Folgen Sie uns

Aktien

Syriza: Gläubiger betreiben „Erpressung“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Führende Vertreter der griechischen Regierungspartei Syriza haben den Gläubigern vorgeworfen, die Athener Regierung zu erpressen. So sagte heute Morgen der Sprecher der Syriza-Parlamentsfraktion, Nikos Filis, dem Fernsehsender Mega TV:

„Die Forderung der Gläubiger, vernichtende Massnahmen wieder auf den Tisch zu legen, belegt, dass die Erpressung gegen Griechenland einen neuen Höhepunkt erreicht hat“.

Ähnlich äusserte sich auch der griechische Arbeitsminister Panos Skourletis gegenüber dem erst seit Juni wieder eröffneten staatlichen Sender ERT (der von der Samaras-Vorgängerregierung als Teil der Sparmaßnahmen abgeschaltet worden war).

Die Athener Regierung besteht nach wie vor auf einem Schuldenschnitt – und trifft damit auf taube Ohren bei den Gläubigern, die auch die Forderung ablehnen, die Schulden des Landes von der EZB auf den ESM zu verlagern. Der ESM hat deutlich weniger strenge Regularien für die Rückzahlung von Schulden als die EZB – so würde der unmittelbare Schulden-Druck erleichtert. Im Juli und August muß Athen über sieben Milliarden Euro an die EZB zahlen – das wäre in etwa die Summe, die im Falle einer Einigung zwischen Griechenland und den Gläubigern Ende Juni als letzte Tranche des bestehenden Hilfspakets zur Auszahlung käme.

Die Verhandlungen scheinen unterdessen weiter zu stocken. Offenkundig hat Tsipras die am Montag eingreichten Vorschläge teilweise wieder zurück nehmen müssen – insbesondere die Anhebung der Beiträge zur Rentenversicherung stoßen bei Syriza auf breiten Widerstand. Ab 09.00Uhr wird Tsipras mit den maßgeblichen Vertretern der Gläubiger konferieren, darunter auch der ESM-Chef Regling. Knackpunkt ist nach wie vor, dass die Gläubiger Einsparungen fordern, während Athen die Einnahmen etwa durch Erhöhung der Mehrwertsteuer im Bereich Tourismus erhöhen will. Das aber trifft auf den entschiedenen Widerstand des IWF, der mit derlei Maßnahmen eine Verschärfung der Rezession in dem Land befürchtet. Vielmehr sollten, laut IWF, die Pensionen gekürzt werden – was wiederum für Syriza ein „no go“ ist. Ab 13.00Uhr trifft sich dann erneut die Eurogruppe – in der Hoffnung, dann bereits Beschlüsse treffen zu können. Nach derzeitigem Stand der Dinge ist das jedoch mehr als unwahrscheinlich.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Chris

    25. Juni 2015 09:06 at 09:06

    Ich schliesse nicht aus,(reinster Politikersprech!)dass es hintergründig um die Linkspartei Syriza geht.Da im restlichen Europa viele ähnliche Parteien erstarken soll an Syriza ein Exempel statuiert werden.Seht her,die könnens noch schlechter bzw.gar nicht, als die neoliberalen Gaunerparteien der Vergangenheit6Jetztzeit.

    • Avatar

      bademeister

      25. Juni 2015 10:46 at 10:46

      Diese Spekulation ist aufgrund der derzeitigen pol. Lage durchaus angebracht.

      Wenn jedoch die Syriza ein Exempel an den Europäischen Staaten statuieren sollte, wird es noch viel schlimmer.

      Reiner Selbstschutz bzw. Schutz der „eigenen“ Interessen beiderseits.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Riskante Euphorie

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Besprochen wird die derzeit riskante Euphorie an der Wall Street.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage