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Steigerung bei US-Einkommen: Wie man mit Zahlen täuschen kann…

FMW-Redaktion

Gestern vermeldete das „US Bureau of Economic Analysis“ Daten zum steigenden persönlichen Einkommen der Amerikaner. Im Februar gab es hier ein Wachstum von 0,2% bzw. 23,7 Milliarden Dollar. Nicht viel, aber hey, die Einkommen wachsen – also alles gut liebe Trump/Sanders-Wähler, ihr habt doch mehr Geld in der Tasche. So darf man diese Zahlen wohl lesen, wenn man nur die Headline betrachtet. Denn die Wirtschaftspresse übernimmt leider nur all zu oft die Headlines aus den Tickermeldungen.

Schaut man sich die Gesamtveröffentlichung und das „Kleingedruckte“ weiter unten in den langen Statistik-Texten genauer an, sieht man den wahren Grund für die ach so tollen Einkommenszuwächse in den USA. Denn dort steht: Die Löhne gingen im Februar um ein Volumen von 9,4 Milliarden Dollar zurück! Im Privatsektor gingen die Löhne sogar um 12,9 Milliarden Dollar zurück.

Aber warum steigen dann die „persönlichen Einkommen“ der Amerikaner? Neben anderen Faktoren sind hierfür u.a. die beiden Posten „Einkommen aus Vermietung“ mit +6,7 Milliarden und „Einkommen aus Zinsen und Dividenden“ mit +7,3 Milliarden Dollar verantwortlich. Im Klartext: Wer Wohneigentum, Aktien und Anleihen besitzt, hatte im Februar Zuwächse zu verzeichnen. Wer „nur“ von seinem Arbeitseinkommen lebt, hat in den USA im Februar verloren – Pech gehabt.

Auch berichteten die US-Statistiker des „BLS“, dass z.B. im US-Bundesstaat Iowa die Arbeitslosigkeit (landesweit 4,9%) nur noch bei 3,5% liegt. Also ist Iowa so eine Art „Bayern“ der USA? Bei den republikanischen Vorwahlen wirkte es rein optisch fast so, das würde in Iowa der ganze Bundesstaat zu Trump-Kundgebungen pilgern – natürlich eine rein gefühlte Wahrnehmung! Aber Löhne und Arbeitslosigkeit, das sollte doch eigentlich gerade in Iowa bei nur 3,5% Arbeitslosigkeit kein Problem sein. Wirkt rein optisch irgendwie anders!

Neben der US-Presse hat leider auch die Wirtschaftspresse in Europa diese Headline-Zahlen aus den USA  ohne Detailbetrachtung übernommen. Aber das geschieht ja für die deutschen Daten genauso. Schade! Wir wollen jetzt kein Bashing einzelner Zeitungen betreiben, daher nennen wir keine Namen – aber hierzulande ist heute nur von +0,2% bei den Einkommen die Rede, bei einer Erwartung von 0,1%…

Und die Inflationsrate in den USA sinkt auf 1%. Naja, die Fed will ja steigende Löhne und Preise. Und irgendwie, zumindest offiziell, gibt es die ja. Also gibt´s eine weiere Zinsanhebung im April? Wir berichten natürlich in den nächsten Tagen weiter ausführlich über die genauen Entwicklungen vor der nächsten Fed-Entscheidung.



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