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Aktien

Stimmen zur EZB-Entscheidung

Einschätzungen zur heutigen EZB-Entscheidung aus berufenen Mündern..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Hier zwei Reaktionen auf die Entscheidung der EZB, das Anleihekaufprogramm um vorerst neun Monate zu verlängern, allerdings dabei das Volumen auf 30 Milliarden Euro pro Monat zu halbieren:

1. Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK: „Jetzt nicht hektisch werden“!

Die Europäische Zentralbank hat kein Interesse daran, die Finanzmärkte zu überraschen. Das war auch heute wieder so: Angesichts der anhaltend guten Konjunkturdaten hat Mario Draghi wie erwartet angekündigt, die monatlichen Anleihekäufe ab Januar 2018 deutlich herunterzufahren. Diese Entscheidung impliziert zwar weiterhin nicht die große Kurswende für Anleger, aber Feinanpassungen werden wichtiger.

Neue Normalität

Draghis Ziel ist ein behutsamer geldpolitischer Kurswechsel, das so genannte „lower for longer“. Insofern muss jetzt niemand in Hektik verfallen und seine Anlagestrategie komplett in Frage stellen. Für Anleger ist eine Erkenntnis wichtig: Der reale neutrale Zins ist in den vergangenen Jahren gesunken. Lag dieser vor der Finanzmarktkrise bei etwas über zwei Prozent, pendelt er sich heute bei rund einem Prozent ein. Auf diesem Niveau sprechen wir dann auch von der „Neuen Normalität“, einer Geldpolitik, bei der negative Zinsen und Anleiheankäufe noch für einen längeren Zeitraum Standard bleiben werden.

Aktien bleiben erste Wahl

Insofern sind in der Geldanlage Aktien weiterhin erste Wahl – nicht zuletzt weil die Firmengewinne auch im kommenden Jahr steigen dürften. Ein Schwerpunkt sollte dabei der Euroraum sein mit dem DAX als prominentesten Profiteur der gut laufenden Weltkonjunktur.

Behutsame Anpassungen im Portfolio sind jetzt bei den Rentenengagements angeraten: Diese sollten langsam zurückgefahren und etwa durch offene Immobilienfonds ersetzt werden. Angesichts der aktuell niedrigen Inflation ist auch Gold attraktiv. Das wichtigste Gebot bei der Geldanlage ist und bleibt wie immer: Diversifikation. Daran ändert auch Mario Draghi nichts.

—–

2. Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Degussa: EZB hält an Null- und Negativzins fest

Auf der heutigen Sitzung hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen (Leit- und Spitzenrefinanzierungszins: jeweils 0,0 Prozent, Einlagenzins: minus 0,4 Prozent).

Bis Ende 2017 werden die monatlichen Anleihekäufe noch 60 Mrd. Euro betragen, ab Januar 2018 werden sie auf 30 Mrd. Euro monatlich abgesenkt.

Die Anleihekäufe sollen bis Ende September 2018 andauern – also neun Monate länger als ursprünglich geplant.

Die EZB könnte ihre Anleihekäufe sogar noch weiterführen (in Bezug auf Dauer und Betrag), sollte das geldpolitisch als erforderlich angesehen werden, so EZB-Präsident Mario Draghi.

Selbst dann, wenn die Anleihekäufe enden, wird die EZB die Tilgungszahlungen der fälligen Anleihen, die sie in ihrer Bilanz ausweist, noch für lange Zeit reinvestieren.

Was das bedeutet

Eine Euro-Zinswende steht nicht ins Haus.

Auch wenn die EZB die Anleihekäufe bald reduziert: Sie behält weiterhin die Euro-Markzinsen fest im Griff – und wird sie sehr wahrscheinlich auf den gegenwärtig extrem niedrigen Niveaus halten.

Eine Verringerung der Anleihekäufe trägt folglich nicht dazu bei, die Euro-Marktzinsen zu „normalisieren“.

Die EZB wird weiterhin neue, „aus dem Nichts“ geschaffene Euro in das Bankensystem pumpen, indem sie Anleihen kauft – und vermutlich wird das der „Vermögenspreisinflation“ im Euroraum Vorschub leisten.

Die Euro-Sparer werden weiterhin zur Ader gelassen: Bei Nullzinsen und einer positiven Inflationsrate bleibt nämlich der Realzins für viele Sparinstrumente negativ, die Ersparnisse werden entwertet.

Eine geldpolitische Wende markiert die heutige EZB-Entscheidung nicht – auch wenn die Nachricht, dass die Anleihekäufe bald halbiert werden, diesen Eindruck leicht entstehen lassen könnte.

Für den Euro-Außenwert bleibt die EZB-Politik eine Belastung.


Hort der Intelligenz und Weitsicht: der EZB Tower
Foto: EZB

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Denker

    26. Oktober 2017 23:03 at 23:03

    Druck,…Mario, druck…. aus allen Rohren bis die Schläuche platzen,… wer sich so verarschen läßt dem gehört es nicht anders.
    Anleihekäufe reduzieren aber gleichzeitig verlängern,… Grundrechenarten Fehlanzeige… Deutschland schafft sich ab. Wir schaffen das….

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Aktien

SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

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am

Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Tesla krempelt die Autoindustrie um – Werbung

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Lieber Börsianer,

Tesla hat gerade den fünften Quartalsgewinn in Folge gemeldet. Während die Gewinne in der Vergangenheit vor allem den Erlösen aus dem Zertifikatehandel zu verdanken waren, erwirtschaftet Tesla mittlerweile auch im operativen Geschäft einen Überschuss. Der Elektropionier straft damit die Kritiker Lügen.

Bisher musste sich Tesla die Kritik gefallen lassen, dass der Autobauer zwar die Mobilität revolutioniert, jedoch unprofitabel arbeitet. Tatsächlich fielen in der Aufbauphase des Unternehmens horrende Verluste an, die manchen Beobachter auf einen baldigen Untergang von Tesla wetten ließ. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Tesla ist der höchstbewertete Autobauer der Welt.

Tesla treibt eine ganze Branche vor sich her

Die Zeit des klassischen Verbrennungsmotors ist vorbei. Tesla präsentiert sich als Vorreiter einer neuen Zeit. Sicher ist, dass die Automobilbranche vor einer beispiellosen Transformation steht. Tesla hat die technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und beim Elektromotor und der Batterietechnik mittlerweile einen Vorsprung von mehreren Jahren vor der Konkurrenz. Deshalb pumpen die Anleger viel Geld in Tesla.

Ob sich der Vorsprung verteidigen lässt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Klar ist jedoch schon jetzt, dass einige etablierte Konzerne auf der Strecke bleiben werden, wenn sie sich nicht schnell genug anpassen. Gleichzeitig kann aber auch einer der alteingesessenen Autohersteller durch seine enormen Finanzreserven plötzlich zum Marktführer im E-Auto-Segment werden. Entsprechende Strategien gibt es mittlerweile nicht nur bei den Volumenherstellern wie Volkswagen oder Renault, sondern auch im Luxussegment bei Daimler und BMW.

Der Elektromotor ist nicht das einzige Erfolgsgeheimnis von Tesla

Tesla hat nicht nur bei der Entwicklung des Antriebs für seine Fahrzeuge Neuland betreten. Die gesamte Organisation des Unternehmens stellt die Branche auf den Kopf. Es ist verrückt, dass dies die meisten Analysten übersehen.

Üblicherweise ist die Autoindustrie sehr stark von Zulieferbetrieben abhängig. Die Produktion der Einzelteile ist auf der ganzen Welt verteilt. Im Autowerk eines klassischen Konzerns wie BMW, Volkswagen oder Daimler werden die Teile, die aus aller…..

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