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Tesla: Auslieferungen überraschen, Aktie Allzeithoch, wertvollster Autohersteller weltweit

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Wer denkt schon noch an die Wirecard-Insolvenz, an verschwundene 1,9 Milliarden Euro, an frisierte Bücher, an Betrug, an dunkle Machenschaften? Ein Blick auf das bilanziell höchst saubere Unternehmen Tesla (war da ein Schuss Ironie dabei?), und die Laune ist gleich wieder auf 100 Prozent! Die Aktie weiß gar nicht mehr wo sie noch Halt machen soll. Vorgestern ein neues Allzeithoch, gestern erneut, und heute schon wieder.

Tesla mit Auslieferungen deutlich besser als erwartet

Heute hat das Hoch sogar einen echten Grund. Vorhin hat Tesla seine Auslieferungszahlen für das 2. Quartal veröffentlicht. Mit 90.650 ausgelieferten E-Autos binnen 90 Tagen hat man die Konsens-Erwartungen von 72.000 Stück mehr als deutlich übertroffen. Andere Schätzungen kamen auf 83.000, aber sogar diese Zahl wurde deutlich übertroffen. Die abschließenden Zahlen, die es im Quartalsbericht geben wird, sollen nur um bis zu 0,5 Prozent abweichen, so das Unternehmen.

Tesla-Aktie im Rausch

Die Aktien von Tesla notierten letzten Freitag noch bei 960 Dollar, und gestern Abend schlossen sie bei 1.119 Dollar. Geht man nach dem aktuellen vorbörslichen Kurs, werden die Aktien heute mit einem Kurs von 1.222 Dollar oder +9,1 Prozent in den Handel starten. Rekord, Allzeithoch, Jubel, Trubel, Heiterkeit!?! Das Unternehmen ist gemäß Börsenwert jetzt übrigens vor Toyota der wertvollste Autohersteller weltweit. Werden wir es noch erleben, dass Tesla „mal eben“ kleinere Hersteller schluckt, per Kapitalerhöhung neue Aktien ausgibt und damit deren Aktionäre auszahlt? Wenn die denn wirklich an den nachhaltigen Kurswert der Tesla-Aktie glauben! Aber bei der derzeitigen Gier an der Börse, wer springt da nicht gerne auf bei der Wirecard-Aktie….. ähhhh, sorry, bei der Tesla-Aktie.

Irgendwas aufkaufen? Alles ist möglich?

Hat Tesla jetzt einen Marktwert von über 200 Milliarden Dollar, so könnte man zum Beispiel General Motors (35 Milliarden Dollar) zwischen Frühstück und Mittagspause mal kurz aufkaufen? Wenn denn Kurse über 1.000 Dollar und ein Firmenwert von über 200 Milliarden Dollar reale Werte sind, die auf Fakten und tatsächlichen Wachstumsraten der nächsten Jahre basieren, und die Börsianer langfristig glauben, dass Tesla so viel wert ist, oder mal wert sein wird – ja, dann lebt es sich schön mit solchen Kursniveaus wie heute. 90.650 verkaufte Autos in drei Monaten, das ist ja auch eine gigantisch große Hausnummer (Satire). Und die Konkurrenz bei VW, Toyota, BMW, Renault… arbeitet die an E-Auto-Konkurrenzmodellen? Holt man dort auf? Ach was, die Tesla-Story läuft einfach so weiter?

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie in den letzten zehn Jahren
Verlauf der Tesla-Aktie in den letzten zehn Jahren.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Ranzentier

    2. Juli 2020 15:16 at 15:16

    Warum sollte es nicht sinnvoll von Tesla GM aufzukaufen…es existieren Fertigungsstraßen die eventuell nicht voll ausgelastet sind, man hat daher dann relativ geringe Kosten bei der Produktionsausweitung…finde ich eine klasse Idee…bei Tesla kauft man im Endeffekt ja auch nicht die Story zum E-Auto, sondern die Story zum autonomen Fahren…wie der Motor betrieben wird…draufgeschissen…wichtig ist die Farbe, die Soundboxen und das ich nicht mehr selber lenken muss…

    • Avatar

      Patrick

      2. Juli 2020 16:50 at 16:50

      Nicht selbst lenken das haben einige Tesla Fahrer ja schon versucht. Leider leben nicht mehr Alle.

      • Avatar

        Scheer

        2. Juli 2020 21:00 at 21:00

        Man stelle sich nur vor ein deutscher Autoproduzent hätte solche Autos gebaut. Dieser Produzent hätte nirgendwo einen Fuss auf den AUtomarkt setzen können und hätte eine Billionenstrafe in Amerika zahlen dürfen. Aber wir deutsche leben unterm Pantoffel der vereinigten Staaten, wir sind so willfährig uns selbst zu verstümmeln und eine unserer Lebensgrundlagen zu zerstören.

  2. Avatar

    Ranzentier

    2. Juli 2020 15:28 at 15:28

    …von den 90.000 Fahrzeugen wurden wahrscheinlich 40.000 vom Musk selbst und 40.000 von SpaceX gekauft…sind aber eben auch ausgelieferte Fahrzeuge ;o)….mit 500 Mio. Sonderprämie kann sich ein Elon auch 40.000 Tesla’s kaufen…wird wahrscheinlich später mal Gebrachtwagenhändler falls das mit TEsla, SpaceX und Co den Bachrunter gehen sollte…

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    Lausi

    2. Juli 2020 20:56 at 20:56

    Ein Fall für Sven Fahnenstäng! ;-)

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    Scheer

    3. Juli 2020 16:57 at 16:57

    Hallo Herr Kummerfeld,
    viel interessanter ist jedoch, das Tesla einen ungeheueren Personalabfluss in der Führungsebene seit Jahresbeginn haben. Quelle:
    https://www.dropbox.com/s/doe1755m6gyztnc/Tesla%20Executive%20Departures%20List.pdf?dl=0

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    Scheer

    6. Juli 2020 18:06 at 18:06

    An alle Tesla Fahrer:
    Ich habe eben einen Artikel gelesen und würde gerne wissen wollen ob dies sich bei einem Tesla Fahrzeug ebenfalls so auswirkt:
    „Das Problem der geringen Reichweiten wiegt umso schwerer, je kälter die Außentemperatur ist. Der ADAC hatte Ende 2019 zusammen mit dem österreichischen Automobilverband ÖAMTC einen Test mit einem Mitsubishi Electric Vehicle (i-MIEV) durchgeführt. Obwohl der Test nicht als repräsentativ für andere E-Modelle gelten kann, kommen beide Auto-Clubs zu folgendem Fazit:

    „Im Stadtverkehr (bei 30 bis 50 km/h) muss man bei einer Außentemperatur von 0 Grad im Vergleich zu milden 20 Grad mit Reichweitenverlusten von bis zu 50 Prozent rechnen. Bei höheren Geschwindigkeiten z. B. auf Autobahnen und Landstraßen (bei 100 km/h) reduziert sich die Einbuße auf rund 10 Prozent. Allerdings ist hier die Reichweite – wie oben ausgeführt – schon von Haus aus geringer als im Stadtverkehr. Bei eisiger Kälte von minus 20 Grad werden die prozentualen Heizungsverluste noch einmal erheblich stärker – im Stadtverkehr betragen sie hier bis zu 65 Prozent, bei 100 km/h steigen sie auf 20 Prozent. Allgemein gilt, dass Elektroautos je nach Fahrszenario und Außenbedingungen im Winter zwischen 10 und 30 Prozent, im Extremfall bis zu 50 Prozent mehr Energie verbrauchen – die Reichweite reduziert sich entsprechend.“
    Würde mich über eine Antwort freuen. Danke

    • Avatar

      Kritisch on fire

      6. Juli 2020 19:50 at 19:50

      Hallo Scheer!
      Ja, die Annahmen der Reichweitenreduktion nimmt tatsächlich proportional zur Außentemparatur ab. Ob es nun 15 oder 25% sind hängt wohl von der Länge der Fahrstrecke ab – habs aber noch nicht wirklich exakt ausgetestet (bin ja Pensionist, Hobbytrader und kein E-Mobilitätsstatistiker). Grundsätzlich war mir aber schon bei der Anschaffung dieser „Mangel“ bekannt und kratzt mich überhaupt nicht.
      Schönen Abend noch!

      • Avatar

        Scheer

        7. Juli 2020 06:19 at 06:19

        Danke für die Rückmeldung.

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      Diesel

      6. Juli 2020 20:01 at 20:01

      @Scheer, ich habe mal gelesen, das nennt sich Physik und gilt für alle Antriebsarten. Bei eisiger Kälte soll angeblich ein Mehrverbrauch = Reichweitenverlust normal sein. Auch soll schon manche Autobatterie versagt haben, mit der Folge, dass Verbrennerfahrzeuge schon gar nicht mehr zünden konnten. Und dann noch die Chemie bei Diesel-Prachtstücken: Paraffinkristalle im Treibstoff sollen sogar zum sog. Versulzen führen.
      https://www.sueddeutsche.de/auto/strenger-frost-bunsenbrenner-weg-vom-dieseltank-1.3328467

      Lieber nur 100 km im Stadtverkehr statt 0 bis 5 km mit Pannen-Notdienst und dem vollen Folgeprogramm.

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        Scheer

        7. Juli 2020 06:24 at 06:24

        Den Artikel (Sueddeutsche) kann ich so nicht bestätigen obwohl ich bereits über 20 Jahren mehrere Dieselfahrzeige gefahren habe. Aber trotzdem vielen Dank

  6. Avatar

    Lausi

    7. Juli 2020 07:39 at 07:39

    Ich finde alle E-Autos sollten (in nördlichen Breitengraden) standardmäßig mit einer Standheizung ausgerüstet werden – die dann auch die Batterie warm hält. Vielleicht kommt ja Tesla mal auf diese geniale Idee…

    • Avatar

      Scheer

      7. Juli 2020 10:14 at 10:14

      Perfekte Idee! Wir bauen eine effiziente Dieselheizung ein!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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