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Aktien

Stürzt die Wirtschaft ab, wenn die Aktienmärkte fallen?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wann entstehen Rezessionen? Wann steigt die Arbeitslosigkeit? Haben Abverkäufe bis hin zum Crash einen nachhaltigen Einfluß auf die Wirtschaft? Klares ja, sagt dazu der Ökonom Roger Farmer von der University of California in Los Angeles. In zwei Abhandlungen, die erste davon aus dem Jahr 2012, die zweite kürzlich, versucht er zu zeigen, dass ein nachhaltiger Einbruch von 10% an den Aktienmärkten (der USA) die Arbeitslosigkeit durchschnittlich um 3% steigen läßt.

Roger Farmer hat dazu die Aktienmärkte und Arbeitsmarktdaten in den USA seit dem Krisenjahr 1929 analysiert. Und seine originelle These lautet: der Crash von 2008 hat in den USA zur Rezession geführt, er war der Grund für die Rezession. Mit dieser Ansicht unterscheidet sich Framer deutlich vom Mainstream, der die Aktienmärkte nur als Indikator für den Zustand einer Wirtschaft, nicht aber als Treiber für wirtschaftliche Entwicklungen selbst versteht.

Dem hält Farmer entgegen: nach jedem Crash an den Märkten sei die Arbeitslosigkeit gestiegen seit dem Jahr 1929. Zumindest dann, wenn die Verluste an den Aktienmärkten nicht extrem kurzfristig sind – so etwa bei dem Crash im Jahr 1987, als jedoch die Märkte dank der Intervention des damaligen Fed-Chefs Greenspan schnell wieder nach oben drehten. Dagegen seien bei etwas nachhaltigeren Kursrückgängen stets die Arbeitslosigkeit gestiegen. Farmer argumentiert daher, dass in den USA das Verhältnis zwischen Aktienpreisen und Arbeitslosigkeit seit 70 Jahren konstant sei – eine erstaunliche Beobachtung.

Der Ökonom argumentiert, dass bei fallenden Kursen Haushalte und Unternehmen weniger konsumierten, zudem werde weniger investiert. Aktienpreise verändern also das Konsum- und Investitionsverhalten. Denn bei gefallenen Kursen fehle schlicht die Zuversicht, und das schlage sich dann eben in der Realwirtschaft nieder. Und blickt man auf das derzeitige Verhalten etwa der US-Unternehmen, findet sich eine Bestätigung für diese These Farmers: US-Unternehmen investieren seit dem Abverkauf Anfang des Jahres weniger, sie kaufen aber auch weniger der eigenen Aktien zurück, obwohl diese viel günstiger sind als zuvor (siehe dazu unseren Artikel „Über menschliche Blödheit am Beispiel von Aktienrückkäufen“). Und: US-Unternehmen kaufen nur dann andere Unternehmen, wenn diese hoch bewertet sind, sprich die Aktienmärkte meistens teuer sind (KGV).

Das alles bedeutet: ein kurzer Crash schadet der Realwirtschaft nicht, aber dauerhaft tiefere Kurse durchaus. Das gilt vor allem für die USA und jene Länder, in denen die Aktienquote der Bevölkerung hoch ist. Für Deutschland allerdings ist die Interpretation da schon schwieriger, angesichts der geringen Bereitschaft der Deutschen zu Aktienkäufen.

Farmer selbst hat übrigens einen originellen Votschlag für die Fed: Sie solle ruhig die Zinsen weiter anheben, aber gleichzeitig über den Kauf breit aufgestellter ETFs die Aktienmärkte stützen. Ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Fed den Vorschlag umsetzt. Und Farmer den Nobelpreis erhält – jedoch nicht für Verdienste um die freie Marktwirtschaft, darf man vermuten..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Argonautiker

    2. Februar 2016 18:58 at 18:58

    Welche Wirtschaft? :-)

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Aktien

Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Go Big or Go Home – Janet Yellen gibt Vollgas

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Janet Yellen spricht heute ab 16 Uhr deutscher Zeit im US-Kongress. Das kann die Kurse bewegen.

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