milch und Honig fließen. So zumindest lesen – oder besser, lasen – sich Teile des Regierungsprogramms beider Parteien … Vielmehr hat er [Oettinger] betont, dass die Macht durchaus beim WĂ€hler liegt – nur dass dieser vielleicht ganz gut beraten wĂ€re, die Versprechen von Populisten zwischendurch einmal mit der RealitĂ€t abzugleichen..
      Das ist weder peinlich, noch hat es etwas mit deutschen Staatsmedien zu tun. Es ist schlicht und einfach die Wahrheit. Die mag zwar fĂŒr den einen oder anderen unangenehm sein, peinlich ist sie jedenfalls nicht.
      Und wenn Ihnen jemand den wohlverdienten Urlaub in Italien erschwert, dann sind es genau diese populistischen Hanswurstenparteien in Italien, die durch Verdrehung der Tatsachen und Pauschalisierungen Wut und Hass gegen deutsche Urlauber schĂŒren.
      Vielleicht können Sie die Schuld noch auf Herrn Oettinger schieben, aber der Spiegel???

  8. Bernd

    1. Juni 2018 16:23 at 16:23

    Herr Mozarella hat recht, denn was jetzt als „aggressives Schnorren“ (siehe Beitrag) erscheint, ist nichts als die Überhöhung des status quo der Transferunion, welche die GlĂ€ubigerstaaten einlĂ€dt, sich auf Kosten Deutschalnds weiter zu verschulden. Sonst wĂŒrden hier in Deutschland die Lichter ausgehen, da es dann einen Wirtschaftseinbruch gibt. Die Schulden werden nicht zurĂŒck bezahlt und wurden im Interbankenverkehr (Target 2) vorgestreckt. Die Rechnung wird dann an den fußballinteressierten „Weiter So Merkel“-WĂ€hler igendwann durchgereicht, der genau das am Ende bekommt, was er gewĂ€hlt und verdient hat. Erst dann wird er von seinem Bratwurstgrill, Bier und Fernseher aufschauen und begreifen, das der Endsieg des Euro wie seine Altersrente(nkaufkraft) ausbleiben wird.

    • Lausi

      1. Juni 2018 18:17 at 18:17

      „Endsieg des Euros“ – lol! Auf in die Schlacht – whatever it takes!

      Es ist dieser Zwang im Euro zu bleiben, der von den EU-MĂ€chtigen ausgeĂŒbt wird, der so pervers ist. Gegebenenfalls wird die Demokratie dabei mit FĂŒĂŸen getreten. Es ist alles so dermaßen heuchlerisch, und irgendwann wird das den Verantwortlichen auf die FĂŒĂŸe fallen. Die Italiener haben die Nase voll von der seit Jahren andauernden Rezession, und wenn die Politiker kein Ausweg aus dieser Misere finden – ob mit oder ohne Euro – werden sie von den Italienern an der Wahlurne die Quittung erhalten.

      Man sollte nie den Ursprung des Euros vergessen: Mitterrand wollte unbedingt den Euro haben (weil ihn die stĂ€ndige Abwertung des Franc gegenĂŒber der DM wurmte), und nannte das als Bedingung fĂŒr sein o.k. fĂŒr die deutsche Wiedervereinigung. Und Kohl wollte unbedingt als Wiedervereinigungs-Kanzler in die GeschichtsbĂŒcher eingehen, und ließ sich von Mitterrand erpressen! Ein Referendum, ob die Deutschen den Euro haben wollen, hat nie stattgefunden. Aber das wĂ€re das mindeste gewesen! Na dann – auf in den totalen Euro 🙂

  9. Beobachter

    1. Juni 2018 19:27 at 19:27

    @ Lausi, genau so ist es.Diese Poltiker haben gegen sĂ€mtliche ökonomischen Bedenken ĂŒber einen Bevölkerungsraum von 500 Mio Leuten diese EinheitswĂ€hrung ĂŒbergestĂŒlpt.Jahrelang hat man als Argument die friedensfördernde Wirkung dieser WĂ€hrung hervorgehoben.Am Schluss wird genau das Gegenteil der Fall sein.Die WĂ€hrungsunion hĂ€tte erst am Schluss fĂŒr LĂ€nder mit einigermassen Ă€hnlichen wirtschaftlichen StĂ€rkeverhĂ€ltnissen eingefĂŒhrt werden sollen.Das ist kei Unsinn von mir,das sagte kĂŒrzlich auch H.W.Sinn.Die SĂŒdlĂ€nder mit frĂŒher zweistelligen Zinsen hatten anfĂ€nglich natĂŒrlich ihre Freude an der starken WĂ€hrung u.steigenden Börsenkursen.Was ihnen jetzt bleibt ist eine nicht selber steuerbare WĂ€hrung, die fĂŒr sie zu stark ist u.DE u.andere haben eine zu schwache WĂ€hrung mit viel zu tiefen Zinsen ,was sich langfristig verherrend auf die Spar u.Altersvermögen auswirkt.

    • Michael

      1. Juni 2018 22:44 at 22:44

      @Beobachter, @Lausi:
      Hat denn die SĂŒdlĂ€nder, speziell die Italiener als drittgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Europas, irgendwer dazu gezwungen, dem Ganzen beizutreten oder zuzustimmen? Jede kleine Insel in der EU kann durch ihr Veto alles blockieren und zum Scheitern bringen.
      Die Italiener haben die Nase voll von der seit Jahren andauernden Rezession
      Das hatten sie auch schon Jahrzehnte lang vor EinfĂŒhrung des EURO oder der EU, denn das scheint in Bella Italia ein wĂ€hrungsunabhĂ€ngiges, immanentes Problem zu sein. Auch als 1 DM 1000 Lira wert war.
      Die SĂŒdlĂ€nder mit frĂŒher zweistelligen Zinsen hatten anfĂ€nglich natĂŒrlich ihre Freude an der starken WĂ€hrung u.steigenden Börsenkursen
      Das hĂ€tten sie sich rechtzeitig ĂŒberlegen mĂŒssen, ohne die anfĂ€nglichen Vorteile fĂŒr sich zu nutzen, um dann bei konsequent und absehbar folgenden Problemen das Handtuch zu schmeißen. Ob nun erneut zweistellige Zinsen bei eigener WĂ€hrung fĂŒr sie gut wĂ€ren, mag dahingestellt sein…

      Ich gebe Ihnen beiden in sehr vielen Punkten natĂŒrlich Recht und bin alles andere als ein großer Fan der EU und der GemeinschaftswĂ€hrung in ihrer derzeitigen Form.
      Aber:
      Ein Referendum, ob die Deutschen den Euro haben wollen, wĂ€re in der damaligen Wiedervereinigungs- und Europa-Euphorie mit 90%+ durchgerockt 😉 Bei den SĂŒdlĂ€ndern wegen des oben zitierten Argumentes von @Beobachter sowieso.
      Niemand zwingt jemanden, im EURO zu bleiben, viele EU-Mitglieder haben ihre eigene WĂ€hrung. Aber Verbindlichkeiten mĂŒssen nun einfach mal zurĂŒckgezahlt werden, sofern diese freiwillig oder der eigenen Handlungs- und Lebensweise geschuldet und nicht unter Zwang oder auf unmoralische Weise entstanden sind.

      @Beobachter: Was ihnen jetzt bleibt ist eine nicht selber steuerbare WĂ€hrung, die fĂŒr sie zu stark ist: Der großartigste Italiener aller Zeiten, Supermario Draghi, steuert die WĂ€hrung seit mindestens 2014 mit allen Mitteln auf den Stand zu EinfĂŒhrung des EUR, ohne RĂŒcksicht auf die Spar- und Altersvermögen anderer gleichberechtigter Mitglieder. FĂŒr kein anderes Land in Europa wurden jemals derart drastische Eingriffe aufgrund von rein nationalen Interessen vorgenommen.

      Summa summarum aus all den Kommentaren hier wĂŒrde ich sagen:
      1. Ein wenig mehr arbeiten zu Ungunsten von la pura dolce vita könnte derzeit ganz förderlich sein. Meinungen wie in allerersten Kommentar von @Catweazel Sie Leben! und Geld spielt höchstens die zweite oder dritte Rolle. sind gut und schön zum VerstĂ€ndnis des dolce vita, aber kein nachvollziehbares Argument fĂŒr Schulden, die man nie beabsichtigt, zurĂŒckzuzahlen. Sie sind eher ein Argument fĂŒr die These: Sie leben weit ĂŒber ihre VerhĂ€ltnisse!

      2. Wer in so kurzer Zeit so viele Schulden anhĂ€ufen kann, ist in der Lage, gewaltig zu konsumieren oder unĂŒberlegt zu investieren. Das erinnert an unsere amerikanischen Freunde, rechtfertigt deshalb aber noch lange nicht deren unmoralische Handlungsweise gegenĂŒber GlĂ€ubigern mit berechtigten Forderungen.

      3. Nicht schimpfen, nicht schreien, keine ehemaligen Komiker und rechtspopulistischen Neo-Narren in die Regierung wÀhlen, sondern sich mal an der eigenen Nase packen, sich selber aus dem Sumpf ziehen und nicht alle Veratwortung auf die (unfÀhigen) Politiker abwÀlzen.

      • Bademeister

        2. Juni 2018 12:02 at 12:02

        Bestes Beispiel gerade ist da Bulgarien….klar hĂ€tten sie gerne den Euro….mĂŒssen dafĂŒr auch praktisch nix tun, weil er Bulgarien von der EU sowieso und unter allen UmstĂ€nden aufs Auge gedrĂŒckt wird…auf ausdrĂŒcklichen Wunsch aus BrĂŒssel….wie noch in RumĂ€nien, Kroatien, Ungarn, Tschechien.
        Wenn ich mich an die 90er/Jahrtausendwende entsinne…da gabs in einigen Staaten Volksentscheide zum Thema EU, die teilweise so lange wiederholt wurden bis das „passende“Ergebnis, das dann fĂŒr alle Ewigkeit rechtsbindend ist, vorlag.
        Das war eigentlich schon der Anfang vom Ende…lange vor der bereits lange brodelden Italien Thematik und dem irrwitzigen Griechenland-Euro-Deal 2007 und 15.
        Wenn dir jemand unaufgefordert Geld gibt, das du behalten darfst ohne etwas klar definiertes dafĂŒr tun zu mĂŒssen (Arbeit)…..

  10. Lausi

    2. Juni 2018 02:28 at 02:28

    Hallo @Michael,

    erst mal möchte ich zwei Sachen sagen:

    1) Ich bin ein großer Freund von der Idee der EU. Offene Grenzen und ein Austausch der Kulturen und Völker Europas finde ich super. Dass sich die EU inzwischen zu einem BĂŒrokratie-Monster und ein Lobby-Verein entwickelt hat, und nicht sehr demokratisch ist, steht auf einen anderen Blatt. FĂŒr mich ist die EU und der Euro jedenfalls zwei grundverschiedene Dinge. Schade, dass das oft in einem Topf geworfen wird.

    2) NatĂŒrlich sind auch die Italiener schuld an der Misere, und deren Beitritt zur Eurozone war natĂŒrlich freiwillig.

    FĂŒr mich besteht aber schon ein (indirekter) Zwang von den EU-MĂ€chtigen, dass kein Mitglied den Euro-Club wieder verlĂ€sst. Schon bei Griechenland hieß es: Wenn ein Land den Euro verlĂ€sst, dann wird das eine Austritts-Lawine in Gang setzen, und dann ist der Euro Geschichte. Und was fĂŒr Schreckens-Szenarien werden fĂŒr ein potentielles Austrittsland an die Wand gemalt von seinem Staatsbankrott und wirtschaftlichen Niedergang. Aber natĂŒrlich sind es auch die Politiker der Mittelmeer-Staaten, die diese Horror-Szenarien scheuen, und somit den Euro-Club nicht verlassen wollen. Aber fĂŒr mich ist es nur eine Frage der Zeit bis es mal soweit sein wird. Ich bin schon gespannt auf das KrĂ€ftemessen zwischen der neuen italienischen Regierung und der EU. Ein gegenseitiges Erpressungspotential scheint jedenfalls vorzuliegen.

    Du sagst, dass es den Italienern auch schon zu Lira-Zeiten wirtschaftlich schlecht gegangen wĂ€re. So schlecht wie jetzt mit 7 Jahren Rezession und 50% Jugendarbeitslosigkeit ging es ihnen aber noch nie. FĂŒr mich ist das auch dem Euro geschuldet. Abgesehen davon hat Italien natĂŒrlich dringend Struktur-Reformen notwendig, erst recht, wenn sie im Euro verbleiben wollen. Aber diese haben sie schon seit 50 Jahren nicht auf die Reihe bekommen, und werden es in absehbarer Zeit wohl auch nicht schaffen. Und wenn, wird es ggf. ein sehr langsamer und mĂŒhsamer Prozess sein. Sieh dir z.B. die Korruption in Bella Italia an. FĂŒr mich hat diese in den letzten Jahren eher zu- als abgenommen. Meiner Meinung nach ist das auch eine Folge von diesem elenden korrupten Berlusconi! Wenn schon der Staatschef ein Oberkorrupter ist, welches Beispiel gibt er dann an sein Volk! Frei nach dem Sprichwort: Der Fisch fĂ€ngt immer vom Kopf an zu stinken!

    Abschließend noch zwei Bemerkungen: NatĂŒrlich sollen die Italiener ihre Schulden zurĂŒckzahlen und nicht auf Kosten der Deutschen leben. DafĂŒr muss aber erst mal ihre Wirtschaft in Fahrt kommen, und meiner Meinung nach wirkt der Euro da wie ein Bremsklotz.

    Ich bezweifle sehr, ob in den 90-er Jahren eine Mehrheit der Deutschen fĂŒr eine Abschaffung der DM zugunsten des Euros gestimmt hĂ€tte. Den Deutschen war die DM heilig!

    Schönes Wochenende 🙂

  11. Wolfgang M.

    2. Juni 2018 09:25 at 09:25

    Zu Italien: Ich bin wirklich verblĂŒfft, wie viele Volkswirte und Wirtschaftskommentatoren glauben, es könnte derzeit wirklich ein EU-Austritt politisch und faktisch umgesetzt werden. Wenn die neue Regierung in den nĂ€chsten Wochen wirklich diese Vokabel ins Programm aufnĂ€hme, wĂŒrden folgende Konsequenzen folgen. Hier nur ein paar Wesentliche:
    – Bei einer WĂ€hrungsumstellung auf Lira wĂŒrden die Target2-Salden in Höhe von 900 Mrd. € verfallen mit der Folge eines sofortigen Einbruchs des Exports der EU-Staaten nach Italien, da jegliches Vertrauen verspielt wĂ€re, gleichzeitig wĂŒrde das Ausland Italien Waren nur noch zu Dumpingpreisen abkaufen Folge: Rezession in Europa und finanzielle Depression in Italien
    – Die italienischen Banken wĂŒrden in zweierlei Hinsicht kollabieren. Zum einen könnten Sie ihre Verbindlichkeiten in der neuen WĂ€hrung nicht mehr erfĂŒllen und zum anderen wĂŒrden sie den Bankrun nur wenige Tage ĂŒberstehen. Zudem wĂŒrden die Einlagen ohne Kapitalverkehrskontrollen rasend schnell ins Ausland in vermeintlich stabile WĂ€hrungen abfließen.
    – Haben wir denn schon die kalkweisen Gesichter von Angela Merkel und Peer SteinbrĂŒck vergessen, als sie bei der Finanzkrise nach nĂ€chtelanger Sitzung aus dem Kanzleramt schlichen und dem deutschen Sparer zusicherten: „Wir garantieren ihre Spareinlagen!“?
    – Oder an den Bankrun vom 14. bis 17. September 2007, bei der achtgrĂ¶ĂŸten Bank Großbritanniens, Northern Rock, die aufgrund der Auszahlungsschwierigkeiten nach „Lehman“ von der Bank of England gerettet und anschließend verstaatlicht wurde? Das italienische Bankensystem in seiner Dimension könnte so nicht mehr gerettet werden.(auch nicht Europa)
    – Allein die FinanzmĂ€rkte wĂŒrden das Land bei so einem Vorhaben vor sich hertreiben und die in KĂŒrze fĂ€lligen Anleihen in Milliardenhöhe unfinanzierbar machen.
    Kurzum: Das was Lega und Cinque Stelle versprechen, ist nicht einmal ansatzweise umsetzbar. Auf der anderen Seite ist Italien in der jetzigen Gemengelage nicht in der Lage auf Dauer in der EU-Zone zu verbleiben. Ich habe es hier schon mal geschrieben: Als ich in den 1970-ern zum ersten Mal am Gardasee war, musste ich fĂŒr 1000 Lire 4 D-Mark bezahlen, Ende der 90-er, vor EuroeinfĂŒhrung, waren es nicht einmal mehr 90 Pfennige. Italien hatte seine Probleme immer mit Abwertung gelöst, was heute natĂŒrlich nicht mehr geht. Ich dachte mir bei Theo Waigels flammender Rede fĂŒr die EuroeinfĂŒhrung immer: „War der eigentlich nie sĂŒdlich des Brenners“?
    Italien hatte vor der EuroeinfĂŒhrung versprochen, die Zinsersparnisse zur Schuldentilgung zu verwenden. Das Land bekam, nach den Worten von Prof. Otmar Issing, „die niedrigsten Realzinsen seit Julius CĂ€sar“. Genutzt hat man es nicht.
    Italien jedenfalls, wird die MĂ€rkte in der kommenden Zeit schwer beeinflussen, möglicherweise im Guten, wie im Schlechten, aber eine Lösung ist das politische Theater bei dieser 2 Bio-Euro-Ökonomie nicht. Da kommt es eher zu einer verklausulierten „Vergemeinschaftung“ der Schulden, eine Horrorvorstellung deutscher Konservativer, aber Merkel könnte durch den Geburtsfehler bei der EuroeinfĂŒhrung und aufgrund des italienischen WĂ€hlerverhaltens vor die sprichwörtliche Wahl gestellt werden: Pest oder Cholera
    Gruß

  12. Bademeister

    2. Juni 2018 19:26 at 19:26

    Eines ist wohl sonnenklar: Die Italiener werden NIEMALS ihre Schulden zurĂŒckzahlen (können). Sollten einige schönwettererprobte EU-Politiker in BrĂŒssel oder Berlin auf den Gedanken kommen, den Italienern den weiteren EU-Geldfluss aufgrund zukĂŒnftigem unpassenden und den Grundwerten der EU unwĂŒrdigen Benehmens zuzudrehen…ist Italien freiwillig raus…ohne weiteren Nutzen und vielleicht immer mehr Pflichten…der Donald und auch Putin reiben sich schon gierig die HĂ€nde ĂŒber einer neue Enklave im Herzen Europas…Italien kann eigentlich weiterhin das Geld beim Fenster raus werfen, die EU wird weiterhin hoffen, dass es bei der TĂŒr wieder doppelt reinfliegen wird…

  13. Peter

    5. Juni 2018 09:43 at 09:43

    Danke fĂŒr den interessanten Artikel, seit langer Zeit habe ich mal wieder beim Spiegel reingeschaut, zuviel Manipulation, Indoktrination oder einfach nur Wegschauen hatten mich vertrieben.
    Lasst euch nicht von den Spiegel-Genossen einschĂŒchtern.

  14. joah

    5. Juni 2018 12:05 at 12:05

    Die vernunftbegrĂŒndete Gegenposition, entsprechend umgeformt: »Die Deppen der FinanzierungskĂŒche«

    Wie soll man eine Nation nennen, die bewusst eine andere ĂŒberschuldet (ĂŒberschulden lĂ€sst), um die Schulden des einen als eigenes finanzielles Kapital zu betrachten – und dann zur Oberstrafe (des eigentlich eigenen Versagens) den Schuldner bewusst in die Knie und zur „Reformen“ (= Sklaven-Knechtschaft) zwingt.

    Es gibt auch immer eine andere Betrachtungspersepektive, welcher man sich nicht entziehen sollte. Allerdings gehört das Wort „Nationen“ besser durch Regierungen ersetzt, sonst beschuldigt man immer die Falschen mit.

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Höchststrafe fĂŒr EU und Bundesregierung: Deutsche Staatsunternehmen beenden Iran-GeschĂ€fte

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Wie war das nochmal? Nach KĂŒndigung des Iran-Atomabkommens durch die USA und vor allem nach AnkĂŒndigung von US-Sanktionen gegen den Iran verkĂŒndete die EU-Kommission großspurig, dass man (die EU) weiter GeschĂ€fte mit dem Iran machen werde. Man ermuntere europĂ€ische Unternehmen dazu im Iran auch weiterhin aktiv zu sein – dazu hatte man jĂŒngst auch weiterfĂŒhrende Maßnahmen erlassen. So will man beispielsweise MittelstĂ€ndler mit Krediten von EU-Förderbanken unterstĂŒtzen usw.

In die selbe Richtung geht die Haltung der deutschen Bundesregierung. Man will, dass deutsche Unternehmen weiter mit dem Iran GeschĂ€fte machen. Die Marschroute ist klar, vor allem in Richtung Donald Trump – wir lassen uns von dir nicht diktieren, mit wem wir Handel betreiben. Erst vor wenigen Tagen bekrĂ€ftigte das Bundeswirtschaftsministerium, dass man Exportgarantien sowie Investitionsgarantien auch weiterhin anbiete.

Und wie sieht die RealitĂ€t aus? Große Konzerne aus Europa ziehen sich reihenweise aus dem Iran zurĂŒck (Daimler uvm). Und das trotz der Drohung aus BrĂŒssel, dass die EU europĂ€ische Unternehmen bestrafen könne, die sich nach den US-Sanktionen richten (was fĂŒr eine dĂ€mliche Drohung der EU-BĂŒrokraten). Aber es kommt noch viel besser. Aktuell erfolgt die Höchststrafe fĂŒr BrĂŒssel und Berlin. Die Deutsche Telekom, an der der deutsche Staat mit 30% beteiligt ist, hat ihre (wenn auch kleinen) BeratungsgeschĂ€fte mit Teheran schon eingestellt. Offensichtlich will die Telekom nicht Gefahr laufen, dass die US-Behörden die große Fusion zwischen T-Mobile USA und Sprint stoppen.

Aber es geht noch besser. Die Deutsche Bahn, ein 100% im Staatsbesitz befindliches Unternehmen, stellt jetzt ihre AktivitĂ€ten im Iran ein. Bisher war man dort beratend tĂ€tig fĂŒr die staatliche Eisenbahngesellschaft, und hatte vor ein weiteres Unternehmen zu beraten. Davon nimmt man jetzt Abstand. Wenn der deutsche Staat Unternehmen aktiv dazu auffordert weiter dort GeschĂ€fte zu tĂ€tigen, und wenn gleichzeitig deutsche Staatsunternehmen sich aus dem Iran verabschieden… dann ist das die Höchststrafe fĂŒr BrĂŒssel und Berlin.

Das bedeutet: Die europÀische Politik einer eigenstÀndigen wirtschaftlichen AktivitÀt mit dem Iran ist brutal gescheitert. Die USA haben sich mit ihrer Macht als gigantischer Konsummarkt durchgesetzt, auf den de facto kein europÀisches Unternehmen verzichten kann oder will. Das wÀre nÀmlich passiert, wenn man weiter mit den Iran GeschÀfte gemacht hÀtte. Donald Trump hat sich mit seiner knallharten Drohung durchgesetzt.

Die Folge dĂŒrfte sein, dass Teheran wie angekĂŒndigt sein Atomprogramm wieder aufnimmt. Das hatte man bereits angedroht, wenn abseits der USA auch die anderen LĂ€nder sich nicht mehr an die Bedingungen des Abkommens halten. Und durch die Abkehr quasi der gesamten europĂ€ischen Wirtschaft sind die Inhalte des Atomabkommens (keine Uran-Anreicherung gegen freien Handel) pulverisiert. Trump wird wohl bekommen, was die Hardliner um ihn herum wollen – eine wirtschaftliche Isolation des Iran durch den Westen, und eine Art Eskalation der politischen Gemengelage mit den Mullahs in Teheran.

Iran Atomabkommen
Im Jahr 2015 wurde das Atomabkommen unterzeichnet auch von den USA.

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Wie ungerecht ist Deutschland wirklich?

Wie ungerecht ist Deutschland wirklich? Laut Clemens Fuest und seinem VorgÀnger Hans-Werner Sinn vom ifo Institut gebe es in keinem anderen Land der G7-Staaten weniger Ungleichheit als in Deutschland. Aber andere Untersuchungen kommen zu einem ganz anderen Ergebnis..

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Wie ungerecht ist Deutschland wirklich? Laut Clemens Fuest und seinem VorgĂ€nger Hans-Werner Sinn vom ifo Institut gebe es in keinem anderen Land der G7-Staaten weniger Ungleichheit als in Deutschland. Aber andere Untersuchungen kommen zu einem ganz anderen Ergebnis in folgendem Video von „Mission Money“ – in dem es auch um die Frage geht, wie wahrscheinlich ene Zerschlagung von Amazon ist. Und was von Elon Musk und seinen Twitter-Kommentaren zu halten ist in Sachen Privatisierung von Tesla:

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Die neuen ESMA-Vorschriften und der CFD-Handel

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Ein Gastbeitrag von Ivan Gowan, CEO von capital.com

 

CFDs: Auswahl der richtigen Investitionsplattform

Das Jahr 2018 ist durch einige wichtige neue Regelungen gekennzeichnet, denn sowohl die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als auch die EuropĂ€ische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) bedeuten einen tiefen Einschnitt fĂŒr CFD-Plattformen. Dies könnte dazu fĂŒhren, dass sich einige Marktteilnehmer, die CFDs anbieten, zurĂŒckziehen mĂŒssen, da sie der neuen Gesetzgebung nicht entsprechen können. Dies kann unterschiedliche GrĂŒnde haben. So könnten etwa die organisatorischen FĂ€higkeiten oder die Kapitalisierung des Anbieters nicht ausreichen. Andererseits zeigt eine Analyse von Capital.com, ein Anbieter einer Trading-Plattform, der die Richtlinien der ESMA schon vor dem offiziellen Inkrafttreten auf seiner Plattform einfĂŒhrte, wie Nutzer von den Regulierungen profitieren können.

 

Auf SeriositÀt achten

Wer neu in den Handel mit CFDs einsteigen möchte, kommt nicht umhin, auf einen starken und seriösen Partner zu setzen – dies alleine schon aus Selbstschutz und um das eigene Risiko zu vermindern. Der Markt tritt hier in einen Reinigungsprozess ein und Trader sollten in diesem Zusammenhang auf einige SchlĂŒsselelemente achten.

 

ESMA-Regeln verÀndern Markt

ZunĂ€chst sollte auf das Auftreten einer Handelsplattform geachtet werden. Die neue ESMA-Verordnung untersagt aggressive Werbung, die den Handel eines Traders beeinflusst, indem sie ihm einen Bonus anbietet. Sicher kann man in die Vergangenheit blicken und die Marktteilnehmer identifizieren, die auf diese Weise vorgegangen sind – hier ist besondere Vorsicht angebracht. Daher ist es verstĂ€ndlich, dass Facebook und Google angekĂŒndigt haben, die Werbung fĂŒr CFDs in den geografischen Gebieten einzuschrĂ€nken, in denen sie nicht registriert sind. Dies dient dem Schutz der Verbraucher.

Auch bei Betrachtung der Einhaltung der ESMA-Regeln kann Spreu von Weizen unterschieden werden. So muss eine seriöse Plattform fĂŒr die vollstĂ€ndige und vor allem sofortige Einhaltung der bevorstehenden Änderungen der ESMA-Vorschriften sorgen. Diese umfassen einen Negativ-Saldo-Schutz, der verhindert, dass HĂ€ndler mehr Geld verlieren, als sie investiert haben. Ebenso fĂŒhrt eine individuelle Close-out-Regel dazu, dass HĂ€ndler immer ihr maximales Verlustpotenzial kennen. Hinzu kommen maximale Limits der Hebelwirkung, die die VolatilitĂ€t jeder Anlageklasse widerspiegeln. Die Analyse eines Anbieters fĂŒr den Handel mit CFDs, der die Richtlinien der ESMA bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten auf seiner Plattform einfĂŒhrte, zeigt, wie seine Kunden von den Richtlinien profitieren. Insbesondere unerfahrene Trader werden zu Beginn ihrer Marktteilnahme hĂ€ufiger mit einem Margenausgleich konfrontiert, bei dem sich ein Differenzkontrakt so entwickelt, dass das Geld des Nutzers nicht ausreicht, um zu verhindern, dass eine Position zwangsaufgelöst wird. Die Ergebnisse der Analyse von Capital.com legte offen, dass der Anteil der Trader, die innerhalb der ersten 15 Handelstage mit einem Margenausgleich konfrontiert waren, von rund 30 Prozent in den Monaten vor EinfĂŒhrung der ESMA-Limits auf nur noch fĂŒnf Prozent im Juni sank. Der durchschnittliche Verlust fiel um ĂŒber 80 Prozent.

 

Lizenz und GeschÀftsmodell wichtig

Ferner ist fĂŒr den Trader wichtig, auf welchen MĂ€rkten die Plattform ĂŒber eine Lizenz verfĂŒgt. FĂŒr europĂ€ische HĂ€ndler scheiden alle nicht in der EuropĂ€ischen Union zugelassenen Plattformen aus. Zu einem seriösen Anbieter gehört ein abgesichertes GeschĂ€ftsmodell, das sowohl die Interessen des Anbieters als auch die des HĂ€ndlers in Einklang bringt. Nicht zuletzt sollte der Plattformbetreiber eine Hotline anbieten, die Trader bei ihren Fragen unterstĂŒtzt.

 

Information ist Trumpf

Trader – gerade diejenigen, die sich neu mit dem Thema beschĂ€ftigen – sollten natĂŒrlich auch selbst fĂŒr die Qualifizierung sorgen, die fĂŒr den Handel unerlĂ€sslich ist. Neben der Marktbeobachtung und frei verfĂŒgbaren Tutorials bieten kundenzentrierte Plattformbetreiber entsprechende Informationen und Schulungsmaterial. So informieren sie ĂŒber die Funktionsweise der FinanzmĂ€rkte, wie man die eigene Handelsperformance verbessern sowie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann. QualitĂ€tsanbieter verfĂŒgen ĂŒber auf KĂŒnstlicher Intelligenz basierende Apps, die das bisherige Verhalten analysieren, Handlungsverzerrungen erkennen und Tradern entsprechende Hinweise schicken.

Der Konkurrenzdruck zwischen den Plattformen wird kĂŒnftig immer stĂ€rker. Alleine in Großbritannien sind 23 125k-lizensierte CFD-Unternehmen tĂ€tig. Durch die neuen Regeln – sowohl die der ESMA als auch die Datenschutzgrundverordnung – wird ein betrĂ€chtlicher Teil dieser Anbieter aus dem Markt scheiden. FĂŒr Trader ist dies Grund genug, jetzt einen kritischen Blick auf ihre bisher genutzte oder potentielle Handelsplattform zu werfen.

 

 

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