Der Goldpreis zeigt sich stabil, während die Finanzmärkte gespannt auf die nächsten Schritte der US-Notenbank (Fed) blicken. Nach einem kräftigen Anstieg prüfen Anleger nun, ob sinkende Zinsen dem glänzenden Edelmetall weiteren Auftrieb verleihen könnten – oder ob eine neue Welle makroökonomischer Impulse nötig ist, um Gold auf Rekordkurs zu halten.
Goldpreis stabil knapp unter 4.000 Dollar
Nach dem größten Anstieg seit etwa einer Woche stabilisierte sich der Goldpreis, da Händler die Aussichten für sinkende US-Zinsen durch die Fed nach den Daten zum Arbeitsmarkt im privaten Sektor bewerteten.
Gold hielt sich mit einem Preis von knapp über 3.980 USD pro Unze, nachdem der Preis am Mittwoch um 1,2 % gestiegen war. Zahlen von ADP Research zeigten, dass die Beschäftigtenzahlen nach zwei Monaten des Rückgangs um 42.000 gestiegen sind. Laut einem Bloomberg-Bericht milderte dieser moderate Anstieg die Befürchtungen einer schnelleren Verschlechterung zwar etwas, steht jedoch im Einklang mit einer allgemeinen Abschwächung der Arbeitskräftenachfrage. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember ist infolgedessen leicht auf rund 62 Prozent zurückgegangen.

Fed-Gouverneur Stephen Miran bezeichnete den Beschäftigungsanstieg im vergangenen Monat zwar als „willkommene Überraschung”, bekräftigte jedoch, dass die Zinsen gesenkt werden müssten. Miran hat sich wiederholt für eine lockerere Geldpolitik ausgesprochen und die Entscheidungen, den Leitzins der Fed sowohl im September als auch im Oktober um einen Viertelprozentpunkt zu senken, kritisiert. Er plädiert stattdessen für eine Senkung um einen halben Prozentpunkt. Andere Fed-Mitglieder, zu denen auch Jerome Powell gehört, hatten sich zuletzt hingegen zurückhaltender geäußert.
Fed-Zinsen stützen Gold
Gold ist in diesem Jahr um mehr als 50 % gestiegen, erreichte im Oktober einen Rekordwert und verlor nach einer rasanten Rally wieder etwas an Boden. Die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der Fed dürften dazu beigetragen, den Goldpreis zu stützen. Unterstützt wird der Goldpreis auch durch Zuflüsse in börsengehandelte Fonds mit Goldhinterlegung und erhöhte Käufe der Zentralbanken.
„Das Edelmetall dürfte kurzfristig in einer engen Bandbreite bleiben”, sagte Hebe Chen, Analyst bei Vantage Markets. „Es bleibt stabil, wartet aber auf den nächsten makroökonomischen Impuls.“
Der Offenmarktausschuss der Fed, der für die Festlegung der Zinsen zuständig ist, wird nächsten Monat zu seiner letzten planmäßigen Sitzung im Jahr 2025 zusammenkommen. Die derzeit längste Schließung der Regierung in der Geschichte der USA hat die Veröffentlichung wichtiger offizieller Daten verzögert, wodurch sich die Lage in der größten Volkswirtschaft der Welt nur schwer einschätzen lässt.
Der Goldpreis notierte um 05:40 Uhr in London mit 3.986,40 USD pro Unze nahezu unverändert. Der Bloomberg Dollar Spot Index gab leicht nach, nachdem er zuletzt deutlich zugelegt hatte. Silber, Platin und Palladium blieben nahezu unverändert.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
Die Zinsen sind im langfristigen Kontext nicht entscheidend für den Goldpreisanstieg …sondern die erforderlichen Geldmengen …um das bestehende System zu retten…
Und hier gehen die meisten Experten, wie Roland Leuschel oder Marc Faber davon aus ,das die Notenbanken die erforderlichen Maßnahmen im Krisenfall einleiten…
Natürlich spielen auch die Zinsen eine gewisse Rolle…. aber wichtiger ist die notwendige Verwässerung des Geldes im Krisenfall….und dagegen opponiert Gold…da es eben nicht beliebig vermehrbar ist…
Ich denke, der Goldpreis wird parallel (mit Schwankungen) mit der Geldmengenausweitung weiter steigen.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut