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Tesla: Der Hype und das Drama bei Käufern und Verkäufern

Es wird derzeit kaum über eine Aktie so viel diskutiert, wie über Tesla. Gigantischen Kursgewinnen stehen gigantische Kurverluste von Leerverkäufern gegenüber

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Es wird derzeit kaum über eine Aktie so viel diskutiert, wie über Tesla Motors. Gigantischen Kursgewinnen stehen gigantische Kurverluste von Leerverkäufern gegenüber. Aber auch verpasste Chancen, von denjenigen, die angesichts einer absurden fundamentalen Bewertung vor Tagen oder vielleicht schon vor Wochen ausgestiegen sind.

Tesla: Verluste und entgangene Gewinne

Elon Musk ist schon seit Langem ein Gegner von Leerverkäufern, wen wunderts, schließlich ist er auch Großaktionär an seinem Unternehmen. Einer seiner Lieblingsgegner ist der Chef des US-Hedgefonds Greenlight Kapital, David Einhorn, der sich schon lange im Clinch mit dem Tesla-Chef befindet. Ständig hatte Musk die Shorties als Ärgernis für sein Unternehmen bezeichnet und schon einmal die „Short-Verbrennung des Jahrhunderts“ angekündigt. Und er hat derzeit damit recht, diese ist gerade im vollen Gange, Leerverkäufer haben im noch jungen Jahr 2020 bereits drei Milliarden Dollar mit ihrer Wette auf den Einbruch der Aktie verloren.

Was aber geradezu absurd klingt, ist die Feststellung der Analysten von S3 Partners, die die Shortquote bei Tesla im Auge haben, dass es sich bei den Kursavancen der letzten Tage nicht um eine typische Short Squeeze gehandelt hat. Zu viele Aktien – im Wert von 14 Milliarden Dollar – befänden sich noch bei Leerverkäufern. Eine Erklärung für die gewaltigen Kurssprünge lieferte Dirk Schumanns gestern Abend in seinem Artikel über die kurstreibenden Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt.

Nichtsdestotrotz gibt es bei der Aktie immer noch das größte Short Interest am US-Markt, welches noch größer ist als bei den wesentlich größeren Aktiengesellschaften von Apple oder Microsoft.

Der zu frühe Ausstieg des saudischen Staatsfonds bei Tesla

Der Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien, mit 320 Milliarden Dollar immerhin der elftgrößte Staatsfonds der Welt und kürzlich mit knapp fünf Prozent an dem E-Autobauer beteiligt, hat vor Kurzem fast alle Aktien des Unternehmens verkauft. Vor dem gigantischen Anstieg des Highflyers. Daran sieht man, wie es selbst für Insider von Unternehmen schwer ist, Kursentwicklungen vorherzusehen, selbst wenn man über die Geschäftsaussichten des Unternehmens besser Bescheid weiß als außenstehende Investoren. Die Kurse werden von einer Masse Anleger gemacht, am Aktien- und Terminmarkt, mit allen verhaltenspsychologischen Irrungen und Wirrungen.

Jedenfalls hat der Fonds fast alle seiner 8,12 Millionen Aktien an dem Unternehmen verkauft, ohne dafür konkrete Gründe zu nennen. Saudi-Arabien will sich bekanntermaßen von der Haupteinnahmequelle Öl unabhängiger machen und investiert hierfür in alternative Zukunftstechnologien.

Nachdem zu Jahresbeginn die Aktie noch bei 430 Dollar gelegen hatte und vorgestern über 900 Dollar hinausschoss, dürfte dem Staatsfonds eine ganz schöne Summe entgangen sein, auch wenn dieser mit seiner Riesenbeteiligung gar nicht zu diesem Kursniveau hätte aussteigen können.

Fazit

Nur nicht nur Kleinanleger dürften sich ein wenig geärgert haben über die entgangenen Kursgewinne bei diesem Raketenwert Tesla, vor allem wenn sie zu früh aus dem Wert ausgestiegen sind oder sogar mit Shortprodukten dagegen gewettet haben.

Aber auch Großanlegern gelingt sehr oft kein erfolgreiches Timing, schließlich haben Sie noch ein spezielles Problem, nämlich dergestalt, dass sie beim Verkauf ihrer großen Positionen die Kurse bereits selbst zertrümmern würden. Aber auch diese Aktie wird eine derartige Kursfahnenstange nicht auf Dauer halten können, es wird zu heftigen Kursbereinigungen kommen.

Beispiele für derartige Kursverläufe gibt es in jedem Börsenzyklus, zumeist ereignen sie sich am Ende eines solchen. Der Mensch gibt sich mit Gewinnen nicht zufrieden, sondern wird oft noch gieriger, risikofreudiger, erhöht dabei seine Einsätze, immer Gefahr laufend dann vieles aufs Spiel zu setzen. Diese besondere Verhaltensweise ist aber nicht nur bei Kleinanlegern zu finden, sondern auch bei Profis, wie zum Beispiel Hedgefonds. Nicht umsonst beträgt deren Überlebenszeit im Durchschnitt nur wenige Jahre.

Das Ungewöhnliche an der aktuellen Situation ist aber, dass selbst nach diesen Kursexplosionen noch immer ein großes Short-Interest durch das „Smart Money“ besteht. Was wiederum bedeutet, dass eine Zwangseindeckung nochmals für einen Schub nach oben führen kann – so aberwitzig er auch erscheinen mag.

Tesla sorgt für Emotionen und Auseinandersetzungen bei den Investoren

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    BrettonWood

    6. Februar 2020 19:32 at 19:32

    Wie kann man davon peofitieren? Einen Long und Short Leverage Tracker mit Index? Zuerst den einen abgreifen später (nach Zukauf um den Durchschnittspreis zu senken) den anderen?

  2. Avatar

    PK

    6. Februar 2020 20:47 at 20:47

    das Short interest in Tesla hat sich immerhin halbiert.
    Ich vermute, daß es bei einem Firmenlenker wie Elon Musk immer ein Mindestanteil an Shorts geben wird. Das könnte sogar unabhängig vom Kurs sein. Und an diesem Level sind wir eventuell momentan.
    Wenn das Ding steigt, wird es für andere noch attraktiver es zu shorten, der shortanteil bleibt dann in etwas konstant, die einen covern, die anderen gehen neue Positionen ein.

  3. Avatar

    Lausi

    7. Februar 2020 05:19 at 05:19

    Hier ein ganz interessantes Interview über Tesla und E-Mobilität. Schon was besonderes, dass Herr Mross mal jemanden interviewt, der nicht seinem Weltild entspricht:

    https://youtu.be/w8V3zxTMP6c

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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