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Tesla-Abstufung durch Goldman: Macht Geldverbrennung eine Kapitalerhöhung notwendig?

Goldman Sachs hat heute vorbörslich das Kursziel für die Tesla-Aktie von 190 auf 185 Dollar zurückgestuft. Generell ist dieses niedrige Niveau eh schon beachtlich, wo die Aktie doch am Freitag…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Tesla verbrennt, verbrennt, verbrennt. Stetig wird mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Und wenn das Cash dann mal wieder zur Neige geht, muss man entweder Kredite aufnehmen, oder neue Aktien ausgeben und so Eigenkapital einnehmen. Ein ganz normaler Vorgang, wenn die Firma denn überhaupt rentabel wäre. Wir haben das Thema schon oft besprochen. Und auch die Quartalszahlen von letzter Woche sind so ein Thema. Die Erwartungen waren so unterschiedlich, dass sich der breite Markt kaum einigen konnte, ob Tesla nun die Erwartungen übertroffen hat oder nicht.

Goldman Sachs hat heute vorbörslich das Kursziel für die Tesla-Aktie von 190 auf 185 Dollar zurückgestuft. Generell ist dieses niedrige Niveau eh schon beachtlich, wo die Aktie doch am Freitag noch bei 257 Dollar stand. Wo sieht man das Problem? Nun, das aktuell große Projekt von Elon Musk ist das neue Tesla-Modell 3. An ihm hängst fast schon die Firmenzukunft. Mit dem Modell will man die Stückzahl in Windeseile so weit hochpushen, dass man endlich kräftig in die Gewinnzone kommt. Eine ganz große Nummer will man werden.

Verzögert sich dieses Projekt also, ist man irgendwann gezwungen dank dem kontinuierlichen Geldverbrennen neues Geld von außen aufzunehmen. Und genau davon geht Goldman aus. Man glaube daran, dass Tesla das Modell 3 verzögert auf den Markt bringen wird. Elon Musk sprach erst letzte Woche vom Starttermin Juli. Laut Goldman müsse Tesla wohl im 3. Quartal eine Summe von 1,7 Milliarden Dollar über die Ausgabe neuer Aktien aufnehmen. Damit sinkt der Anteil der Altaktionäre an der Firma.

Wenn Tesla irgendwann mal Gewinn macht, sinkt damit auch deren Gewinn pro Aktie, da der Gesamtgewinn ja zukünftig durch mehr vorhandene Aktien geteilt werden muss. Dank dieser Aussicht, die Goldman aktuell in den Raum stellt, hat die Tesla-Aktie heute mit einem Minus von 4,8% gegenüber dem Schluss von Freitag Abend eröffnet. Seit der Veröffentlichung der Quartalszahlen letzten Mittwoch Abend hat die Aktie von 273 auf jetzt 242 Dollar verloren, also 11,35% Minus in etwas mehr als zwei Börsenhandelstagen.

Wir haben auch schon oft einen Abgesang auf Tesla und Elon Musk gesungen. So oft wie man in Quartalsberichten Erwartungen enttäuschte, und mit Anschluss-Versprechen versuchte Zeit bis zu den nächste Zahl rauszuholen, wäre eigentlich jede andere Aktie immer wieder brutal eingebrochen (siehe die ständigen Einbrüche bei der Twitter-Aktie). Aber die Tesla-Aktie war dank des „Magic Elon“ irgendiwe immun, und auch dieses Mal sollte man Elon Musk nicht unterschätzen. Vielleicht gibt es ja in Kürze eine Sonder-Präsentation, oder die Ankündigung einer „ganz tollen neuen Sache“?

Bisher haben ihm seine Fans alles durchgehen lassen. Und guckt man sich die Tesla-Aktie längerfristig an (Chart seit Anfang 2014), so gab es zwar immer wieder Abstürze. Die hielten aber nie lange an – die Aktie konnte sich komischerweise immer halten. Auch der heutige ganz aktuelle Einbruch bewegt sich noch voll im Rahmen dieses Chart-Bilds. Im 2. Chartbild seit 2011 zeigt sich nach dem steilen Anstieg, dass sich die Aktie seitdem relativ gut hält um oder über 200 Dollar. Bei dem ständigen Geldverbrennen und enttäuschenden Zahlen ein echtes Kunststück. Vielleicht sollte man Elon Musk auch dieses Mal noch nicht zu früh „aufgeben“?

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    27. Februar 2017 18:14 at 18:14

    “ …1,7 Milliarden Dollar über die Ausgabe neuer Aktien aufnehmen. Damit sinkt der Anteil der Altaktionäre an der Firma. Wenn Tesla irgendwann mal Gewinn macht, sinkt damit auch deren Gewinn pro Aktie, da der Gesamtgewinn ja zukünftig durch mehr vorhandene Aktien geteilt werden muss.“

    Das ist ja praktisch. Da Tesla nie Gewinn machen wird, sinkt damit ja automatisch der Verlust pro Aktie.

  2. Avatar

    Thomas

    27. Februar 2017 18:56 at 18:56

    Wahrscheinlich hängt an Tesla auch irgendwie die große Hoffung der Industrienation USA, endlich mal wieder in einem Technologiesektor weltweit führend zu werden.
    Das sich manche von dieser wunderbaren Vision, durch schlechte Zahlen, ungern abringen lassen, ist daher verständlich. Die Zukunft wird zeigen ob sie damit richtig lagen.

  3. Avatar

    columbo

    27. Februar 2017 18:59 at 18:59

    Und ausgerechnet dieser Firma hat eine große deutsche Bank einen Kredit gegeben. Manchmal frage ich mich schon………

  4. Avatar

    Pamela

    28. Februar 2017 12:07 at 12:07

    Tesla investiert, investiert, investiert.

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

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Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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