Die Hausse nährt die Hausse (altbekannte Börsianer-Weisheit), und Analysten befeuern die Hausse um so mehr. Höhere Kurse sorgen für das Heraufsetzen von Kurszielen durch Analysten, was die Anleger wiederum veranlasst, die Kurse noch stärker hochzutreiben. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sozusagen. Mit 8.801 Punkten hat der KOSPI-Aktienindex in Südkorea dieses Jahr bereits sensationelle 104 % zugelegt. Im Vergleich dazu: Der Dax gewann nur 2 %, der Nasdaq 100 21,6 %, und der Philadelphia Semiconductor Index für US-Chipaktien 86 %. Jetzt legt Goldman Sachs den „Nachbrenner“ ein und erhöht das Kursziel für den KOSPI massiv!
Südkorea und Taiwan: Goldman erhöht Kursziele massiv
„Wir konzentrieren uns auf Nordasien, wo das Gewinnwachstum am stärksten ist“, so schreiben es aktuell laut Bloomberg News Strategen von Goldman Sachs, darunter Timothy Moe. Sie stufen Taiwan auf „Übergewichten“ mit einem 12-Monats-Ziel von 51.000 Punkten für den Leitindex Taiex (Kurspotenzial jetzt 12 %). Und sie heben ihr Kursziel für den Südkorea-Leitindex KOSPI von 9.000 auf 12.000 Punkte an (Kurspotenzial jetzt 36 %).
Die Goldman-Strategen gehen davon aus, dass sich der positive Trend von Rekordgewinnen der Chiphersteller fortsetzen wird. „KI-Investitionen werden es der Tech-Hardware-Branche ermöglichen, bis 2028 und darüber hinaus ein starkes Gewinnwachstum zu erzielen“, schrieb das Team von Goldman. Sie erwarten, dass Südkorea in diesem Jahr mit einem Gewinnwachstum von 320 % in Asien führend sein wird, gefolgt von Taiwan mit 48 %. Goldman hat seine KOSPI-Prognose in diesem Jahr wiederholt angehoben. Die jüngste Prognose gehört zu den höchsten der Wall-Street-Strategen, wobei JPMorgan in seinem im Mai veröffentlichten Bullen-Szenario 10.000 Punkte erwartet.
Korrektur aber möglich
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Moes Team räumte die Möglichkeit von Korrekturen an den Märkten nach deren starken Gewinnen ein, die diese „anfällig für Gewinnmitnahmen“ machen. Ausländische Investoren zeigten sich besonders zurückhaltend und verkauften in diesem Jahr Aktien aus Südkorea im Wert von netto 70 Milliarden US-Dollar. „Die überdurchschnittliche Performance Südkoreas und Taiwans erhöht das Risiko eines starken Rückgangs, insbesondere angesichts der zunehmenden spekulativen Positionen“, schrieben sie und empfahlen eine Absicherung durch Optionsstrukturen. „Wir bleiben strategisch positiv für beide Märkte.“
KI-Rally läuft weiter? Kommentar
Die Indizes in Südkorea und Taiwan werden zu großen Teilen von drei Konzernen angetrieben: SK Hynix, Samsung und TSMC. Sie sind die ganz großen asiatischen Hardware-Produzenten für die KI-Euphorie, und legen die großen Kursgewinne an der Börse hin. Offenbar sind Top-Analysten aktuell der Meinung, dass die Gewinne zukünftig noch besser laufen werden. Und ja, in den letzten Wochen haben die großen KI-Hyperscaler ihre Aussicht für Investitionen in KI-Infrastruktur nochmal massiv erhöht von 650 auf 725 Milliarden Dollar in diesem Jahr.
Und zahlreiche Chiphersteller und andere Unternehmen aus dem KI-Universum meldeten zuletzt blendende Finanzdaten und Ausblicke, so letzte Woche zum Beispiel Dell. Erst diese Woche pushte Nvidia-Chef Huang mit Aussagen Software-Aktien und gestern erst die Aktien von Marvell Technology. Man pusht sich gegenseitig nach oben, und die Stimmung könnte gar nicht besser sein? Man schwelgt derzeit auf einer Welle der Euphorie. Und der Aktienmarkt in Südkorea darf weiterhin ganz vorne auf der Welle reiten, weil die Gewinne bei SK Hynix und Samsung weiter ansteigen werden? Irgendwie erinnert das stark an manische Börsen-Rallys um die Jahrtausendwende, wie auch andere Hausse-Phasen. Niemand ist mehr an Verluste oder Abstürze gewöhnt. Anleger kaufen, Analysten erhöhen Kursziele, die Fallhöhe wird damit immer größer.
FMW/Bloomberg
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Gestern waren’s noch 10 000 …von einer Bank..jetzt schon die 12 000…!
Wer bietet mehr…? ! ! !