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Tesla-Absatzzahlen enttäuschen erneut

Nein, wir wollen Elon Musk nichts Böses tun. Aber es ist nun mal leider so, dass er mit seinem Elektroauto-Bauer Tesla erneut die selbst gesteckten Erwartungen enttäuscht. Das ist nun mal ein…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nein, wir wollen Elon Musk nichts Böses tun. Aber es ist nun mal leider so, dass er mit seinem Elektroauto-Bauer Tesla erneut die selbst gesteckten Erwartungen enttäuscht. Das ist nun mal ein Fakt, auch wenn die Autos noch so schön sind, und die Umstellung von Benzin auf Elektro für die Umwelt noch so gut ist. Ständig muss sich Musk neue Gründe einfallen lassen, warum Absatzzahlen und Umsätze mal wieder nicht wie erwartet laufen.

Gestern gab man bei Tesla die Anzahl der verkauften Autos für das 4. Quartal bekannt, wie üblich immer lange vor den Finanz-Quartalszahlen. Mit gerade mal 22.200 Autos hat Tesla im 4. Quartal die Erwartungen von 25.000 Autos deutlich verfehlt. Damit hat man im Gesamtjahr 2016 insgesamt 76.230 Autos verkauft, und bleibt ebenfalls unter den eh schon niedrigen Erwartungen von 80.000 Stück.

Letztes Mal begründete man die Nichteinhaltung der Erwartungen bei den Absatzzahlen unter anderem damit, dass ja noch Autos auf Auslieferungstrucks unterwegs zu den Kunden wären. Diesmal begründet man das Verfehlen der Erwartungen mit Problemen bei neuer Hardware für die Fahrerunterstützung (eine Art Autopilot). Dies habe auch jetzt zu Auslieferungsverzögerungen von 2.750 Autos geführt. Auch hätten einige Kunden die Autos nicht endgültig abgeholt beziehungsweise entgegengenommen. Wie auch im Vorquartal sollen diese Auslieferungen dann im jetzigen 1. Quartal nachgebucht werden in den Verkaufszahlen, wo man daher erneut höhere Zahlen erwarten müsste!

Immer noch bleibt man bei seiner Prognose, dass man in 2018 ganze 500.000 Autos verkaufen will, und 2020 schon satte 1 Million. Dies basiert natürlich auf der Annahme, dass das neueste und stark nachgefragte Modell wirklich reibungslos und in großen Mengen geliefert werden kann. Die Produktion soll erst Ende 2017 beginnen. Und dann schon 2018 eine so große Stückzahl?

Tesla verbrennt nur Geld. Erneut daher an dieser Stelle unsere Warnung, dass dieses Kartenhaus zusammenbrechen kann mangels Cash, das man vielleicht eines Tages nicht mehr frisch aufnehmen kann. Genau so gut kann die Geschichte immer noch ein sensationeller Highflyer werden, wie Elon Musk es ständig prophezeit. Wir wollen also niemanden davon abhalten voll ins Risiko zu gehen bei dieser Aktie. Die verlor gestern Abend nachbörslich durch diese Meldung nur 1,9%. Andere Autobauer würden brutal abstürzen. Also: Die Gläubigen glauben weiter an Elon Musk.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Willi

    4. Januar 2017 10:08 at 10:08

    Ich war viele Jahre für die Entwicklung, Prokuktion und Qualität in der Automitive Branche verantwortlich.
    76000 Fahrzeuge zu fertigen ist etwas komplett anderes als 500000 Stk.
    selbst wenn es gelingt die Produktionsanlagen termingerecht zu installieren ist das Problem noch lange nicht gelöst. Das Problem liegt darin alle Prozesse vom Auftragseingang, Logistik, alle Zulieferer, Prokuktion bis zur Auslieferung in der geforderten Qualität auf zu bauen.
    Hierzu sind nicht nur einige Spezialisten notwendig, sondern die gesamt Belegschaft in den diversen Prozessen müssen in einer sehr schnellen Hochlaufkurve die entsprechende Qualität abliefern.
    Dazu kommt, dass man in der Anlaufphase mit deutlich höheren Kosten den sg Anlaufkosten rechnen muss, die werden eben durch die Lernkurve im wesentlichen durch die Mitarbeiter verursacht.
    Und dann will man mit den Grossen wie zB Daimler und BMW mithalten, die hier von Prozess Know How Jahrzehnte lange Erfahrung haben. Dies ist an Naivität nicht mehr zu überbieten.
    Wer hier long ist der versteht nicht worauf er sich einlässt.
    Willi

    • Avatar

      Dieter_G

      4. Januar 2017 10:58 at 10:58

      Moin,

      das sehe ich gänzlich anders. Die deutsche Automobilindustrie ist nur noch mit Verwaltung beschäftigt, und verpennt eine Innovation nach der anderen. Jetzt will man den deutschen Autofahrer mit hechelnder Zunge überzeugen, völlig überteuerte E-Autos zu kaufen. Tesla hat einen Plan, BMW & Konsorten nicht. Im kollektiven Tiefschlaf feiert man sich selbst, während die Käufer scharenweise abhauen. Hinzu kommt der ekelhafte Umgang mit seinen Lieferanten. Hier sticht VW ganz besonders hervor. Hauptsache billig, alles andere zählt nicht.

      Wir sind mit unseren Fahrzeugen, sowohl Betrieb als auch privat, komplett weg von deutschen Autohäusern. Und für uns steht fest: wenn E-Auto, dann Tesla.

      Liebe Grüße

      Dieter

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    Aufgewachter

    4. Januar 2017 10:55 at 10:55

    Hoffentlich halten die Elektro-KFZ länger als jene, mit nem Verbrennungsmotor …

    Wie lange hält nen Wagen? 200.000 Kilometer? Wie lang kannste damit fahren, wenn Du mit 100 km/h unterwegs bist?

    2.000 Stunden woll? Also gerade mal nen viertel Jahr. Da halten ja meine Schuhe länger, oder mein Fahrrad. Baut erstmal anständige Autos, die auch den Namen eines Automobiles würdig sind. Schrottwert ab 2.000 Stunden. Bei manchen namenhaften deutschen Automobilherstellern sogar noch eher!

    In der Luftfahrtbranche fallen die Jets ja auch nicht nach einem Viertel Jahr Dauerbetrieb vom Himmel !!! Für einen Kleinwagen-Preis von 10.000 Euro kann ich mir 200 paar Schuhe oder 50 Fahrräder kaufen.

    Sinnlose Produkte / Autos halten nur 2.000 Stunden
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/09/24/sinnlose-produkte-autos-halten-nur-2-000-stunden/

    • Avatar

      Petkov

      4. Januar 2017 11:46 at 11:46

      Die Durchnittsgeschwindigkeit der meisten Autofahrer ist deutlich geringer. Aktuell bei mir 60 km/h und ich bin kein Stadtfahrer. Wer eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten hat, fährt viel Autobahn und bei solchen Fahrzeugen ist bei 200.000 noch lange nicht Schluss. Auf der Autobahn verschleißt das Auto viel langsamer, insbesondere der Motor liebt dieses Fahrregime.

      Ein starker, nicht aufgeladener Saugmotor kann locker 500.000 km erreichen. Danach wechselt man die Steuerkette, paar billige Umlenkrollen und evtl. die Zylinderkopfdichtung und fährt weitere 500.000. Ein absoluter Standardfall in meiner Heimat. Bei den Selbstzündern ist es nicht anders, sofern sie nur einen und keine 2 oder sogar 3 Turbos haben, die aus 1,5 Litern 200PS rausholen. Das macht den Motor natürlich platt.
      Die deutschen Verbrennungsmotoren sind zusammen mit den Japanern weltspitze. Die politisch auferlegten CO2 Limits haben keine nennenswerte Umweltrelevanz, verkürzen aber die Lebensdauer der Motoren erheblich. Somit ist die Umweltbilanz absolut negativ. Ganz zu schweigen von den Elektroautos mit ihren hochgiftigen Batterien.
      Wenn die Politik was für die Umwelt tun will, dann sollte man die Autohersteller anhalten, aufzuforsten bzw. zu renaturieren. Da wird man mit einem Bruchteil des Geldes für die CO2 Reduktion ein Vielfaches an Ertrag für die Umwelt generieren.
      Aber den inkompetenten Schwachköpfen in Brüssel und Berlin geht es offenbar nicht im Geringsten um die Umwelt. Die Entsorgung dieser selbst ernannten Politikelite kann eine Besserung herbeiführen.

  3. Avatar

    Willi

    4. Januar 2017 11:23 at 11:23

    Hallo Dieter,

    Ja dann hoffe ich, dass Dein Tesla aus der neuen Produktion Deinen Qualitätsanforderungen entspricht.
    Offensichtlich haben unsere Medien bzg deutscher Automobilhersteller bei dir ganze Arbeit geleistet.
    Tesla sollte erst mal ca 10 Mio Autos produzieren.

    • Avatar

      Petkov

      4. Januar 2017 11:48 at 11:48

      Und es schaffen, dass die Türen gscheit zugehen :-) :-D Und lernen, dass es nicht nur weiße Wolken, sondern auch weiße LKWs gibt.
      Viele Grüße

    • Avatar

      Petkov

      4. Januar 2017 12:08 at 12:08

      Ach, übrigens: Noch eine Bestätigung für Sie: Ein Model 3 hat Selbstkosten von über 40.000$, wird aber für 30.000 verkauft. Wenn Daimler, BMW und Co. Autos 25% unter Wert verkaufen würden, hätten sie ebenfalls so euphorische Käufer.
      Nochmals viele Grüße

  4. Avatar

    Markus

    4. Januar 2017 11:34 at 11:34

    @Aufgewachter
    So ein sinnfreien Kommentar habe ich hier schon lange nicht mehr gelesen.
    1. Wer schafft 100km/h über das Fahrzeugleben? Der Durchschnitt liegt eher bei 40km/h.
    2. Ein hoch komplexes Produkt mit Schuhen zu vergleichen … naja ohne Kommentar.
    3. Wird ein Auto gut gewartet schafft es deutlich meht km. Es gibt Taxen mit mehr als 1 Mio km.
    4. Ein Flugzeug wird praktisch nach jedem Flug gewartet.

    Grüsse aus der Automobilindustrie

  5. Avatar

    Tino

    4. Januar 2017 16:44 at 16:44

    Ich finde Telsa eine sehr interessante Firma die viel Pionierarbeit leistet, 500000 in 2018 das glaubt wohl keiner wirklich, 200000 waehre bei der aktuellen Grösse Rekordverdächtig,

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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