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Der Staat hat ein Ausgabenproblem Staatseinnahmen explodieren – Ausgaben steigen aber noch stärker!

Die Staatseinnahmen explodieren, die Ausgaben steigen aber noch stärker an. Es ist ein Ausgabenproblem! Hier die aktuellen Daten für 2025.

Reichstag in Berlin
Reichstag in Berlin. Foto: Claudiodiv-Freepik.com

Erst gestern berichten wir, dass die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer im Januar im Jahresvergleich um 79 % eingebrochen sind. Die Konjunkturkrise in der Industrie lässt offenkundig die Gewinne der Unternehmen massiv abschmelzen! Im Rückblick auf das Gesamtjahr 2025 zeigt sich aber (noch) ein Bild, welches das Muster all der vorigen Jahre fortsetzt. Der Staat ertrinkt in Geld, die Staatseinnahmen steigen kräftig. Die beiden größten Brocken sind Steuern und Sozialabgaben. Gleichzeitig steigen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Der Staat hat kein Einahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem!

Steigende Staatseinnahmen in 2025

Trotz massiv steigender Staatseinnahmen – also immer höherer Belastungen für Bürger und Unternehmen – schafft es der Staat, Jahr für Jahr mehr Geld auszugeben, als man einnimmt. So zeigen es auch heute veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts. Im Jahr 2025 betrugen die Einnahmen des Staates in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (Steuern, Sozialbeiträge und Sonstiges) satte 2,14 Billionen Euro, was im Vergleich zu 2024 einen Anstieg von 5,7 % oder 115,8 Milliarden Euro darstellt. Verantwortlich hierfür waren laut Aussage der Statistiker insbesondere die Sozialbeiträge, die sich um 8,9 % erhöhten. Die Steuereinnahmen stiegen im Jahr 2025 um 3,5 % auf 1,031 Billionen Euro.

Staatsausgaben steigen stärker als die Einnahmen

Und wie gesagt: Der Staat hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem! Jahr für Jahr schraubt man seine Ausgaben nach oben, und hat stärkere Ausgabenzuwächse als Einnahmezuwächse. Die Ausgaben des Staates in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erhöhten sich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,6 % oder 119,6 Milliarden Euro auf 2,259 Billionen Euro. Die Ausgaben stiegen damit in Prozentpunkten minimal weniger als die Einnahmen, aber in Euro waren es knapp 4 Milliarden Euro mehr Ausgaben als Einnahmen.

Die Zinsausgaben lagen im Jahr 2025 um 8,1 % höher als im Vorjahr. Die Sozialleistungen stiegen um 5,6 %. Dies resultierte in erster Linie aus höheren Ausgaben für Renten und Pensionen, auch wurde mehr für das Pflegegeld und für das Arbeitslosengeld ausgegeben. Die sozialen Sachleistungen nahmen um 7,3 % zu. Dies lag hauptsächlich an Mehrausgaben für Krankenhausbehandlungen, Medikamente und Pflege. Daneben ist der Anstieg der Bruttoinvestitionen um 10,3 % auf anlaufende Ausgaben aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie steigende Militärausgaben zurückzuführen.

Ausblick

Und für 2026 dürfte der Trend eskalieren: Man darf vermuten, dass Konsumsteuern und Unternehmenssteuern für das Gesamtsteueraufkommen des Staates ein Problem werden. Nur noch minimale Anstiege oder sogar Rückgänge bei den gesamten Staatseinnahmen? Gut möglich. Gleichzeitig werden die Staatsausgaben weiter explodieren. Immer mehrere Zuschüsse des Bundes für die Rentenversicherung, immer höhere Ausgaben für die Aufrüstung, Ukraine-Hilfen uvm. Und die massive Schuldenaufnahme für Sondervermögen und Aufrüstung erhöht natürlich auch die Schuldenlast des Staates, was die jährlichen Zinszahlungen weiter ansteigen lässt. Also dürfte es für 2026 heißen: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben des Staates steigt.

Für 2025 wurde heute von den Statistikern übrigens verkündet: Das Finanzierungsdefizit des Staates lag bei 119,1 Milliarden Euro. Somit war das Staatsdefizit um 3,9 Milliarden Euro höher als im Vorjahr.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Das Problem haben Sozialisten immer.
    Sie können noch so viel den Bürger abpressen, es reicht nie.
    Wenn die Sahara sozialistisch verwaltet würde, dann wird der Sand knapp.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Dass der Staat nun mit Sondervermögen Geld ausgibt, sollte nicht überraschen, dafür ist es da.

    Schlage vor, in der Verwaltung zu sparen.

    Ansonsten Schuldenbremse abschaffen, wir fahren mit Karacho auf ne Wand zu. Ja Schulden sind kcke aber ein handlungsunfähiger Staat ist kcker.

    Gebe zu bedenken, wer uns das Erbe des Teils des Sozialstaats, der so ausufert, hinterlassen hat. Es waren die gleichen, die die Schuldenbremse eingeführt haben und noch kurz vor Mandatsantritt eben Sondervermögen gebaut haben, weil die Bremse eben nicht funktioniert, was damit bewiesen ist.

    Das ist populistische Heuchlerei, übrigens waren das eben keine Sozialisten, es waren doch eher die Konservativen im Kern der Sache.

    1. Die Konservativen sind auch nicht der Gegenpol zu den Sozialisten. Das sind die Liberalen. Die Konservativen haben im ganzen gesehen gar keinen eigenen Standpunkt, sondern wollen die Dinge so lassen wie sie sind. Sozialismus steht für Zwang, Liberalismus für Freiheit.
      Realistisch gesehen hat sich eine Mischung mit deutlich mehr Freiheit als Zwang besser bewährt.

      Dabei sind mir die Konservativen mir insgesamt nicht unsympathisch, weil die meisten Veränderungen sich nicht bewähren und wieder untergehen. Siehe dazu Nassim Taleb, der das gut ausgearbeitet hat. Progressive Veränderungswut bringt meist nichts Gutes hervor, ganz darauf verzichten, kann man aber auch nicht.

      Und ob der Staat handlungsfähig bleibt, ist bei unserem Steueraufkommen auf keinen Fall eine Frage weiterer Schulden. Vielmehr muss sowohl die Verwaltung als auch die Wirtschaft von Bürokratie entlastet werden und alle brauchen Steuersenkungen.

  3. Die aktuellen Zinsbelastungen steigen somit auch ohne Eurobonds.

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