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Aktienkurs bricht um 6% ein Tesla-Aktie unter Druck: Musk provoziert Trump – Anleger zittern

Tesla-Aktie unter Druck: Musk provoziert Trump – Anleger zittern
Trump vs. Musk. Grafik: ChatGPT

Ein neuer politischer Paukenschlag von Elon Musk bringt nicht nur Donald Trump auf die Barrikaden, sondern lässt auch die Tesla-Aktie erneut taumeln. Mit der Gründung einer eigenen Partei – der „America Party“ – entfacht Musk einen offenen Machtkampf mit dem US-Präsidenten, der das fragile Bündnis der beiden endgültig zerreißt. Während Trump das Vorhaben als „lächerlich“ abtut, fragen sich Anleger besorgt: Verliert der Tesla-Chef zunehmend den Fokus – auf Kosten des Unternehmens?

Trump kritisiert Musk scharf

Wie Bloomberg berichtet, hat Donald Trump den Plan von Elon Musk, in den USA eine neue politische Partei zu gründen, scharf kritisiert – und damit die ohnehin eskalierende Fehde zwischen den früheren Verbündeten weiter angeheizt. Die Auseinandersetzung hat unter Anlegern neue Sorgen geweckt, was das für die Tesla-Aktei und andere Unternehmen unter der Führung des reichsten Mannes der Welt bedeutet.

“Dritte Parteien haben nie funktioniert, also kann er damit ruhig seinen Spaß haben, aber ich halte das für lächerlich”, sagte Trump am Sonntag vor Reportern. Die USA seien “immer ein Zwei-Parteien-System” gewesen.

Musk hatte am Samstag erklärt, dass die neue “America Party”, mit der er seit einiger Zeit gedroht hatte, “gegründet ist” – einen Tag, nachdem Trump ein Gesetz über Steuersenkungen und Ausgaben unterzeichnet hatte, das Musk scharf kritisiert hatte. Details zu seiner Partei nannte Musk nicht. Bislang gibt es keinen Hinweis darauf, dass er offizielle Unterlagen eingereicht hat.

Sein Schritt deutet auf ein langfristiges politisches Engagement hin – ein Signal, das Teslas Investoren weiter verunsichern dürfte. Viele von ihnen wünschen sich, dass der CEO sich stärker auf Gewinnsteigerung für die Aktionäre konzentriert. Die Aktie des Unternehmens, die seit Jahresbeginn über 20% verloren hat, dürfte zum Wochenauftakt erneut unter Druck geraten.

Streit zwischen Musk und Trump lässt die Tesla-Aktie einbrechen
Tesla-Aktie: Streit zwischen Musk und Trump

Tesla-Aktie unter Druck

Im außerbörslichen Handelssystem Blue Ocean in Asien lag die Tesla-Aktie am Montagmorgen mehr als 6% im Minus, so Kok Hoong Wong, Leiter des institutionellen Aktienhandels bei Maybank Securities. Um 9:29 Uhr Ortszeit in Hongkong notierte sie bei 296,05 US-Dollar. Der Schlusskurs des regulären Handels an der Wall Street am Donnerstag lag bei 315,35 Dollar. Am Freitag ruhte der Handel dort feiertagsbedingt. Obwohl die Autozulassungen erneut eingebrochen sind, hatte sich die Tesla-Aktie in der vergangenen Woche noch erholt.

Musks “offene Fehde” mit Trump zeige keinerlei Anzeichen einer Beruhigung, so Wedbush-Analyst Daniel Ives. Im Gegenteil: Sein jüngster Schritt dürfte den Präsidenten noch entschlossener machen, den Tesla-Mitgründer auf Abstand zum Weißen Haus zu halten. Anlegern seien Musks Politik-Fokus zunehmend müde. Ives rechnet mit weiterem Druck auf die Aktie, da Investoren die Folgen des Vorstoßes fürchten.

“Ganz einfach: Musks tiefere Einmischung in die Politik und der Versuch, jetzt das Establishment in Washington herauszufordern, ist genau die falsche Richtung – zumindest aus Sicht der Tesla-Aktie und der Investoren in dieser kritischen Phase der Unternehmensgeschichte”, schrieb Ives in einer Analyse vom 6. Juli. Das “politische Wagnis” könne den Verwaltungsrat von Tesla zum Eingreifen zwingen – je nachdem, wie weit Musk damit gehe.

Gründung der “America Party”

Im Mai hatte Musk die Arbeit für die US-Regierung beendet – im Streit mit Trump, der sein Engagement als Chef des Programms zur Effizienzsteigerung und Einsparung auf Bundesebene abrupt beendete. Nachdem sich das Verhältnis zwischen beiden zunächst wieder zu entspannen schien, erneuerte Musk vergangene Woche seine Kritik an Trumps “wahnsinnigem” Ausgabenpaket. Dieses sei ein Geschenk für “Industrien der Vergangenheit”, während es “Zukunftsbranchen massiv schade” und die Schuldengrenze der USA um 5 Billionen Dollar anhebe.

Die Gründung der “America Party” verkündete Musk auf seiner Plattform X – kurz nachdem er dort eine Umfrage veröffentlicht hatte, laut der 65% der Teilnehmer dafür votierten. Ein möglicher Weg, das Zwei-Parteien-System aufzubrechen, besteht Musk zufolge darin, eine kleine Zahl von Sitzen im Repräsentantenhaus und im Senat zu erobern, um bei strittigen Gesetzen das Zünglein an der Waage zu sein.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Ich finde es gut was Elon macht. Bei uns funktionieren die bunte Farben-Regierungen ja auch prächtig, das lernt die Amis vielleicht nicht alles so schwarz/weiß oder gut/schlecht zu sehen. Davon könnte die ganze Welt profitieren. Das Wahlversprechen wird bestimmt einfach. Die Teile der beiden bestehenden Parteien, wo an beiden Seiten einigermaßen Konsens besteht und hopla, hat er gleich eine absolute Mehrheit. Noch eine eloquente Marionette finden der vorne stehen möchte und dann wird’s

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