Indizes

Samsung und SK Hynix -10 % und -11,5 % Südkorea-Aktien: Überfällige Korrektur wird dank Iran-Krieg zum Crash

Der Aktienmarkt in Südkorea crasht heute um 7,2 %. Die beiden Mega-Aktien fallen um 10 %. Der Iran-Krieg verstärkt die notwendige Korrektur.

Börsenhandel in Seoul
Börsenhandel in Seoul. Foto: SeongJoon Cho/Bloomberg

Seit Tagen, Wochen und Monaten lief eine gigantische Rally am Aktienmarkt in Südkorea, der best laufende Aktienmarkt der Welt in diesem Jahr! Es war nur die Frage: Wann würde die gesunde Korrektur kommen? Irgendwann müsste nur aufgrund der Markttechnik auch mal eine Welle an Gewinnmitnahmen einsetzen. Aber der Iran-Krieg hat den Anlegern diese Entscheidung „abgenommen“. Risk Off zieht dank des Iran-Kriegs durch die Märkte, Aktien werden global verkauft. So auch in Südkorea.

Großer Aktiensturz in Südkorea

Und da der Markt in Südkorea seit Wochen eh überhitzt ist, fällt der Abverkauf gleich viel heftiger aus als in anderen Märkten. Der Gesamtmarkt-Index KOSPI in Seoul ist heute um 7,24 % gefallen. Die beiden Mega-Schwergewichte Samsung und SK Hynix (zwei der drei globalen Großproduzenten von Speicherchips für KI) sind heute um 9,88 % und 11,5 % gefallen. Ein großes Durchatmen nach der atemberaubenden Rally, und das ausgelöst durch einen Krieg, der weit entfernt ist. Aber dennoch können die steigenden Energiekosten dank des Iran-Kriegs auch in Asien massive negative Auswirkungen haben.

So eine Korrektur, so ein Crash auf extrem hohem Niveau ist markttechnisch gesund. Die Anstiege konnten nicht ständig so weitergehen. Im Chart sehen wir den Verlauf der letzten sechs Monate. Gut erkennbar sind die aktuellen Rückgänge. Aber immer noch ist der Leitindex für Südkorea nach sechs Monaten mit 82 % im Plus, Samsung mit 183 %, und SK Hynix legt 243 % zu.

Verlauf des Aktienmarktes in Südkorea mit KOSPI-Index sowie Samsung und SK Hynix

Bloomberg-Bericht

Südkoreanische Aktien brachen ein, da die Spannungen im Nahen Osten die Sorge über die Auswirkungen steigender Energiekosten schürten und eine Risikoaversion die globalen Märkte erfasste, so Bloomberg News. Weiter wird berichtet: Der Leitindex Kospi verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit dem 5. November, als der Markt in Südkorea nach einem Feiertag wieder öffnete. Auch asiatische Konkurrenten mussten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran und den darauf folgenden Vergeltungsmaßnahmen den zweiten Tag in Folge Verluste hinnehmen. Der Won fiel um bis zu 1,9 % und verzeichnete damit den größten Rückgang seit Mai.

Ein länger andauernder Krieg könnte eine große Herausforderung für die weltweit führende Rallye der koreanischen Aktien darstellen, wobei der Kospi in diesem Jahr immer noch um mehr als 40 % gestiegen ist. Die Chip-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix trugen aufgrund der steigenden globalen Nachfrage nach Speicherchips im Zuge des Booms der künstlichen Intelligenz maßgeblich zu den Gewinnen bei.

„Ein längerer Konflikt mit dem Iran birgt das Risiko, dass die Rohölpreise hoch bleiben, was die Inflationsrisiken verstärkt und den Weg der Federal Reserve zur Lockerung der Geldpolitik erschwert“, sagte Jung In Yun, Geschäftsführer von Fibonacci Asset Management Global. „Dieses makroökonomische Umfeld belastet KI-bezogene Aktien, deren hohe Bewertungen zunehmend empfindlich auf Veränderungen der Zinsen und Liquiditätserwartungen reagieren.“

Auch Aktien von Fluggesellschaften und Automobilherstellern in Südkorea verzeichneten Verluste. Die Rüstungsunternehmen Hanwha Aerospace und LIG Nex1 legten jeweils um mehr als 25 % zu, und Ölunternehmen schnitten überdurchschnittlich gut ab. Bewegungen bei Kospi-Futures führten kurzzeitig zu einer Unterbrechung des Programmhandels, um die Volatilität zu dämpfen. Ausländische Investoren führten die Verkäufe an und veräußerten bisher netto Kospi-Aktien im Wert von mehr als 4 Billionen Won (2,7 Milliarden US-Dollar), während Privatanleger einen ähnlichen Betrag kauften.

„Nach der starken Performance von Aktien in Südkorea in diesem Jahr ist mit einigen Gewinnmitnahmen zu rechnen“, sagte Cameron Chui, Aktienstratege bei JPMorgan Private Bank. „Rückgänge stellen Kaufgelegenheiten dar, vorausgesetzt, die Eskalation des Iran-Konflikts bleibt beherrschbar.“

Stärkster Rückgang bei Südkorea-Aktien seit zwei Jahren

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage