Die Straße von Hormus rückt erneut in den Fokus der Märkte, da Iran den Zugang zur zentralen Ölroute offenbar politisch steuert. Laut JPMorgan könnte Teheran die Passage künftig gezielt an geopolitische Bedingungen knüpfen und damit den Ölfluss beeinflussen. Die Analysten um Natasha Kaneva sehen darin ein System selektiver Durchfahrtsrechte je nach politischer Nähe. Für Ölpreise, Lieferketten und die Versorgungssicherheit westlicher Staaten könnte das erhebliche Folgen haben.
Iran selektiert Schiffe für Hormus
Wie Bloomberg aktuell berichtet, dürfte die Durchfahrt durch die Straße von Hormus laut JPMorgan Chase wohl wieder möglich werden — geknüpft an Bedingungen. Teheran werde voraussichtlich bestimmten Schiffen die Passage gestatten, abhängig von deren politischer Zugehörigkeit.
“Dies schafft ein System, in dem die wichtige Meeresenge nicht formell geschlossen ist, der Transit jedoch zunehmend von politischer Verständigung mit Teheran abhängt”, erklären die Analysten um Natasha Kaneva.

In den vergangenen 48 Stunden hätten mindestens vier Schiffe die Straße von Hormus passiert, nachdem sie zuvor kurzzeitig durch den Larak–Qeshm-Kanal gefahren waren, so die Analysten.
Der Seeabschnitt zwischen zwei iranischen Inseln im Nordteil der Straße von Hormus gehört nicht zu den üblichen Routen. Die Abweichung könnte daher auf ein Verfahren hindeuten, bei dem Eigentümer und Ladung eines Schiffs überprüft werden, um anschließend die Passage für Schiffe zu ermöglichen, die nicht mit den USA oder deren Verbündeten verbunden sind.
Bevorzugter Zugang für neutrale Staaten
Gleichzeitig haben mehrere große Ölimporteure – darunter China, Indien, Pakistan und die Türkei – Gespräche mit Teheran aufgenommen oder Schritte unternommen, um die Durchfahrt ihrer Schiffe zu sichern.
Diese Länder importieren etwa 7,6 Millionen Barrel Öl pro Tag durch die Straße von Hormus und gelten aus Sicht Teherans in der Regel als neutral oder freundlich. Das verschafft ihnen laut den Analysten von JPMorgan “die besten Chancen auf bevorzugten Zugang”.
Westlich ausgerichtete Importländer wie Japan, Südkorea, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien koordinieren sich derweil mit den USA und prüfen Optionen für Marineeskorten, anstatt direkt mit Teheran zu verhandeln.
FMW/Bloomberg
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Mal zusammengefasst:
BRICS- Länder dürfen passieren.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
China verstehe ich direkt. Indien, Pakistan und die Türkei verstehe ich nur in Verbindung mit Konzessionen oder direkte Vermittlung durch China. Insbesondere mit der Türkei bestehen Interessentsdifferenzen, die auch mit China und Russland mit der Türkei hat.
Die EU will sich wohl nicht beteiligen.
Sie scheinen geschlossen einig, das wäre mal eine gute Nachricht in der weniger guten.
Ich halte das für einen ziemlichen diplomatischen Fehler. Man hätte auch einen defensiven Mittelweg wählen können Frachterschutz ist doch kein Kriegseintritt. Man bestätigt damit das Trumpnarrativ, ausgenutzt zu werden und signalisiert, dass der Westen gespalten ist. Das kann doppelt nach hinten losgehen und auch verlängernd wirken. Zudem kocht immer nochder Ukrainekrieg, die Amerikaner werden gebraucht.
Ich würde ja gerne sagen, die werden das schon richtig entscheiden, wenn da nicht meine empirische Beobachtung sagen würde, irgendwie machen die es eigntlich immer falsch, manchmal korrigieren sie sehr spät um 180°.
Mittelfristig wird sich der Ölpreis auch bei der realen Inflation bemerkbar machen…
Offenbar vertraut die Wallstreet darauf ….das bei der gemessenen Inflation wieder getrickst wird…
Aber ein Anstieg…. von fast 50 Prozent beim Ölpreis… müsste auch auf die tatsächliche Inflation durchschlagen….
Die EU sitzt beim Ukrainekrieg am Katzentisch, die EU wurde auch bei der Kriegsentscheidung nicht miteinbezogen, also soll die EU am Katzentisch bleiben und die Kriegsauslöser sollen das vergiftete Katzenfutter selber ausfressen. Die Iraner werden nämlich wie man sieht, gleich wie die Amis, zwischen Freund und Feind unterscheiden und dies müsste Vorteile bringen bei der Durchfahrt durch die Meerenge, so wie es für China und Indien schon gilt.Donald ist in die selbstgegrabene Grube gefallen, neben dem grossen starken Iran kämpft er zusätzlich gegen die geheimen Strippenzieher Russland/ China im Hintergrund. Gegen 3 schlaue Langfriststrategen nützt die grösste Armee mit einem Wirrkopf an der Spitze nichts.