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Tesla Aktie: Der Aktienkurs und das Vermögen von Elon Musk

Durch den gestrigen Kursrutsch von Tesla verlor Elon Musk mehr Geld, als der gesamte Quartalsumsatz von Tesla betrug. Über Fahnenstangen-Charts und ihre Gefahren..

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Die Entwicklung der Tesla Aktie ist ohne Zweifel das Thema in den Wirtschaftsmedien – und die Aktie auch eine Einnahmequelle in sehr vielen Depots, zuletzt insbesondere auch in denen von vielen jungen Zockern. So exponentiell wie sich der Aktienkurs von Tesla in den letzten Monaten entwickelt hat, so parabolisch ist auch das Vermögen des Hauptaktionärs Elon Musk gestiegen. Infolge eines auf Börsen-Erfolgszahlen basierenden Vertragswerks. Ob er das Vermögen auch nutzen können wird, steht auf einem anderen Blatt.

Der Börsenkurs von Tesla und Musks Prämienmodell

Anfangs werden einige das Vertragswerk von Firmenchef Elon Musk schlichtweg belächelt haben. 2018 vereinbarte der CEO des Elektromobilkonzerns mit dem Aufsichtsrat ein Festgehalt vom einem Dollar und Geld sollte es nur geben, wenn der Kurs der Tesla Aktie bestimmte Höhen erreicht – dann aber richtig. Mutig war dies deshalb, weil der Kurs von Tesla in den Jahren 2014 bis 2017 in den Hochs zwischen 221 und 345 Dollar geschwankt hatte.

Die Vergütung ist mit gewissen Zielmarken bei der Marktkapitalisierung der Aktie verknüpft. Dann erhält Musk das Recht 1,69 Millionen Aktien zu einem Preis von 350 Dollar zu erwerben. Der erste große Geldsegen kam im Mai, als die Tesla Aktie sechs Monate lang über 100 Milliarden Dollar an der Börse wert war (umgerechnet gut 500 Dollar bei 185 Mio. Aktien).

Vor drei Tagen war die zweite Zielmarke von 150 Milliarden Dollar erreicht – über ein weiteres halbes Jahr. Musk bekam einen Bonus von etwa 2,1 Milliarden Dollar. Damit ist aber noch lange nicht Schluss: Bis zu einer Marktkapitalisierung von 650 Milliarden Dollar gibt es sage und schreibe noch zehn weitere Zielmarken. Einen derartigen Vergütungsplan hat es meines Wissens noch nicht gegeben. Allerdings gibt es einen Haken bei der Sache. Der CEO muss die Papiere fünf Jahre lang halten und wer weiß bis dahin, ob…?

Für diese wundersame Ausschüttung ist natürlich der Anstieg der Tesla Aktie verantwortlich, die gerade in den letzten Jahr einen schönen Senkrechtstart hingelegt hat. Hier die Entwicklung von Tesla in Euro gerechnet, nach der gestrigen Korrektur:

Seit einem Monat: +54 Prozent

Seit Jahresanfang: +254 Prozent

Seit einem Jahr: + 498 Prozent

Selbst nach ihrem Einbruch wegen der Corona-Krise im März hatte sich der Kurs nahezu vervierfacht.

Elon Musk ist damit einer der reichsten Menschen der Welt.

Die Entwicklung der Tesla Aktie in den letzten Monaten ist damit eine der ungewöhnlichsten Stories an der Wall Street, zumindest bei hoch kapitalisierten Aktien. Demzufolge musste auch das Vermögens des Hauptaktionärs Elon Musk richtiggehend explodieren.

Schon am Ende des Jahres 2019 betrug der Aktienanteil Elon Musks an Tesla 20,8 Prozent. Der gebürtige Südafrikaner sprang mit seinem Vermögen in wenigen Wochen in der Liste der Superreichen gewaltig nach oben, in der Forbes-Liste – ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Und jetzt kommen eben die besagten Aktienoptionen oben drauf. Allerdings kann man die Reihenfolge nur immer für wenige Stunden feststellen, dafür sorgt schon die Volatilität der Tesla Aktie, verbunden mit dem hohen Anteil des Unternehmers. Am 20. Juli wurde Elon Musk mit 69,1 Milliarden Dollar als neuntreichster Milliardär geführt.

Besonders skurril: Der zeitweilige Einbruch der Aktie am gestrigen Tag mit 10 Prozent, bedeutete für den Großinvestor auf dem Papier eine Summe, die höher war, als der gesamte Quartalsumsatz der Firma oder anders ausgedrückt, mehr als der Wert aller in den drei Monaten verkauften Tesla. Verrückte Welt.

Die Aufnahme in den Weltleitindex S&P 500

Der erneute Quartalsgewinn – FMW berichtete ausführlich – bedeutet, dass Tesla nun in den S&P 500 aufgenommen werden kann und dort sofort in etwa ein Prozent der Marktkapitalisierung ausmacht. Mit den schon erreichten 300 Milliarden Dollar ist die Firma, oder soll man sagen war, so viel wert als alle europäischen Autobauer zusammen.

Noch ein paar Worte zur Fundamentalbewertung: Schon lange spekulieren Anleger mit riesigen Leerverkaufspositionen auf einen Einbruch der Tesla Aktie –  aber dauernde Short-Eindeckungen, auch verursacht durch das Marketing-Talent von Musk und die Bilanzierungskünste seiner Finanzabteilung, ließen die Kurse einfach immer weiter steigen.

Aber jeder exponentielle Kursanstieg hat einmal ein Ende, immer.

Selbst wenn Tesla seine Verkäufe in den nächsten 3 Jahren jeweils verdoppeln könnte – von unter 400.000 auf 3,2 Millionen – die Zahl der globalen Pkw-Verkäufe lag 2019 bei 67 Millionen (statista). Andere Quellen sprechen sogar von 78 bis 79 Millionen produzierten Pkw.

Nach einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) betrug der Börsenwert der acht größten Automobilunternehmen (ohne Tesla) Ende 2019 und damit vor Corona 542 Milliarden Euro. Welchen Börsenwert hatte Tesla schon vor Wochenfrist erreicht?

Fazit: Die Tesla Aktie und Finanzmathematik

Egal wie revolutionär der Zukunftskonzern Tesla aufgestellt ist, die Produktion von zwei Tonnen schweren Automobilen mit all der erforderlichen Logistik (Fabriken, Werkstätten, Batterieproduktion, Ladeinfrastruktur) kann nicht so schnell hochgefahren werden, wie zum Beispiel Absatzzahlen aus der digitalen Welt (Microsoft, Facebook, Netflix, Zoom). Wenn Börsenkurse Fahnenstangen ausbilden, muss es zu Korrekturen kommen. Die Beibehaltung des bisherigen Tempos hätte schon in wenigen Wochen/Monaten völlig absurde Bewertungsparameter zur Folge – Kurse über 2000/3000 Dollar. Selbst wenn sich die Kursentwicklung von Tesla in den nächsten Monaten nur mit gebremsten Schaum fortsetzen würde, käme die Aktie noch in diesem Jahr auf eine Bewertung wie alle existierenden Automobilkonzerne der Welt zusammen.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich maße mir hier nicht an, die Zukunftsaussichten des Automobil- und Softwarekonzerns Tesla aus technischer Warte zu beurteilen, sondern erwähne nur Aspekte der Finanzmathematik.

Elon Musks Riesenvermögen aus Aktien und Aktienoptionen hat einen gigantischen Bestand angenommen, mit großen Unwägbarkeiten. Verkaufen kann er seinen bereits deutlich über 20-prozentigen Aktienbesitz  auch nicht, ohne dabei den Kurs der Tesla Aktie zu zertrümmern.

 

Das Vermögen von Elon Musk ist eng mit dem Kurs der Tesla Aktie verknüpft

Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson CC BY 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    BrettonWood

    24. Juli 2020 11:28 at 11:28

    Er kann Sie aber durchaus zu Nutzbarem V
    Cash wandeln, was die Gefahr dür Tesla sogar noch erhöht! Zuletzt war hier do h zu lesen das Elon schon über 50% seiner Aktien für Lombardkredite eingesetzt hat, also unterliegen 10% von Tesla als Kreditsicherheit, fällt diese Sicherheit unter den Kreditbetrag muss er weitere Vermögenswerte liefern, fällt auch das Paket von 20% unter den Wert wird Zwangsveräussert und dann? Dann gehts erst richtig den Bachab….

    Damit ist auch der Kauf von 350 im Prinzip ein Risiko, klar macht ihn das auf dem Papier reich, aber zuerst muss er heute nun mal die 350 Aufwenden, was wr nütlich auch mit Kredit machen kann, sollten die Tesla Aktien in 5 Jahren unter 350 stehen, könnte sich die Entschädigung aber auch noch in Luft auflösen…..gut in den Staaten ist man ja nach 1 Jahr wieder Schuldenfrei und wahrscheinlich laufen die Kredite über Trusts und Rechstformen das im Fall der Fälle nur das Gefäss Konkurs geht aber nicht gleich das ganze Vermögen weg ist….

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Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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