Den Spitzensteuersatz auf 49 % anzuheben, das war für die CDU noch am 13. März undenkbar. Jüngste Berichte zeigen aber, dass selbst Bundeswirtschaftsministerin Reiche höhere Steuern für Spitzenverdiener nicht mehr ausschließt. Dass der Koalitionspartner SPD dies will, ist ein offenes Geheimnis. Und man darf annehmen: Wie bei viele anderen Themen auch, wird Kanzler Merz auch bei diesem Themenfeld seinem Koalitionspartner nachgeben. Es wäre ein verheerendes Zeichen für Deutschland, und zwar gleich doppelt.
Höherer Spitzensteuersatz – was werden die Hochqualifizierten Zuwanderer dazu sagen?
Mir geht es an dieser Stelle gar nicht so sehr darum, wie stark der Spitzensteuersatz denn ansteigen könnte. Wichtig ist das Signal: Die Politik will die gesamte Steuer- und Abgabenlast weiter erhöhen. Ernsthafte Bemühungen im gigantischen Staatshaushalt stattdessen in großem Umfang einzusparen, sind nicht erkennbar. Die Tendenz geht ständig hin zu immer neuen Abgaben, und zur Erhöhung bestehender Abgaben. Versetzen wir uns jetzt mal in die Lage eines Asiaten, der hochqualifiziert ist, und sich aussuchen kann, wo er arbeiten will. Australien, USA, Schweiz, Deutschland, Singapur, Dubai. Vielleicht ein Arzt, ein Ingenieur, ein KI-Experte. Heiß begehrt überall auf dem Planeten.
Dieser Experte sah bereits bei seiner Suche nach einem guten Ort zum Wohnen und Arbeiten: Deutschland hat die höchsten Steuern und Abgaben. Dazu eh noch das relativ schlechte Wetter im Vergleich zu viele anderen Standorten. Aber gut, sei es drum. Und jetzt? Wenn dieser hochqualifizierte Asiate demnächst seine Entscheidung trifft, wo er denn zukünftig leben und arbeiten möchte, dürfte er sehen: Deutschland erhöht den Spitzensteuersatz noch weiter nach oben. Also bleibt ihm noch weniger Netto vom Brutto übrig. Der Nachteil gegenüber anderen Standorten wird damit noch größer.
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Warum also sollten Hochqualifizierte nach Deutschland kommen, wenn die Bedingungen für sie hier noch unattraktiver werden als ohnehin schon? Denn man darf ja davon ausgehen, dass die Top-Performer aus dem Ausland bei uns in den Spitzensteuersatz fallen werden. Dann geht man doch lieber in die USA, nach Dubai oder sonst wohin. Deutlich mehr Netto vom Brutto, und ein deutlich wirtschaftsfreundlicheres Umfeld. Denkt die Bundespolitik über diesen Faktor überhaupt nach? Denn schließlich sprechen doch so ziemlich alle Parteien gebetsmühlenartig darüber, wie sehr man doch mehr Top-Qualifizierte aus dem Ausland nach Deutschland locken will. Mit noch weniger Netto vom Brutto wird das bestimmt gelingen!!!???
Animation für Auswanderungswillige
Neben denjenigen, die die versammelte Bundespolitik gerne nach Deutschland holen würde, und mit einem höheren Spitzensteuersatz noch stärker abschrecken würde, gibt es noch eine andere große Personengruppe, die es zu beachten gilt. Jahr für Jahr wandern viele hochqualifizierte Deutsche aus. Vor allem Besserverdiener wandern natürlich in Ländern mit einer deutlich geringeren Abgabenlast aus, zum Beispiel in die Schweiz. Und je höher die Abgabenlast hierzulande wird, desto attraktiver werden automatisch USA, Australien, Kanada, Schweiz, Dubai usw. Wer noch lange Zeit gezögert hatte, aber immer wieder darüber nachdachte auszuwandern, wird mit einem weiter steigenden Spitzensteuersatz in Deutschland nochmal zusätzlich animiert. Auswandern!
Es gibt einen kaum schlechteren Fehlanreiz für Ingenieure, Ärzte, IT-Experten etc. Wir lassen Ihnen noch weniger Netto von ihrem Brutto als ohnehin schon. Aber bitte, bitte, bleiben Sie weiter im Deutschland. Was für eine absurde Vorgehensweise. Immer mehr junge Menschen mit hoher Qualifikation sind mobil und fühlen sich nicht mehr an ihr Heimatland gebunden wie frühere Generationen! Aber bei SPD und Co denkt man wohl anders: Man braucht mehr Geld, und die „bösen Spitzenverdiener“ sollen endlich mal ihren fairen Beitrag für die Gesellschaft leisten. So hört man es sinngemäß ständig! Dass die oberen 25 % der Steuerzahler bereits 77 % der Einkommensteuer-Aufkommens zahlen, möchte man als sozialistisch planwirtschaftlich veranlagter Politiker lieber gar nicht wissen. Denn eigentlich geht es um Neid. Die da haben viel Geld, also müssen wir es ihnen wegnehmen – so einfach ist der Grundgedanke dahinter.
Verheerendes Zeichen für die Wähler
Wer Unternehmer ist, wer Ingenieur, Arzt, Facharbeiter, Handwerker, KI-Experte ist und gut verdient, und gerne weniger Abgaben zahlen würde: Wen soll man wählen? Die AfD? Die FDP, die sich selbst komplett abgeschafft hat? Linke, Grüne und SPD, die eh nur den lieben langen Tag darüber nachdenken, wie und wo sie noch mehr Steuern und Abgaben einnehmen können? Bliebe eigentlich nur die „gute alte“ CDU, der große „Schutzpatron“ der Marktwirtschaft und der Leistungsbereiten? Aber nein. Auch aus der CDU hört man immer mehr Stimmen, dass (sinngemäß) die Besserverdiener doch auch endlich mal mehr „beitragen“ sollen – obwohl sie das schon längst tun! Je mehr man ihnen wegnimmt, desto mehr von ihnen wandern aus! Für den Standort Deutschland ist es ein verheerendes Zeichen, dass die CDU sich nicht als das große standhafte Bollwerk zeigt, das sinkende Steuern fordert. Nein, man geht den einfachen Weg – Anbiederung an den links-grünen medialen Druck, bei dem man sich der vermeintlich „Guten Sache“, der „Gerechtigkeit“ verschreibt. Dann bleibt am Ende nur noch eines: Nach einer Wegzugsteuer für Unternehmen auch eine Wegzugsteuer für Arbeitnehmer einführen?
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Wer war denn so naiv, dass er nach dem eingeschlagenen Weg in die Deindustrialisierung, seit spätestens 2017, dann über Rot/Grün und jetzt dem Lügenkanzler Merz, nicht mit Steuererhöhungen rechnen musste?
Das Sondervermögen ist verplant für Haushalts- Defizite.
Aber, da gibt es auch sonst noch eine Menge zu finanzieren.
Auch das alles wird nicht durch Steuererhöhungen finanzierbar sein.
Also bleibt nur noch die Schuldenbremse auszuschalten.
Das ist der Weg.
Der Weg ins Tal, den alle westlichen Länder gehen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
„Der Weg ins Tal, den alle westlichen Länder gehen.“
Spanien hat eine wesentlich höhere Verschuldung als Deutschland. Deutschland liegt immer noch auf sehr moderatem Niveau.
Japan hat als östliches Land, die wahrscheinlich weltweit höchste Verschuldung.
Norwegen, die Schweiz und Luxemburg haben als westliche Länder z.B. eine äußerst niedrige Verschuldung.
China ist hoch verschuldet, vermutlich höher, als es die offiziellen Zahlen zeigen. Singapur ist ebenfalls sehr hoch verschuldet.
Du siehst, deine Pauschalierungen halten einem Faktencheck nicht stand. Bitte nocheinmal nacharbeiten.
Welcher „wirklich“ hochqualifizierte Asiate arbeitet noch in Deutschland???? Man muss annehmem der Verfasser dieses Artikels, lebt nicht weit von der „Blase“–hier geht es ausschließlich um Einheimische, die Agenda der Deindustrialisierung lässt sich so noch beschleunigen, es scheint noch etwas Zeit zu geben, die Wahlen zeigten , die Bevölkerung ist größtenteils noch im „Tiefschlaf“
Für Branchen, wie die Maschinenbau-, die Elektro-, und die Schweißindustrie, welche ja auch exportieren, nicht unbedingt die beste Ausgangslage. Zudem sieht der Koalitionsvertrag der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition keine Steuererhöhungen vor. Immerhin verweist der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander Hoffmann aktuell auf letzteres.
Ja @ Faktenlosmut-Fan
Nur- wenn Spanien pleite geht, dann bleibt Deutschland auf hunderte von Milliarden Euro an Traget 2 Schulden sitzen.
Und weitere hunderte von Milliarden, die deutsche Banken und Lebensversicherungen Spanien geliehen haben.
Die spanische Nationalbank wird dann wieder Pesetas drucken.
Keinen Euro wird Spanien zurückzahlen wollen oder können, denn Spanien hat dann keinen Euro mehr.
Aber – ich denke, dass Frankreich wohl erst gerettet werden muss.
Das wird Deutschland eine ganze Stange Geld kosten.
Deutschland hat nicht nur mit sich selbst zu tun,
sondern muss auch noch für andere Länder den „Kopf hinhalten“.
Einfach mal nachrechnen
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Helmut, wie immer viel zu kurz und naiv gedacht. Der Schuldner muss sich dem Gläubiger unterwerfen wenn er weiterhin Geschäfte mit diesem betreiben will. Wir haben es bei der Griechenland-Krise sehr gut gesehen, wer am Ende am längeren Hebel sitzt. Yanis Varoufakis hat sich seinerzeit die Zähne an Wolfgang Schäuble ausgebissen. Deutschland ist eben immer noch die drittgrösste Wirtschaftsmacht in der Welt an der auch Spanien nicht vorbeikommt.
Ausserdem, selbst die Britten sehnen sich mehrheitlich wieder zurück in die EU, weil sie merken, dass sie wirtschaftlich leiden und schlechter gestellt sind.
Sollten Merz und vor allem Söder dieser Erhöhung zustimmen, trete ich sofort aus der CSU aus. Dann ist für mich das Fass übergelaufen. Nur damit Merz seine Kanzlerschaft rettet, lässt er sich von einer bald 5% Partei in Geiselhaft nehmen und Söder schwenkt sowieso wie die Fahne im Wind.