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Steuervermeidung? Legal aber unmoralisch? So argumentiert der Apple-Chef zum Thema Steuergerechtigkeit

Der Fall Apple ist der weltweit am meisten beachtete „Themenkomplex“ rund um die Wörter Steuervermeidung, Steuermoral, Steuergerechtigkeit und zukünftige Steuerkonzepte für US-Unternehmen. Die gefürchtete Investorenlegende Carl Icahn benutzt für das…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Fall Apple ist der weltweit am meisten beachtete „Themenkomplex“ rund um die Wörter Steuervermeidung, Steuermoral, Steuergerechtigkeit und zukünftige Steuerkonzepte für US-Unternehmen. Die gefürchtete Investorenlegende Carl Icahn benutzt für das Wort Steuerflucht den amerikanischen Begriff „Tax Inversion“. US-Konzerne flohen zuletzt gerne mit ihren Konzernzentralen ins Ausland (sehr gerne nach Irland) aufgrund den dort sehr günstigen Steuersätzen. Apple selbst ist nicht geflohen.

Tim Cook Apple Steuervermeidung
Apple-Chef Tim Cook. Foto: Valery Marchive/RanZag (CC BY-SA 2.0)

Aber: Die Firma hortet derzeit gut 200 Milliarden Dollar in Cash im Ausland, einen Großteil davon in Irland. Würde Apple das Geld zurück in die USA holen, würde man das Geld ein zweites Mal versteuern müssen mit 40%, so wie Apple es ausführt. Das wäre, wenn man es mit Apple´s Augen sieht, eine doppelte „Bestrafung“, weil man ja vorher schon am Ort der Gewinnerzielung Steuern gezahlt hat. Und eben diese zweite Versteuerung in den USA sei weltweit eine einmalig ungerechte Sache, die US-Unternehmen widerfahre, so Cook aktuell gegenüber der Washington Post.

Jeder Kapitalgesellschaft hat gegenüber ihren Eigentümern die Verpflichtung so viel Gewinn wie möglich zu machen, und gleichzeitig die Steuerlast auf legalem Weg so weit wie möglich zu senken. Das erreicht Apple unter anderem, in dem man die im Ausland erzielten Gewinne im Ausland belässt, und so die US-Besteuerung vermeidet, bis diese endlich extrem stark abgesenkt wird. Um in den USA Dividenden zahlen zu können, nimmt Apple regelmäßig Schulden in den USA auf in Form von Anleihen. Ein klein wenig Zinsen für Anleihen zahlen ist immer noch günstiger als knallhart 40% Steuern zu berappen, so wohl das Motto von Cook. Nebenbei: Diese gezahlte Zinslast senkt die Steuerlast in den USA noch weiter!

Also, ist Tim Cook nun unmoralisch, oder handelt er lediglich im Sinne seines Auftrags als Vorstand einer Aktiengesellschaft? Wohl eher Letzteres. Wenn die Gesellschaft will, dass Apple & Co so richtig blechen, muss sie eben Politiker ins Weiße Haus wählen, die die Gesetze entsprechend ändern. Wir dürfen gespannt sein: Wird Hillary Clinton mit dem Druck von Bernie Sanders und seinen Anhängern im Rücken Apple & Co wirklich so richtig schröpfen? Wie will man die Firmen zwingen ihr Cash zurück ins Land zu holen? Tim Cook jedenfalls sagt selbst er warte auf eine „vernünftige Steuerreform“, bevor Apple sein Geld zurück in die USA überweise. Denn, so ist Tim Cook´s Sicht auf die Dinge, mit diesem ganzen zurücküberwiesenen Geld könnten die USA durch Investitionen massiv die Infrastruktur auf Vordermann bringen und und und.

Also wollen eigentlich alle das selbe. Viele neue Jobs, neue Infrastrukturprojekte. Hillary Clinton will das über höhere Steuern finanzieren. Trump will Schulden machen. Tim Cook und Carl Icahn glauben nach stramm marktwirtschaftlicher Lehre daran, dass durch extrem niedrige Steuern so viel Anreiz für zusätzliche Wirtschaftsleistung geschaffen wird, dass sich all das wie von alleine finanziert (mehr Wirtschaftsleistung = mehr Steueraufkommen). Zu vielen Themengebieten hat Tim Cook aktuell der Washington Post ein sehr umfangreiches Interview gegeben. Hier der Originaltext von Tim Cook zum Thema Steuern:


I think it’s in the best interest of the U.S. to have corporate tax reform, regardless of which political party is in charge of the White House. Because if you look at it, the U.S. rules today are that international companies like us and many others can keep their earnings that they earn overseas overseas, and then when they bring them back it triggers the tax liability.

What I’ve always felt should happen is that every dollar should be taxed immediately with no deferral. But as a consequence of doing that, you should have free flow of capital. What would happen is if a system like that were put in place, it should have more investment going into the United States. We’re the only major country in the world that has a system like this. It’s not good for the U.S., it’s not good for the economy, it’s not good for jobs, it’s not good for investments.

I think there’s wide agreement to that in both parties, by the way. There’s a difference of view with different people about how to fix it, but I think everybody agrees the current system isn’t working. So I’m optimistic that, in 2017, there will be some sort of corporate tax reform. The U.S. needs to invest more in infrastructure — so what would be great is, if they take the tax proceeds of a corporate tax reform and invest it in infrastructure and roads and bridges and airports.

Let me explain what goes on with our international taxes. The money that’s in Ireland that he’s probably referring to is money that is subject to U.S. taxes. The tax law right now says we can keep that in Ireland or we can bring it back. And when we bring it back, we will pay 35 percent federal tax and then a weighted average across the states that we’re in, which is about 5 percent, so think of it as 40 percent. We’ve said at 40 percent, we’re not going to bring it back until there’s a fair rate. There’s no debate about it. Is that legal to do or not legal to do? It is legal to do. It is the current tax law. It’s not a matter of being patriotic or not patriotic. It doesn’t go that the more you pay, the more patriotic you are.

And so what we’ve said — we think it’s fine for us to pay more, because right now we’re paying nothing on that and we leave it over there. But we — like many, many other companies do — wait for the money to come back.

In the meantime, it’s important to look at what we do pay. Our marginal rate, our effective rate in the U.S. is over 30 percent. We are the largest taxpayer in the United States. And so we’re not a tax dodger. We pay our share and then some. We don’t have these big loopholes that other people talk about. The only kind of major tax credit that we get is the R&D tax credit, which is available to all companies in the United States. That’s important to know. The second thing I would point out is we have money internationally because we have two-thirds of our business there. So we earn money internationally. We didn’t look for a tax haven or something to put it somewhere. We sell a lot of product everywhere. And we want to bring it back, and we’ve been very honest and straightforward about that.

How long are you willing to keep unrepatriated income overseas?

Honestly, I believe the legislature and the administration will agree that it’s in the best interest of the country and the economy to have tax reform. So I don’t think I have to make that decision. I’m optimistic that it will take place next year.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Allan

    15. August 2016 16:53 at 16:53

    „Also, ist Tim Cook nun unmoralisch, oder handelt er lediglich im Sinne seines Auftrags als Vorstand einer Aktiengesellschaft?“
    Wo ist hier der Gegensatz?

  2. Avatar

    Marcus

    15. August 2016 17:41 at 17:41

    Was in diesem Fall Apple macht, ist legal und nicht verboten. Wenn es den Staaten nicht passen würde, dann hätten sie schon längst entsprechende Gesetzte beschlossen um die legalen Steuerschlupflöcher zu schließen. Das gilt nicht nur für US-Unternehmen, sondern auch in Europa und Asien.
    Soll der Kongress das Steuerrecht entsprechend reformieren, dann hat auch keiner mehr Grund sich zu beklagen.

    Jeder Politiker muss sich letztendlich mit den Tatsachen arrangieren. Von daher ist dieses Thema „nehmt es den Reichen und gebt es den Armen“ wie es die Demokraten und ihre europäischen Pendants propagieren leeres Gewäsch.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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