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Steinhoff: Gläubiger gewähren jahrelange Atempause

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Das sind mal gute Nachrichten f√ľr das wacklige Kartenhaus Steinhoff. Die Firma, die das ganze Jahr schon st√§ndig kurz vor der Insolvenz steht, best√§tigt aktuell eine richtige jahrelange Atempause, die man von seinen Gl√§ubigern gew√§hrt bekommt. Hier die wichtigsten Inhalte.

Steinhoff bekommt von seinen Gl√§ubigern die Laufzeiten von Schulden um drei Jahre verl√§ngert bis 31. Dezember 2021. R√ľckzahlungsforderungen werden bis zu diesem Zeitpunkt ausgesetzt. Das verschafft dem Unternehmen Luft.

Schon gestern wurde eine Annahmequote zwischen 89-99% seitens der Gl√§ubiger f√ľr dieses „Stillhalteabkommen“ bekannt.

Aber erst heute wurden die letzten Bedingungen erf√ľllt. Wichtig daf√ľr war eine „positive Fortf√ľhrungsprognose“ nach √∂sterreichischem Recht, welche jetzt vorliegt (betreffend Steinhoff Europe AG und Steinhoff Finance Holding GmbH).

Von nun an hat man drei Monate Zeit einen detaillierten Sanierungsplan in Kraft zu setzen. Details sind nicht bekannt, aber man darf doch eindeutig vermuten, dass es darum geht die Firma weiterhin in Einzelteilen zu Geld zu machen.

Bereits zugschlagen hat der Unternehmer Rene Benko (Karstadt). Er kauft von Steinhoff die Töchter Kika und Leiner. XXXLutz hatte bereits die Tochter Poco gekauft.

Die Steinhoff-Aktie reagierte gestern nach Bekanntwerden der Annahmequote bereits positiv mit einem Kursanstieg von 0,19 Euro auf 0,24 Euro. Bis heute Mittag ging es dann wieder bergab auf aktuell 0,2050 Euro. Heute fehlt die Euphorie in der Aktie. Irgendwie schon komisch. Haben sich alle Trader, die noch nicht auf Malle sind, jetzt schon ins Wochenende verabschiedet, und liegen am Badesee? Kommt ein neuer Schub in der Aktie vielleicht am Montag? Wir wollen uns da zu keiner Prognose oder Tradingidee hinrei√üen lassen, schlie√ülich bleibt die Aktie ein Pennystock f√ľr Zocker.

Die Steinhoff-Aktie seit Anfang Mai
Die Steinhoff-Aktie seit Anfang Mai. Ein richtiger Aufwärtstrend auf Cent-Niveau ist erkennbar.

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Aktien

Elon Musk: Nach „funding secured“ ist nun die Mitleidsmasche an der Reihe

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Elon Musk sprudelt derzeit vor Kreativit√§t. St√§ndig nur Stress mit Tesla, mit den nervigen Analysten, und dann noch die Presse. Sein Prestigeprojekt Tesla macht laut aktuellster Sch√§tzung der UBS pro verkauften Modell 3 ganze 5900 Dollar Verlust. So viel Geld muss man erstmal verbrennen. Aber Musk hielt auch j√ľngst daran fest, dass Tesla noch in diesem Jahr in die Gewinnzone kommen werde.

Dann kam vor Kurzem sein inzwischen legend√§rer Tweet, dass er die Tesla-Aktie einfach komplett von der B√∂rse nehmen und Tesla zu einer nicht an der B√∂rse gelisteten AG umwandeln werde. Die Finanzierung daf√ľr sei gesichert („funding secured“). Auch nach Tagen kann er immer noch keinen Finanzier nennen, der ihm dieses De-Listing wirklich schriftlich garantiert h√§tte. Nach seinen Aussagen h√§tte ihm der saudische Staatsfonds generell Unterst√ľtzung zugesagt. Aber eine feste Zusage klingt anders.

Inzwischen macht sich das Netz zunehmend lustig √ľber Musk¬īs Tweet mit dem Spruch „funding secured“, weil niemand daran glaubt, dass Musk irgendeine konkrete Zusage hat. So gibt es aktuell zum Beispiel Spr√ľche im Netz, wo M√§nner schreiben, was sie ihren Frauen sch√∂ne Dinge versprochen haben (Urlaubsreisen, Schmuck etc), und dahinter der Zusatz „funding secured“. Mehr H√§me gibt es wohl kaum f√ľr den doch eigentlich so smarten Elon Musk.

Aber das Loch hat er sich selbst gegraben, in dem er jetzt sitzt. Die B√∂rsenaufsicht und die Aktion√§re von Tesla d√ľrften Musk massive rechtliche Probleme bereiten, wenn er nicht bald einen echten Geldgeber pr√§sentiert – denn sonst k√∂nnte man ihm seinen Tweet als massive Kursmanipulation der Tesla-Aktie auslegen. Und was macht Musk jetzt? Er zieht den Mitleids-Joker. So hat er aktuell der NYT ein Interview gegeben.

Er arbeite so viel (120 Stunden die Woche). Er habe sogar seinen Geburtstag in der Tesla-Fabrik verbracht. Und obwohl er so extrem viel arbeite, könne er nur mit starken Schlafmitteln ein Auge zumachen. Der Aufsichtsrat von Tesla sucht laut NYT derzeit schon einen Manager als Vize um Musk zu entlasten. Musk selbst will davon aber nichts mitbekommen haben. Die letzten Monate seien von der Arbeitsbelastung her unerträglich gewesen, so Musk. Ohhh, wie schlimm, der arme Elon.

Soll die Tesla-Aktie jetzt vielleicht aus Mitleid f√ľr den Chef steigen? Aber auch das w√§re den Musk-J√ľngern zuzutrauen, die ihm ja stumpf alles glauben. Aber jetzt genug der H√§me. Was sagt die Tesla-Aktie? Nach seinem De-Listing-Tweet stieg sie am 7. August von 342 auf 387 Dollar. Seitdem geht es nur abw√§rts auf zuletzt 335 Dollar. Vorb√∂rslich liegt die Aktie heute mit 2,4% im Minus bei 327,40 Dollar.

Elon Musk
Foto: Maurizio Pesce from Milan, Italia – Elon Musk, Tesla Factory, Fremont (CA, USA) (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Aktien

Wirecard mit tollen Aussichten in den Dax? Genua-Br√ľckenbetreiber verliert kr√§ftig

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Wirecard pusht sich gerade selbst in den Dax. Durch heute veröffentlichte sehr gute Zahlen steigt der Aktienkurs von Wirecard heute weiter an, und damit entfernt sich das Unternehmen im Börsenwert noch weiter von dem der Deutschen Bank (fast 22 Milliarden vs 20,4 Milliarden Euro) Рvon der Commerzbank brauchen wir da gar nicht erst reden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Deutsche Börse Wirecard Anfang September in den Dax aufnimmt, und die Commerzbank rausschmeißt. Die Zahlen sind super. Wirecard heute im Wortlaut:

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im ersten Halbjahr 2018 um 45,8 Prozent auf 897,6 Mio. EUR (H1/2017: 615,5 Mio. EUR). Im zweiten Quartal 2018 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 40,1 Prozent auf 477,1 Mio. EUR (Q2/2017: 340,6 Mio. EUR).

Im ersten Halbjahr 2018 stieg der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 176,5 Mio. EUR um 39,0 Prozent auf 245,4 Mio. EUR. Das EBITDA erh√∂hte sich im zweiten Quartal 2018 um 39,8 Prozent auf 133,0 Mio. EUR (Q2/2017: 95,2 Mio. EUR).¬†Das Ergebnis nach Steuern im ersten Halbjahr 2018 stieg um 46,6 Prozent auf 153,3 Mio. EUR (H1/2017 104,5 Mio. EUR). Der Cashflow aus laufender Gesch√§ftst√§tigkeit (bereinigt) betrug 196,2 Mio. EUR. Der Free-Cashflow stieg um 40,2 Prozent auf 161,4 Mio. EUR (H1/2017: 115,1 Mio. EUR). Das √ľber die Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen stieg innerhalb der ersten sechs Monate um 48,5 Prozent auf EUR 56,2 Mrd. EUR (H1/2017: 37,9 Mrd. EUR).

Wirecard CEO Dr. Markus Braun sagt: „Wir verzeichnen ein starkes organisches Wachstum, nicht zuletzt aufgrund des sich beschleunigenden weltweiten Trends zur Digitalisierung von Zahlungsprozessen. Die Digitalisierung steht in vielen Branchen erst ganz am Anfang. So besteht ein enormes Wachstumspotential f√ľr Handelsunternehmen darin, s√§mtliche Vertriebskan√§le √ľber eine einheitliche digitale Plattform zu vereinen. Kunden erhalten somit ein nahtloses Einkaufserlebnis und H√§ndler k√∂nnen die Kundenansprache in Echtzeit steuern.“

Aber auch die Aussicht f√ľr das Gesamtjahr ist phantastisch. So erh√∂ht Wirecard heute die EBITDA-Prognose f√ľr 2018 aufgrund des starken Wachstums auf eine Bandbreite von 530 bis 560 Millionen Euro (bisher 520 bis 545 Millionen Euro). Das gef√§llt der B√∂rse, und so steigt die Aktie heute um 9%. Im Chart sieht man die steigende Wirecard-Aktie gegen die eher schwache Deutsche Bank-Aktie seit Ende 2017.

Wirecard vs Deutsche Bank

Genua

Die eingest√ľrzte Autobahnbr√ľcke in Genua wurde betrieben vom privaten Anbieter „Autostrade per l’Italia“. Der wiederum geh√∂rt der italienischen Infrastruktur-Gruppe Atlantia, hinter der die ber√ľhmte Benetton-Familie steht. Die Atlantia-Aktie ist seit dem Br√ľckeneinsturz in Genua massiv gefallen, von 25 auf jetzt 18,49 Euro. Das Problem: Die italienischen Beh√∂rden und vor allem die neue Regierung in Rom wollen schnell einen Schuldigen pr√§sentieren. Und in der Tat: Was l√§ge da n√§her als den Autobahnbetreiber in die Verantwortung zu nehmen, zumal wenn er f√ľr die Wartung der Br√ľcke verantwortlich ist. Die Firma weist aktuell alle Schuld von sich. Also ist noch v√∂llig unklar, wer oder was nun verantwortlich ist f√ľr den Br√ľckeneinsturz. Italien droht sogar damit der Firma die Vertr√§ge f√ľr alle Projekte im Land zu entziehen. Die Aktie wird also auf absehbare Zeit eine hei√üe Kiste f√ľr B√∂rsianer bleiben.


Die Atlatia-Aktie seit Ende 2015. Der aktuelle Kurseinbruch ist deutlich zu erkennen.

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Aktien

Walmart-Quartalszahlen: Erwartungen √ľbertroffen, Aktie +9%

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Die Walmart-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen vom größten Einzelhändler der USA Рweil Walmart die Nummer 1 ist, sind diese Zahlen so wichtig im Konsumland USA!

Der Umsatz liegt bei 128 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 123,3/erwartet 126).

Der Gewinn liegt bei 1,29 Dollar pro Aktie (erwartet 1,21).

Die Aktie notiert vorbörslich mit +9%.

Die US-Onlineverk√§ufe bei Walmart steigen um 40% (auf das Gesamtjahr von Walmart hochgerechnet), was den Gesamtumsatz nat√ľrlich ankurbelt. Es wird die B√∂rsianer freuen, dass auch ein alter Hase des station√§ren Einzelhandels im Onlineshopping mitmischen kann.

Interessant: Tatsächlich hat Walmart einen Verlust von 0,29 Dollar pro Aktie eingefahren. Der entsteht aber hauptsächlich (Rechenweg in erster Grafik unten) durch Belastungen aus dem Verkauf des Brasilien-Geschäfts. Dieser Kostenfaktor wird (weil einmalig) als Sonderposten herausgerechnet, und so kommt man im Kerngeschäft auf einen Gewinn von 1,29 Dollar pro Aktie.

Walmart-Quartalszahlen

Walmart-Quartalszahlen

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