Trade des Tages by Rüdiger Born

TdT: EUR/JPY, technische Gegenbewegung bietet Chancen

Der Euro hat gegenüber dem japanischen Yen (EUR/JPY) kräftig an Wert verloren, das Währungspaar, sowieso schon in den letzten Monaten von Schwäche gezeichnet, hat seine Bewegung nach unten auch in der letzten Woche im Zuge der Brexit Abstimmung weiter fortgesetzt.

Nun aber scheint eine technische Gegenbewegung, eine kleine Verschnaufpause zumindest, durchaus realistisch. Dafür spricht natürlich die Heftigkeit der Bewegung, die wenigstens mal eine Zwischen-Rally verdient hätte, aber auch das charttechnische Kursmuster. Mit Blick auf den Intraday-Chart, beispielsweise dem 15 Minutenchart, hatte das Währungspaar ausgehend von den Tiefs am 24. Juni eine ziemlich deutliche zügig Aufwärtsbewegung gezeigt, konkret einen Impuls, der typischerweise nicht gern alleine steht.

Folgt nämlich dieser Bewegung eine korrektive, sprich flache, wackelige, zwischen zwei parallelen Linien verlaufende Gegenbewegung, dann bestehen beste Chancen auf eine Fortsetzung der vorangegangenen Trendbewegung, in diesem Falle also im kleinen Bild aufwärts. Und genau eine solche Korrektur hatte sich dem impulsiven Anstieg angeschlossen.

Häh? Aufwärtstrend? Wie das denn? Der Markt fällt und fällt doch, hab ich da was verpasst? Nun, es geht bei dieser Überlegung nicht um einen Trade mit weiten Zielen auf der Nordseite, denn wie eingangs erwähnt befindet sich das Währungspaar ja ganz offensichtlich in einem längerfristigen Abwärtstrend. Bei dieser Trading-Überlegung geht es ausschließlich um die kurzfristige Idee, dass der Kurs sich in einer technischen Konsolidierung der Verluste befindet. Anschließend kann/darf/soll der Kurs durchaus gerne seine übergeordnete Trendrichtung fortsetzen. Doch das bleibt erst mal abzuwarten.

EUR/JPY, 15 Minuten
EUR/JPY, 15 Minuten (Quelle: GKFX MT4 Handelsplattform)

Ok, geschluckt. Zwischen-Rally also. Doch was ist dafür zu tun? Zwei Punkte sind hier wichtig: erstens sollte in dieser Situation eine Bestätigung abgewartet werden. Sollen doch die anderen Marktteilnehmer erst mal zeigen, dass Sie das auch begriffen haben und umsetzen wollen. Man muss ja nicht immer mit seinem Konto versuchen, den Markt zu drehen. Der zweite Punkt betrifft die Laufweite der Idee. Da es ja um eine Bewegung gegen den übergeordneten Trend geht, sollte man zunächst keine übertriebenen Vorstellungen von der Zielweite haben. Ziel ist das Ausmaß der ersten Bewegung, im aller schlimmsten Fall zumindest 80 % davon. Ist diese Marke erreicht, wollen wir kein Minus mehr haben. Entwickelt sich der Markt sogar nur mühsam, nehmen wir mit, was mitzunehmen ist. Eigentlich sollte der zweite dynamische Bewegungsarm durchaus ähnlich stark verlaufen wie der erste. So zumindest die Theorie.

Doch nun zu unseren konkreten Marken für diese Handelsüberlegung:
ENTRY: buy stop @113.25
(alternativ für aggressivere Trader: Ausbruch aus dem Trendkanal)
STOP: sell stop @110.05
TARGET: sell limit @117.15
(alternativ: Teilgewinnmitnahme und Rest laufen lassen)

Das klingt mit Blick auf das Chance/Risiko-Verhältnis noch nicht allzu sexy, doch kann der Stop nach dem Entry bereits auf das dann vorliegende letzte Tief nachgezogen werden, vielleicht ja schon auf 111.30, je nach Tief. Wird das Stop-Niveau jedoch vor dem Einstieg erreicht, wollen wir die Idee verwerfen und den Einstieg streichen.

 



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