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Wachstumsversprechen und Robotaxi Tesla-Aktie: Heiße Luft von Musk reicht, um Anleger zu beruhigen

Tesla-Aktie: Heiße Luft von Musk reicht, um Anleger zu beruhigen
Tesla. Fotograf: Shoko Takayasu/Bloomberg

Elon Musk hat wieder einmal getan, was nur er kann. Tesla hat gestern enttäuschende Zahlen vorgelegt und trotzdem ist die Aktie nicht eingebrochen. Umsatz und Gewinn lagen unter den Erwartungen, die Marge sinkt, während die Kosten steigen. Eigentlich gute Argumente, um die Aktie nach einer Kursverdopplung in den letzten fünf Monaten zu verkaufen. Doch stattdessen stieg der Aktienkurs sogar, weil Elon Musk es wieder einmal geschafft hat, die Anleger mit viel heißer Luft zu überzeugen.

Tesla: Musk kündigt „epische“ Wachstumsphase an

Tesla hat Pläne für den Einsatz von Robotaxis angekündigt und erwartet für dieses Jahr eine Erholung der Verkaufszahlen, so ein Bericht von Bloomberg. Laut CEO Elon Musk steht dem Elektroautohersteller eine “epische” Wachstumsphase bevor.

Der Vorstandsvorsitzende verwies auf Fortschritte bei der Autonomie von Fahrzeugen und Pläne für neue Modelle, und in seinem Ergebnisbericht kündigte das Unternehmen eine “Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2025” an. Musk beschrieb eine Zukunft mit fahrerlosen Autos, humanoiden Robotern und künstlicher Intelligenz. Er schürte die Hoffnung auf selbstfahrende Autos seines Unternehmens schon in diesem Jahr.

Tesla plant, seinen autonomen Mitfahrdienst im Juni in Austin und bis Jahresende dann in anderen Städten einzuführen. Aber diese Hoffnung verbreitet er schon seit Jahren, so dass es fraglich bleibt, ob dies wirklich in kurzer Zeit gelingen wird.

“Das ist keine weit entfernte, mythische Situation”, sagte Musk bei einer Telefonkonferenz des Unternehmens mit Analysten. “Es ist buchstäblich noch fünf Monate entfernt.”

Elon Musk bewahrt die Tesla-Aktie vor einem Einbruch
Tesla-Aktien haben sich mehr als verdoppelt im letzten Jahr

Aktie im Höhenflug

Die Aktien stiegen im nachbörslichen New Yorker Handel um 4,4 Prozent. Der Wert des Titels ist seit der letzten Ergebnismeldung von Tesla um mehr als 80% gestiegen, was zeigt, dass die Anleger über die Finanzergebnisse hinausblicken und das Unternehmen als Vehikel nutzen, um in die Erfolgsaussichten von Musk selbst zu investieren.

Tesla lieferte nur wenige neue Details zu wichtigen Fragen wie der bevorstehenden Markteinführung eines erschwinglicheren Fahrzeugs oder Einzelheiten zu den Absatzprognosen des Unternehmens. Musk verbrachte einen Großteil des Earnings-Calls damit, über Optimus, Teslas humanoiden Roboter, zu sprechen. Die Auswirkungen der kostspieligen Änderungen in der Produktion und den ersten jährlichen Rückgang der Fahrzeugverkäufe seit über einem Jahrzehnt spielte er herunter.

“Wir bauen die Produktionslinien auf und bereiten uns auf ein, wie ich glaube, episches Jahr 2026 und ein unglaubliches ‘27 und ‘28 vor”, sagte Musk. “Unglaublich gut. Das ist meine Vorhersage.“

Ross Gerber, Mitbegründer, Präsident und CEO von Gerber Kawasaki, sagt, dass Tesla mehr Wege zum Wachstum finden muss. Er sagt, dass die finanzielle Leistung von Tesla in den letzten drei Jahren schrecklich war und egal was Elon Musk sagt, „full self-driving“ funktioniert nicht.

FSD-Pläne

Musk sagte, Tesla werde im Juni in Austin mit dem “unbeaufsichtigten Full Self-Driving“ beginnen. Er sei zuversichtlich, dass der Dienst, den er als “autonomes Ride Hailing für Geld“ bezeichnete, bis Ende des Jahres in Kalifornien und “vielen Regionen“ der USA verfügbar sein werde. Tesla-Besitzer würden irgendwann in der Lage sein, ihre Autos im Airbnb-Stil in die Flotte autonomer Fahrzeuge einzugliedern.

Tesla hatte bereits im Oktober erklärt, dass das Unternehmen in diesem Jahr in Kalifornien und Texas sowohl unbeaufsichtigtes FSD als auch autonomes Ride-Hailing anbieten will.

Teslas Plan, günstigere Fahrzeuge zu verkaufen, liege weiterhin im Zeitplan, teilte das Unternehmen mit. Die Produktion solle in der ersten Hälfte dieses Jahres beginnen. Auch das Cybercab sei für 2026 geplant.

Garrett Nelson, Analyst bei CFRA, sagte, dass Teslas Aussichten für das Wachstum der Fahrzeugverkäufe in diesem Jahr bei den Anlegern auf Resonanz stießen, weil sie realistischer erschienen als Musks früheres Versprechen eines Wachstums von bis zu 30%.

“Die Messlatte wurde auf ein viel erreichbareres Niveau gesenkt, so dass es viel wahrscheinlicher ist, dass sie es in Zukunft erreichen werden“, sagte Nelson.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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5 Kommentare

  1. Benko ist nicht einsam

    Die Teslianer sind naiv. 60% der Autos verkauft er ( noch) in China. Die Nähe zu Trump wird ihm noch auf die Füsse fallen. Seine Firma wird immer noch durch CO2 Zertifikate subventioniert, die von der Konkurrenz der Verbrenner bezahlt werden. Wo gibt’s das schon, dass eine Branche gezwungenermassen von der Konkurrenz aufgebaut wird? Seine Manipulationsgewinne bei Kryptos nutzt er um die Teslakurse hochzuhalten.Dies kann nicht ewig dauern.Für mich ist er der Benko der Autobranche.Sogar der Autoprofessor Dudelhöfer,der dummerweise vor einiger Zeit Tesla noch fast als uneinholbar taxierte, hat seine Meinung geändert.
    Die Skepsis von Fugmann hat sich wie schon oft bewahrheitet. Er wird auch mit der Skeptik über den KI – Hype wieder richtig liegen. Sektengläübige sind unbelehrbar bis zur Katastrophe. Die wundersame Globalisierung ist doch auch gerade daran wunderbar zu scheitern.

    1. Naivität gibt es immer zweimal

      Wer vor dem Kursanstieg das Potenzial unterschätzt hat, ist naiv, und wer am Ende einsteigt, wenn die Kurse sich dem Ende entgegen neigen, ebenso. Wer zu spät einsteigt, aber auch wer zu früh den Untergang prognostiziert, bezahlt für die Wenigen, die es richtig gemacht haben. Manche schaffen es sogar, zweimal naiv zu sein.

      1. Den Markt timen zu wollen, ist die ganz große Naivität.

        1. @Columbo „Den Markt timen zu wollen, ist die ganz große Naivität.“ Das stimmt. Echte Profis manipulieren ihn, und werden so zum Milliardär. Und die anderen? Die gucken wie immer nur dumm hinterher. C’est la vie, wie alte Schweden zu sagen pflegen.

        2. Hallo Columbo,

          also unser Freund Warren macht das ganz erfolgreich seit vielen Jahrzehnten. Im kurzen Zeitfenster kann man nicht gut timen, aber langfristig setzt sich die fundamentale Logik durch.
          Allerdings: Tesla kann niemand timen außer Elon selbst. Die Aktie ist meilenweit von ihrem realistischen Wert entfernt. Daran würde auch ein Crash nichts ändern.

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