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Tesla-Aktie gerettet – „Hand auflegen“ mit Elon Musk

Wir hatten gestern Nachmittag schon darüber berichtet. Wird Elon Musk es mal wieder schaffen bei grottigen Zahlen mit ein paar warmen Worten die Börsianer einzulullen? Und ja, verdammt noch mal, „er kann es immer noch“. Einfach kurz „Hand auflegen“, und die Börsianer glauben ihm alles.

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Tesla meldete gestern wirklich grottige Zahlen. Umsatz dramatisch schlechter, Verlust dramatisch höher als erwartet. Jede Menge Probleme, die Cash-Reserve ist stark abgeschmolzen. Elon Musk griff zu dem einfachen Allheilmittel, welches er in den letzten Jahren schon oft benutzt hatte. Was jucken mich die aktuell grottigen Zahlen? Ich rede einfach nur über die tolle Zukunft, und in der sieht wie immer alles rosig aus. Der folgende Text aus dem gestern Abend veröffentlichten Bericht reicht aus, um die Aktie über Nacht vor einem Debakel zu retten. Zitat:

Operating cash flow less capex should be positive in every quarter including Q2. As the impact of higher deliveries and cost reduction take full effect, we expect to return to profitability in Q3 and significantly reduce our loss in Q2.

Im Laufe des Jahres soll also wieder alles besser werden, und er „erwarte“ die Rückkehr in die Gewinnzone. Also kein Versprechen, sondern eine „Erwartung“. Aber wie oft hatte Elon Musk in den letzten Jahren so was erzählt, und es traf nie ein? Vor zwei Quartalen konnte er nur ein einziges Mal alle Analysten mit tollen Zahlen positiv überraschen, aber jetzt kehrt er in alte Muster zurück. Kein Eingeständnis von Problemen, sondern einfach stumpf auf die möglicherweise bessere Zukunft verweisen.

Aber wie kann man ihm dieses Verhalten übel nehmen, wenn die Börsianer sich damit immer wieder zufrieden geben? So wie diesmal ja auch! Und so schloss die Tesla-Aktie heute Nacht nachbörslich mit nur -0,18% im Vergleich zum offiziellen Schlusskurs. Einfach unglaublich. „Normale“ Aktien wären bei den Zahlen vielleicht um 10% oder 15% eingebrochen. Aber nicht so Tesla. Prost Mahlzeit. Ein Hoch auf Elon Musk.

Elon Musk
Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson CC BY 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto



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6 Kommentare

  1. Ich rede einfach nur über die tolle Zukunft, und in der sieht wie immer alles rosig aus … Aber wie oft hatte Elon Musk in den letzten Jahren so was erzählt, und es traf nie ein?

    Und da liest man doch allenthalben, wie klug die Börsen sind und wie perfekt sie die Zukunft antizipieren :)

  2. @Michael. Guten Morgen. Ist das wissenschaftlich? Einzeltitel herauspicken und auf das Ganze schließen? ? Gruß

    1. @Wolfgang, es handelt sich dabei die induktive Methode, die in der Wissenschaft schon auch einen berechtigten Platz einnimmt. Induktionen sind zwar unsicher, aber im menschlichen Leben unverzichtbar. Eine sehr wichtige Aufgabe der Induktion ist z. B. die Reduktion der riesigen Datenmenge, die das Gehirn zu verarbeiten hat.

      Auch gilt die induktive Methode als das Tun und Handeln, nachdem man aufgrund von Indizien zu einer Schlussfolgerung gelangt ist. Typische Beispiele sind die Arbeit der Kriminalpolizei und der Strafgerichte, die Abschätzung von Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten, wie die Diskussionen, ob es eine globale Erwärmung gibt oder ob die (Jugend)kriminalität zunimmt und nicht zuletzt die Evolution von Heuristiken.

      Auch in der Statistik wird diese Methode verwendet, wenn von zufälligen, aus einer relativ kleinen Zahl bestehenden Stichproben auf die Allgemeinheit geschlossen wird, wie beispielsweise bei Wahlprognosen. Und nicht zuletzt findet die induktive Methode auch in der Künstlichen Intelligenz Verwendung.

      Ein induktiver Schluss wäre also: Die Börsen fallen immer wieder auf das Gerede von Elon Musk herein. Die Börsen fallen ebenso ständig auf das Gerede von Draghi und Trump herein. Schlussfolgerung: Die Börsen fallen im Allgemeinen gerne und laufend auf allerlei Gerede herein, während sie Fakten eher ignorieren.

      Bitte das Ganze auch mit der nötigen Prise Augenzwinkern betrachten, ich will Sie hier keinesfalls angreifen oder kritisieren, da ich sehr viel von Ihren Analysen, Einschätzungen und Ansichten halte ;)

      1. @Michael. Alles klar, ich augenzwinkere.?Übrigens habe ich mal eine Studienarbeit über die Prinzipien der Induktion und Deduktion geschrieben, aber jetzt höre ich sofort wieder auf.
        Einen schönen Tag

  3. Jeder Tesla-(Groß)Aktionär weiß was passiert, wenn Elons Kreditabsicherungen plötzlich nicht mehr ausreichen. Dann geht ganz schnell die ganze Kohle flöten. Und das wird wohl auch der Grund sein, warum die alle bei den grottigen Zahlen stillhalten und auf die Zukunft hoffen.

  4. Grundsätzlich ist es doch so, er weiß das Tesla funktionieren wird. Die Frage ist nur wann und ob das Geld reicht bis es funktioniert. Langsam wird es aber eng, 23 Milliarden Schulden und die Firma macht immer noch riesigen Verlust. Wie viel Autos will der noch verkaufen, damit die Firma endlich Gewinn macht. Die Schulden, Zinsen, Stromrechnungen, neue Gigafabriken und den Zwang immer ständige Innovationen heraus zu bringen werden Tesla sehr hart finanziell belasten. Zusätzlich die hohe Manpower für die neuen Innovationen. Dazu kommt noch das Elon Musk schon selbst einmal gesagt hat, dass Tesla beinahe pleite war. Ich glaube, wenn Tesla nächstes Jahr durchgängig kein Gewinn schreibt, war es das mit Tesla.

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