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Stahlhersteller in der EU: Ab Juli droht die massive Verschärfung der Krise!

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Stahlhersteller in Europa ächzen eh schon seit Jahren unter der massiven Überproduktion vor allem in China. Die führte dazu, dass dortige Stahlhersteller zu Dumpingpreisen enorme Mengen ihrer Erzeugnisse auch nach Europa verkauften. Das drückte natürlich auf die Preise, und sorgte mehr und mehr für eine Verschärfung der Stahlkrise in Europa.

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Und dann kam Donald Trump. Er führte für die USA Importzölle auf Stahlerzeugnisse ein. Die logische Folge: Die Stahlproduzenten, die nun nicht mehr konkurrenzfähig in den US-Markt liefern können, suchen sich andere Absatzmärkte. Und da war natürlich vor allem Europa interessant. Aber letztes Jahr ergriff die EU Gegenmaßnahmen. Sie führte ein Kontingent ein. Demnach konnten übliche Importmengen auch weiterhin normal in die EU eingeführt werden (hier unser damaliger Kommentar zu dem Thema).

Zusatz-Importmengen werden seit letztem Sommer mit 25% Importzoll belegt. Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl hat jüngst moniert, dass die “im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachten Schutzklauseln die Stahlindustrie in Europa bislang nicht vor massiven Handelsumlenkungen als Folge der US-Stahlzölle schützen konnten”. In 2018 seien die Stahlimporte in die EU um 11 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 45 Millionen Tonnen gestiegen, während sie in den USA um 13 Prozent gesunken seien. Weiter im Zitat:

Hinzu kommen unzulänglich ausgestaltete Länderquoten und zahlreiche Schlupflöcher, die den beabsichtigten Schutzeffekt untergraben. Zugleich habe sich die konjunkturelle Lage in der Stahlindustrie erheblich eingetrübt. „Die europäischen Institutionen müssen nun dringend handeln, um nachhaltigen Schaden von der Stahlindustrie in Deutschland und Europa abzuwehren. Die Last des US-Protektionismus dürfe nicht auf dem Rücken der Stahlunternehmen in Europa abgeladen werden“, so Kerkhoff weiter.

Ab Juli soll das Zollkontingent für Stahlimporte in die EU um 5% erhöht werden. Stahlhersteller außerhalb der EU sollen also mehr zollfrei in die EU verkaufen dürfen als bisher. Diese zusätzliche Aufweichung der “EU-Safeguards im Stahlbereich” sei unverantwortlich, so der Stahlverband. Durch die geplante Erhöhung der Kontingente ab Juli 2019 würde die Schutzwirkung der Maßnahmen “vollends” verloren gehen! Ein weiterer Anstieg der Importe würde bei sinkender Nachfrage unmittelbar zu Lasten der heimischen Industrie gehen, so der Verband.

Aktuell äußert sich der Chef der Salzgitter AG ähnlich im Interview mit der WiWo. So sagt er, dass die “moderaten” Schutzmaßnahmen der EU ihre stabilisierende Wirkung offensichtlich verfehlt hätten. Die durchschnittlichen Importe der ersten vier Monate 2019 lägen 62% über dem auch schon hohen Importvolumen von 2014. Die im globalen Stahlmarkt errichteten Handelshemmnisse hätten wie befürchtet zu einer massiven Umleitung der Warenströme (Richtung EU) geführt, so Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann. Die geplante Erhöhung der Importquoten dürfe es nicht geben.

Kurz-Fazit: Der Stahlhersteller in Europa, die eh schon jahrelang zu kämpfen hatten, werden nun wohl noch stärker unter dem Handelskrieg leiden. Was das für Stahlaktien bedeutet? Das überlegen Sie sich bitte selbst!

Ein Kommentar

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    Tobias Müller

    23. April 2020 11:06 at 11:06

    Vielen Dank für den Artikel zur Stahlproduktion in der EU. Mein Sohn arbeitet in der Bauindustrie und schimpft bereits seit langem über die Überproduktion aus China. Effizient und umweltfreundlicher wäre da die Abnahme von Stahl aus der Region. Gut zu wissen, dass die EU Gegenmaßnahmen ergriff und ein Kontingent eingeführt hat!

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Offiziell bestätigt: Lufthansa bekommt Staatsmilliarden – hier die Details

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Eine Lufthansa A380

Nun ist es endlich offiziell. Die Lufthansa hat vor wenigen Minuten offiziell mitgeteilt, dass der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (der neue Staatsfonds von Olaf Scholz) dem Lufthansa Stabilisierungspaket zustimmt. Der Bund bestätigt die Einigung mit der Lufthansa ebenfalls offiziell. Hier die wichtigsten Eckdaten:

Der Gesamtumfang der Stabilisierungsmaßnahmen beträgt 9 Mrd. Euro,

3 Mrd. Euro umfasst eine KfW-Konsortialfinanzierung, an der sich private Banken mit 600 Mio. € beteiligen;

der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erwirbt eine Stille Beteiligung I in Höhe von rd. 4,7 Mrd. €, die nach IFRS als Eigenkapital anerkannt werden kann;

darüber hinaus erwirbt der WSF zu rd. 0,3 Mrd. € im Zuge einer Kapitalerhöhung einen Aktienanteil in Höhe von 20 % an Lufthansa mit inhaltlich beschränkten Stimmrechten.

eine weitere Stille Beteiligung II in Höhe von rd. 1 Mrd. €, die unter bestimmten Bedingungen (Übernahmefall/Nichtzahlung des Coupons durch DLH) in Aktien gewandelt werden kann (mindestens weiteren 5 %);

der Bund wird im Aufsichtsrat über zwei Mandate vertreten sein, die durch unabhängige Experten auszuüben sind.

Die Lufthansa verpflichtet sich zur Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen einschließlich einer Erneuerung ihrer Flotte. Es sind weitgehende Vergütungsbeschränkungen für den Konzernvorstand, die Vorstände der Konzerngesellschaften sowie das Management vorgesehen.

Die Lufthansa sagt dazu folgendes, Zitat:

Der WSF wird Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutsche Lufthansa AG leisten. Davon werden ca. 4,7 Milliarden Euro im Sinne der Vorschriften des HGB und der IFRS als Eigenkapital eingestuft. In dieser Höhe ist die Stille Einlage unbefristet und kann vom Unternehmen ganz oder in Teilen gekündigt werden. Die Vergütung der Stillen Einlagen beträgt gemäß des abgestimmten Konzepts 4% für die Jahre 2020 und 2021. In den folgenden Jahren steigt die Vergütung bis auf 9,5% im Jahr 2027 an.

Außerdem wird der WSF im Wege einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnen, um eine Beteiligung von 20% am Grundkapital der Deutsche Lufthansa AG aufzubauen. Der Bezugspreis soll 2,56 Euro je Aktie betragen, so dass sich die Bareinlage auf rund 300 Mio. Euro beläuft. Der WSF kann außerdem seinen Anteil am Grundkapital im Falle einer Übernahme der Gesellschaft auf 25% plus eine Aktie erhöhen.

Darüber hinaus kann ein weiterer Teil der Stillen Einlage bei Nichtzahlung der Vergütung durch die Gesellschaft frühestens ab den Jahren 2024 und 2026 in eine weitere Aktienbeteiligung von jeweils 5% am Grundkapital gewandelt werden. Die zweite Wandelungsmöglichkeit gilt jedoch nur, soweit der WSF nicht zuvor bereits seinen Anteil im Rahmen des vorstehend genannten Übernahmefalls erhöht hat. Eine Wandlung ist ferner auch zum Verwässerungsschutz möglich. Unter der Voraussetzung der vollen Rückzahlung der Stillen Einlagen durch das Unternehmen sowie eines Mindestveräußerungspreises von 2,56 Euro je Aktie zuzüglich einer jährlichen Verzinsung von 12%, verpflichtet sich der WSF jedoch zum vollständigen Verkauf seines Aktienbesitzes bis zum 31. Dezember 2023 zum Marktpreis.

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Dank Lufthansa, ifo und Bayer – Dax doch tatsächlich mit Eigenleben am US-Feiertag

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Ja darf das denn wahr sein? An einem US-Feiertag entwickelt der Dax ein Eigenleben mit aktuell plus 2 Prozent. Und das nicht nur aufgrund dünner Umsätze, die mal eben Aktien oder Futures rauf und runter jagen! Nach der letzten offiziellen Info der Lufthansa vom Donnerstag Abend über laufende Verhandlungen mit dem Bund hat man sich laut aktuellen Berichten nun angeblich geeinigt. Die offizielle Bestätigung fehlt noch – aber eine Alternative zur Staatskohle gibt es für die Lufthansa aktuell eh nicht? Mal abwarten, was die offizielle Mitteilung, wenn sie denn kommt, für Details der Rettung enthüllen wird. Aktuell jedenfalls wird die Lufthansa-Aktie gepusht auf 8,52 Euro, ein Plus von mehr als 6 Prozent. “Noch” ist die Lufthansa ja im Dax enthalten, und hilft dem Index nach oben. Auch die Aktien des Dax-Titels MTU legen heute 7 Prozent zu.

Die Aktien von Bayer sind mit aktuell mehr als 7 Prozent Plus  – dies hatten wir vorhin schon besprochen. Nach heutigen Berichten hofft man auf Vergleiche bei tausenden von Klägern in den USA wegen dem Unkrautvernichter Glyphosat. Auch der heute mit 79,5 (erwartet 78,3) Punkten leicht bessere ifo-Geschäftsklimaindex hilft dem Dax heute beim Ansteigen. Die Amerikaner sind dank geschlossener Börsen (heute ist Memorial Day) erst morgen wieder am Start. Im Chart sehen wir den Index-Verlauf der letzten zehn Tage.

Dax im Verlauf von zehn Tagen

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Die Wiedereröffnung treibt die Märkte – Werbung

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Lieber Börsianer,

in der vergangenen Woche nahmen sich die Märkte mehrheitlich eine kleine Verschnaufpause. Der DAX kam nur unbedeutend voran, während die wichtigen US-Indizes sogar leicht nachgaben. Gleichwohl befinden wir uns weiterhin in einer sehr soliden Erholungsrally. So verbesserte sich der DAX auf Monatssicht um 8 %, während der NASDAQ 100 etwas über 7 % vorrückte.

Am Markt spielt man das Thema Wiedereröffnung und setzt darauf, dass sich die derzeit schwierige wirtschaftliche Situation von Woche zu Woche verbessert. Ganz unbegründet sind diese Hoffnungen in der Tat nicht. So deutet der aktuelle Ifo-Geschäftsklima-Index an, dass wir in Deutschland und damit wohl in ganz Mitteleuropa das Schlimmste überstanden haben. Per saldo rückte der Index im Mai von 74 auf knapp 80 Punkte vor. Das ist isoliert betrachtet immer noch ein richtig schlechter Wert. Aber er zeigt eben an, dass der Corona-Abschwung allmählich an Wucht verliert.

In den USA das nämliche Bild. Für sich genommen liegt der dortige Arbeitsmarkt in Trümmern. Im April gingen dort 20 Millionen Stellen verloren, die Arbeitslosenrate schnellte auf gewaltige 15 % in die Höhe. Aber die großen Kündigungswellen sind abgeschlossen. Darüber hinaus haben wohl viele der Entlassenen die Zusage ihres Arbeitgebers in der Tasche, bald wieder auf ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren zu dürfen.

Also: Wir sind gegenwärtig immer noch im Abschwung. Die Bewegung verliert allerdings an Dynamik und deutet eine bevorstehende Erholung der Volkswirtschaften an. Ab Juli rechne ich mit einer spürbaren Belebung der europäischen Konjunktur.

Unterdessen tun sich hierzulande immer wieder neue Viren-Hotspots auf wie zuletzt in Frankfurt oder im norddeutschen Leer. Solche kleineren Rückschläge waren in der ersten Phase der Wiedereröffnung erwartbar. Gleichwohl habe ich den Eindruck, dass die Gesundheitsämter die Situation unter Kontrolle haben und die entstehenden Infektionsherde gleich im Keim abstellen.

Neue geopolitische Spannungen um China

Ich sehe bei allem Optimismus allerdings auch einige Belastungsfaktoren. In Hongkong etwa ziehen die jungen Menschen wieder auf die Straßen und setzen ihren Protest gegen die Zentralregierung in Peking fort. Erneut setzten Ordnungskräfte dort am Sonntag Tränengas und Wasserwerfer gegen die…..

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