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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Steigende Zinsen kein Problem für die Aktienmärkte? Namhafter Vermögensverwalter sagt JA

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Steigende Zinsen bringen per volkswirtschaftlicher Definition Wirtschaft und Konsumenten dazu weniger Kredite aufzunehmen, womit die wirtschaftliche Aktivität nachlässt. Und noch wichtiger: Die Anleger schichten ihre Gelder um von Aktien in Anleihen, weil diese ja wieder höher verzinst werden, und sich somit die Relation verschiebt – Aktien werden tendenziell unattraktiver. Und weil die Investoren umschichten, fallen durch steigende Zinsen Aktienkurse. So darf man zumindest eine allgemein anerkannte Sichtweise der meisten Börsianer kurz zusammenfassen.

Der namhafte deutsche Vermögensvewalter „Flossbach von Storch“ sieht das im aktuellen Umfeld ganz anders. Steigende Zinsen werden demnach diesmal nicht negativ auf die Aktienmärkte wirken. Das starke Wirtschaftswachstum spreche weiter für Aktien, und außerdem gäbe es kaum Alternativen (bei steigenden Zinsen also keine attraktiver werdenden Anleihen?). So äußert sich der Vermögensverwalter dazu im Wortlaut:

Auf kurze Sicht mag die Korrektur am Aktienmarkt in den vergangenen Wochen relativ markant erscheinen. In der Spitze verloren der deutsche Leitindex Dax und der US-Aktienindex S&P 500 während des Oktobers rund zehn Prozent – die zweite Korrektur in dieser Dimension in diesem Jahr und die fünfte innerhalb der vergangenen fünf Jahren. Auf die lange Sicht erscheint der Rücksetzer allerdings bestenfalls als kleiner Knick nach unten. Der Dax und S&P 500 haben ihren Wert seit Anfang 2009 knapp verdreifacht.

Kaum Alternativen zu Aktien vorhanden

Als langfristig denkender, wertorientierter Investor fällt es uns natürlich nicht leicht, höhere Bewertungen zu akzeptieren. Unweigerlich drängt sich ein Vergleich mit der Jahrtausendwende auf. Damals wurde teilweise das Vierzigfache der Gewinne bezahlt. Wenig später folgte ein Crash. Von solchen Bewertungen sind wir heute weit entfernt. Anders als vor der Jahrtausendwende gibt es heutzutage aber kaum noch Alternativen zu Aktien. Bundesanleihen boten zu jener Zeit fünf Prozent Rendite. Heute liegt die Rendite bekanntlich nahe null.

Steigende Zinsen sind schlecht für Aktien. Tatsächlich?

Unter Aktienanlegern grassiert in diesem Umfeld die Angst vor der Zinswende. Wenn man sich umhört, dann lautet die Argumentation wie folgt: Die Notenbanken hätten weltweit mit ihren Billionen-Euro schweren Anleihekaufprogrammen für zusätzliche Nachfrage nach Anleihen gesorgt und deren Kurse in die Höhe getrieben. Die mathematische Folge wären sinkende Anleiherenditen – die in den Augen vieler Anleger der maßgebliche Grund für die Aktienkursgewinne der vergangenen Jahre sein sollen.

Entscheidend ist das Wirtschaftswachstum

Solche Behauptungen lassen sich relativ einfach widerlegen. Zum einen fielen in der Tendenz die Anleihen während keinem der drei großen Anleihekaufprogramme, im Gegenteil: sie stiegen. Zum zweiten stammt beinahe der gesamte Kursanstieg des S&P 500 seit 2009 aus den Phasen, in denen auch die Renditen stiegen. Die Phasen, in denen die Renditen spürbar zurückfielen, waren hingegen für die Entwicklung des Aktienmarktes nicht förderlich. Eine wirklich große Überraschung ist das nicht. Zinsen und Renditen steigen für gewöhnlich dann, wenn es das Wirtschaftswachstum zulässt. Und Wachstum erfreut auch den Aktienanleger, wenn die Gewinne der Unternehmen steigen. Trübt sich hingegen das Makroumfeld ein, sinken in der Regel die Zinsen und Renditen – ebenso wie die Aktienkurse.

Kommt die Stagflation? Wohl eher nicht.

Nicht selten begegnen uns übrigens Aktienanleger, die sich vor beidem fürchten: vor der nächsten Wachstumsdelle und vor steigenden Zinsen. Nur wenn Inflation und Zinsen ohne entsprechendes Wirtschaftswachstum sehr stark steigen – wie in der Stagflation der siebziger Jahre – kann es zu einer langen Durststrecke für Aktionäre kommen, die aber auch für Inhaber von Anleihen schmerzhaft wäre. Eine Stagflation erwarten wir eher nicht, und selbst wenn sie käme, könnten die Notenbanken die Zinsen wegen der ausufernden Staatsverschuldung wohl kaum so stark erhöhen wie früher.

Wir von FMW enthalten uns einer abschließenden Bewertung. Bilden Sie sich bitte selbst eine Meinung!

Steigende  Zinsen kein Problem für Aktienmärkte?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. pigeon

    9. November 2018 13:56 at 13:56

    Erstaunt mich etwas, dass Flossbach das schreibt. Aus meiner Sicht blendet er eine wesentliche Tatsache aus, die eben so nicht vergleichbar ist mit früheren Zyklen: Ein guter Teil das starken Wirtschaftswachstums ist durch hemmungslose Verschuldung zustandegekommen, mithin sind die Schuldenpegel weltweit einfach zu hoch. Das ist es, was die Notenbanken befeuert haben durch die Zinsdepression. Daher sind steigende Renditen ein Problem. Sie werden diesmal ja auch nicht einfach so durch die Marktentwicklung sondern aktiv durch den Rückzug der Fed erzeugt. Auch diesen Unterschied darf man nicht ausblenden. Insofern hilft ein Verweis auf Perioden steigender Renditen seit 2009 aus meiner Sicht nichts. Ich fürchte, wenn FvS so denkt und sich so positioniert, werden die Fonds eine böse Überraschung erleben.

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  • 60% sind dennoch „bearish“ in puncto Wachstum und Inflationsrate

 

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