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Stimulus-Verhandlungen: Das riskante Spiel von Donald Trump

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Donald Trump mit Hin und Her bei den Stimulus-Verhandlungen

Kaum 24 Stunden aus dem Krankenhaus entlassen, verkündete US-Präsident Trump zunächst ein Ende der Verhandlungen über ein weiteres Stimulus-Paket mit den Demokraten. Aber ist dies angesichts einer weiteren Welle der Pandemie und einer verzögerten Wirtschaftserholung nicht ein äußerst gefährliches wahltaktisches Manöver für das Land und seine Bürger? Könnte dies im vierten Quartal nicht sogar zu einem weiteren Rezessionsquartal führen?

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Die folgenreiche Twitter-Botschaft von Donald Trump über den möglichen Stimulus

Was für ein Hickhack! Zunächst verkündete US-Präsident Trump, dass er angeordnet hat, die Verhandlungen über ein Stimulus-Paket abzubrechen, um dann nach seiner erfolgreichen Wahl zeitnah ein richtiges dickes Paket nachzuschieben, von dem alle Amerikaner profitieren. Der 600-Punkte-Rückgang im Dow Jones in wenigen Minuten ließ erahnen, welche Konsequenzen eine Verweigerung der Republikaner haben könnte – für den Wahlausgang und vorher für die Börsen. Kurz darauf die Ankündigung eines 25 Milliarden Dollar schweren Pakets für die Luftfahrtbranche, einer Finanzspritze für Kleinunternehmen und eines 1200 Dollar-Schecks für die vielen Arbeitslosen im Lande. Also dreimal 400 Dollar für die Monate August bis Oktober. Die Märkte freuten sich, viele Shortpositionen mussten wieder eingedeckt werden und viele Daytrader, deren Positionen ausgestoppt wurden, kehrten in den Markt zurück. Dann im Verlauf des Donnerstag das Dementi der Sprecherin der Demokraten, Nancy Pelosi, dass man kein gestückeltes Paket akzeptieren werde, sondern nur ein Gesamtpaket.

Was ist der Unterschied zu den Handelsgesprächen mit China?

Vergleiche mit den unsäglichen Verhandlungsrunden im Handelskonflikt mit China drängen sich auf. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied: Damals ging es um die Reduzierung des Handelsbilanzdefizits und die Unterstützung der Landwirtschaft in den USA, die aber nur ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht – ein wesentlicher Unterschied auch zur Weltwirtschaftskrise 1930 ff, wo diese Relation noch den Faktor 10 bis 20 bedeutet hat. Aber heute? Die Pandemie um Covid-19 hat dazu geführt, dass bis zu 22 Millionen Amerikaner ihren Job verloren haben, davon ist erst die Hälfte aufgeholt. Also sind circa elf Millionen Bürger sowie zahllose Kleinunternehmer abhängig von staatlicher Unterstützung und dieser Fakt hat erst einmal nichts mit einer Wende im Lande hin zu staatlichem Dirigismus zu tun. Wenn der neue Stimulus nicht kommt, muss die Wirtschaft leiden, mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Elf Millionen Jobs sind in den vergangenen Monaten wieder geschaffen worden. Damit fehlen im Vergleich zur Zeit vor Corona aber immer noch netto elf Millionen. Mitten in diesem Prozess weitere Fiskalhilfen auszusetzen, wäre verantwortungslos.

Wie verlief das dritte Quartal?

Hat nicht erst Stunden vor Trumps Rückzug aus den Verhandlungen über den Stimulus, der Notenbankchef der Federal Reserve, Jerome Powell, vor einem anhaltenden Abschwung gewarnt? Er erinnerte daran, dass die Konjunktur sieben Monate nach Ausbruch der Pandemie fragil sei, sollten neue Stimuli ausbleiben. Diese Schwierigkeiten für Millionen Bürger und Unternehmen seien laut Powell vermeidbar, wenn neue Gelder bewilligt würden. So ist es jetzt bereits deutlich erkennbar, dass sich der Schwung der Erholung der US-Wirtschaft deutlich abgeschwächt hat. Natürlich auch infolge der weltweit zu beobachtenden zweiten Coronawelle und des unsäglichen Managements der Pandemie in den USA. Die einst so euphorischen Schätzungen für das vierte Quartal werden sukzessive heruntergefahren, zuletzt auf 3,7 Prozent im Vergleich zu Q3.

Dummerweise werden kurz vor dem Wahltag, am 28. Oktober, die Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Da sollte es schon einmal keine böse Überraschung geben – aus der Sicht der Regierenden. Aber könnte es infolge der Streitigkeiten um das Konjunkturpaket nicht noch viel weiter abwärts gehen, im Schlussquartal des Jahres. Sollte es jetzt keine Einigung geben, so werden die vielen Arbeitslosen für mehrere Wochen bis in den November hinein auf die Konsumbremse treten müssen. Und falls die Demokraten siegreich aus den Wahlen hervorgehen, tritt ein weiterer Mechanismus in Kraft.

Die Wahlen sind am ersten Dienstag im November, die Inauguration des Präsidenten traditionell erst am 20. Januar. Ein langer Zeitraum, der dazu dient, eine neue Regierungsmannschaft zusammenzustellen. Also würden Monate verstreichen bis die entscheidenden Hilfen verabschiedet werden können. Die Wirtschaft könnte in den nächsten Wochen noch einmal so richtig einknicken, was zunächst einmal dem Präsidenten in seinen Wahlchancen beeinträchtigen könnte. Ein Taktieren wie im Handelskrieg, kann es angesichts der Kürze der Zeit bis zum Wahltag nicht geben. Das übliche Drohen und Poltern durch den Präsidenten wäre ein ziemliches Eigentor, eine zumindest kleine Stimulus-Lösung muss kommen.

Fazit

Auch wenn noch so hoch gepokert wird, es ist ein Spiel mit dem Feuer, welches in Washington gerade abläuft. Wenn der exogene Schock durch eine Pandemie, für deren Ursache man keine Schuld trägt, aber sehr wohl für ihre Bewältigung, Luftfahrt, Hotellerie, Freizeit, Eventmagement und vieles mehr in die Knie zwingt, ist rasches Handeln erforderlich. Es kann bei diesen Rahmenbedingungen (noch) keine vollständige Erholung der Wirtschaft geben, wenn allein der Tourismus über acht Prozent zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt beigetragen hat (2019). Ein politischer Streit, der von Wahltaktik geprägt ist, kann im Gegensatz zum Handelskrieg in Kürze zu einer sogenannten Double-Dip-Rezession führen. Ein Einbruch des Konsums, der für 70 Prozent in der US-Ökonomie steht, würde extreme Auswirkungen auf viele Menschen im Lande haben und der jeweiligen Partei angelastet werden. Deshalb wird es m.E. zu einer Lösung (einem neuem Stimuls-Paket) kommen – vielleicht spüren dies die Anleger an den Börsen und preisen aktuell den Geldsegen ein.

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

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Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

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In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

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Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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