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Hält Tesla durch, oder geht es Richtung Null?

Die einen sehen in Tesla die Zukunftsstory schlechthin mit gigantischem Wachstum. Die anderen sehen die Firma den Bach runtergehen. Wir haben in den letzten Quartalen auch mehrmals über Tesla berichtet, stets auf Basis von…

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FMW-Redaktion

Die einen sehen in Tesla die Zukunftsstory schlechthin mit gigantischem Wachstum. Die anderen sehen die Firma den Bach runtergehen. Wir haben in den letzten Quartalen auch mehrmals über Tesla berichtet, stets auf Basis von Quartals- und Verkaufszahlen. Die fallen immer wieder enttäuschend aus, und die Firma verbrennt in atemberaubenden Tempo Geld, was derzeit nicht durch Verkäufe, sondern durch externe Kapitalzufuhr ausgeglichen wird. Jüngst hat Crash-Guru Marc Faber darauf hingewiesen, dass die Tesla-Aktie auf 0 fallen könnte. Der Grund: Schlicht und einfach würden große, finanzstarke und etablierte Konkurrenten das selbe wie Tesla bauen können, nur viel effizienter. Zitat:

„What they produce can be produced by Mercedes, BMW, Toyota, Nissan. Anybody in the world can make it eventually, at much lower cost and probably much more efficiently. The market for Toyota and these large automobile companies is simply not big enough, but the moment it becomes bigger, they’ll move into the field and then Tesla will have a lot of competition.“.

Das klingt einleuchtend. Erst wenn die Stückzahlen im Segment für Elektroautos eine gewisse Mindestgröße erreichen, würden Toyota und Co voll in den Markt drängen, so Faber. Aber jüngst zeigt sich, dass deutsche Hersteller wie Mercedes und BMW anscheinend der Meinung sind der richtige Zeitpunkt für den Eintritt in die Branche sei gekommen. So will Mercedes anscheinend zwei SUV´s mit Elektroantrieb auf den Markt bringen. Tesla scheint die ganze Sache locker zu nehmen. so sagte ein Top-Manager vor Kurzem die etablierten Hersteller hätten bislang nur wenig mehr als Grundanwendungen zustande gebracht.

Wir weisen erneut darauf hin: Tesla hat kein Geld und keine Zeit. Die großen Hersteller haben beides, und können sich den richtigen Einstiegszeitpunkt aussuchen. Selbst wenn Tesla seine Verkäufe so gut steigert wie versprochen, muss man erstmal in die Gewinnzone kommen, wovon man immer noch weit entfernt ist. Jüngst gab es Liefer- und Produktionsverspätungen. Ganz grob geschätzt benötigt Tesla weitere 10 Milliarden Dollar Cash um überhaupt auf die anvisierten 200.000 Elektroautos pro Jahr zu kommen. Denn irgendwo da soll die Gewinnschwelle der Firma angeblich liegen. Die Analystengemeinde schätzt, dass sie bei eben diesen 200.000 verkauften Autos erreicht wird, oder auch erst bei 300 oder 400.000 Autos – je nachdem welchen Analysten man befragt. Die Firma ist eben unberechenbar. Aber woher nimmt Tesla weitere 10 Milliarden Dollar bei Stand Ende 2015 7 Milliarden Dollar Schulden?

Kapitalerhöhungen und/oder neue Schulden stehen also an, so darf man es vermuten. Marc Faber jedenfalls empfiehlt dem Risiko-geneigten Investor, der starke Nerven besitzt, er können sein Portfolio absichern, in dem er stark überbewertete Aktien leerverkaufe, womit ausdrücklich auch Tesla gemeint sei. Die Aktie notiert leicht über ihrem gleitenden 200 Tages-Durchschnitt, und hat sich seit Jahresanfang gut gehalten. 24% aller Tesla-Aktien sollen derzeit leerverkauft sein, aber dennoch hält sich die Aktie immer noch. Eine verdammt robuste Leistung. Oder das Gerüst ist extrem wackelig, und ist bisher nur noch nicht zusammengebrochen! Dass die Aktie extrem teuer bewertet ist, steht außer Frage. Von einem KGV redet sowieso niemand. Das Kurs-Buch-Verhältnis (KBV) ist mit 13 zehn Mal so hoch wie bei Daimler! Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt mit 6,5 ebenfalls dramatisch höher als bei Daimler mit 0,4.

Nochmal, wir müssen es betonen: Die Aktie von Tesla hat sich seit Jahresanfang gut gehalten, trotz diverser negativer Nachrichten und schlechter Zahlen. Das zeigt, dass die große Fangemeinde und Analysten mit sensationellen Kurszielen immer noch treu zu Tesla-Chef Elon Musk und seiner groß angekündigten Zukunft stehen. Man kann natürlich Elon Musk alles Gute wünschen, da er die Elektroauto-Diskussion erst so richtig angefeuert ha mit seinen futuristisch schönen Autos. Ob er seine Firma aber letztlich retten kann, darf mehr denn je bezweifelt werden.

Tesla
Die Tesla-Aktie seit Anfang des Jahres.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    gerd

    19. August 2016 14:37 at 14:37

    Das könnte leider wesentlich besser werden als der Trade des Tages, nämlich der Short-Trend des Jahres 2016/17.

    Die negativen Argumente sind für mich einleuchtend.

  2. Avatar

    Martin Ebner

    19. August 2016 19:44 at 19:44

    Die Hauptkonkurrenten für Tesla sind nicht Daimler & BMW, sondern chinesische Batterie-Hersteller, die bereits heute selbst ins Fahrzeuggeschäft einsteigen. Die neuen E-Busse zum Beispiel, die durch London und auch Bonn kurven, hat BYD gefertigt, eine Firma, die erst 1995 in Shenzhen als Batterie-Produzent gegründet wurde – und vermutlich nicht auf dem Radar von Daimler & Co war…

    Elektromobilität ist das erklärte Ziel Chinas. Und genauso unsentimental, wie chinesische Städte konventionelle Mofas und Mopeds ganz einfach verboten haben (es fahren nur noch E-Roller), werden sie auch stinkende PKW und LKW aussperren – nämlich genau dann, wenn die eigenen Hersteller so weit sind.

    Apropos Chinesen + Elektrotechnik: In diesem Frühjahr hat die Beijing Zhonghuan Investment Management Co., Ltd. die Mehrheit an der EFA-S GmbH übernommen (das ist die Stuttgarter Firma, die schon seit zwei Jahren für den Paketdienst UPS diesen braunen Kleinlaster auf Elektroantrieb umstellt). Direkt vor der Nase der Daimlers, die bei der kommenden Nutzfahrzeuge-IAA gerade mal 2 Prototypen vorstellen können…

    Also: selbst wenn sich Tesla verzockt, ist die deutsche Hoffnung, man könne sich auf der ruhmreichen Vergangenheit ausruhen, werde das Ende des Ölzeitalters nicht mehr erleben müssen und auch weiterhin Verbrennungsmotoren, Getriebe, Kupplungen, Auspuffe etc. pp. verkaufen, ziemlich sicher reines Wunschdenken.

    • Avatar

      James

      21. August 2016 20:53 at 20:53

      Interessante Ansicht!

  3. Avatar

    sabine

    20. August 2016 21:53 at 21:53

    Bevor das E-Auto als Masse kommt, geht alles den Bach runter.
    a) Das E-Auto ist zu teuer, zu uneffektiv, und der Akku ist explosiv, man fährt quasi eine Waffe. Und das in der heutigen Situation, die noch schlimmer ist, als Bologna, Herrhausen-Mord oder Oktoberfest-Attentat, muß man das auch unbedingt bedenken!!!
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38930/1.html
    https://www.youtube.com/watch?v=_qqICUb08zw
    https://www.youtube.com/watch?v=BhAU71Ed31A
    b) Mercedes und VW/Audi machen es nur wegen dem Klimaschwindel. Reines PR-Manöver, um dem Volk zu zeigen, man nehme den Umweltschutz ernst, blablabla.

  4. Avatar

    sabine

    20. August 2016 21:54 at 21:54

    Außerdem kommt der Strom nicht nur aus der Steckdose, sondern muß erstmal hergestellt werden. Er kann nicht gelagert oder transportiert werden wie Öl. Es gibt im „Transport“ viel Verlust… ! Das ist für mich das Hauptargument.

    • Avatar

      James

      21. August 2016 20:55 at 20:55

      Ja stimmt.. Dass da noch niemand dran gedacht hat! Strom ist doch ganz ung gar unspeicherbar!

      • Avatar

        sabine

        22. August 2016 06:49 at 06:49

        Es geht nicht um ganz oder gar, sondern um markt-kompatibel! Das muß erreicht werden!
        a) Wo ist denn der VW Lupo-3L? Mein Bruder, ein Öko, hat ihn gekauft und selbst gesagt, viel zu teuer! Und der war noch im möglichen Massenautobereich. Die E-Autos sind doch da noch gar nicht angekommen. Und ob sie das werden, ist die Frage – Propaganda hin oder her.
        b) Sprit speichern ist extrem weniger aufwendig als Strom. Das meine ich. Und das bedeutet auch Geldersparnis, und da erreicht das E-Auto nie das Spritauto. Noch dazu bei billigen Spritpreisen. Und die bleiben noch länger unten, da die Wirtschaft zumindest stagniert, und da ist China wichtig. Nur ein Krieg (Syrien-Iran-Ukraine) treibt den Spritpreis nach oben, aber in diesem Umfeld werden dann auch keine E-Autos als Massenware etabliert werden können.
        c) Bei Stromausfall können sie aus einem Benzintank mit der Hand das Auto befüllen. Befüllen Sie mal ein Stromauto mit Pedalen. Da müssen Sie lange treten.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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