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Aktien

Tesla-Chef Elon Musk verdient so viel wie alle Mitarbeiter zusammen

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Ein E-Auto von Tesla

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat Tesla CEO Elon Musk eine üppige Zuteilung von Aktienoptionen erhalten. Da es der schwache Aufsichtsrat bei Tesla versäumte, die Optionszuteilung an Dingen wie Gewinnen festzumachen, war in diesem Fall vor allem der gestiegene Aktienkurs, der für Musk den Weg zu den 2,1 Milliarden US-Dollar freimachte. Musk „verdiente“ damit bis zum 21. Juli soviel wie alle anderen Mitarbeiter bei Tesla in einem kompletten Jahr. Zum Dank wurde den anderen Mitarbeitern der Bonus während der Coronakrise rückwirkend gestrichen. Bezahlen tun das ganze übrigens die Aktionäre, die den Kurs erst so weit in die Höhe trieben, dass Musk seinen Bonus bekommt.

Tesla-Chef Elon Musk profitiert von Aktienoptionen

1,69 Millionen Call-Optionen mit einem Strike-Preis von 350,02 US-Dollar wurden Musk zugeteilt. Da der Aktienkurs etwa 1.220 US-Dollar höher notiert, macht das einen netten Gewinn von rund 2,1 Milliarden US-Dollar. Zwar muss Musk nach der Optionsausübung noch Steuern bezahlen, was er ausgesprochen ungern tut und daher seinen Lebensunterhalt mit Krediten bestreitet, die mit Tesla-Aktien besichert wurden. Auch dürfte er die Aktien für fünf Jahre nicht veräußern. Doch es wäre problemlos möglich, den aktuellen Kurs mit einer Absicherungsposition zu fixieren und so die Milliarden zu behalten, auch wenn der Aktienkurs wieder sinken sollte.

Dass die Mitarbeiter zunehmend verärgert darüber sind, dass Musk einen Milliardenbonus nach dem anderen kassiert, während ihnen selbst die Boni inzwischen ebenso regelmäßig gestrichen werden, ist verständlich. Im 2. Quartal wurde vielen Mitarbeitern zudem das Gehalt teilweise oder gänzlich gestrichen – und im Gegensatz zu Musk folgt für diese Mitarbeiter im 3. Quartal kein Geldregen, der diese Verluste wieder ausgeglichen würde. Die ohnehin hohe Mitarbeiterfluktuation dürfte angesichts dieser offensichtlichen Ungleichbehandlung wohl nur deshalb nicht neue Höhen erreichen, weil während der Coronakrise das Finden von Jobalternativen schwerer fällt.

Die dritte Optionstranche wurde übrigens wieder an Kennzahlen gebunden, die nur bedingt etwas mit dem Unternehmenserfolg zu tun haben. Die Marktkapitalisierung muss in einem sechsmonatigen Durchschnitt mindestens 200 Milliarden US-Dollar betragen und Tesla 35 Milliarden US-Dollar Umsatz sowie 3 Milliarden US-Dollar Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen… und Aktien- und Aktienoptionszuteilungen erzielen. Umsatz kann mit verlustreichen Verkäufen erkauft werden und der Aktienkurs ist ohnehin völlig entkoppelt von der Realität. Oder Musk klammert einfach genügend Kosten aus dem Gewinn aus, um einen annualisierten non-GAAP-Gewinn von mehr als 3 Milliarden zu erzielen. Schwieriger wird es, weil dieser „Gewinn“ gleich vier Quartale in Folge gezeigt werden muss. 2019 lag der Umsatz bei 24,6 Milliarden und stieg gegenüber dem Vorjahr nur um 3,1 Milliarden US-Dollar. Der non-GAAP-Gewinn lag bei nur 2,8 Milliarden US-Dollar, während nach Steuern und allen Kosten ein Verlust von 862 Millionen erzielt wurde. Bevor also neue Optionen zugeteilt werden, muss Tesla erst einmal wieder anfangen zu wachsen. Und mehr Umsatz gibt es trotz hoher Marktkapitalisierung erst einmal kein Geld mehr für Musk.

Problem für Aktionäre

Für Aktionäre ist das keine gute Nachricht. Denn für die verwässert jede zugeteilte Tranche der Aktienoptionen ihren eigenen Anteil am Unternehmen. Die 1,69 Millionen Optionen führten zu einer Verwässerung um rund 1%. Das klingt erst einmal nicht nach viel. Doch erstens ist es schon die zweite Zuteilung in diesem Jahr, und zweitens kommen die Mitarbeiter-Aktien und –Optionen noch hinzu. Die sind zwar vorläufig gestrichen. Ewig kann Tesla diesen in den USA wichtigen Teil der Kompensation jedoch nicht zurückhalten. Dafür zahlt Tesla in Kalifornien vielen Mitarbeitern auch einfach einen zu geringen Basislohn. Und zu guter Letzt werden die ständigen Verluste durch ebenso ständige Kapitalerhöhungen gedeckt. Und so kam es zwischen 2015 und 2019 zu einer Verwässerung um immerhin 38%. Der Anteil am Unternehmen wird also mit der Zeit immer kleiner – und damit auch am Unternehmenserfolg, sollte der sich jemals einstellen. Bis jetzt wurde nur der Anteil an den jährlichen Verlusten immer kleiner.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Torsten

    22. Juli 2020 16:50 at 16:50

    Ein Bilanztrickser und mieser Chef. Ich würde bei der Firma kündigen.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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