Aktien

Täglich grüßt das Murmeltier: Wieder Panik im italienischen Banken-Sektor!

Vor allem Monte dei Paschi unter Druck - es drohen Strafzahlungen im Volumen von acht Milliarden Euro, über die die Bank in ihrem Business-Plan nicht informiert hat. Und die Chancen Renzis bei dem Referendum am 04.12. werden immer schlechter..

FMW-Redaktion

Wenn man kein Glück hat, kommt ja oft noch Pech dazu – und so scheint es derzeit der italinienischen Krisen-Bank Monte dei Paschi zu gehen. Bekanntlich will die drittgrößte Bank Italiens über einen „debt-to-equity-swap“ Anleihhalter davon überzeugen, ihre Anleihen in Aktien zu tauschen, gleichzeitig will man die immensen faulen Kredite auslagern. Heute aber mußt die Bank bekannt geben, dass ihr Strafen in Höhe von acht Milliarden Euro drohen – man habe aber nur 627 Millionen Euro zurück gelegt, um diese mögliche Strafe zu bezahlen!

Derzeit untersucht die EZB das Kreditportfolio der Monte dei Paschi – und es sieht danach aus, dass die europäische Notenbank feststellen wird, dass die Monte dei Paschi mehr als die angegebenen faulen Kredite von 28 Milliarden Euro in ihren Büchern hat. Laut eigenen Angaben drohen daher weitere Belastungen der Bank in Höhe von acht Milliarden Euro – und das ist noch nicht erfasst in dem Business-Plan, der die Investoren davon überzeugen sollte, der Bank neues Kapital zu zuführen. Somit drohen Klagen, weil die Bank über diese Gefahr pflichtwidrig nicht informiert hat!

Das kommt zur Unzeit – erstens wegen dem bevorstehenden Referendum in Italien, zweitens dürfte es die Neigung möglicher Investoren, der Bank firsches Kapital zur Verfügung zu stellen, deutlich mindern. Mithin steht also der ganze Plan der Bank, dem kürzlich immerhin 96% der Aktionäre zugestimmt hatten, nun auf der Kippe!

Die Aktien von Monte dei Paschi verloren 12% und wurden daraufhin in Mailand vom Handel ausgesetzt:

bmps28-11-16

Damit handeln die Aktien der ältesten Bank der Welt in unmittelbarer Nähe des Allzeittiefs – alleine in 2016 hat die Bank nun mehr als 80% seiner Marktkapitalisierung verloren!

Unter Druck ist auch die größte Bank Italiens, die Unicredito:

unicredit28-11-16

Blickt man auf den Vergleich zwischen dem Dax und dem italienischen Leitindex MIB40, so fällt auf, dass der italienische Index die Erholung seit dem Trump-Schock kaum mitgemacht hat:

daxmib4028-11-16
(Dax schwarz, MIB40 orange)

Sollte Renzi das Referendum am Sonntag verlieren, könnte das den Exitus für Monte dei Paschi bedeuten (und den für einige andere stark angeschlagene, regionale Banken Italiens). Und die Stimmung ist gegen Renzi – er versucht daher weitgehend erfolglos gegen Brüssel zu polemisieren. Italien wird derzeit alleine gelassen in der Flüchtlingsfrage – nach wir vor landen aber vor allem an den italienischen Inseln viele Flüchtlinge an, und europäische Länder wie Deutschland brechen ihre Versprechungen, Kontingente dieser Flüchtlinge aufzunehmen (aus nachvollziehbaren innenpolitischen Gründen). All das wird Renzi als Versagen angelastet, sodass seine Chancen bei dem Referendum sehr überschaubar sind..



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6 Kommentare

  1. sieht übel aus… Was meint ihr, droht uns mit Monte dei Paschi ein europäisches LehmanBrothers?

    1. Das würden Brüssel und Draghi wohl kaum zulassen, der Dominoeffekt wäre unkalkulierbar, es gibt ja nicht nur in Italien kritische Banken. Man schaue sich vor der eigenen Haustüre ein bisschen um.

  2. „Sollte Renzi …verlieren, könnte das den Exitus für Monte dei Paschi bedeuten (und … andere ….Banken Italiens).

    Ob diese Aussicht womöglich viele Sparer dazu bringen könnte, doch f ü r Renzi zu stimmen. Was bei einer knappen Ausgangslage die Zungen an der Waage wären?

  3. Der €uro hat fertig,wie Flasche leer!Wählt den gutaussehenden aber gleichzeitig auch unfähigen, Latin Lover „Rottomattore“ab und statt seiner einen Mann mit Weitblick, wie Giovanni Trappatoni,zum Ministerpräsidenten!Er verkörpert Italia wie kein 2.,hat das Herz auf dem rechten Fleck &wird alternativlos vom Volk anerkannt und geliebt.Isse dann beinahe wie in Allemania!

    1. Interessanter Vorschlag, Fussball statt Europapolitik.
      Wer die beste Mannschaft hat, darf die meisten Schulden machen. Das Land mit der schlechtesten Mannschaft muss die EU verlassen.?

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