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Spürbar mehr Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe – das ist erstaunlich

FMW-Redaktion

Im verarbeitenden Gewerbe gibt es laut heutiger Meldung des Statistischen Bundesamtes spürbar mehr Beschäftigte. Im Vergleich von Februar 2016 auf Februar 2017 stieg die Zahl um 53.000 oder 1,0% auf 5,4 Millionen Personen. Das ist erstaunlich positiv, aber auch merkwürdig. Zunächst das Amt hier im Zitat:

Am stärksten stieg die Beschäftigtenzahl im Februar 2017 gegenüber Februar 2016 in der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit + 2,9 %. Deutlich überdurchschnittlich erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten auch in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen mit + 2,3 % sowie in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren mit + 1,6 %. Die Beschäftigtenzahl in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen stieg mit jeweils + 1,4 % leicht überdurchschnittlich. Eine Abnahme der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresmonat gab es hingegen in der Metallerzeugung und -bearbeitung (– 0,8 %).

Merkwürdig ist der Anstieg, weil die Bundesagentur für Arbeit, die ihre eigenen Zahlen basierend auf eigenen Daten erhebt, tendenziell in den letzten Monate eher einen Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe anzeigt. Wir können die Februar-Zahlen nicht vergleichen, da die Bundesagentur für Arbeit ihre Daten für neue Stellen und verloren gegangene Stellen immer erst zwei Monate verzögert veröffentlicht. Die Februar-Daten sehen wir also erst Ende April. Auch sind diese Daten Monatsdaten, und die Teilbranchen werden auch anders dargestellt als beim Statistischen Bundesamt.

Aber wenn man genauer hinschaut, kann man erahnen, wo der Hauptgrund liegen könnte, warum bei der heutigen Veröffentlichung so ein positives Resultat herauskommt. Denn das Statistische Bundesamt zählt für die heutige Veröffentlichung nur die Veränderungen bei Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern. Kleine Betriebe werden also gar nicht erst beachtet in dieser heutigen Betrachtung. In der Grafik unten kann man sehen, dass in allen Teilsektoren die Zahl der Beschäftigten spürbar zugenommen hat bis auf die „Metallerzeugung und -bearbeitung“  mit nur -0,8%. Wie gesagt, hierbei geht es um Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern. Wir schauen da lieber auf die Bundesagentur für Arbeit, wo alles erfasst wird.

Der Rückgang bei den geleisteten Arbeitsstunden unten in der Grafik (-3,1% gegenüber Februar 2016) ist übrigens dem Effekt geschuldet, dass es letztes Jahr eine Werktag weniger im Februar gab. Das wäre ein Verlust von 4,76%, von daher sind nur -3,1% weniger Stunden ein guter Wert. Wenn wir jetzt generell mal so tun, als gäben die heutigen Daten zu den neu geschaffenen einen Blick auf die Arbeitsplätze-Entwicklung der deutschen Industrie – dann sieht es doch ganz gut aus.



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2 Kommentare

  1. Hä? Der Februar 2016 hatte einen Werktag mehr und nicht weniger! 2016 war ein Schaltjahr, Herr Fugmann.

  2. Schön, auch einmal positive Nachrichten zu lesen.

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