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TecDAX Analyse: Bullische Ausgangslage

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Spekulationen über eine sofortige Aufhebung der Strafzölle seitens der Amerikaner sorgten im späten Donnerstagshandel für deutlich anziehende Kurse an den Börsen, trotz des fortwährenden Teil-Regierungsstillstands und zahlreicher enttäuschender US-Geschäftsberichte. Bestätigt wurde von offizieller Seite dies aber nicht. Lichtblicke gibt es aber auch seitens der US-Notenbank Fed, der Philly-Fed-Index hat sich überraschend verdoppelt. Das hat auch auf den TecDax-Index am Freitag merklich abgefärbt und zu einem kleinen Kurssprung geführt. Nach Ausbruch aus einem kurzfristigen Abwärtstrend könnte nun bald eine längere Erholungsrally starten. Der TecDAX konnte beispielsweise erneut an seinen 50-Tage-Durchschnitt zulegen und kämpft nun in diesem Bereich um ein Weiterkommen. Die Chancen hierauf stehen sogar sehr gut, zumal der Index noch über seinen kurzzeitigen Abwärtstrend gesprungen ist.

Long-Chance im TecDax

Ein schöner Tag macht aber noch keinen Sommer, jetzt heißt es die Gewinne auch bis zum Wochenende zu halten, damit ein mustergültiges Kaufsignal aufgestellt werden kann. Dazu muss der TecDax seinen Handel jedoch oberhalb von 2.545 Punkten beenden. Dann wären in kurzer Zeit weitere Gewinne bis zu einem Niveau von 2.600 Punkten, darüber bis 2.641 Zählern möglich. Eine herbe Abfuhr von Käufern dürfte der Technologieindex unterhalb von 2.473 Punkten erfahren. Dann müssten nämlich Rücksetzer zunächst auf das runde Unterstützungsniveau von 2.400 Punkten, darunter sogar zurück auf die Jahrestiefs aus 2018 bei 2.375 Punkten zwingend einkalkuliert werden.

Widerstände: 2.564 / 2.576 / 2.600 / 2.618 / 2.645 / 2.650 Punkte

Unterstützungen: 2.530 / 2.498 / 2.473 / 2.450 / 2.409 / 2.400 Punkte

TecDAX

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Rafael S. Müller ist seit 20 Jahren Vorstand und Chefanalyst der direktbroker.de AG. Der FOREX & CFD Broker direktbroker-FX gehört weltweit zu den preisgünstigsten Brokern. Trading-Einsteiger erhalten von der hauseigenen Börsenakademie umfangreich Schulungen bis hin zu einem kostenfreien Trader-Camp. Testen Sie die Konditionen jetzt mit einem kostenfreien Demokonto.


Haftungsausschluss

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Der große Schub

Momentan kommt der große Rückenwind noch von der „dovishen“ Fed und all den anderen Notenbanken, die sich dem Abschwung entgegenstellen. Wie bereits mehrfach erläutert, ist, nicht nur für mich, der monetäre Faktor der stärkste Rückenwindfaktor an der Börse. Erst wenn die Rezession immer deutlicher und stärker wird, schwindet die Wirkung des billigen Geldes.

 

 

Die große Unsicherheit

 

Nahezu synchron schrumpfen weltweit die Einkaufsmanagerindizes (China, Japan, Europa, Deutschland u.w.) und sinken unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der von mir letzte Woche erläuterte Baltic Dry Index hat sich seit seinem Sommerhoch gedrittelt und da über 90% der Güter auf dem Seefahrtsweg transportiert werden, kann man sich fragen, wo das künftige Wachstum stattfinden soll? Der für uns extrem wichtige Ifo-Index ist bereit das 6. Monat in Folge gefallen. Nur die USA befinden sich noch deutlich über der 50-er Marke und einige Analysten stellen sich die Frage, ob die Weltwirtschaft ohne die USA in eine Rezession rutschen kann?

 

Was sagen technische Indikatoren und das Sentiment?

 

Viele technische Indikatoren (z.B. RSI) schreien nach Korrektur, nicht jedoch das Sentiment. Weder Fear&Greed-Index, noch die Investitionsquote befinden sich im Extrembereich. Man könnte eher von einer „Wall of Worries“ sprechen, die die Kurse klettern lässt. Nur die Unternehmen kaufen wie verrückt ihre Aktien zurück, wie Markus Koch erst kürzlich festgestellt hat. 80% mehr als vor einem Jahr zu Jahresbeginn, für mich ein zuverlässliches Zeichen für ein extremes Szenario (2007).

 

Was kommt im Handelsstreit?

 

Es würde mich schon sehr überraschen, sollte es zu keinem Kompromiss in der eigentlich unversöhnlichen Interessenslage zwischen den USA und China kommen. Beide hätten unmittelbar zu viel zu verlieren. Sehr interessant fand ich zu diesem Thema das Statement des US-Strategen Robert Kagan, der sein Heimatland zuletzt als „rogue superpower“ beschrieben hat, als Schurkensupermacht, die sich „ausschließlich am eigenen Interesse“ orientiert.

Man könnte bemerken, dass die USA schon immer ihre eigenen Interessen im Blick hatte, doch das Eigeninteresse ist heute anders definiert als früher – stark von Chauvinismus geprägt. Das Interesse an langfristiger Stabilität ist dem kurzfristigen Nutzenkalkül gewichen. Chinas Wirtschaft kämpft mit der Rezession und die USA sollten sich mit Zöllen die Inflation ins Haus holen. Erst gestern wurden nochmals die Importe der USA aus China präzisiert. Nur ein Beispiel: 97% der US-Bekleidung werden eingeführt, davon 41% aus China und sogar 72% der Schuhe – ergo: Zölle wären eine große Steuer für den US-Konsumenten.

Das ist für mich die große Bedrohung des US-Aktienmarktes. Zölle würden die Inflation in den USA antreiben, die Fed müsste ihre dovishe Haltung aufgeben und vorbei wäre es mit der Hausse. Schrumpfende Gewinne und steigende Zinsaussichten, der perfekte Sturm. Deshalb meine Prognose hinsichtlich der kurzfristigen Lösung.

Insgesamt glaube ich bei Zustandekommen des „Deals“ an die typische und zugleich seltsame Reaktion des Marktes „Sell the facts“!

 

 

Foto: Deutsche Börse AG

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