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Tesla-Aktie: Droht jetzt bald das böse Erwachen nach der Euphorie?

Seit einigen Monaten ist der US-Elektroautobauer Tesla (NASDAQ:TSLA) aufgrund seines astronomisch hohen Kurses der Tesla-Aktie – nicht aufgrund qualitativ hochwertiger Autos – in aller Munde. 368 Prozent hat die Tesla-Aktie infolge des Corona-Absturzes an Wert hinzugewonnen.

Grund für den wahnwitzigen Kursanstieg, den das KGV und das KBV auf 863 bzw. 37,84 nach oben katapultiert hat, ist das angeblich so enorme Potenzial des Autobauers aus Kalifornien, der von einigen Tesla-Fans schon als Technologie- und nicht mehr als Automobilfirma gepriesen wird, weil u.a. seine neuen Batteriezellen aus China eine Million Meilen versprechen und Teslas ohnehin konkurrenzlos billiger machen sollen. Hinzu kommt das ach so tolle FSD – Full Self Driving -, das Elon Musk schon seit Jahren angekündigt und auch noch aktiv in seinen Stromern verkauft, aber in Wirklichkeit entwicklungstechnisch noch in den Kinderschuhen steckt, zumal die Forschungs- bzw. Entwicklungskosten (R&D) seit sechs Quartalen rückläufig sind. Über Cybertrucks und Robotaxis brauchen wir daher erst gar nicht zu reden.

Aber hinter dem Kursanstieg steckt noch viel mehr. Einige Analysten behaupten steif und fest, Tesla sei vier Quartale in Folge profitabel gewesen. Bilanztechnisch mag das stimmen. Vergessen wird dabei jedoch gerne, dass der US-Elektroautobauer ohne den Verkauf von Emissionsrechten – die sich im ersten Halbjahr auf sage und schreibe 782 Millionen Dollar beliefen – an General Motors, Fiat Chrysler oder Ford  auch weiterhin Unmengen an Cash verbrennen würde und mit seinem Kerngeschäft, dem Herstellen von Elektroautos, weiterhin keinen Cent verdient. Und daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern. Schließlich steigen genau diese Autobauer jetzt ebenfalls in den Elektrofahrzeugmarkt ein, so dass sie zukünftig wohl kaum noch an Elon Musks Tür klopfen werden, um zum Erreichen strikterer amerikanischer Umweltgesetze dem viertreichsten Menschen der Welt noch mehr Geld in den Rachen zu werfen.

Fraglich ist außerdem, ob das Index-Komitee, das für die Zusammenstellung des S&P 500 zuständig ist, Tesla überhaupt in den Index aufnehmen wird, worauf so viele Anleger hoffen. Zwar hat sich der E-Auto-Pioneer mit dem vierten Quartalsgewinn in Folge theoretisch für die Aufnahme qualifiziert. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass er auch in den Index der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen aufgenommen wird. Schließlich basiert die Aufnahme in den Index sowohl auf quantitativen als auch auf qualitativen Faktoren.

Ein Analyst, der mit seiner Einschätzung den Nagel auf den Kopf trifft, ist Gordon Johnson vom US-Analysehaus GLJ Research. Die Tesla-Aktie hätte sich völlig von der Realität entkoppelt, sagte er gestern in einem Interview mit Yahoo Finance und beließ sein 12-Monats-Kursziel für den derzeit wertvollsten Autobauer der Welt bei 87 Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kursniveaus entspräche dies einem Abwärtspotenzial von 95 Prozent.

„Kurz gesagt, Tesla ist im Wesentlichen eine kaputte Wachstumsstory. Das mag sich für einige verrückt anhören, wenn man sich den Aktienkurs ansieht“, sagte er im Gespräch mit Yahoo Finance.

Tesla „wird mit mehr als der doppelten Marktkapitalisierung von VW  gehandelt, dennoch hat VW im vergangenen Jahr 11 Millionen Autos verkauft. Tesla verkaufte letztes Jahr lediglich knapp 370.000 Autos und will in diesem Jahr etwa 500.000 Autos absetzen“, erklärte Johnson.

Hinzu kommt, dass der Marktanteil von Tesla auf dem Autokontinent Europa drastisch geschrumpft sei. So stiegen die Absätze von Elektroautos im Juli 2020 gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel. Gleichzeitig ist der Marktanteil von Tesla am europäischen EV-Markt von 18,4 Prozent auf 8,7 Prozent eingebrochen.

Seiner Ansicht nach ist auch die Akzeptanz von Tesla in China nicht so gigantisch, wie einige Analysten, etwa Dan Ives von Wedbush, es gerne aussehen lassen wollen.

„Die Realität ist, dass sie im Monat Juli etwa 11.400 Autos in China verkauft haben. Sie produzierten aber etwa 12.200, also haben sie in Wirklichkeit Lagerbestände aufgebaut, und das obwohl sie dieses Jahr weltweit die Preise gesenkt haben, davon allein viermal in China“, fügte Johnson hinzu.

Johnson hält daher an seinem Kursziel für die Tesla-Aktie fest und glaubt, dass die Papiere sich im Laufe der nächsten zwölf Monate ihrem fairen Wert von 87 Dollar annähern werden, sobald die Daten „zusammenpassen“.

„Die tatsächlichen Daten passen einfach nicht zusammen. Wir glauben, dass Verkäufe einsetzen, sobald die Daten die Realität wiederspiegeln, was unserer Meinung nach die Aktie nach unten spülen dürfte“, sagte er.

Auch die sprudelnden Gewinne aus dem Verkauf von Emissionspunkten, worauf einzig und allein die Profitabilität des Unternehmens von Elon Musk beruht, dürften bald austrocknen, so Johnson. Der Grund ist ebenso einfach wie logisch: GM, Fiat Chrysler & Co produzieren mittlerweile selbst emissionsarme Fahrzeuge, weshalb die Einnahmen aus diesem Handel für Tesla schon bald zum Erliegen kommen dürften.

Und trotz all der Negativfaktoren gilt an der Börse: „The trend is your friend, until it ends“. Insofern wäre es aktuell wohl noch fatal, Tesla Hals über Kopf zu shorten, insbesondere wenn das Geschäftsmodell an der Börse offenbar zu überzeugen weiß.

Abschließend noch ein Kommentar von Thomas Thornton, dem Gründer des Anlageberatungsunternehmens Hedge Fund Telemetry: „Mehr als 50 Prozent der bislang angehäuften Monatsgewinne im NDX stammen aus zwei Aktien. Eine ist das großartigste Unternehmen der Welt und die andere ist der größte Betrug auf der Welt“.

(Hinweis der Redaktion: Der Beitrag erschein zunächst bei investing.com und wird hier mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht)

Dauert der Höhenflug der Tesla-Aktie ewig an?



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12 Kommentare

  1. Könnte man die Autoren hier bitte dazu zwingen ihre Hausaufgaben zu machen und nicht sinnfrei nach zu plappern was Shortseller mit einem berechtigten Interesse an einem Kursverlust so von sich geben.

    Wäre großartig, danke!

  2. Wenn es Tesla gelingt die kriminelle Energie von Elon Musk in die Batterien zu packen werden seine Batterien unschlagbar. Ich sage es wieder einmal, MUSK WIRD IM GEFÄN&NIS LANDEN.

    1. Facts or it didn’t happen!

    2. Musk baut an einem Fluchtfahrzeug zum Mars

  3. Björn, TESLA ist eine Riesenstory.
    Elektro hat keiner sonst. Weltweit.
    Elon Musks Erfindergabe ist jeden Cent wert.
    Der Mann ist, wenn nicht Halbgott, dann Genie.
    Ich sehe die Wunderwagen überall.
    An der roten Ampel, schwuppdich, dreißig TESLA in der Warteschlange!
    Ein ganz großes Ding ist TESLA für Leute wie dich.
    Das sind „Fakten“ die du hören willst.
    Alles andere, vor allem Negative, ist für dich „sinnfrei“.
    Doch die Wirklichkeit holt jeden ein irgendwann…Wirecard, Luckin Coffee etc.
    Und das ist gut und richtig so.

    1. Ok ich sehe, wir bleiben auf dem Niveau von Knasti. Emotional und ohne Basis.
      An dieser Stelle verabschiede ich mich dann auch aus der illustren Runde. Die Zeit für Gegenargumente wäre ziemlich verschwendet.
      Trotzdem wünsche ich noch gute Gewinne und ein schönes Leben noch.

  4. Björn Weiss, mein bescheidenes Niveau geht davon aus ,dass Leute in Not bei kleinen Diebstählen im Gefängnis landen, während Milliardäre nur aus Gier mit kreativer ( falscher ) Buchhaltung und fragwürdigen Optionsgeschäften weitere Milliarden scheffeln können und dann noch bewundert werden.Die Analysten die beim Spiel mithelfen sollten als. Mittäter eingebunkert werden.

    1. Dann auch alle deutschen Automobil Vorstände (Dieselkriminelle) in den Knast oder wie.Immer schön den Ball flach halten!!!!!

    2. Avatar
      Berti der Pragmatiker

      Warum diese Vorverurteilung von Hr. Musk / Tesla.
      Bis heute baut keine Company auf der Welt
      so gute E-Autos wie TESLA. Das ist ein DOT.
      Der Markt (Weltmarkt) wird in den nächsten 10-20 Monaten
      den Nachweis liefern. Entweder er adaptiert
      das Produkt E-Auto von Tesla oder nicht so wie
      es der Aktienkurs suggeriert.

      Gruss

      Berti der Pragmatiker

  5. Ahoi Björn,
    oben gibt es jede Menge gute Argumente zu lesen.
    11.400 verkaufte Wunderwagen versus 12.200 gebaute Wunderwagen macht einen Lageraufbau von 800 Wunderwagen. (Zahlen für China)
    Ich wüsste nun nicht was an dieser Rechnung emotional sein soll.
    Aber so seid ihr „Schlaule“ eben – zuerst das Cleverle mimen.
    Und geht es dann daneben heult ihr nach Staatshilfe…
    Aber, was sag ich dir als Mitglied der ELON-Sekte… die Ratio ist ausgeschaltet…

  6. @Björn Weis Ganz offensichtlich fehlen Ihnen die Gegenargumente und wohl besonders solche, die Sie mit Fakten unterlegen könnten. Tesla ist wieder einmal ein Bespiel dafür, wie viele verrückte Marktteilnehmer es doch gibt und wie leicht sie sich manipulieren lassen.

  7. Wenn das wirklich stimmt das sich die meisten Investoren sich nicht durch Shorts abgesichert haben, (Quelle wäre toll) dann wird es nochmal richtig knallen. Das gilt dann aber auch für Tesla.

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