In diesem Jahr hat sich das Bild für US-Aktien ins Negative gekehrt. Während die amerikanischen Aktienmärkte in den letzten beiden Jahren ihre internationalen Pendants auch dank der Magnificent Seven outperformen konnten, hinken sie in diesem Jahr deutlich hinterher. Die Musik spielt seit Jahresbeginn an den europäischen und chinesischen Aktienmärkten. Bestes Beispiel: Trotz der jüngsten Korrektur liegt der Dax in diesem Jahr immer noch 12,4 Prozent im Plus, während der US-Leitindex S&P 500 nicht einmal auf 2 Prozent kommt. Allerdings erwarten die Wall-Street-Strategen von Morgan Stanley und JPMorgan, dass die Flucht aus US-Aktien nicht von Dauer sein wird.
US-Aktien hinken hinterher
US-Aktien werden angesichts der robusten Aussichten für Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne nicht lange unbeliebt bleiben, meinen einige der Top-Strategen an der Wall Street.
Nach Jahren der Outperformance wird der S&P 500 Index 2025 hinter seinen internationalen Pendants zurückbleiben, da die Anleger von der Unsicherheit im Zusammenhang mit der Zoll- und Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump und den hohen Bewertungen abgeschreckt werden. Das KI-Modell des chinesische Startups DeepSeek hat zudem Befürchtungen geschürt, die USA könnten ihre Führungsrolle im Bereich der künstlichen Intelligenz an China verlieren. Ausgelöst von dem DeepSeek-Weckruf setzte an den chinesischen Aktienmärkten eine fulminante Rally ein, die bislang kein Ende kennt.

Michael Wilson, Stratege bei Morgan Stanley und ein Befürworter von US-Aktien bis Mitte 2024, sagte, er erwarte eine Rückkehr des Kapitalflusses an die Wall Street und bezeichnete den S&P 500 als den „qualitativ hochwertigsten Index“ mit den „besten Aussichten für Gewinnwachstum“.
„Es ist verfrüht, daraus zu schließen, dass die Rotation weg von den USA nachhaltig ist“, schrieb Wilson in einer Notiz. Der Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley glaubt, dass dies immer noch ein „Markt für Stockpicker“ ist. Bei Bloomberg äußerte er sich zu Fed, DOGE, Gewinnen, Nvidia und Trumps Zöllen.
Magnificent Seven unter Druck
Die einstigen Highflyer, die sogenannten Magnificent Seven, die in den letzten Jahren für den Großeteil der Anstiege an den US-Aktienmärkten verantwortlich waren, sind nun das größte Sorgenkind.
Die Aktien der Technologiegiganten – die „Magnificent Seven“ – haben die größte Skepsis unter den Anlegern hervorgerufen, die befürchten, dass sie zu hoch bewertet sind, nachdem sie die Rally an der Wall Street seit dem Tiefpunkt Ende 2022 angeführt haben. Auch das Gewinnwachstum dieser Gruppe wird sich nach einem Höhepunkt im Jahr 2023 verlangsamen. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel am Freitag um 2,1 %, auch weil die Big Tech-Werte nachgaben.
Der S&P 500 ist in diesem Jahr nur um rund 2 % gestiegen, während der Stoxx Europe 600 Index um 9 % und der Nasdaq Golden Dragon China Index um 18 % zugelegt haben. Der Bloomberg Magnificent Seven Index fiel dagegen um 1,9 Prozent.
Hindernis für US-Aktienmärkte
Der Stratege von JPMorgan Chase & Co, Mislav Matejka, sagte, dass die gedämpften Aussichten für große Technologieunternehmen in der Tat ein „bedeutendes Hindernis“ für eine erneute Outperformance der USA im Allgemeinen seien.
Allerdings müsste das Gewinnwachstum in den USA hinter dem Rest der Welt zurückbleiben, um eine ausgeprägte Baisse zu rechtfertigen. Dies scheint derzeit nicht der Fall zu sein.
„Wir plädieren nicht für eine Untergewichtung der US-Aktien, da wir nach wie vor eine große Wachstums- und Gewinnlücke gegenüber dem Rest der Welt sehen, wobei die Eskalation der Zölle ein Joker ist“, schreibt Matejka in einer Notiz. Der nächste Test für die Stimmung an der Wall Street und die wichtigen Tech-Aktien steht schon am Mitwoch an, wenn der Chipgigant Nvidia seine Quartalszahlen vorlegt.
FMW/Blomberg
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