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Tesla-Aktie gerettet – „Hand auflegen“ mit Elon Musk

Claudio Kummerfeld

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am

Wir hatten gestern Nachmittag schon darüber berichtet. Wird Elon Musk es mal wieder schaffen bei grottigen Zahlen mit ein paar warmen Worten die Börsianer einzulullen? Und ja, verdammt noch mal, „er kann es immer noch“. Einfach kurz „Hand auflegen“, und die Börsianer glauben ihm alles.

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Tesla meldete gestern wirklich grottige Zahlen. Umsatz dramatisch schlechter, Verlust dramatisch höher als erwartet. Jede Menge Probleme, die Cash-Reserve ist stark abgeschmolzen. Elon Musk griff zu dem einfachen Allheilmittel, welches er in den letzten Jahren schon oft benutzt hatte. Was jucken mich die aktuell grottigen Zahlen? Ich rede einfach nur über die tolle Zukunft, und in der sieht wie immer alles rosig aus. Der folgende Text aus dem gestern Abend veröffentlichten Bericht reicht aus, um die Aktie über Nacht vor einem Debakel zu retten. Zitat:

Operating cash flow less capex should be positive in every quarter including Q2. As the impact of higher deliveries and cost reduction take full effect, we expect to return to profitability in Q3 and significantly reduce our loss in Q2.

Im Laufe des Jahres soll also wieder alles besser werden, und er „erwarte“ die Rückkehr in die Gewinnzone. Also kein Versprechen, sondern eine „Erwartung“. Aber wie oft hatte Elon Musk in den letzten Jahren so was erzählt, und es traf nie ein? Vor zwei Quartalen konnte er nur ein einziges Mal alle Analysten mit tollen Zahlen positiv überraschen, aber jetzt kehrt er in alte Muster zurück. Kein Eingeständnis von Problemen, sondern einfach stumpf auf die möglicherweise bessere Zukunft verweisen.

Aber wie kann man ihm dieses Verhalten übel nehmen, wenn die Börsianer sich damit immer wieder zufrieden geben? So wie diesmal ja auch! Und so schloss die Tesla-Aktie heute Nacht nachbörslich mit nur -0,18% im Vergleich zum offiziellen Schlusskurs. Einfach unglaublich. „Normale“ Aktien wären bei den Zahlen vielleicht um 10% oder 15% eingebrochen. Aber nicht so Tesla. Prost Mahlzeit. Ein Hoch auf Elon Musk.

Elon Musk
Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson CC BY 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Michael

    25. April 2019 11:11 at 11:11

    Ich rede einfach nur über die tolle Zukunft, und in der sieht wie immer alles rosig aus … Aber wie oft hatte Elon Musk in den letzten Jahren so was erzählt, und es traf nie ein?

    Und da liest man doch allenthalben, wie klug die Börsen sind und wie perfekt sie die Zukunft antizipieren :)

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    25. April 2019 11:25 at 11:25

    @Michael. Guten Morgen. Ist das wissenschaftlich? Einzeltitel herauspicken und auf das Ganze schließen? ? Gruß

    • Avatar

      Michael

      25. April 2019 13:38 at 13:38

      @Wolfgang, es handelt sich dabei die induktive Methode, die in der Wissenschaft schon auch einen berechtigten Platz einnimmt. Induktionen sind zwar unsicher, aber im menschlichen Leben unverzichtbar. Eine sehr wichtige Aufgabe der Induktion ist z. B. die Reduktion der riesigen Datenmenge, die das Gehirn zu verarbeiten hat.

      Auch gilt die induktive Methode als das Tun und Handeln, nachdem man aufgrund von Indizien zu einer Schlussfolgerung gelangt ist. Typische Beispiele sind die Arbeit der Kriminalpolizei und der Strafgerichte, die Abschätzung von Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten, wie die Diskussionen, ob es eine globale Erwärmung gibt oder ob die (Jugend)kriminalität zunimmt und nicht zuletzt die Evolution von Heuristiken.

      Auch in der Statistik wird diese Methode verwendet, wenn von zufälligen, aus einer relativ kleinen Zahl bestehenden Stichproben auf die Allgemeinheit geschlossen wird, wie beispielsweise bei Wahlprognosen. Und nicht zuletzt findet die induktive Methode auch in der Künstlichen Intelligenz Verwendung.

      Ein induktiver Schluss wäre also: Die Börsen fallen immer wieder auf das Gerede von Elon Musk herein. Die Börsen fallen ebenso ständig auf das Gerede von Draghi und Trump herein. Schlussfolgerung: Die Börsen fallen im Allgemeinen gerne und laufend auf allerlei Gerede herein, während sie Fakten eher ignorieren.

      Bitte das Ganze auch mit der nötigen Prise Augenzwinkern betrachten, ich will Sie hier keinesfalls angreifen oder kritisieren, da ich sehr viel von Ihren Analysen, Einschätzungen und Ansichten halte ;)

      • Avatar

        Wolfgang M.

        25. April 2019 14:57 at 14:57

        @Michael. Alles klar, ich augenzwinkere.?Übrigens habe ich mal eine Studienarbeit über die Prinzipien der Induktion und Deduktion geschrieben, aber jetzt höre ich sofort wieder auf.
        Einen schönen Tag

  3. Avatar

    HeMe

    25. April 2019 13:30 at 13:30

    Jeder Tesla-(Groß)Aktionär weiß was passiert, wenn Elons Kreditabsicherungen plötzlich nicht mehr ausreichen. Dann geht ganz schnell die ganze Kohle flöten. Und das wird wohl auch der Grund sein, warum die alle bei den grottigen Zahlen stillhalten und auf die Zukunft hoffen.

  4. Avatar

    Matthias

    25. April 2019 16:17 at 16:17

    Grundsätzlich ist es doch so, er weiß das Tesla funktionieren wird. Die Frage ist nur wann und ob das Geld reicht bis es funktioniert. Langsam wird es aber eng, 23 Milliarden Schulden und die Firma macht immer noch riesigen Verlust. Wie viel Autos will der noch verkaufen, damit die Firma endlich Gewinn macht. Die Schulden, Zinsen, Stromrechnungen, neue Gigafabriken und den Zwang immer ständige Innovationen heraus zu bringen werden Tesla sehr hart finanziell belasten. Zusätzlich die hohe Manpower für die neuen Innovationen. Dazu kommt noch das Elon Musk schon selbst einmal gesagt hat, dass Tesla beinahe pleite war. Ich glaube, wenn Tesla nächstes Jahr durchgängig kein Gewinn schreibt, war es das mit Tesla.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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