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Tesla Aktie: Der Aktienkurs und das Vermögen von Elon Musk

Durch den gestrigen Kursrutsch von Tesla verlor Elon Musk mehr Geld, als der gesamte Quartalsumsatz von Tesla betrug. Über Fahnenstangen-Charts und ihre Gefahren..

Wolfgang Müller

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Die Entwicklung der Tesla Aktie ist ohne Zweifel das Thema in den Wirtschaftsmedien – und die Aktie auch eine Einnahmequelle in sehr vielen Depots, zuletzt insbesondere auch in denen von vielen jungen Zockern. So exponentiell wie sich der Aktienkurs von Tesla in den letzten Monaten entwickelt hat, so parabolisch ist auch das Vermögen des Hauptaktionärs Elon Musk gestiegen. Infolge eines auf Börsen-Erfolgszahlen basierenden Vertragswerks. Ob er das Vermögen auch nutzen können wird, steht auf einem anderen Blatt.

Der Börsenkurs von Tesla und Musks Prämienmodell

Anfangs werden einige das Vertragswerk von Firmenchef Elon Musk schlichtweg belächelt haben. 2018 vereinbarte der CEO des Elektromobilkonzerns mit dem Aufsichtsrat ein Festgehalt vom einem Dollar und Geld sollte es nur geben, wenn der Kurs der Tesla Aktie bestimmte Höhen erreicht – dann aber richtig. Mutig war dies deshalb, weil der Kurs von Tesla in den Jahren 2014 bis 2017 in den Hochs zwischen 221 und 345 Dollar geschwankt hatte.

Die Vergütung ist mit gewissen Zielmarken bei der Marktkapitalisierung der Aktie verknüpft. Dann erhält Musk das Recht 1,69 Millionen Aktien zu einem Preis von 350 Dollar zu erwerben. Der erste große Geldsegen kam im Mai, als die Tesla Aktie sechs Monate lang über 100 Milliarden Dollar an der Börse wert war (umgerechnet gut 500 Dollar bei 185 Mio. Aktien).

Vor drei Tagen war die zweite Zielmarke von 150 Milliarden Dollar erreicht – über ein weiteres halbes Jahr. Musk bekam einen Bonus von etwa 2,1 Milliarden Dollar. Damit ist aber noch lange nicht Schluss: Bis zu einer Marktkapitalisierung von 650 Milliarden Dollar gibt es sage und schreibe noch zehn weitere Zielmarken. Einen derartigen Vergütungsplan hat es meines Wissens noch nicht gegeben. Allerdings gibt es einen Haken bei der Sache. Der CEO muss die Papiere fünf Jahre lang halten und wer weiß bis dahin, ob…?

Für diese wundersame Ausschüttung ist natürlich der Anstieg der Tesla Aktie verantwortlich, die gerade in den letzten Jahr einen schönen Senkrechtstart hingelegt hat. Hier die Entwicklung von Tesla in Euro gerechnet, nach der gestrigen Korrektur:

Seit einem Monat: +54 Prozent

Seit Jahresanfang: +254 Prozent

Seit einem Jahr: + 498 Prozent

Selbst nach ihrem Einbruch wegen der Corona-Krise im März hatte sich der Kurs nahezu vervierfacht.

Elon Musk ist damit einer der reichsten Menschen der Welt.

Die Entwicklung der Tesla Aktie in den letzten Monaten ist damit eine der ungewöhnlichsten Stories an der Wall Street, zumindest bei hoch kapitalisierten Aktien. Demzufolge musste auch das Vermögens des Hauptaktionärs Elon Musk richtiggehend explodieren.

Schon am Ende des Jahres 2019 betrug der Aktienanteil Elon Musks an Tesla 20,8 Prozent. Der gebürtige Südafrikaner sprang mit seinem Vermögen in wenigen Wochen in der Liste der Superreichen gewaltig nach oben, in der Forbes-Liste – ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Und jetzt kommen eben die besagten Aktienoptionen oben drauf. Allerdings kann man die Reihenfolge nur immer für wenige Stunden feststellen, dafür sorgt schon die Volatilität der Tesla Aktie, verbunden mit dem hohen Anteil des Unternehmers. Am 20. Juli wurde Elon Musk mit 69,1 Milliarden Dollar als neuntreichster Milliardär geführt.

Besonders skurril: Der zeitweilige Einbruch der Aktie am gestrigen Tag mit 10 Prozent, bedeutete für den Großinvestor auf dem Papier eine Summe, die höher war, als der gesamte Quartalsumsatz der Firma oder anders ausgedrückt, mehr als der Wert aller in den drei Monaten verkauften Tesla. Verrückte Welt.

Die Aufnahme in den Weltleitindex S&P 500

Der erneute Quartalsgewinn – FMW berichtete ausführlich – bedeutet, dass Tesla nun in den S&P 500 aufgenommen werden kann und dort sofort in etwa ein Prozent der Marktkapitalisierung ausmacht. Mit den schon erreichten 300 Milliarden Dollar ist die Firma, oder soll man sagen war, so viel wert als alle europäischen Autobauer zusammen.

Noch ein paar Worte zur Fundamentalbewertung: Schon lange spekulieren Anleger mit riesigen Leerverkaufspositionen auf einen Einbruch der Tesla Aktie –  aber dauernde Short-Eindeckungen, auch verursacht durch das Marketing-Talent von Musk und die Bilanzierungskünste seiner Finanzabteilung, ließen die Kurse einfach immer weiter steigen.

Aber jeder exponentielle Kursanstieg hat einmal ein Ende, immer.

Selbst wenn Tesla seine Verkäufe in den nächsten 3 Jahren jeweils verdoppeln könnte – von unter 400.000 auf 3,2 Millionen – die Zahl der globalen Pkw-Verkäufe lag 2019 bei 67 Millionen (statista). Andere Quellen sprechen sogar von 78 bis 79 Millionen produzierten Pkw.

Nach einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) betrug der Börsenwert der acht größten Automobilunternehmen (ohne Tesla) Ende 2019 und damit vor Corona 542 Milliarden Euro. Welchen Börsenwert hatte Tesla schon vor Wochenfrist erreicht?

Fazit: Die Tesla Aktie und Finanzmathematik

Egal wie revolutionär der Zukunftskonzern Tesla aufgestellt ist, die Produktion von zwei Tonnen schweren Automobilen mit all der erforderlichen Logistik (Fabriken, Werkstätten, Batterieproduktion, Ladeinfrastruktur) kann nicht so schnell hochgefahren werden, wie zum Beispiel Absatzzahlen aus der digitalen Welt (Microsoft, Facebook, Netflix, Zoom). Wenn Börsenkurse Fahnenstangen ausbilden, muss es zu Korrekturen kommen. Die Beibehaltung des bisherigen Tempos hätte schon in wenigen Wochen/Monaten völlig absurde Bewertungsparameter zur Folge – Kurse über 2000/3000 Dollar. Selbst wenn sich die Kursentwicklung von Tesla in den nächsten Monaten nur mit gebremsten Schaum fortsetzen würde, käme die Aktie noch in diesem Jahr auf eine Bewertung wie alle existierenden Automobilkonzerne der Welt zusammen.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich maße mir hier nicht an, die Zukunftsaussichten des Automobil- und Softwarekonzerns Tesla aus technischer Warte zu beurteilen, sondern erwähne nur Aspekte der Finanzmathematik.

Elon Musks Riesenvermögen aus Aktien und Aktienoptionen hat einen gigantischen Bestand angenommen, mit großen Unwägbarkeiten. Verkaufen kann er seinen bereits deutlich über 20-prozentigen Aktienbesitz  auch nicht, ohne dabei den Kurs der Tesla Aktie zu zertrümmern.

 

Das Vermögen von Elon Musk ist eng mit dem Kurs der Tesla Aktie verknüpft

Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson CC BY 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    BrettonWood

    24. Juli 2020 11:28 at 11:28

    Er kann Sie aber durchaus zu Nutzbarem V
    Cash wandeln, was die Gefahr dür Tesla sogar noch erhöht! Zuletzt war hier do h zu lesen das Elon schon über 50% seiner Aktien für Lombardkredite eingesetzt hat, also unterliegen 10% von Tesla als Kreditsicherheit, fällt diese Sicherheit unter den Kreditbetrag muss er weitere Vermögenswerte liefern, fällt auch das Paket von 20% unter den Wert wird Zwangsveräussert und dann? Dann gehts erst richtig den Bachab….

    Damit ist auch der Kauf von 350 im Prinzip ein Risiko, klar macht ihn das auf dem Papier reich, aber zuerst muss er heute nun mal die 350 Aufwenden, was wr nütlich auch mit Kredit machen kann, sollten die Tesla Aktien in 5 Jahren unter 350 stehen, könnte sich die Entschädigung aber auch noch in Luft auflösen…..gut in den Staaten ist man ja nach 1 Jahr wieder Schuldenfrei und wahrscheinlich laufen die Kredite über Trusts und Rechstformen das im Fall der Fälle nur das Gefäss Konkurs geht aber nicht gleich das ganze Vermögen weg ist….

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Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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