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Spotify geht an die Börse: Möglicherweise 23 Milliarden Dollar Wert, und ein wilder Ritt zum Handelsstart!

Der weltweit größte Musikstreaming-Anbieter Spotify hat nun offiziell bekannt gegeben schon in Kürze an die New Yorker Börse gehen zu wollen. Und es gibt eine große Neuerung. Aber dazu später mehr in diesem...

FMW-Redaktion

Der weltweit größte Musikstreaming-Anbieter Spotify hat nun offiziell bekannt gegeben schon in Kürze an die New Yorker Börse gehen zu wollen. Und es gibt eine große Neuerung. Aber dazu später mehr in diesem Artikel. Erst mal ein paar Zahlen zum Unternehmen. 71 Millionen zahlende Abonnenten und 159 Millionen monatlich aktive User, das ist schon was. Und dann eine Verbreitung in 60 Ländern. Die Zahl der zahlenden User steige laut Spotify um 46% auf Jahresbasis.

Hier die offizielle Anmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC einzusehen.

Gemäß den hier gemachten Angaben hat das schwedische Unternehmen Spotify (Börsenkürzel „SPOT“) in 2015 einen Umsatz von 2,37 Milliarden Dollar gemacht, in 2016 dann 3,6 Milliarden und in 2017 dann schon 4,99 Milliarden Dollar. Also haben wir hier eine klassische Wachstumsstory vorliegen. Und wie es sich gehört, macht man nette Verluste. Bei einem Brutto-Verlust in 2017 in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar war es nach Abzug von Sonderposten ein operativer Verlust von 461 Millionen Dollar (2016 noch -425 Millionen Dollar).

Spotify mit 23 Milliarden Dollar Firmenwert

Im außerbörslichen privaten Transaktionen soll die Spotify-Aktie schon bei 132 Dollar notiert haben, was der Firma einen Wert von 23 Milliarden Dollar verleihen würde. Das ist schon mal eine große Hausnummer. Man wolle so schnell wie möglich an die Börse gehen, sobald das Registrierungs-Statement gültig sei. Man hat auch Investmentbanken mit der Beratung beauftragt, wie bei Börsengängen üblich.

Aber der große Unterschied zu anderen IPO´s ist: Es gibt bei Spotify kein Bookbuilding-Verfahren. Es wird also kein Preis ermittelt, auf den man quasi kontrolliert zusteuert am ersten Handelstag. Die Firma schreibt in ihrer SEC-Veröffentlichung dazu, dass Kaufwillige und Verkaufswillige am ersten Handelstag ihre Angebote am Börsenmarkt quasi im Blindflug einreichen sollen. Es soll sich also ganz natürlich ohne Beeinflussung durch Banken oder sonst wen ein Kurs bilden, ganz frei. Das kann eine verdammt heftige und turbulente Nummer werden im Eröffnungskurs und in den Stunden danach, möchten wir meinen! Zitat aus der SEC-Veröffentlichung:

As this listing is taking place via a novel process that is not an underwritten initial public offering, there will be no book building process and no price at which underwriters initially sold shares to the public to help inform efficient price discovery with respect to the opening trades on the NYSE. Pursuant to NYSE Rules, we have engaged Morgan Stanley & Co. LLC („Morgan Stanley“) as a financial advisor to be available to consult with the designated market maker (the „DMM“) in setting the opening public price of our ordinary shares on the NYSE. Based on information provided by the NYSE, the opening public price of our ordinary shares on the NYSE will be determined by buy and sell orders collected by the NYSE from broker-dealers and the NYSE is where buy orders can be matched with sell orders at a single price.


Das Spotify-Logo. Grafik: Spotify / Gemeinfrei



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2 Kommentare

  1. Das die SEC sowas überhaupt zulässt wo man doch sonst immer so über korrekt sein will. Heißt dann das Spotify einfach mal die Aktien auf dem Markt schmeißt und dann schaut wer was bezahlt ? Mit dem Verfahren könnte man Investoren natürlich nochmal abzocken, beim Bookbuilding läuft man Gefahr das man weitaus weniger einnimmt als angedacht.

    Die Zahlen an sich sind eine Katastrophe wie sich im Registration Statement erkennen lässt.

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