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Strafzölle: Amerikaner bezahlen, nicht Chinesen!

Eine neue Studie der New York Fed zeigt, dass es nicht etwa Chinas Firmen sind, die die Kosten für die Strafzölle bezahlen, sondern US-Firmen

Markus Fugmann

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am

Eine neue Studie der New York Fed zeigt, dass es nicht etwa Chinas Firmen sind, die die Kosten für die Strafzölle bezahlen, sondern US-Firmen (und in geringerem Umfang US-Konsumenten)! Das steht in direktem Gegensatz zu den wiederholten Aussagen von Donald Trump, wonach China die Zölle bezahle. So sagte Trump am 24.Januar 2019:

“We have billions of dollars coming into our Treasury — billions — from China. We never had 10 cents coming into our Treasury; now we have billions coming in”
.

Und schließlich Anfang August bei einer Rede:

“Don’t let them tell you, the fact is — China devalues their currency, they pour money into their system. Because of that, you’re not paying for those tariffs. China’s paying for those tariffs”

Rein technisch gesehen: werden Waren aus China in die USA importiert, zahlen die (amerikanischen!) Importeure an die US-Zollbehörde (meist in den Häfen) die jeweiligen Zölle für das Recht, diese Waren importieren zu dürfen, wie die New York Fed in der Analyse klarstellt:

„Tariffs are collected at the port of entry by the U.S. Customs, with the duty paid by the immediate U.S. purchaser of the good. In effect, the U.S. purchaser pays a sales tax to the Customs Service for the right to import the good.“

Da die US-Importeure also die Strafzölle bezahlen müssen, könnten die chinesischen Versender der Waren die Preise senken, um die durch die Zölle anfallenden Zusatzkosten mit den US-Importeuren zu teilen. Aber ist das der Fall?

Schon eine Analyse der New Yorker Fed aus dem Mai 2019 hat gezeigt, dass Chinas Exporteure die Preise nicht wegen der Strafzölle gesenkt haben. Die aktuelle Studie der New Yorker Fed zeigt nun, dass die Einfuhrpreise für Waren aus China zwischen Juni 2018 (Einführung der ersten Strafzölle) und September 2019 um -2% gefallen sind:

Chinas Exporteure haben die Preise nur marginal gesenkt

Aber auch die Preise für Waren aus Mexiko oder anderen asiatischen Ländern, die nicht von US-Zöllen betroffen sind, haben sich um -2% verringert:

„(..)prices on goods purchased from Mexico and the so-called Newly Industrialized Economies (South Korea, Taiwan, Singapore, and Hong Kong) have fallen by roughly the same amount, suggesting that this small drop is the result of general market conditions rather than the increase in tariffs“.

Wenn also die chinesischen Lieferanten der Waren ihre Preise nicht stärker gesenkt haben als Lieferanten aus anderen Ländern, die nicht von US-Strafzöllen betroffen sind, kann das nur heißen: es sind die US-Importeure, die die Zölle bezahlen. Die New York Fed zeigt dazu auch auf, dass die Einnahmen aus den Zöllen gegen China unter den Erwartungen der Trump-Administration liegen, weil von Strafzöllen betroffene Waren deutlich weniger eingeführt werden als vor der Bezollung:

„The continued stability of import prices for goods from China means U.S. firms and consumers have to pay the tariff tax. In annualized terms, U.S. tariff revenues were roughly $40 billion higher in the third quarter of 2019 relative to the second quarter of 2018, before the China-specific tariff hikes. This is considerably below what might have been expected. USTR estimates had a tariff hike of 25 percentage points on $250 billion of Chinese goods as of June, pointing to a $62 billion increase in annualized revenues. (The additional tariff hike imposed in September would push this figure higher.) The shortfall in duties is largely due to a steep drop in purchases of the affected goods. Detailed data show imports of goods hit by tariffs have declined by an annualized $75 billion since the second quarter of 2018, while imports of non-tariffed goods have been roughly stable.“

Wer aber ersetzt jene Produkte, die aufgrund der Bezollung nun in geringerem Umfang eingeführt werden? Nicht wie von der Trump-Administration erhofft etwa amerikanische Firmen – vielmehr werden die Produkte aus anderen Ländern eingeführt:

„(..) high tariffs on Chinese goods will encourage a search for alternative suppliers. The chart below shows the change in China’s share of total U.S. imports by product category relative to 2017. China’s market share has already fallen by roughly 2 percentage points for machinery and electrical equipment and by close to 6 percentage points for electronics. A broader look at the trade data shows that China’s lost market share has gone largely to Europe and Japan for machinery and to Malaysia, South Korea, Taiwan, and Vietnam for electronics and electrical equipment.“

Durch den Handelskrieg fallen die Exporte Chinas in die USA

Chinas Exporte in die USA schrumpfen, andere Länder ersetzen die aufgrund der Bezollung unattraktiveren Produkte aus China. Vieles davon dürften Produktions-Verlegungen aus China in andere Länder wie Vietnam sein (deren Exporte innerhalb nur eines Jahres um +35% gestiegen sind!):

 

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Damit ist die Aussage von Trump widerlegt, wonach China die Strafzölle bezahle. Recht hat der US-Präsident aber mit der Aussage, dass die Strafzölle der chinesischen Wirtschaft offenkundig Schaden zufügen!

Die Strafzölle gegen chinesische Waren werden von Amerikanern bezahlt

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Donald Wump

    26. November 2019 11:21 at 11:21

    Diese Aussagen sind Frevel und Fake-News! Die FED-Mitglieder müssen ersetzt werden!

  2. Avatar

    barthez72

    26. November 2019 11:58 at 11:58

    Bin kein Trumpi ,aber leider hat er bei Zöllen des öfteren recht,bei den Mehreinnahmen hat allerdings schon wieder gelogen.Konnte man aber erwarten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Laffer-Kurve

  3. Avatar

    Kritisch on fire

    26. November 2019 12:05 at 12:05

    „Damit ist die Aussage von Trump widerlegt, wonach China die Strafzölle bezahle.“

    Diese Aussagen sind bewusst für die breite Öffentlichkeit, unter dem Titel: „Seht her, die Chinesen zahlen (das versteht die Breite Masse und ob es stimmt ist doch egal – eben WAHLKAMPF-RHETORIK)!“

    „Recht hat der US-Präsident aber mit der Aussage, dass die Strafzölle der chinesischen Wirtschaft offenkundig Schaden zufügen!“

    Nichts anderes ist und war das Ziel von Hr. Trump. Witschaftliche Schwächung des aufstebenden Konkurrenten, wobei ich pers. glaube, dass am Ende des Tages sich USA einen größeren Schaden zufügt, da, wie man ja sieht, andere „Billigländer“ in die Presche springen und nicht die Produktionen serienweise in die USA verlagert werden.

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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