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Terror: Und profitieren werden… die Rüstungskonzerne!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nein, es ist mehr als nur ein Klischee! Krieg und Terror sind gut für das Geschäft von Rüstungskonzernen. Die Logik ist mehr als einleuchtend. Ein Staat braucht für den Krieg Waffen, und bestellt die idR bei seinen Hauslieferanten im eigenen Land. Frankreich bei Thales, Deutschland u.a. bei Airbus, Großbritannien bei BAE Systems, und die Amerikaner bei ihren eigenen Herstellern. Was geschah mit einigen Aktien von Freitag Abend hin zu Montag früh? Und wie laufen einige Werte langfristig im Vergleich zum Gesamtmarkt?

US-Kampfflugzeuge Terror Bekämpfung
Verschiedene US-Kampfflugzeuge. Seit Kurzem steigen die Rüstungsausgaben der USA wieder. Durch den IS-Terror in Paris dürfte es weiter „bergauf“ gehen. Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Jason Colbert / Gemeinfrei

Frankreich und Großbritannien im Krieg gegen den Terror

Frankreich ist jetzt ganz offiziell im Krieg gegen den Terror – das ist ein Fakt. Man kann gerade dem Rüstungshersteller Thales seit dieser Woche rosige Zeiten voraussagen, so perfide und traurig es sein mag. Frankreich braucht jetzt Waffen aller Art, Flugzeuge, Munition etc. Der französische Technologie- und Rüstungskonzern Thales erlebte gleich Montag früh nach den Terroranschlägen in Paris einen Anstieg von fast 8% (aktuell noch +5%). Die Spekulation der Anleger: Der französische Staat wird bei seinen Hoflieferanten demnächst die Bestellungen wohl drastisch ausweiten. Je länger und material-intensiver der Krieg gegen den IS dauert, desto mehr Nachschub wird benötigt, und man kann (ja, perfide) darauf spekulieren, dass es zu weiteren Kursschüben der Aktie kommt. Und Frankreichs Premier Manuel Valls hatte ja kurz nach den Terroranschlägen verkündet, dass Frankreich seine Rüstungsausgaben deutlich erhöhen wird, wobei man die EU-Schuldenregeln ignorieren werde (wer wird den Franzosen die jetzt vorhalten wollen?).

Genau wie Frankreich engagiert sich als zweites Schwergewicht Großbritannien in Europa als aktiver Kämpfer gegen den IS. Der einzige große Rüstungskonzern der Insel BAE Systems befindet sich in einer finanziell fast goldenen Lage als heimischer Hoflieferant von David Cameron. Die Aktie von BAE steigt seit Montag früh fast wie ein Pfeil nach oben, bis jetzt +8% – denn auch Großbritannien wird mit voller Kraft gegen den IS intervenieren!

USA

Auch bei den US-Rüstungsherstellern geht es seit Börseneröffnung am Montag steil bergauf. Der größte Rüstungskonzern der Welt Lockheed Martin (u.a. Rakten, Leitsysteme, F-16 Kampfjet, F-22 Raptor-Kampfjet) legte seitdem um 5% zu – heute kurz nach Börsenstart geht es weiter leicht nach oben. Seit 2001 ist der US-Verteidigungshaushalt explodiert (fast verdoppelt). Gerade bei Lockheed lohnt sich die langfristige Entwicklung der Aktie. Komischerweise fing die Aktie erst 2013 an wieder so richtig Fahrt aufzunehmen (seitdem +120% / Dow Jones +33%). Das war ziemlich genau der Zeitpunkt, als mit dem Entstehen des IS die Auseinandersetzungen im Irak und in Syrien so richtig losgingen. Man muss bedenken: Die US-Rüstungsindustrie ist derart aufgebläht, dass man regelmäßig neue Kriege benötigt (kein USA-Bashing, sondern marktwirtschaftliche Realität) um bei der Auftragsvergabe nicht in ein Loch zu fallen.  Raytheon, einer der TOP 5 der größten Rüstungsfirmen weltweit (Raketen etc), stieg ebenfalls seit 2013 kometenhaft an und stieg wie auch Lockheed seit Montag um 5%. Northrop Grumman schafft es seit Montag auf +6%.

Lockheed Martin Terror Krieg
Die Lockheed Martin-Aktie seit 2004.

Zurück nach Europa. Airbus stieg seit Montag zwar auch um knapp 5% (CAC40 +2,9%), aber allzu viel Hoffnung sollte man aus Aktionärssicht nicht in diese Aktie setzen, denn von einer Panne und Pleite tappt man in die andere – man erwähne nur die Probleme und Verzögerungen beim A400M, bei Hubschraubern uvm. Außerdem besteht der Airbus-Konzern zu Großteilen aus ziviler Fertigung!

Nicht nur die wohl steigenden Rüstungsausgaben in Frankreich, USA und UK (Deutschland? Italien?) dürften sich positiv für die Branche auswirken. Saudi-Arabien führt Krieg im Jemen, und der halbe nahe Osten ist irgendwie in Syrien gegen den IS aktiv. Je länger der IS durchhält, desto größer der Bedarf an Waffen, desto besser für die Aktien der Rüstungskonzerne.

Wenn sich der europäische Steuerzahler die (wohl bevorstehenden) Mehrausgaben der EU-Staaten für Rüstung und innere Sicherheit teilweise zurückholen will, könnte er bei entsprechendem Kleingeld auf dem Konto überlegen Aktien wie Thales oder BAE Systems zu kaufen (perfide, aber so ist es eben). In den USA gelten seit dieser Woche als „heiße Kandidaten“ für zukünftige Kursschübe Northrop Grumman und Lockheed  Martin, aber wer kann schon in die Zukunft gucken? Was, wenn der IS in Syrien plötzlich schlagartig besiegt wird?

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    oscar

    19. November 2015 17:51 at 17:51

    dann brauchts dringend einen neuen feind…sooo einfach funktioniert der mensch in seiner kranken hybris und gier ! das ganze nennt man dann aber sichere politik zum wohle des koleteralschadens…öhm halt, der volkes muhahhaahaaa. polizeistaaten voraus, für die lemmingfreiheit. immerhin kann dann dort ein weiterer feind geschlachtet werden. der volksfeind. die dreckige politprobaganda ala ard und zdf usw. wird das schon im auftrag organisieren. gibts ja auch geld dafür nee? machen sie jetzt doch auch. wie früher. der lemming glaubt aber immer, es wird ihn nie treffen, ja weil er ja brav und unauffällig, mittenkonform in selbiger hockt…hm die geschichte zeigt aber leider etwas anderes ;-)
    egal, hauptsache kohle ob mit getrocknetem oder frischem blut scheiß egal !!…..wir müssen ja irgendwie froh sein, dass es den „is“ noch gibt. sonst wäre ja russland wieder der ausgemachte feind…brrr…oder irgendwann china….weil europa ist eh aufgelöst und deutschland rückzugsbasis für alle dahergelaufenen……wird alles richtig prima. naja

  2. Avatar

    joah

    20. November 2015 16:04 at 16:04

    „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ …nur bei den Rüstungskonzernen muss man einen Zyklus voraus sein (siehe obigen Aktien-Chart).

  3. Avatar

    Max Benser

    28. Juli 2017 13:07 at 13:07

    ISIS – DIE GUTE WESTLICHE ERFINDUNG, KRIEGE ZU FUHREN!!!
    Und Milliardenumsatze zu machen, auf Kosten von Millionen Tote und Fluchtinge!!!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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