Aktien

Unglück im Glück Starinvestor Michael Burry verzockt sich mit Wette auf China-Aktien

Michael Burry in 2010. Foto: Tony Avelar (Bloomberg)

Der Big-Short-Investor Michael Burry hat im vergangenen Jahr massiv auf chinesische Tech-Giganten gesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Investoren hatte er den Mut, antizyklisch in China-Aktien zu investieren und wurde dafür belohnt. Burrys Investmentfirma stockte ihre Anteile an Alibaba und JD.com im vergangenen Jahr kontinuierlich auf und kaufte sich bei Baidu ein. Wie sich im Nachhinein herausstellte, ging seine Wette voll auf. Aber er hat sich auch etwas verzockt.


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Michael Burry verkauft zu früh

Wie Bloomberg berichtet, hat Michael Burry einige seiner Investitionen in chinesische Technologie-Aktien zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt reduziert. Kurz bevor der Durchbruch von DeepSeek im Bereich der künstlichen Intelligenz eine Rally von 1,3 Billionen Dollar bei chinesischen Aktien auslöste, verkaufte er einen Teil seiner China-Aktien.

Der Hedgefonds-Manager, der für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt im Jahr 2008 bekannt ist, reduzierte sein Engagement in JD.com und Alibaba Group Holding zum Ende des vergangenen Jahres, wie aus den am Freitag veröffentlichten 13F-Registrierungsunterlagen hervorgeht.


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Scion Asset Management, die Investmentgesellschaft von Michael Burry, reduzierte ihre Beteiligung an JD.com im vierten Quartal um 40 % auf 300.000 Aktien. Auch die Beteiligung an Alibaba ging im gleichen Zeitraum um 25% zurück. Damit verpasste der Investor einen Großteil der Rally und ließ sich Gewinne entgehen. Trotz einiger Umschichtungen in US-Aktien gehörten JD.com und Alibaba zusammen mit Baidu weiterhin zu den größten Positionen von Scion.

Die Umschichtungen von Michael Burry fanden inmitten einer volatilen Phase für China-Aktien statt, in der die Anleger Anzeichen eines schwankenden Engagements zeigten, nachdem Peking Ende September ein Konjunkturprogramm aufgelegt hatte. Die Bemühungen der Regierung lösten bis Anfang Oktober eine frenetische Rallye an Chinas Aktienmärkten aus, die jedoch in den folgenden Monaten angesichts der Enttäuschung über den Umfang der fiskalischen Anreize, der schwachen Konjunkturaussichten und der Immobilienkrise wieder abflachte. Die in den USA notierten Aktien von Alibaba fielen im vierten Quartal um 20 %, während JD.com 13 % verlor. Erst nach dem DeepSeek-Schock nahm die Rallye wieder Fahrt auf und bescherte den Aktien zweistellige Kursgewinne. Alibaba-Aktien haben seit dem DeepSeek-Schock Mitte Januar um rund 50 % zugelegt, während JD.com und Baidu um rund 25 % gestiegen sind. Die folgende Grafik von TradingView zeigt die Kursentwicklung der Aktien seit Jahresbeginn.

Michael Burry: Wette auf China-Aktien wie Alibaba geht voll auf

Scion: China-Investitionen

Die Investmentgesellschaft von Burry hat aber nicht bei allen seinen China-Investitionen den Anteil reduziert. Es wurde eine neue Position in PDD Holdings eröffnet, einem Rivalen von Alibaba im chinesischen E-Commerce-Sektor, mit 75.000 Aktien. Die Beteiligung an Baidu blieb unverändert.

Diese Investition hatte am 31. Dezember einen Wert von 40,9 Millionen Dollar, was 53 % des gesamten Aktienbesitzes von Scion entspricht, wie Daten zeigen. Damit verringerte sich der Anteil von etwa 65 % in den vorangegangenen drei Monaten.

Die Put-Optionen, die Burry im dritten Quartal auf seine chinesischen Aktien gekauft hatte, um sich gegen Kursverluste abzusichern, waren am 31. Dezember nicht vorhanden, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

Der chinesische Aktienmarkt hat sich zu Beginn des Jahres besser entwickelt und einige seiner Aktienbenchmarks haben die US-Pendants und europäischen Werte deutlich übertroffen. Das liegt zum Teil an Chinas wachsendem Einfluss im Bereich der künstlichen Intelligenz, der auf den Erfolg des KI-Modells von DeepSeek zurückzuführen ist.

Infolgedessen haben die Anleger die angeschlagenen Aktien des Landes neu bewertet, obwohl sie auch die Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Zölle in Höhe von 10 % auf China einschätzen. Allein im vergangenen Monat hat der chinesische Aktienmarkt durch diese Umschichtungen einen Wertzuwachs von mehr als 1,3 Billionen US-Dollar verzeichnet. Der MSCI China Index ist auf dem besten Weg, seinen indischen Pendant den dritten Monat in Folge zu übertreffen – die längste Serie seit zwei Jahren. Die Aktien von Alibaba und JD.com sind in diesem Jahr um 47 % bzw. 19 % gestiegen, die von PDD und Baidu um 28 % bzw. 16 %.

Burry gehörte neben David Tepper von Appaloosa Management zu den wenigen prominenten Hedgefonds-Investoren, die vor dem grundlegenden Politikwechsel Pekings im September auf chinesische Aktien setzten. Letzterer, ein milliardenschwerer Investor, erhöhte im letzten Quartal seinen Anteil an China-Aktien und ETFs.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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