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Tesla-Aktie mit +10% nach grottigen Quartalszahlen – wie Elon Musk das geschafft hat

Redaktion

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Die Tesla-Aktie geht heute 10% höher in den Handel als gestern Abend zum Börsenschluss. Wie ist das möglich? Eigentlich „wie immer“ hat Tesla enttäuscht, und mit 3,06 Dollar Verlust pro Aktie die Erwartungen von -2,90 Dollar im negativen Sinne übertroffen. Auch hat man im letzten Quartal 739 Millionen Dollar Cash verbrannt. Die folgende Grafik (seit 2010) zeigt die Nettoverluste von Tesla auf Quartalsbasis, die immer größer werden.

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Da hätte die Tesla-Aktie doch eigentlich dramatisch fallen müssen? Eigentlich schon. Hinzu kommt noch, dass neben den -3,06 Dollar pro Aktie der nicht bereinigte Verlust bei 4,22 Dollar liegt – eine Verdoppelung binnen 12 Monaten! Aber Elon Musk wischt auch das bei Seite. Denn er sagte heute Nacht den Analysten in Schrift und Wort, dass Tesla daran festhalte im aktuellen 3. und 4. Quartal in die Gewinnschwelle zu kommen.

Man habe schließlich drastisch Kosten reduziert. Und erneut betonte Musk in der heute Nacht durchgeführten Analysten-Telefonkonferenz, dass Tesla nicht plane frisches Geld aufzunehmen. Hinzu kommt noch, dass der Verlust von 739 Millionen Dollar nicht so hoch war wie erwartet (-900 Millionen Dollar). Oben drauf kommt noch: Musk hatte vor drei Monaten bei der Telefonkonferenz einfach abgebrochen, also ihm all zu kritische Analysten-Nachfragen auf die Nerven gingen. Dafür entschuldigte er sich heute Nacht. Ob das wirklich ehrlich gemeint war? Egal.

Auch fällt ins Gewicht, dass Tesla gestern verkündete statt 5000 pro Woche bis Ende August 6000 Stück vom Modell 3 pro Woche fertigen zu wollen. Die positive Reaktion der Tesla-Aktie basiert also nur auf den gestern verkündeten Zukunftsprognosen von Elon Musk. Man komme in die Gewinnzone (obwohl die Verluste aktuell immer größer werden), man werde deutlich mehr Autos bauen und und und. Der Markt verlässt sich also wie in all den letzten Quartalen nur auf die Versprechungen von Elon Musk.

Dass die Fakten jedes Mal ein immer schlechteres Bild zeigen, interessiert nicht. Das ist schon ein ganz besonderes Phänomen. Abgesehen davon muss natürlich erwähnt werden, dass die Umsatzsteigerungen enorm sind. Aber dazu muss man auch gleich wieder beachten, dass diese enormen Steigerungen sowie die rosigen Zukunftsprognosen alle schon im Kurs berücksichtigt sind. Die Firma ist nämlich an der Börse aktuell 56 Milliarden Dollar wert. Auch dass die Tesla-Autos technisch ganz weit vorne sind, und dass man der Pionier am Markt ist.. das mag stimmen. Aber all das ist bei einen Wert von 56 Milliarden Dollar schon längst eingepreist.

Tesla-Aktie im Plus - Elon Musk
Elon Musk. Foto: Maurizio Pesce (CC BY 2.0)

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    2. August 2018 17:45 at 17:45

    Bereits zu der VÖ der Tesla Zahlen geschrieben:
    TESLA! Ein wunderbares Auto und meilenweit dem Wettbewerb überlegen (selbst sehr ausführlich getestet)! MUSK! Ein Visionär, vielleicht ein wenig abgehoben, ein wenig zu euphorisch, aber das Produkt ist der Hammer schlecht hin. Da können die Premium´s in D auch nur annähernd nicht mit. Dieser Technologievorsprung und auch seine weltweite Präsenz in den Medien (auch schlechte Nachrichten sind Werbung und bringen das Produkt TESLA an die Ohren von Konsumenten). Am Ende wird TESLA eine Erfolgsstory werden und der heutige Kurs wird sich vervielfachen. Bis zur wettbewerbsfähigen Einführung der Brennstoffzellen-Technik (die ist ja das zur zeit einzig bestehende Pendant zur E-Mobilität) werden zumindest noch so viele Jahre vergehen die TESLA bisher gebraucht hat um das Produkt dort hin zu bringen wo es bereits ist. Die ganzen „Autofritzen“ sollen nur weiterhin Otto-u. Dieselmotoren forcieren und in die ständig steigenden Abgasnormen ihre Finanzkraft investieren – gratuliere! Einzig VOLVO geht den m.E. richtigen Weg in die Zukunft, leider aber auch schon zu spät.
    Wie heißt es doch an der Börse: „BUY THE RUMOR, SELL THE FACT“ Wo sind die „RUMOR“ bei den vermeintlichen „Platzhirschen“ im Automotiv. Die Einen sind de facto Betrüger (Dieselskandal), die Anderen bauen veraltete „Kraxn“ (Ami´s) und die Asiaten sind Kopierweltmeister. Also, meine Prognose – TESLA Aktienwert in 2020 USD 1.000,00!

  2. Avatar

    Gixxer

    2. August 2018 20:01 at 20:01

    Mal ganz davon abgesehen, wie toll das Produkt evtl. ist, so sehe ich das so: Musk kommt immer wieder mit enormen Versprechungen, welche schlussendlich nicht gehalten werden bzw. das Nichteinhalten selbiger fadenscheinig begründet wird. Allein schon aus dem Grund würde ich (aktuell) die Finger von der Aktie lassen. Ich möchte hier erst mal ein paar wirkliche Ergebnisse sehen.

    • Avatar

      Kritisch

      2. August 2018 21:53 at 21:53

      @ Gixxer
      Ja, gebe ich ihnen grundsätzlich Recht, was die Unternehmenszahlen und Beschwichtigungen von mr. Musk betrifft. Am Ende steht aber ein wesentlicher Grundsatz der Wirtschaft: QUALITÄT GEPAART MIT WETTBEWERBSVORTEIL SETZT SICH IMMER DURCH! Kein Investor, damit meine ich die wirklichen Dickfische, investiert auch nur einen Cent in ein Unternehmen ohne Substanz. Hier, bei Tesla, liegt absolute Marktführerschaft vor, mit einem Riesenabstand zum ganzen Mitbewerb (einschließlich der Premium´s aus D). Das ist der wahre Wert des Unternehmens und dieser Vorsprung wird sie früher oder später richtig nach oben pushen.

    • Avatar

      Petkov

      3. August 2018 07:55 at 07:55

      Ein Tesla ist ein mittelmäßig verarbeitetes Fahrzeug auf Dacia oder höchstens Fiat Niveau (mein Eindruck vom Model 3), das einen günstigen Touchscreen und jede Menge billige Apps bereithält. Seriöse Analysen ordnen die Firma beim autonomen Fahren dem guten Mittelfeld zu, jedenfalls hinter den deutschen Premiummarken.

      Letztere nutzen die konventionellen Antriebe als Cashcows, um die zukünftigen Antriebe (Strom, Hydrogen etc.) zu finanzieren. Und verdienen Tag für Tag Geld damit. Elon verbrennt 8 Mio. pro Tag und finanziert sich durch leere Versprechungen oder Lügen, was praktisch kriminell ist. Wie ein Zigeuner auf dem Basar. Viele sind von solchen Menschen fasziniert, was nichts Schlimmes ist. Aber schon ein bisschen lächerlich.

  3. Avatar

    Jungdern

    2. August 2018 21:49 at 21:49

    Was mich an der Diskussion interessieren würde sind zwei Dinge:

    1. Wie steht es um den operativen Gewinn, d.h. macht Tesla mit einem verkauften Auto Gewinn und wenn ja, wie hoch liegt dieser? Habe von Analysen gehört, die von hohen Margen pro Fahrzeug ausgehen.

    2. Wie hoch ist die Investitionsqoute der Firma? Wie stark wächst Tesla uns was kostet das Wachstum?

    Die reine Verlustbetrachtung empfinde ich als oberflächlich.

  4. Avatar

    Peter g

    2. August 2018 23:49 at 23:49

    Ich würde mir derzeit kein Elektroauto kaufen. Begründung: der Energiepreis ist in den letzten Jahren nie gefallen, sondern nur gestiegen. Also warum abhängig machen von den Energiekonzernen. Die einzige Technologie der Zukunft kann nur die Brennstoffzelle sein, aber das ist von der Autoinsdustrie derzeit doch gar nicht gewollt.

    • Avatar

      Kritisch

      3. August 2018 09:02 at 09:02

      @Peter G
      Also, bei aller zur Gebote stehenden Höflichkeit, finde ich ihre zitierte Abhängigkeit von Energiekonzernen schon sehr bedenklich! Bei Verbrennungsmotoren ist die Abhängikeit von Energiekonzernen wohl nicht gegeben – sehr interessanter Ansatz. Die Abhängigkeit von den EXXON´s, ESSO´s, BP´s, etc. ist für sie also von größerem Vorteil als jene von RWE´s,EON´s,VATENFALL´s, etc.? Zu dieser wohl sehr exklusiven Meinung gratuliere ich-Daumen hoch!
      Vorallem wenn man bedenkt, dass fossile Brennstoffe endend sind und damit wohl nicht preisverfallend sein werden. Ganz zu schweigen vom reinen Umweltgedanken (Emissionen, etc).
      Also, weiterhin Otto-u. Dieselmotoren forcieren, die Autokonzerne werden es ihnen danken!
      Immer schön kritisch bleiben!

    • Avatar

      tm

      3. August 2018 10:40 at 10:40

      “ Begründung: der Energiepreis ist in den letzten Jahren nie gefallen, sondern nur gestiegen“

      Wo? Die Strompreise sind seit 2013 stabil:
      https://1-stromvergleich.com/strompreisentwicklung/

      Und der Benzinpreis ist niedriger als z.B. 2012.
      https://www.adac.de/infotestrat/tanken-kraftstoffe-und-antrieb/kraftstoffpreise/kraftstoff-durchschnittspreise/default.aspx

      • Avatar

        Gixxer

        3. August 2018 13:47 at 13:47

        Also ich kann mich nicht erinnern, wann Strom das letzte Mal billiger wurde. Meine Stromrechnung kennt nur eine Richtung und das liegt nicht am Verbrauch.
        Bei Benzin hingegen gibt es schon lange ein Auf und Ab.

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Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

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Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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