In laufenden Preisen ist der Staatskonsum in Deutschland von 2015 bis 2024 um insgesamt 57 % angestiegen, so sagt es die Staatsbank KfW. Den Spruch „Staat frisst Privat auf“ habe ich mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt, denn es soll eine bewusste Übertreibung sein, eine provokante Aussage. Deutschland krankt an verschiedenen Problemen. Eines davon: Der Staat wächst und wächst und wächst. Er gibt immer mehr Geld aus. Das Problem: Dieses Geld muss irgendwo herkommen.
Staat braucht immer mehr Geld
Also müssen Steuern und Sozialabgaben immer weiter angehoben werden. Viele Leistungsträger verlassen Jahr für Jahr Deutschland, weil man im Ausland oft eine viel geringere Abgabenlast hat. Das Fatale daran: Die verbleibenden Arbeitnehmer und Unternehmer hierzulande müssen daher quasi noch mehr zahlen, um den Hunger des Staatsaparats nach noch mehr Einnahmen zu befriedigen. Eine Todesspirale für die Volkswirtschaft entsteht. Und in dieser Spirale scheinen wir mitten drin zu stecken.
Man sieht es dieser Tage: Die Koalition aus CDU und SPD führt „Reformpakete“ durch, die eigentlich gar keine Reformen sind. Man versucht lediglich über unzählige Erhöhungen von Beiträgen und neuer Steuern (oder ganz neu die Zuckersteuer) noch mehr Geld für den Staatshaushalt einzuwerben. Strukturell reformieren tut man gar nichts. Es geht nur darum noch mehr Geld aufzutreiben, und zu hoffen, dass man damit nicht all zu viele weitere Wähler in die Hände der AfD treibt. Das gelingt aber nicht so richtig.
Investitionen sinken
Unternehmen und Verbraucher zahlen immer mehr Steuern und Sozialabgaben, um diesen steigenden Staatskonsum refinanzieren zu können. Dadurch bleibt ihnen immer weniger Freiraum für privaten Konsum (der die Konjunktur ankurbelt), und die Unternehmen haben immer höhere Kosten, was die Produktion am Standort Deutschland immer unattraktiver macht. Eine Folge: Seit Jahren sinken die Investitionen am Standort Deutschland, während der Staatskonsum immer weiter steigt.
Wohl kein anderer Vergleich könnte das Problem besser aufzeigen: Die rot unterlegte Grafik vom INSM basierend auf Daten von Statistischem Bundesamt und KfW zeigen das grundsätzliche Problem: Der Staat konsumiert immer mehr, während private Investitionen seit Jahren deutlich sinken. Es geht mir an dieser Stelle gar nicht so sehr um detaillierte Daten, sondern um die grundsätzliche Tendenz.
Entscheidend und erschreckend ist, dass die Privatinvestitionen insgesamt (aus Inland und Ausland) seit Anfang des Jahrzehnts zurückgehen, während der Staatskonsum steigt.⁰https://t.co/XDOc5PmjiT pic.twitter.com/n6QcagLowy
— Thorsten Alsleben 🇩🇪🇮🇱🇺🇦 (@BerlinReporter) May 27, 2026
Diese seit Januar bekannte Grafik der KfW wurde bereits oft medial besprochen. Was weniger beachtet wurde: Die im Staatsbesitz befindliche Bank KfW hat als Begleittext zur Grafik alles versucht, um diese Grafik schönzureden. Zuerst die Fakten: Äußerst schwach war in den letzten Jahren laut KfW die private Investitionstätigkeit, nachdem sie in den 2010er-Jahren noch parallel zum Staatskonsum gestiegen ist. Zuletzt lagen die Investitionen des Privatsektors um 11 % unter dem Wert vom Beginn des Jahrzehnts. Darunter sind mit -18 % die privaten Wohnungsbauinvestitionen besonders stark eingebrochen. Die Unternehmensinvestitionen sind seit Ende 2019 um rund 7 % geschrumpft.
Schönreden
Die KfW versuchte im Januar alles um den steigenden Staatskonsum schönzureden, ihn sogar als etwas positives darzustellen. Grundsätzlich seien Verdrängungseffekte möglich, wenn ein stark steigender Staatskonsum zu höheren Steuern führt und so die Anreize für private Investitionen schmälert oder aber über das Staatsdefizit die Zinsen für private Investitionen nach oben treibt. Ferner könnten die vom öffentlichen Sektor genutzten Ressourcen in einer vollausgelasteten Volkswirtschaft dem Privatsektor fehlen und somit dessen Investitionstätigkeit bremsen. Andererseits würden kreditfinanzierte Staatsausgaben – egal ob investiv oder konsumtiv – aber die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigern, was in einer unterausgelasteten Wirtschaft zu höheren Gewinnen führt und somit private Investitionen anregen kann, so die KfW.
Manche staatlichen Konsumausgaben etwa für Bildung, wirtschaftliche Angelegenheiten oder das Rechtssystem könnten außerdem die Investitionsbedingungen verbessern. In ökonometrischen Studien gibt es laut KfW daher Belege für die Existenz von Verdrängungseffekten eher in der langen Frist und unter bestimmten Umständen. Sie hängen unter anderem von der Art der Staatsausgaben ab – allerdings nicht von der schlichten Unterteilung in staatliche Investitionen und Konsumausgaben.
Nach Gründen für den abrupten Einbruch der privaten Investitionen in Deutschland sucht man laut KfW „daher besser an anderer Stelle“, wie den Folgen der Energiekrise von 2022 und der darauffolgenden geldpolitischen Straffung oder dem für eine stark exportorientierte Volkswirtschaft erheblich erschwerten handelspolitischen Umfeld. Auch die Verschlechterung von Standortbedingungen spiele sicherlich eine Rolle, aber könne bei wichtigen
Investitionshemmnissen wie der Bürokratiebelastung weitgehend unabhängig vom Staatskonsum betrachtet werden. Nichtsdestotrotz bleibt der persistente Aufwuchs des Staatskonsums eine Herausforderung für die in den nächsten Jahren erforderliche Konsolidierung des Staatshaushalts, so die KfW.
Ach so… dass der Staat immer höhere Steuern und Abgaben verlangt und damit Unternehmen immer stärker belastet, soll also kein wichtiger Faktor sein, der die Investitionen einbrechen lässt. Man sieht, die KfW ist im Staatsbesitz! Die KfW erwähnt, dass kreditfinanzierte Staatsausgaben doch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigern. Das mag kurzfristig so wirken. Aber strukturell bringt das kaum etwas. Zurückbleiben tun nur die höheren Staatsschulden und vor allem eine derzeit explodierende Zinslast. Folglich müssen Steuerzahler zukünftig noch stärker zur Kasse gebeten werden. Das Fatale: Man erkennt jetzt schon, dass das sogenannte Sondervermögen zu großen Teilen zweckentfremdet und nicht investiert wird, sondern zu großen Teilen für Staatskonsum „verbrannt“ wird. Bleiben tun die Schulden und die Zinslast.
Fazit
Das Problem: Je höher der Staatskonsum, desto mehr Geld muss der Staat aus den Bürgern „rauspressen“, damit dieser Staatskonsum auch bezahlt werden kann. Lässt man den Gesundheitssektor bei Seite, könnte man im Staatsapparat große Einsparungen vornehmen, Effizienzpotenziale heben, überflüssige Ministerien schließen wie auch Bundesbehörden, von denen noch nie jemand etwas gehört hat. Sinnlose Ausgaben, die im Nirgendwo versickern, könnte man streichen. Aber nichts von all dem wird auch nur im Ansatz angegangen. Man denkt nicht mal darüber nach, auch nicht bei der CDU. Man denkt nur an eines: Wie kann man noch mehr Geld aus Bürgern und Unternehmen herausholen? Dieser Ansatz führt strukturell zu einer fortlaufenden Niedergang unserer Volkswirtschaft, wo die Verbraucher immer weniger Kaufkraft haben, und immer weniger fürs Alter vorsorgen können. Und die Unternehmen haben immer höhere Kosten, immer weniger Marge. Und letztlich verlässt man den Standort, entweder durch Pleite oder Produktionsverlagerung. Diesen Prozess erleben wir derzeit schon, LIVE und in Farbe.
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Sangen wir mal so:
Der deutsche Staat wirft sinnlos Hunderte von Milliarden aus den Fenster. Oder besser gesagt, in anderere Länder oder Menschen die nicht legal in Deutschland sein dürften und verschuldet sich soweit immer mehr, bis es eben nicht mehr weiter geht.
Daran wird sich erst was ändern, wenn, das Volk in der Masse es merkt.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Ja, richtig, Spanien ist hoch verschuldet.
Die Privatisierung der Lufthansa hat gezeigt, daß die soziale Marktwirtschaft funktioniert. Der Kranich-Konzern kann mittlerweile seine Innovationen als lizenzierter Entwicklungsbetrieb mittels der internationalen Finanzmärkte finanzieren. Immerhin wurde in der aktuellen Legislaturperiode der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition die Luftverkehrssteuer gesenkt. Ministerpräsident Boris Rhein und die AfD-Bundestagsfraktion sprechen sich für weitere Entlastungen des Luftverkehrsstandortes Deutschland aus. Eine Finanzierungsmöglichkeit für letzteres ist sicherlich eine Reduzierung der staatlichen Zuschüsse für Elektroautos. Ein Dreikönigstreffen der FDP verwies einmal darauf, daß die deutsche Industrie in Sachen Lasertechnologie entsprechend aufgestellt sei. Auch die Lufthansa-Technik nutzt die Lasertechnologie. Es besteht somit eine gewisse Grundlage zugunsten der innovativen Spitzenförderung bei der genannten Premium-Airline.
Der ursächliche Faktor des Niederganges liegt in der Übereinkunft aller Parteien (Ausnahme AfD), den Gewerkschaften und den Kirchen etwa seit 2010: aus irrationalen Schuldvorstellungen der Deutschen (Sippenhaft!) muss Deutschland alle Möglichkeiten genommen werden, seine Interessen international zu vertreten. Dazu wird die Energie drastisch verknappt mit der Folge derDeindustrialisierung und Verarmung des Großteils der ethnisch-kulturellen Deutschen. Zudem erfolgt die Umvolkung aus den mittleren Osten und Afrika, damit soll das Wählerpotential der Blockparteien angehoben werden. Weiterhin wird das Bildungsniveau der nachwachsenden Bevölkerung drastisch gesenkt, um die politischen Manipulationen zu erleichtern. Viele politische Bestrebungen weisen auf einen Rückbau von demokratischen Grundsätzen hin, ergänzt durch zunehmend sozialistische und totalitäre Maßnahmen.
Das ist überwiegend die grundsätzliche „linke“ politische Denke, die sich seit Jahren etabliert hat: Bloß nicht die Leistungen einschränken, man könnte ja die Wählerschaft verprellen. Dabei ist die Wählerschaft längst weitergezogen: „Arbeiter“ im klassischen Sinne erreicht insbesondere die SPD als Kernwählerschaft nicht mehr, die wählen teilweise schon AFD oder garnicht mehr. Ältere Wähler (die es sich leisten können) jetten, kreuzfahren oder wohnmobilisieren durch die Welt und sind nicht bereit, Einschnitte etwa durch eine Rentenreform zu tolerieren („Haben wir uns schließlich verdient.“) usw. . Das Anspruchsdenken hat die Politik größtenteils selbst zu verantworten, indem die Alimentierung mit der Gießkanne vorgenommen und jede absurde Forderung erfüllt wurde (zuletzt Mütterrente etc.). Reflexartig schreit jede Klientel auf, wenn es um angedachte Leistungseinschnitte geht, was die derzeitigen „Reform-Versuchsballons“ zeigen… Da zahlen wir doch lieber fleißig Abgaben, bevor wir Leistungseinschränkungen in Kauf nehmen….. und eine Neiddebatte mit Erbschaftsteuer- oder Vermögensteuerreform ist doch „o.K.“, betrifft es doch „andere“……….die Welt ist paradox.
Macht braucht Abhängigkeit. Und wenn letztere so ausgebaut ist wie in Deutschland dann ist es schwer hier noch das Ruder umzureissen. Genau aus diesem Grund darf ein Staat aus Demokratieschutzgründen niemals um die 50% haben. Viel Glück, das werden hier alle gut gebrauchen können.
ich mutmaße mal.
wir kommen mit der Hälfte aus an:
Bürokratie
Veraltung
Beamte
Abgeordnete
Subventionen
Was gar nicht geht, ist den Rentenbeitragszahlern ans Eingemachte gehen zu wollen, die ist Beitragsfinanziert, eine Versicherung außerhalb der Staatsblase. Auf Beiträge will man selbstverständlich Ansprüche haben, man kalkuliert sogar damit sein Alter, kaum vorstellbar aber wahr.
Wenn sie es noch nicht gemerkt haben, werden sie es bald auf der Oppositionsbank merken.
Die SPD zeigt anschaulich mit der Agenda 2020 dass der Schaden dauerhauft sein wird.
Seien Sie vorsichtig was sie fordern.
Eine Rentenrefor wird frühestens die Rentner in ein paar Jahren treffen. Es wird oft das Argument jung gegen alt gebracht. Ein Unsinn der spaltet.
Jedenfalls werden die Jungen sich damit selbst die Butter vom Brot nehmen. Die aktuellen Rentner sind save und die Boomer hochwahrscheinlich auch.
Warum sollten Beitragszahler auf was verzichten das andere aber haben?
Die Rente muss halt anders finanziert werden. Für die Boomer werden wir Schulden brauchen und der EUR in 20 Jahren noch 30% der heutigen Kaufkraft, plus minus…
So what!?
Hallo @ lb
Belogen wurden die Wähler schon immer vor den Wahlen. Das Politiker nach den Wahlen, in einer Koaltion dann anders handelten, wurde immer auf die Kompromisse geschoben, die bei den Koalitions- Verhandlungen eingegangen werden mussten.
So einem Berg von plumpen dreisten Lügen, wie bei dem jetzigen Bundeskanzler, hat es aber noch nie gegeben.
Ob die AfD Deutschland noch retten kann, bezweifle ich, dazu müsste sie die absolute Mehrheit haben. Nur- bis dahin werden noch einige Jahre vergehen und bis dahin wird es durch die immer weiter und immer schneller fortschreitende Deindustrialisierung und Entdemokratisierung immer schwieriger werden.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut