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State of the Union: Trump präsentiert sich bei Kongress-Rede als großer Versöhner

“Das ist unser neuer amerikanischer Moment. Nie gab es eine bessere Zeit, um den amerikanischen Traum auszuleben!”

Markus Fugmann

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Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

Den ganzen Wahlkampf lang und die ersten 12 Monate im Oval Office hat Donald Trump die USA mit Polemik, Populismus, Hetze und Rundumschlägen auseinanderdividiert – bei der großen “State of the Union”-Rede vor beiden Kongresskammern will der Präsident Amerika plötzlich hinter sich einen.

Bei diesem frommen Wunsch, so Kritiker prompt, hatte er dick aufgetragen: Gemeinsam würden die US-Bürger ein “sichereres, stärkeres und stolzeres Amerika” schaffen, glaubt Trump: “Wir wollen ein Land, in dem jeder die Würde eines Tages an harter Arbeit erfährt, in dem jedes Kind wohl-behütet ist in seinem Zuhause – und jeder Staatsbürger stolz auf dieses Land, das war so lieben”.

Trump konnte aber auch selbst an jenem Abend, an dem er sich mit der Rede in Prime-Time profilieren konnte, den Skandal „Kremlgate“ nicht abschütteln: Beim Verlassen des Weißen Hauses riefen ihm Reporter zu, ob er FBI-Sonderermittler Bob Mueller feuern wolle.

Purer Pathos

Trump pries die Republikaner-Steuerreform als Turbo für die boomende US-Wirtschaft: Millionen Arbeiter und Angestellte würden bereits wenige Steuern zahlen, Firmen wie Apple Milliarden investieren, Bonus-Zahlungen verteilen und neue Jobs schaffen.

Der Präsident bejubelte den Wirtschaftsboom und das Börsenfeuerwerk an der Wall Street (trotz dem Tagesminus von 362 Punkten): Neun Billionen Dollar an Vermögen hätte die Hausse geschaffen.

Oft aber auch gab es puren Pathos: “Das ist unser neuer amerikanischer Moment“, erklärte Trump: „Nie gab es eine bessere Zeit, um den amerikanischen Traum auszuleben”. Und es sei Zeit, dass das Volk gemeinsam an einem Strang ziehe, als “ein Team, ein Volk, eine amerikanische Familie”.

Die XXL-Portion an Patriotismus lag hart an der Propaganda: “Amerikaner lieben ihr Land”, ging es unter Jubelrufen im Saal weiter: “Und sie verdienen eine Regierung, die ihnen mit der gleichen Loyalität entgegentritt”.

Lange Liste erfüllter Verspechen?

Trump hätte sich sein erstes Amtsjahr lang bemüht, verstieg er sich zu einer wahrhaft kühnen Aussage, “das Vertrauen zwischen den Bürgern und ihrer Regierung wiederherzustellen”.

Es folgte eine lange Liste an was Trump für Errungenschaften erachtet, inklusive dem „Ende des Krieges gegen die saubere Kohle…” Der Bogen spannte sich weiters von Handelsdeals („Die Ära der Kapitulation Amerikas im Welthandel ist vorbei…“), zur Deregulierungs-Offensive zu Hause und der Vertreibung von ISIS-Terroristen in Syrien und im Irak.

Trump verkündete, dass der den US-Terrorknast in Guantanamo Bay wieder ausbauen und jeden gefassten Terroristen dort für immer einsperren wolle, wie er andeutete.

Trumps Tenor insgesamt: Versprochen, erfüllt!

Trump wollte den oppositionellen Demokraten – zumindest in der vom Teleprompter gelesenen Rede – die Hand entgegenstrecken zum Ausbau der Infrastruktur (1,5 Billionen Dollar) und einem Immigration-Deal, „der die Interessen amerikanischer Arbeiter und amerikanischer Familien berücksichtigt“, wie er gleich unnachgiebige Forderungen für ein mögliches Abkommen mitlieferte. Trump nannte neuerlich die Bezahlung der Mexiko-Mauer als Top-Bedingung für einen Deal.

Trump kündigte an, eine Politik des „maximalen Drucks“ auf Nordkorea fortzuführen: Als Gäste hatte er die Eltern des nach seiner Entlassung aus der Folterhaft in Nordkorea verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier eingeladen.

Melania kam im eigenen Wagen

Die Augen der Nation richteten sich aber auch auf First Lady Melania Trump – vor allem auch wegen der mutmaßlichen Ehekrise der letzten Wochen während Medienberichten über eine angebliche Sex-Affäre ihres Gatten vor elf Jahren mit einem Porno-Star.

Laut CNN fuhr Melania nicht mit ihm gemeinsam in der Limo zum Kapitol…

Sie strahlte dann bei der Ankunft im Kapitol in einem cremefarbenen, glänzenden Kostüm, es gab donnernden Applaus.

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Peter-Michael Schabert

    31. Januar 2018 15:54 at 15:54

    Egal ob mit oder ohne Teleprompter, die Rede war ‚praesidial“? Mich wuerde nur interessieren, wo stand der Teleprompter?

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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