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Aktien

Tesla: In einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale! Der Messias Elon Musk wird entzaubert..

Der Anleihemarkt ist gerade dabei, den Messias Elon Musk zu entzaubern – die Anleihen sind „unter Wasser“, Kredite werden deutlich teurer, nun droht ein Dammbruch..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu! Diese legendäre Weisheit, einst vom ehemaligen Fußball-Profi Jürgen Wegmann in die bis dahin ahnungslose Welt gesetzt, kennt man auch aus der Wirtschaft: wenn es nicht gut läuft, gerät man leicht in eine Abwärtsspirale: man braucht Liquidität, die aber entweder gar nicht oder nur extrem teuer zu erhalten ist, weil der Zweifel an der Bonität den Kreditgeber hohe Risikoprämien verlangen lässt.

Oder, wie eine mindestens ebenso legendäre Weisheit lautet: „eine Bank ist ein Institut, das dir Geld leiht, wenn du nachweisen kannst, dass du keines brauchst“.

Also sind naturgemäß diejenigen im Vorteil, die eigentlich kein Geld brauchen – so etwa wie die Firma Apple, die sich trotzdem kürzlich am Anleihemarkt Geld besorgt hat, und das zu sehr günstigen Konditionen.

Das Gegenteil aber gilt derzeit für Tesla und den Visionär Elon Musk. Dabei sah die Welt noch im August ganz prima aus für Musk und Tesla: der Hype um das Model 3 war kaum mehr zu überbieten, und Musk nutzte die Gunst der Stunde, um eine Unternehmensanleihe (Laufzeit bis 2025) an den Investor zu bringen – die Senior-Tranche mit einer Rendite von 5,30%, man nahm 1,8 Milliarden Dollar ein. Und wenn es läuft, dann läuft es eben (auch eine legendäre Weisheit!): die Anleger feierten Musk und kauften die Tesla-Aktien sogar, wenn der Visionär die Altaktien verwässernde Kapitalerhöhungen ankündigte. Im August diesen Jahres stiegen Tesla-Aktien um +10%.

Aber seitdem geht es bergab: im September um -4,2%, im Oktober um -2,8%, im November sind es bereits -9%. Das an sich wäre ja verkraftbar, schließlich war die Aktie zuvor extrem gestiegen – eine Korrektur, kein Problem.

Aber die Zahlen, die Tesla Anfang des Monats vorgelegt hatten, waren eine Art Wendepunkt: die Investoren realisierten auf einmal, dass die Verluste viel größer als befürchtet waren, die Produktion des für Tesla wohl lebenswichtigen Model 3 weit hinter den Erwartungen lagen.

Damit wurde zweierlei klar: Tesla braucht, erstens, eher als erwartet frisches Geld, und hat, zweitens offenkundig große Probleme bei der Massenfertigung. Was also, wenn die vielen schönen Autos, die Musk uns versprochen hat, doch viel weniger sind?

Und so beginnen jetzt die Dämme zu brechen! Das sieht man weniger im Aktien-Kurs, als eben vielmehr bei den direkten Kreditgebern, also jenen, die auf dem Hochpunkt der Model 3-Euphorie Tesla-Anleihen gekauft hatten. Denn der Kurs der Anleihe ist stark unter Druck: bereits eine Woche nach der Emission sank die Anleihe unter den Nennwert, und blieb dann lange bei 97 Cents auf den Dollar. Aber nach der Vorlage der schwachen Zahlen fiel die Anleihe auf 94 Cents pro Dollar und rentieren nun mit 6,287%.

Das bedeutet im Klartext: die Gläubiger beginnen nervös zu werden und an den Wunder-Eigenschaften des großen Ankündigers Elon Musk zu zweifeln. Und das bedeutet dann auch: wenn Tesla das nächste Mal Geld aufnehmen will, wird es deutlich teurer werden, was wiederum die Verluste vergörßert, was wiederum die Neigung des Kreditmarkts verringert, weitere Gelder in ein Projekt zu schießen, das durchaus scheitern kann.

Und inzwischen ist der ketzerische Gedanke nicht mehr undenkbar: Tesla und Musk können scheitern. Vor kurzem war man irgendwie noch nicht bereit für diese Erkenntnis, jetzt aber schon.

Und wenn es nicht läuft, kann alles dann ganz schnell gehen, kann eine Art Dammbruch über Tesla und Musk hinweg fegen. Wohl spätestens im zweiten Quartal 2018 braucht Tesla wieder frisches Geld – und wer weiß schon, ob die Lage an den Märkten insgesamt dann noch so ist, dass das alles für Tesla auch reibungslos funktioniert?

Und so ist es bei Elon Musk, wie mit allen Figuren, denen man zuspricht, ein Messias zu sein: sie scheitern an der Realität und werden entzaubert. Der einzige Messias, der wirklich überlebt hat, ist daher nicht zufällig einer, der als historische Firgur nie existiert hat..


Elon Musk und ein Tesla
Foto: Maurizio Pesce from Milan, Italia – Elon Musk, Tesla Factory, Fremont (CA, USA), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38354348

59 Kommentare

59 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    10. November 2017 16:42 at 16:42

    Die Tesla Autos sehen ja schick aus, das muss man fairerweise schon sagen. Das Problem ist einfach, das Elon Musk es nicht gebacken bekommt eine Massenproduktion aufzuziehen. Stattdessen erweist sich Tesla mehr und mehr als gigantische Geldverbrennungsmachine ! Und wenn ein Unternehmen zu so schlechten Konditionen Geld aufnehmen muss, dann ist die Insolvenz schon vorprogrammiert.

    Tesla ist auf dem besten Weg als großer Geldverbrenner oder auch Schneeballsystem in die Geschichte einzugehen. Aber eine Massenproduktion wird da nicht mehr daraus.

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      Michael

      11. November 2017 01:07 at 01:07

      Die Teslas sehen nicht nur schick aus, die paar Modelle, die Messias Musk auf den Markt bringt, laufen auch wie geschmiert. Coole Kisten… Abgesehen von den paar tödlichen Pannen beim Autopiloten, aber wer so dämlich ist, den auszutesten, ist selber Schuld.
      Was allerdings die Märkte hinsichtlich der Bewertung von Tesla in den vergangenen Monaten abgezogen haben, grenzt an Infantilität.
      Nun scheint sie die Realität einzuholen, aber seit wann kümmern sich die Märkte um diese nervige Schlampe?

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        PK

        11. November 2017 10:25 at 10:25

        ich bin schon fast 5000km im Tesla S mitgefahren (leider, das ständige Warten und langsame dahinrollen um nicht zu viel Saft zu verbraten geht mächtig auf die Nerven).
        Und hab direkten Vergleich mit Porsche Panamera Hybrid (leider nicht meiner), der sich ja auch ein paar km elektrisch bewegen läßt.
        Bis auf die elektrische Reichweite und den wirklich beeindruckenden „Von Sinnen“ Modus gibt es wirklich nichts, was nicht am Porsche deutlich besser wäre.
        Stauassistent funktioniert bei Porsche besser als der Autopilot bei Tesla.
        Tesla würde in jede einzeln Baustelle crashen wenn sich die Fahrbahnmarkierungen überschneiden. Landstrasse im Bayerwald hätten wir nach 5 Minuten einen Abgang gehabt.
        Die subjektiv erlebte Qualität im Innenraum ist absolut nicht mit Oberklasse der Deutschen Konkurrenz vergleichbar.

        • Avatar

          Michael

          13. November 2017 20:39 at 20:39

          @PK, da stimme ich schon mit Ihnen überein, siehe:
          https://finanzmarktwelt.de/china-medien-feiern-trump-sein-schlechtes-image-sei-folge-amerikanischer-fake-news-73432/#comment-35704
          In reinen Elektroautos sehe auch ich keine Zukunft, bis die Wasserstoff-Brennstoffzelle weiter entwickelt wird. Mercedes hat da ja schon ganz brauchbare Ansätze.
          Reine Elektrofahrzeuge als Zweitfahrzeug für den Stadtverkehr, für die Post mit ihren ständigen 20-Meter-Stop-and-Go Fahrten, für Innenstadtbusse, für alle, die nicht schneller als 50 bis 90 km/h fahren müssen: Jederzeit!
          Ansonsten bis dahin halt Hybridfahrzeuge, die sind ja auch schon ein guter Fortschritt. Was den Porsche Panamera Hybrid angeht: Die Verbrauchsangaben vom Hersteller sind ja immer irgendwie zweifelhaft (in Wirklichkeit sind die zwar 50% höher), weil auf irgendwelchen realitätsfernen Prüfstandfahrten basierend. Aber das machen ja alle Autohersteller so, weshalb mich die vom Porsche echt beeindrucken: 2,9 Liter/100 km. Würden all die Hobby-Rennfahrer in DE nun noch aufhören, sich bei erlaubter Höchstgeschwindigkeit ständig gegenseitig überholen zu wollen oder eine Beschleunigung von 0 -100 km/h in 5 Sekunden als lahme Ente zu bezeichnen, käme man einem wünschenswerten Klimaschutzziel schon viel näher, ohne auf coole Porschefahrzeuge verzichten zu müssen.
          Die Verarbeitung, Technik und Software ist beim Porsche aufgrund des jahrzehntelangen Wissensvorsprungs natürlich deutlich überlegen, das Tesla Model S könnte bestenfalls mit einem enormen Preisvorteil punkten. Tut es aber auch da nicht wirklich…

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      Berserker

      11. November 2017 10:54 at 10:54

      Eine Massenproduktion in der gewünschten Zahl wird es wohl auch deshalb nie geben, weil es die Menge an Rohstoffen für die benötigten Akkus, insbesondere Kobalt, gar nicht gibt und diese bereits heute überwiegend unter vorsintflutlichen Bedingungen im Hauptförderland Kongo und anderen politisch instabilen Regionen abgebaut werden. Ob die politischen Verhältnisse in Europa halbwegs stabil bleiben, muss sich auch erst noch zeigen. Aufgrund des Wirkungsgrades und der Unabhängigkeit von zusammenbrechenden Stromnetzen werden Realisten noch Jahrzehnte beim Dieselmotor bleiben, der zudem auch weiter optimiert werden wird …

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    hallo euer Gott

    10. November 2017 21:01 at 21:01

    Tesla ist dazu da um das die Europäischen Autokonzerne und Politik sich in die Elektro Autobranche zuverrennen und sich total blamieren mit mindervertigen Akkus die eine kleine Reichweite haben.da wird viel Geld verbrannt.

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      sabine

      11. November 2017 11:55 at 11:55

      a) Bin in der Autobranche genau da tätig. BMW hatte schon vor Jahren richtig gesagt, unnötige Sackgasse. Die einzig richtige Ansicht. VW war und ist vorsichtig.
      b) Aber von irgendwo oben (nicht nur Umweltschützer. Die sind nur wieder das dumme Vehikel.) kommt diese Pro-Elektroauto-Hetze, in den Medien gepusht und in der Politik vorangetrieben. Und auf dieser Mobbing-Welle hat Tesla geschwommen. Mehr nicht. Deine größte Stärke ist deine größte Schwäche hat mein Beichtvater immer gesagt. Musks Aus-Weiß-Schwarz-Machen wird schnell Lüge, und die haben kurze Beine. Und jetzt kommt die Wahrheit heraus.
      „Am 1.1.2017 hatten von den 45,8 Mill.Pkw rund 55.000 einen Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb. Darunter befanden sich 34.022 Pkw ausschließlich elektrisch angetrieben!“ (Diese Zahl muß man übrigens länger googeln, während immer die Verkaufszahlen überall rumgeistern! Für Klimaschutz sind da keine Vergleiche möglich.) Also lächerliche 0,075%!!! Die Politik und die Klimaphoben sind genauso wie Tesla, Schwätzer. –> Bei 10% brauchen wir dann in jeder größeren Stadt ein Atomkraftwerk. Von den Kriegen wegen der seltenen Erden mal ganz zu schweigen.
      Die Massenproduktion ist nicht das Problem. Audi beginnt Mitte 2018 mit dem AUDI etron. Aber das Stromladenetz, das lange laden, das extremschwere Akku, die Gefährlichkeit bei einem Crash. …
      Für mich sind allein die Atomkraftwerke schon das Aus-Argument für die E-Autos. Auch wenn ich dort derzeit mein Geld verdiene.
      http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/e-autos-umweltbonus-hilft-nicht-der-umwelt-raeumt-die-regierung-ein/13948406.html

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        sabine

        11. November 2017 12:04 at 12:04

        • Avatar

          Steve

          12. November 2017 08:39 at 08:39

          Beide sehr richtig .

          EAutos sind nach jetzigem stand für die Masse unbezahlbar ….besser: unfinanzierbar !
          Wer gibt der kleinen Familie 30000€ für den Tesla wenn die ihren golf4 in Zahlung gibt . ? Ja niemand :D

          Von der Optik derzeitiger deutsche eAutos ganz zu schweigen zb BMW i3 …also bitte .

          Meine Theorie .
          EAutos sollen den derzeitigen Kraftwerksbestand schützen.
          RWE und co sind ganz heiss darauf Strom für die Stromer zu liefern .

          Wo kommen wir denn sonst hin wenn alle ihren Strom auf dem Dach produzieren den wir nicht mit50% besteuern können ?!

          Wo sollen wir die ganzen Politiker parken wenn wir keine übersubventionierte Strom Monopolisten mehr haben .

      • Avatar

        Petkov

        12. November 2017 00:22 at 00:22

        „Von irgendwo da oben kommt diese Pro-Elektro-Hetze…“

        Ich finde, es ist ziemlich klar, wo sich dieses „Irgendwo“ befindet. Die Wachstumschancen der Steomkonzerne waren praktisch ausgeschöpft. Jetzt schnuppern sie wieder Morgenluft. Ihr Lobby hat offenbar ganze Arbeit geleistet. Der Politik ist es auch recht, sie braucht die Mehrsteuereinnahmen von der überflüssigen und sehr überteuerten Fuhrparkerneuerung.

        • Avatar

          Petkov

          12. November 2017 00:24 at 00:24

          Stromkonzerne sollte es heißen :-)

        • Avatar

          Michael

          13. November 2017 23:03 at 23:03

          @Petkov, ich glaube nicht, dass von „irgendwo da oben“ eine Pro-Elektro-Hetze kommt. Genauso pauschal populistisch könnte man mit „Anti-Öl-Hetze von unten“ argumentieren. Tapfere Mädels und Jungs der Stromlobby kämpfen gegen die der Öl- und Gaslobby??Das ist Blödsinn!
          Vielmehr zeigt die ganze Situation wieder einmal die vollkommene Hilflosigkeit der regierenden Parteien. Anstatt die Möglichkeiten, Anregungen und Chancen zu nutzen, die sich nun für E-Fahrzeuge im Nahverkehr (innerstädtisch und im Kurzsteckenverkehr) und für Hybridfahrzeuge im „normalen“ Verkehr bieten, stagniert man lieber, wie immer.
          Anstatt den kompetenten Parteien im Umweltressort das Ruder zu überlassen, die sich auch mit dem Thema auskennen, diskutiert man sich wund wegen Ausländerquoten, Mama bremst Reformwünsche, Magenta mault gegen alles, schwarzbraun in Bayern ist beleidigt, die Oppoasition schweigt…

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            sabine

            16. November 2017 22:09 at 22:09

            Es ist nicht rational oder „zufällig“: Bei 0,07% angemeldeter E-Autos in dem reichen Deutschland haben wir in den Autozeitschriften und in Zeitschriften mit Autoartikeln über 30% E-Auto-Geschwätz-Anteil! Da stimmt doch was nicht? Wenn das nicht künstliches pushen ist, was dann?
            Wenn 30% die Realität wäre, hätten wir extrem mehr Atomkraftwerke oder müßten eben aus Öl Strom erzeugen; mit sehr hohen Reibungsverlusten!
            Wie will man aus 36.000 E-Autos 500.000Autos machen? Das ist 13 mal soviel und wir sind dann erst bei einem (!) %. Und bei 5 Mill Autos haben wir endlich die 10%! Wie bitte soll man von 36.000 Autos auf 5 Millionen umschalten? Woher die Werkstätten, Autohäuser, Produktionsfabriken, Knowhow? Eine Autokonstruktion, also ein neues Modell (A1, Golf, BMW X5…) hat immer 3 Jahre mindestens Vorlaufzeit. Und das bei Autos mit Vorgänger. Ein ganz neues Konzept dauert 5-10 Jahre! Außerdem braucht es Millionen, die erst später verdient werden, durch den Verkauf der Autos. Vollkommen dummes Geschwätz, das in ein paar Jahren zu schaffen.
            Der einzige Weg ist über Panik, z.B. die Angst der Leute, Diesel werde bald ganz verboten. Und Benzin ist ja auch so giftig!

        • Avatar

          Bademeister

          16. November 2017 23:13 at 23:13

          …der Steuerausfall durch entgangene Mineralölsteuer ist aber auch nicht ohne, wenn dann der „Autostrom“ durch den Staat höher besteuert würde (z.B. durch Übermittlung und Auswertung der Ladedaten) ist dem Konsumenten auch nicht wirklich weitergeholfen. Und glaubt wirklich jemand, dass das unvermeidliche Laden neben irgendeiner Autobahn bei Langstreckenfahrten zu Mondpreisen dann vermeidbar bleiben wird? Dann zahlt man nämlich nicht für die eigentlich erbrachte Leistung, sondern für die Geschwindigkeit, in der die Akkus geladen werden wollen müssen.

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    lucki

    11. November 2017 09:17 at 09:17

    Im Bereich Energie-Speicherung hat sich seit mehr als 150 Jahren nicht viel verändert: Nach wie vor sind die heute bekannten Speichertechniken in Batterie ( Akku-) Bänken Pippifax.
    Die Energiedichte solcher Speicher macht sie
    1. extrem teuer
    2. extrem verschleißanfällig und
    3. Extrem gefährlich.

    Das Brimborium um Tesla gleicht dem um das goldene Kalb:
    Wunschdenken der Co² – Religion.

    • Avatar

      sabine

      11. November 2017 11:58 at 11:58

      Genauso ist es, das sind die Industrie-Parameter. Ich kenne die Fabrikation. Nicht das, was in den Qualitätsmedien steht. Wenn die die Wahrheit bringen würde, wäre das E-Auto noch heute Museum.

      • Avatar

        sabine

        11. November 2017 12:02 at 12:02

        Aber was soll auch das einfache Volk denken, wenn sogar in der Autobranche einige hochstehende und intelligente Entwickler und Projektmanager daran glauben und die wahren Zahlen ignorieren. Sie sagen, die wirklichen Zahlen seien ungenau, gefälscht! Was will man da noch machen? Warten, bis es knallt. Die Realität ist wenigstens ehrlich, ob man will oder nicht.

  4. Avatar

    Beobachter

    11. November 2017 10:59 at 10:59

    Es passt in unsere Zeit dass der“ Autoprofessor“ Dudenhöfer der kürzlich noch von Tesla geschwärmt hat u.sagte Tesla habe 5 Jahre Vorsprung auf die Konkurrenten, auch auf einen Hochstapler reingefallen ist.Erbärmlich diese Theoretiker, schliesslich ist er Professor u. hat sich ein Leben lang auf den Automarkt spezialisiert.An der Uni lernt man natürlich nicht, dass von einer guten Idee bis zum grössten Anbleter noch ein weiter Weg ist, u.irgendwann auch mindestens kostendeckend sein muss.Wie sagte mal einer:
    Leute die zeitlebens im Schulzimmer oder Hörsaal verbringen ( geschützte Werkstatt ) kennen die reale Welt überhaupt nicht.Bei den Medien sind das jeweils begehrte
    Diskussionspartner.Hat man jemals schon einen Verkaufsprofi ( Praktiker ) der erfolgreich einen Markt aufgebaut hat bei einer TV Runde gesehen ?

    • Avatar

      lucki

      11. November 2017 15:39 at 15:39

      Wenn man Dudenhöfer hört, der auch nicht ansatzweiese dialektfreies Deutsch radebrecht, weiß man dass auch der nur ein Schaumschläger ohne jeden Tiefgang ist. ( Vorbild von Chrystel Beck )
      Wenn ich in ein schaumgefülltes Schwimmbad vom 10-Meter Turm springe bin ich zweierlei:

      1. Blöd und
      2. ziemlich tot.

  5. Avatar

    Beobachter

    11. November 2017 11:14 at 11:14

    Ich bin nicht so genau informiert,da mich dieser Hype eher anwidert, aber meines Wissens hätte Tesla höchstens noch bei den Akkus einen Vorsprung,jetzt habe ich gelesen ,dass neben andern grossen Personalfluktuationen auch noch der AKKUCHEF die Firma verlässt, ( der ist natürlich willkommen bei der Konkurrenz) dann ist dann das Genie bald alleine.Bei fallenden Personalkosten könnte ja nach neuesten Börsenregeln der Aktienkurs steigen !14

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    Gerd Suelmann

    11. November 2017 12:47 at 12:47

    Man muß hier sehen, daß Erwartungshaltung der Aktionäre oder Geldgeber nicht auf die Technik sondern auf Geldverdienen ausgelegt sind. Das ist schade, denn nur mit Leuten wie Elon Musk läßt sich auf Dauer wirklich Innovation erzeugen. Ich hoffe, daß er durchhält und die stumpfsinnigen Geldgeber mehr als nur die schnelle Rendite sehen. Und daß, wie leider üblich, Artikelschreiber nicht so bemüht sind, zur Verstärkung einer Abwärtsspirale immer nur nachzutreten sondern auch einmal versuchen Technologiechancen aufzuzeigen, die nach einer Durststrecke allen helfen können. Ohne Tesla wären die Deutschen Automobilhersteller nicht so hinter Elektrogefährten her und es würde sich hier nichts tun. Durchhalten, Testla!

    • Avatar

      lucki

      11. November 2017 15:42 at 15:42

      Vielleicht helfen Sie mir auf die Sprünge:
      Von welcher wirklichen Innovation sprechen Sie ?

      Das Umstülpen und Passendmachen physikalischer Gesetzmäßigkeiten ?

      Viel Glück dabei.
      Einstein wußte es schon:

      „2 Dinge sind in dieser Welt unendlich:
      1. Das Universum und
      2. die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher. „

      • Avatar

        Gerd Suelmann

        11. November 2017 18:59 at 18:59

        Hallo Lucki,

        eine Masse an Patenten, die dann freigegeben werden um den Bereich voranzutreiben, ist für mich Innovation – vielleicht hilft das weiter. Oder auch ein Blick auf die Zeitschiene bei den anderen Automobilherstellern – wie lange fristete dort noch das E-Auto ein Nischendasein ? Innovation ist meist nur ein Verbessern der vorhandenen Anwendung von, wie sagen Sie, pysikalischen Gesetzmäßigkeiten, ab und an auch nur ein Zusammenfassen. Irgendjemand muß das machen, sonst geht es nicht weiter.

        Bei Patenten denke ich merkwürdigerweise gerade auch an Patent-Trolle.
        Übrigens: das Zitat ist nicht von Einstein, sondern von Fred Perls, einem Psychotherapeuten. Sie haben es aber natürlich auch nicht als Zitat Einsteins genannt, nur suggeriert ;-)

        Ich finde übrigens dieses Filmzitat in Bezug auf Musk und Tesla viel besser: Its better to burn out than to fade away

        • Avatar

          PK

          12. November 2017 08:27 at 08:27

          ich finde die Art, wie sich Musk als Messias inszeniert ausgesprochen unsympatisch. Vielleicht liegt das an meiner Erziehung, ich zumindest werde zutiefst misstrauisch wenn es zu einem Personenkult kommt wie bei Musk und Tesla zu beobachten. Es nimmt tatsächlich Formen einer Religion an.
          Dazu muss man nur mal in die Teslaforen schauen. Schreibt einer mal was negatives (Auto mal wieder liegen geblieben), dann wird er sofort von den Anhängern in vorauseilendem Gehorsam zurecht gewiesen.
          Dann seine Unveil Events. Schon mal so eins auf Youtube angeschaut ?
          Kommt mir vor wie auf einem Pop Konzert. Wenn es nicht überwiegend Männer wären, würden wohl die Schlüpfer fliegen.
          Seine Kommentare bezüglich Mars Besiedlung zeigen, daß er eindeutig den Verstand verloren hat. Oder dieses Video über 30 Minuten Flüge quer über die Erde sind physikalisch zwar grundsätzlich möglich, werden aber NIEMALS so kommen:
          https://youtu.be/zqE-ultsWt0
          Die benötigte Energie pro Passagier bei solchen Raketenstarts ist absurd.
          Hier wird das alles seziert:
          https://www.youtube.com/watch?v=j4KR4-TN-Yo
          Ebenso seine komplette Überheblichkeit gegenüber seiner Konkurrenz, hier z.B. sein gespielter Lachanfall bezüglich BYD, die meiner Ansicht nach auf dem Billigsektor (Model3) den asiatischen Markt dominieren werden und nicht Mr.Tesla:
          https://www.youtube.com/watch?v=tx-Ys0O29OQ
          Mega unsympatisch.

        • Avatar

          Steve

          12. November 2017 08:51 at 08:51

          Welche technologische Chance nochmal ?

          Die Chance 100.000arbeitplätze in der bisherigen autobranche zu zerstören?

          Die Chance AKWs noch ein paar Jahrzehnte laufen zulassen ?

          Die Chance alle300 km 45min Pause machen zu können?

          Die Chance darauf das die ganzen Städte mit ladesäulen „verschönert“ werden?

          • Avatar

            Stephan

            12. November 2017 10:56 at 10:56

            Die Chance, daß sich der berühmte Fall von Kodak (*) nochmals wiederholt.
            (*) analoge Fotografie versus digitale Fotografie.

          • Avatar

            Petkov

            12. November 2017 12:45 at 12:45

            Der Vergleich mit Kodak hinkt aus mehreren Gründen. Die Digitalphotographie war eine Neuerung, die sehr komplex war und deswegen erhebliche Entwicklungsaufwände erforderte. Kodak war zu spät und konnte technologisch nicht mehr aufholen.

            Bei den Elektroautos ist es genau andersum, es ist weitgehend eine technologische Vereinfachung, jeder kann ein Elektroauto bauen, sogar die Post, Dyson oder der Elektrotechnikverein in Großdorfen OT Obermickringen.

            Natürlich kann jeder deutsche Hersteller eine Elektrokarre auf die Straße bringen, die Tesla alt und noch hässlicher aussehen lässt. Das Problem ist nicht die Technologie, sondern die Überlegungen, wie man danach Geld im Aftersales verdient. Mit dem Autoverkauf verdient man heute kein Geld mehr, mit Ölwechsel schon.

            Kein deutscher Hersteller hat einen nennenswerten technologischen Rückstand zu Tesla, sehr wohl aber einen marketingtechnischen. Das muss man Elon hoch anrechnen. Ich sehe allerdings nicht, wo BMW und Daimler einen Fehler machen, indem sie ihre große Offensive auf die Zeit hinausschieben, wo man mit den summenden Kisten einigermaßen vernünftig Geld verdienen kann, anstatt es wie Tesla brutal zu verbrennen.

        • Avatar

          Jimi :)

          12. November 2017 13:58 at 13:58

          „… It’s better to burn out, then to fade away …“ ist eine Textzeile aus dem Song „My My, Hey Hey (Out of the Blue)“ von Neil Young. Album: „Rust Never Sleeps“ – 1979.

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    Harry

    12. November 2017 08:32 at 08:32

    Ich bin zu 100% von der Zukunft und den Erfolg der Elektromobilität überzeugt. Die Möglichkeit von den Erdöllieferanten unabhängig zu werden, rechtfertigt jede andere Technologie. Ganz egal wie heute (2017) CO2-Bilanz, Herstellkosten, Reichweite, usw. aussehen. Da wird es einiges an Verbesserungen geben. Tesla hat gerade in Deutschland viele Kritiker und Skeptiker. Leider. Faktum ist aber: Tesla ist der Pionier!

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      Steve

      12. November 2017 08:54 at 08:54

      Hui toll du bis dann also von RWE ,AKW und Braunkohle abhängig . das ist natürlich besser . das die Erdöl Staaten in jedem DAXunternehmen drin stecken ist dir wohl bisher entgangen hm ?

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    Gerd Suelmann

    12. November 2017 09:07 at 09:07

    Gebt Elon Musk eine Chance. Ja – seine Zeitplanungen sind per se nicht oder kaum einhaltbar. Aber er schafft es, trotz wirklichen Schleifens seiner Mitarbeiter, die Leute zu motivieren. Und arbeitet selbst sicherlich härter noch als seine Mitarbeiter.
    Ich glaube ihm, daß es für Ihn eine Vision, nicht nur ein Weg zum Geldverdienen ist. Wenn er sein Ziel erreicht, kräht kein Hahn mehr nach den Kritikern. Und vor allem: vielleicht kann ich mir selbst dann auch einen Tesla leisten – als Golf-Klasse-Fahrer ;-) Und noch erleben, daß irgendjemand auf dem Mars landet.
    Wenn er sein Ziel erreicht – lasst ihn doch die Gelder der Investoren verbrennen – auch sie werden im Nachhinein profitieren, zumindest die meisten.

    • Avatar

      Columbo

      12. November 2017 11:59 at 11:59

      Auf dem Mars landen….. elektrisch?

      • Avatar

        Gerd Suelmann

        12. November 2017 15:51 at 15:51

        Tja, das wird wohl zu meiner Zeit nicht passieren ;-) Aber auf dem Mars werden sicher keine Verbrennungsmotoren in den Kuppeln sinnvoll sein. Dann lieber Strom erzeugen und auf Akku fahren. Da könnten wir wieder bei Tesla sein.

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    Chris

    12. November 2017 10:05 at 10:05

    Im übrigen wird die Elektromobilität in China und USA entschieden. Wenn in Deutschland am Verbrennungsmotor festgehalten wird, ist das unwichtig. Weltweit hat die Elektromobilität Zukunft!

  10. Avatar

    Harry

    12. November 2017 11:32 at 11:32

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      PK

      12. November 2017 14:26 at 14:26

      ich zitier mal beispielhaft einen Satz aus diesem Artikel:
      „Das ist bitter, denn je länger wir uns über die Nachteile der Elektromobilität unterhalten, umso mehr Zeit verlieren wir, unsere Schlüsselindustrie Automobil für die Zukunft fit zu machen.“
      Wer ist hier „wir“ ?
      Bedeutet das also, „wir“ müssen uns einmischen (also Politik etc.) um unsere Automotive Industrie, natürlich nur fürsorglich und zu deren Vorteil, fit für die Zukunft zu machen ? Wo hat uns denn planwirtschaftliche Einmischung seitens der Politik bisher geführt ?
      Die Vorstellung, in der Deutschen Automotive würden sich die Vorstände etc. nicht mit der E-Mobilität beschäftigen ist völlig absurd.
      Aber „wir“ bedeutet eben auch die Entscheidung des Kunden, und die ist nunmal trotz der Förderung gegen das E-Fahrzeug gerichtet.
      Sollen wir nun unsere Hersteller planwirtschaftlich dennoch zwingen, noch mehr E-Autos anzubieten, die dann nur auf Halde produziert werden ? Sollen wir sie zwingen ähnliche Verluste zu produzieren ?
      Sichert das wirklich Arbeitsplätze ?
      Die Investitionen in E sind sehr hoch und bei vielen sogar höher als bei Tesla. Nur macht man nicht so einen Wind darum wie Tesla. Und man bringt Produkte erst dann auf dem Markt, wenn sie getestet sind und die Fertigungslinien stehen !

  11. Avatar

    CG

    12. November 2017 13:56 at 13:56

    Jetzt redet nicht so viel,
    sondern kauft Euch endlich ein E-Auto.
    Ihr rettet damit die Fidschi-Tanzgruppe in Bonn
    vor dem sicheren Versinken…

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      PK

      12. November 2017 15:55 at 15:55

      27.000 Leute waren in Bonn zugegen.
      Die Frage ist, wieviel Objektivität man von einer Gruppe erwarten kann, deren Löhne und Gehälter überwiegend von der Angst vor eine Klimaveränderung anhängen.

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        Gerd

        12. November 2017 22:30 at 22:30

        … und eine weitere Frage, was bei dem Mammuttreffen wohl großartig Neues und vor allem handfest Greifbares herauskommt.

        Was auf jeden Fall rauskam, jede Menge CO2, um die 27000 Leute aus Ihren Heimatländern dort hin zu befördern.
        Und weit über 100 Mio Ausgaben für Deutschland.

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      Petkov

      13. November 2017 12:17 at 12:17

      Der Kauf eines Elektroautos zum aktuellen Zeitpunkt verkürzt (wenn auch nur marginal) die Zeitspanne, bis die Tänzer zu Blubbern anfangen.

  12. Avatar

    Columbo

    13. November 2017 09:24 at 09:24

    Die Akkulaufzeit des neuen Iphone X hat sich laut letzten Tests verschlechtert, es geht also nichts weiter in der Akkuentwicklung. Solange sich da nichts tut, wird Elektromobilität ein Wunschtraum bleiben.

  13. Avatar

    PK

    13. November 2017 18:34 at 18:34

    Musk prahlt mal wieder:
    „Tesla Semi Truck unveil to be webcast live on Thursday at 8pm! This will blow your mind clear out of your skull and into an alternate dimension. Just need to find my portal gun …“
    Kann das echt noch jemand ernst nehmen ? Ein paar Bären schon und bekommen schon das große zittern. Dabei könnte das dann ein idealer Zeitpunkt sein die Shorts beherzt aufzustocken.,

    • Avatar

      Gerd

      13. November 2017 19:28 at 19:28

      Ah, daher weht der Wind und gibt der Aktie heute schon Auftrieb.
      Danke für den Hinweis.
      Hatte ohne Hintergrundwissen einfach bei 310 schon mal einen Short zurückgekauft. Vielleicht besser als dass mir am Donnerstag das Gehirn rausfliegt und ich nicht mehr in der Lage bin eine Tradingentscheidung zu treffen.

      • Avatar

        PK

        13. November 2017 21:50 at 21:50

        ja, wenn alles normal läuft, sollte der Short am Donnerstag genau zum Beginn des Unveils reingedrückt werden.

    • Avatar

      Petkov

      13. November 2017 20:26 at 20:26

      Der Elon unveilt ständig so viele neue Sachen, dass ich selbst als interessierter Fan nur schwer nachkommen kann. Welches mindblowing Oeuvre darf diesmal den Gang der Meschheitsgeschichte warp-antriebsmäßig beschleunigen? War das der Truck, von dem bis Ende Q1 / 2018 mindestens 1500 Stück in der neuen Fabrik auf dem Mars produziert werden sollen, um den Hyperloopbau unter Trumps Mauer hinweg nach Mexiko zu ermöglichen?

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        Michael

        13. November 2017 21:19 at 21:19

        Sprechen wir hier deutsch, englisch, französisch oder nur noch globale Profi-Börsensprache? „Unveilt mindblowing Oeuvres“… Echt jetzt, Petkov?
        Als interessierter Fan kennen Sie Warp-Antriebe und interessieren sich für Startrek, verurteilen aber andere Spinner als Menschen, die sich ihre Welt virtuell zusammenklicken?

        • Avatar

          Petkov

          13. November 2017 23:45 at 23:45

          Hehe :-) War dir alles mal wieder zu hoch, nicht wahr? Köstlich, wie du bei jeder Steilvorlage ins eigene Tor einnetzst :-)

          Soo, jetzt halte mal die Füsschen wieder still, Händchen hinter den Rücken, es ist Zeit für die nächste Lektion: auf harmlose, unpersönliche Kommentare wie meinen von vorher, sollst du entweder ebenfalls mit Humor antworten oder dich einfach an der Schläfe kratzen und wieder in dein Lieblingscomicbuch schauen. Vielleicht findest du dort etwas, was dich fröhlich macht.

          Ansonsten gilt für dich: wer zuletzt lacht, denkt am langsamsten.

          So, jetzt reicht es aber, sonst gibst du mir irgendwann mal auf. Ich wusste, dass du auf mein Posting was auskotzen wirst. Du hast ja wirklich ein Petkov-Komplex :-) Freut mich: Experiment geglückt.

          • Avatar

            Michael

            14. November 2017 10:07 at 10:07

            Sie sind schon ein Hund, Petkov. Ihnen bin ich einfach nicht gewachsen ;) Aber es ist mir doch noch gelungen, Ihre wissenschaftlich sicherlich korrekte Fachsprache zu entschlüsseln: Mit der Veröffentlichung Ihres sensationellen Kommentars haben auch Sie ein mindblowing Oeuvre geunveilt :)

        • Avatar

          leftutti

          14. November 2017 22:34 at 22:34

          Ich bin seit jeher ein Freund und Befürworter der deutschen Sprache und versuche, überflüssige Fremdwörter oder, noch schlimmer, Anglizismen zu vermeiden. Kombinationen daraus natürlich umso mehr.
          „Der Elon unveilt … mindblowing Oeuvres“ ist echt schräg (ich unveile, du unveilst, er unveilt…)
          Für ein Projekt auf unserer Internetseite zum Thema Sprache und Typografie recherchieren und veröffentlichen bzw. unveilen ;) wir auch regelmäßig die offizielle Wahl zum Wort und Unwort des Jahres. In den Jahren 2010, 2014 und 2015 wurde der Titel des Unwortes des Jahres an „alternativlos“, „Lügenpresse“ und „Gutmensch“ verliehen.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Unwort_des_Jahres_(Deutschland)
          https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Wort-und-Unwort-des-Jahres-Deutschland
          Mir fällt nun in diesem Zusammenhang wieder ein, dass eine gewisse Fraktion hier in der Kommentarfunktion der FMW diese Begriffe seit Jahren inflationär, provokativ und gebetsmühlenartig verwendet, um einmal ein paar unvermeidliche Fremdwörter zu benutzen ;)
          Verkommt die FMW trotz eines wortgewandten Redakteurs zur Plattform für Unwörter?

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            Petkov

            15. November 2017 07:54 at 07:54

            Meine Güte, Lefttussi, genau die übermäßige Nutzung von Fremdwörtern nahm ich doch auf die Hörner, weil es mich als ehemals europaweit Jahresbester beim deutschen Sprachdiplom ebenfalls stört, dass in Zeiten des „Fack-ju-Göte-Kults“ die Sprache zunehmend verunstaltet wird. Ich will,dass sie einigermaßen so bleibt, wie ich sie mühsam gelernt und von Anfang an gemocht habe. Aber Tesla, Apple und Co. haben mittlerweile die Wörter „unveiling“ und „mindblowing“ fast schon populärer gemacht als „Urlaub“ oder „Weihnachten“.

            Du bist ein Sprachwissenschaftler? Oder nur „Befürworter der deutschen Sprache“? In beiden Fällen solltest Du Dich im besonderen Maße für den Erhalt der traditionellen Sprache einsetzen. Das wird bei der aktuellen Zuwanderungspolitik schwer genug.

            Aber mit Sahara-trockenen Hinweisen wie im konkreten Beispiel erreichst Du definitiv rein gar nichts. Die sind mitreißend wie eine Warze auf der Nase.

            Natürlich sind Satire und Sarkasmus nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sie nicht versteht, sollte man zumindest die guten Gelegenheiten ergreifen, sich einfach mal nicht zu äußern.

          • Avatar

            Feldmaen

            15. November 2017 10:57 at 10:57

            @Petkov, ich zitiere:
            „weil es mich als ehemals europaweit Jahresbester beim deutschen Sprachdiplom ebenfalls stört, dass in Zeiten des „Fack-ju-Göte-Kults“ die Sprache zunehmend verunstaltet wird.“

            Warum begnügen sie sich dann nicht mit sprachgewandten und inhaltlich reichhaltigen Kommentaren @Petkov? Wozu immer diese Sticheleien? Wer jemanden inhaltlich überzeugen möchte sollte auf unterschwellige persönliche Angriffe wie z.B. „Lefttussi“ verzichten. Oder geht es ihnen in den Kommentaren gar nicht so sehr um den Inhalt, sondern vielmehr darum der Welt zu zeigen wie sprachgewandt sie sind? Auch gut, aber mir fällt es einfach schwer ihnen inhaltlich zuzustimmen, wenn sie währenddessen in alle Richtungen Seitenhiebe verteilen.

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            Gerd

            15. November 2017 11:17 at 11:17

            Keiner kann so gut für sich selber sprechen wie Petkov, ich für ihn schon gar nicht.
            Trotzdem bitte ich Sie, Feldmaen, schauen Sie doch einfach mal die Kommentare oben durch.
            Dann werden Sie erkennen, wer mit dem „sticheln“ angefangen hat.

            Ich fand den Kommentar von Petkov (13.11. 20:26Uhr), auf denen gewisse Personen negativ drauf rumreiten als das, was er sein sollte – humorvoll sarkastisch. Und übrigens war der besagte Kommentar von Petkov sowieso auch eher eine direkte Antwort an PK und an mich. Und ich hatte sogar überlegt, ihm still und stumm mit einem Lachgesicht (Smiley) zu antworten.
            Wie gesagt.

          • Avatar

            leftutti

            15. November 2017 11:33 at 11:33

            Nebenbei bemerkt, verwenden Tesla, Apple & Co. mit „mindblowing“ und „unveiling“ keine Fremdwörter, sondern sprechen in ihrer Muttersprache. Und dass diese Begriffe so außerordentlich populär sind, dass man sie sogar in die deutsche Sprache integrieren muss, ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Eigentlich musste ich eine derartige Pervertierung von Sprache bisher nur von zwei oder drei Kommentatoren hier auf der FMW kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen.
            Und nur, weil mir an der deutschen Sprache gelegen ist, bin ich noch lange kein Linker. Aber solche Feinheiten passen offensichtlich nicht in Ihr „grobmotorisches“ Denkschema von Schwarz oder Weiß.

          • Avatar

            Feldmaen

            15. November 2017 11:35 at 11:35

            @Gerd, das ändert trotzdem nichts an meiner Aussage. Es gibt viele in diesem Forum, die inhaltlich viel beitragen können, sich aber in Gemetzel auf persönlicher Ebene verbrennen. @Petkov und @Michael sind da neunmal die Muster Beispiele. Sei es drum, ich find so etwas unschön, es zeugt einfach nicht von einer gewissen Reife um Umgang mit anderen Menschen. Aber so ist das halt in diesen Foren, durch die Anonymität fallen die Hemmungen. Jeder so wie er meint…

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            Gerd

            15. November 2017 12:21 at 12:21

            Wenn ich das richtig verstehe, leftutti, haben Sie gar nicht Petkov ansprechen wollen, sondern Ihre Kritik richtete sich an PK, der diese Worte ja eingangs verwendete. O.K.

            Ach ja, seien Sie froh, dass der Segler hier schon weggeekelt wurde.
            Dessen Texte bestanden zur Hälfte (leicht übertrieben) aus nichtdeutschen Begriffen.
            Aber deshalb waren sie nicht weniger interessant.

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            Michael

            15. November 2017 12:30 at 12:30

            @Feldmaen, vielen Dank für die offenen Worte. Ich gebe zu, dass ich mich da vielleicht etwas habe hinreißen lassen. Eigentlich ist es nicht meine Art, mich in persönliche Gemetzel zu verstricken. Angefangen hat alles mit einem persönlichen und äußerst beleidigendem Kommentar von @Petkov zu einem Beitrag von mir, in dem ich zu keiner Zeit auch nur beabsichtigt hatte, einzelne Personen anzugreifen:
            https://finanzmarktwelt.de/deutschland-vor-den-wahlen-letzter-teil-69244/#comment-32969
            Ich wollte lediglich auf die Gefahren des ultrarechten Flügels der AfD und dessen Nähe zur Pergida und vergleichbaren Gruppierungen hinweisen, nachdem ich in Google einmal die Suchbegriffe „pergida afd“ eingegeben habe. Die Ergebnisse sprechen für sich, da ändern auch Argumentationen von „politisch korrekt, Lügenpresse und Mainstreammedien“ nichts daran.
            Ich werde mich bessern, versprochen ;) Solange keine agressiven persönlichen Beleidigungen auf meine Beiträge oder Kommentare erfolgen. Sollte dies doch der Fall sein werde ich mich weiterhin mit gleichen Mitteln zur Wehr setzen.
            Ich spreche ausdrücklich nicht von Kritik anders denkender Menschen, die ist jederzeit erwünscht, solange sie sachlich, gerne auch ironisch oder zynisch formuliert ist. Diskussion und Streit gehören dazu, das steht völlig außer Frage. Aber ein sarkastisches Biertischniveau wie in oben zitiertem Kommentar muss nun wirklich nicht sein.

          • Avatar

            leftutti

            15. November 2017 12:47 at 12:47

            @Gerd, ich habe weder Petkov, noch PK ansprechen oder kritisieren wollen. Mir ging es um die Verunstaltung der deutschen Sprache durch überflüssige Anglizismen wie auch zum Beispiel „ich habe mir ein File downgeloadet“ einer ist. Oder dass man den Hausmeister zum „Facility Manager“, die Sekretärin zum „Executive Assistant“, den Kundenberater zum „Account Manager“ und den Fensterputzer zum „Vision Clearance Engineer“ machen muss.
            Im weiteren Verlauf sprach ich von den Unwörtern des Jahres „alternativlos“, „Lügenpresse“ und „Gutmensch“ und einer Fraktion, die diese inflationär benutzt. Dazu gehören ebenfalls weder Petkov, noch PK.
            Über den Segler kann ich nichts sagen, wenn er sich „wegekeln“ lässt, ist das seine Sache.

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Aktien

Tesla-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Tesla-Auto

Tesla meldet heute Abend seine Quartalszahlen. Wir werden dann umgehend berichten. Hier eine kurze Vorschau. Vor genau einem Jahr lag der Quartalsumsatz noch bei 6,3 Milliarden Dollar, im zweiten Quartal 2020 waren es 6,04 Milliarden Dollar. Für heute liegen die durchschnittlichen Erwartungen von 15 Analysten bei 8,26 Milliarden Dollar.

Gewinnerwartung für Tesla

Beim Gewinn pro Aktie lag Tesla bei seinen Quartalszahlen vor einem Jahr bei +1,91 Dollar, und im zweiten Quartal 2020 bei +2,18 Dollar. Für heute Abend liegen die Erwartungen für das 3. Quartal bei 0,56 Dollar. Bei Tesla kommt es oft zu Überraschungen. Kann Elon Musk diese 0,56 Dollar Erwartung auch dieses Mal sensationell nach oben toppen? (mit welcher buchhalterischen Kreativität auch immer)

Auslieferungen und Steuergutschriften

Die Auslieferungszahlen für das 3. Quartal hatte Tesla bereits am 2. Oktober veröffentlicht, und die Schätzungen von 137.000 Autos für diese drei Monate übertroffen mit 139.300 Stück. Analysten erwarten auch einen weiteren kräftigen Beitrag zum Gewinn durch „regulatorische Steuergutschriften“, die Tesla an andere Autohersteller verkauft. In den letzten Quartalen haben diese Verkäufe einen netten Teil, und manchmal sogar den gesamten Quartalsgewinn ausgemacht.

Im Chart sehen wir die Tesla-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate. Nach dem Aktiensplit wirkt die Aktie optisch viel günstiger, aber der reale Kursgewinn ist ja der selbe geblieben. Im Februar direkt vor Ausbruch des großen Börsencrash notierte die Aktie (Aktiensplit schon berücksichtigt) noch bei 185 Dollar, jetzt sind es 427 Dollar.

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie in den letzten zwölf Monaten

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Aktien

Aktienmärkte: Buy and Hold – nach wie vor im Vorteil?

Das Thema ist so alt wie die Aktienmärkte selbst: sollten man Aktien kaufen und liegen lassen – oder viel aktiver kaufen oder verkaufen? Ein Blick in die Geschichte

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Das Thema ist so alt wie die Aktienmärkte selbst: Man wählt einen Korb aussichtsreicher Aktien aus und handelt diese aktiv, indem man sie bei Unterschreiten von Limits verkauft, um bei den immer wieder auftretenden Korrekturen nicht dabei zu sein. Das Problem ist, dass zwar die Zahl der Korrekturen der Aktienmärkte zugenommen hat – aber eben auch die raschen, gegenläufigen Bewegungen, was ein grundsätzliches Problem darstellt. Man ist vielleicht rechtzeitig ausgestiegen, aber nicht mehr rechtzeitig zurückgekehrt. Der Corona-Crash lässt grüßen. Hierzu ein paar Fakten.

Aktienmärkte: Der langfristige Anlagestil

Buy and hold, als Strategie, dies wurde jahrzehntelang von Warren Buffett zelebriert, der seine Aktien im Schnitt 11 Jahre gehalten hat. Und vom unvergessenen André Kostolany – zumindest gilt dieses Adjektiv für die etwas ältere Anlegergeneration, schließlich ist der aus Ungarn stammende Spekulant bereits im Jahre 1993 verstorben. Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und dann reich werden, über diesen Spruch schmunzelt man noch heute.

Aber kann man im Zeitalter des fast gebührenfreien Daytradings und der ständig verfügbaren Information da noch mit den Märkten mithalten? Spontan könnte man mit einem „niemals“ antworten, aber ganz so einfach gestaltet sich die Sache nicht.

Der immerwährende Versuch des Markttimings

Es gibt heutzutage keine Wirtschafts- und Börsenpublikation, in der nicht die langen Zeitreihen (Charts) von Aktien und Indizes abgebildet sind. Mit den tiefen Einbrüchen und den ständig unterbrochenen Aufwärtstrends der Aktienmärkte. Da muss es doch möglich sein, ein paar Zusatzprozente zu ergattern. Tatsächlich wird dies auch ständig versucht: lag die Haltedauer von Aktien vor 30 Jahren noch bei circa zwei Jahren, so hat sich dies in der heutigen Welt der Onlinebroker im Schnitt mindestens geviertelt. Dies gilt weltweit.

Klar, dass damit die Ausschläge (Volatilität) der Aktienmärkte zugenommen haben.

Statistiken zeigen, dass von den 20 größten Verlusttagen seit dem Beginn des Wirtschaftswunders in Deutschland allein zehn seit der Jahrtausendwende stattgefunden haben. Der größte Einbruch der Aktienmärkte war merkwürdigerweise nicht der schwarze Montag, am 19. Oktober 1987, mit dem Kursmassaker an der Wall Street. Der 9,39 Prozent-Tagesverlust rangieren nur an vierter Stelle, Nummer eins ist der 16. Oktober 1989 mit minus 12,81 Prozent, gefolgt von einem aktuellen Coronacrash-Tag, dem 12. März 2020, mit minus 12,24 Prozent.

Dass diese Kurskapriolen aber auch ihr Gegenstück haben, beweist die Auflistung der besten 20 Dax-Tage seit über 60 Jahren, von denen allein zwölf seit der Dotcom-Blase geschehen sind. Fünf Tage mit Kursavancen von über 10 Prozent plus, der letzte war am 24. März mit plus 10,98 Prozent. Die Wende bei der Coronakrise, wer nur den ersten Wendetag verpasste, hat bereits einen Teil der Erholung der Aktienmärkte verpasst. Betrachtet man einen längeren Zeitraum, so wird auf dramatische Art und Weise klar, was gewisse Abstinenzen vom Markt für Performanceeinbrüche verursachen können.

Lutz Neumann, Leiter der Vermögensverwaltung der Sutor Bank in Hamburg, hat die Dax-Historie im Hinblick auf die Bedeutung des Investitionszeitraums untersucht. Erste Feststellung: In sechs von zehn Fällen an großen Kurseinbrüchen gibt es bereits innerhalb der nächsten zwei Wochen die besten Tage für die Aktienmärkte. Eine Erklärung dafür ist stets sicher auch die rasche Absicherung von Anlegern, die – von der Intensität des Abschwungs geschockt – ihr Depot mit Putspekulationen absichern. Oftmalige Folge: Eine kleine Eindeckungsrally.

Die Auswertung der Dax-Historie ergab ein ernüchterndes Bild für Timingversuche: Die durchschnittliche Rendite seit der Gründung vor 33 Jahren beträgt gute sieben Prozent, gleichbedeutend mit einer Verdoppelung des Index, jeweils in weniger als 10 Jahren. Wer die besten zehn Tage versäumte, reduzierte seine Performance auf 4,32 Prozent, bei 20 Tagen auf 2,21 Prozent und ab 30 Tagen hätte er sich bereits ein renditeloses Indexdepot einfangen.
Jetzt könnte man einwenden, dass man nicht in den Index zu investieren brauche, bei Einzelaktien könnte man doch viele Krücken außen vor lassen.

Auch hier hat ein Fondsmanager, Sven Lehmann, vom Vermögensverwalter HQ Trust, nachgerechnet. Und zwar gleich beim derzeit sehr beliebten MSCI World:

Innerhalb von 30 Jahren schlugen ein Drittel der 1200 Aktien in ihrer Performance den Index, zwei Drittel blieben hinter der Benchmark zurück. Allerdings benötigten einige dieser Siegeraktien oft viele Jahre, um sich von zwischenzeitlichen Einbrüchen zu erholen. Das Paradebeispiel ist für mich die Kursentwicklung von Amazon, dem Highflyer der Aktienmärkte schlechthin: Im Jahr 1997 mit einem Tief von 1,32 Euro bis zum Jahr 2000 auf sagenhafte 85,50 Euro gestiegen, um dann in der Dotcom-Krise um über 90 Prozent auf 6,40 Euro abzustürzen. Was dann folgte war das Kursspektakel schlechthin, ein Anstieg auf 2979 Euro in der Spitze oder eine Performance von über 43.000 Prozent. Allerdings wiederum mit mehr als einer Kurshalbierung während der Finanzkrise.

Es ist nicht nur schwer, die richtigen Aktien herauszufiltern, auch diese entsprechend lange zu halten, ist eine weitere Hürde für unser von Gier und Angst geflutetes Gehirnarreal.

Viele kleine Korrekturen seit der Finanzkrise

Aktienmärkte und das Timing-Problem

War nicht so einfach, seit der Finanzkrise mit Short-Spekulationen auf ide Aktienmärkte Geld zu verdienen. Nicht einmal in der Coronakrise, bei dem schnellen Einbruch und der sehr schnellen Gegenreaktion. Gerade im April während des Lockdowns kamen die ganz schlimmen Prophezeiungen.

Fazit

Es klingt immer wieder verlockend, wenn die Vertreter der aktiven Fondsbranche behaupten, dass man in Krisenzeiten nur die richtigen Aktien im Depot haben müsse, um diese Phasen zu überstehen. Nur gibt es dabei ein großes Problem: Auf diese Weisheit sind schon Tausende andere Anleger auch gestoßen, dementsprechend teuer sind diese Titel zumeist und natürlich gibt es auch die Schwierigkeit genau diese Titel zu identifizieren. Warum liegen die großen Indizes (MSCI World, S&P 500) in ihrer Performance auf längere Sicht weit vor den Produkten der Finanzindustrie?

Weil diese neben den zahlreichen Underperformern auch immer die Gewinner der jeweiligen Periode im Depot haben. Und was das Timing betrifft, also das rechtzeitige Aus- und Wiedereinsteigen iin die Aktienmärkte, darüber gibt es schon seit Jahrzehnten viele Untersuchungen – besonders aussagekräftig die des legendären Fondsmanagers von Fidelity, David Lynch: „Anleger haben mit der Vorbereitung auf oder dem Antizipieren von Marktkorrekturen viel mehr Geld verloren als in den Marktkorrekturen selbst.”

Dieses klappt nicht, weil man in schöner Regelmäßigkeit die Tage auslässt, in denen es völlig überraschend und ganz dramatisch nach oben geht.

Istv buy and hold die richtige Strategie für die Aktienmärkte?

 

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Aktien

Lufthansa: „Nur“ 1,3 Milliarden Euro Verlust – alles gut? Genau hinschauen!

Claudio Kummerfeld

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Die Lufthansa A380 ist außer Betrieb

Die Lufthansa hat gestern Nachmittag als Ad Hoc-Mitteilung die Quartalszahlen für Juli-September vorzeitig veröffentlicht. Die ausführliche Veröffentlichung der Daten erfolgt am 5. November. Die Lufthansa meldet einen Verlust (Adjusted EBIT) in Höhe von -1,262 Milliarden Euro (Vorjahr +1,297 Milliarden Euro). Nach neun Monaten lag der operative Verlust damit bei -4,161 Milliarden Euro (Vorjahr +1,715 Milliarden Euro). Die Börse schien gestern erleichtert zu sein, dass es nicht noch schlimmer gekommen war. Und man hat offenbar die Worte der Lufthansa-Mitteilung als positiv angesehen, dass man die Probleme reduziert habe. Zitat Lufthansa: „Dank einer Ausweitung des Flugplans in den Sommermonaten Juli und August und erheblicher Kostensenkungen konnten jedoch die Verluste gegenüber dem zweiten Quartal verringert werden.“

Besonders beruhigend dürfte auch folgende Aussage der Lufthansa wirken. Zitat:

Ende September standen dem Konzern liquide Mittel in Höhe von 10,1 Mrd. Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind noch nicht abgerufene Mittel aus den Stabilisierungspakten im Gesamtumfang von 9 Mrd. Euro aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien. Hieraus stehen noch 6,3 Mrd. Euro zur Verfügung. Auszahlungen für Corona-bedingte Flugausfälle in Höhe von 2,0 Mrd. Euro standen dabei im dritten Quartal vor allem Mittelzuflüsse aus der Ausweitung der Flugaktivitäten im Juli und August gegenüber.

Lufthansa mit hoher Liquidität dank Rettungsgeldern

Aber dazu muss man auch beachten, dass ebenfalls erwähnt wird, dass die Nettokreditverschuldung der Lufthansa am Ende des dritten Quartals bei 8,93 Milliarden Euro lag (am 31. Dezember 2019 waren es noch 6,66 Milliarden Euro). Die Lufthansa und ihre Auslandstöchter haben über die staatlichen Rettungsmaßnahmen Eigenkapital und Kredite erhalten. Was jetzt Quartal für Quartal verloren wird, kann durch diese 10 Milliarden Euro an liquiden Mitteln natürlich einige Zeit aufgefangen werden.

Aber die Verluste laufen ja vermutlich weiter. Aufgrund des aktuellen globalen zweiten Corona-Welle und zunehmenden Lockdowns darf man mit gesundem Menschenverstand davon ausgehen, dass der Verlust im aktuellen vierten Quartal wieder größer ausfällt als im 3. Quartal. Also ein Verlust von vielleicht 2 oder 3 Milliarden Euro? Oder tritt man bei der Lufthansa jetzt erneut kräftig auf die Kostenbremse, und bekommt den Verlust doch noch weiter runtergedrückt? Im 1. Quartal 2021 dürfte womöglich ein weiterer Verlust folgen, auch wenn man jetzt überhaupt noch nicht absehen kann, wie dann die Lage sein wird in Sachen Infektionen und Impfstoff-Fortschritt.

Verluste laufen weiter?

Mit „Genau hinschauen“ in der Artikel-Headline möchte ich sagen: Die Quartalsverluste der Flugbranche laufen weiter – weil sich die Corona-Lage derzeit deutlich verschlechtert. Und noch ist kein Ende in Sicht. Die 10 Milliarden Euro Cash-Reserve der Lufthansa wirkt auf den aller ersten Blick nach einem schönen großen Polster. Aber sie kann schnell abschmelzen, und ist auch auf Kredit erkauft. Die Lufthansa kann für diese dramatische Lage nichts, genau so wenig wie die Betreiber von Hotels, Restaurants und Reisebüros. Je schlimmer die Corona-Lage wieder wird, desto schlimmer die finanzielle Lage dieser Unternehmen. Die Lufthansa ist in diesem Strudel gefangen, genau wie alle anderen Airlines.

Und so hielt die Euphorie der Lufthansa-Aktie gestern auch nur ganz kurz an. Sie stieg von 8,04 auf 8,58 Euro. Die Aktie fiel dann gleich wieder. Und heute zusammen mit dem fallenden Gesamtmarkt fällt auch die Airline-Aktie auf aktuell 7,93 Euro. Der Chart zeigt den Kursverlauf der letzten zwölf Monate. Die Aktie hängt müde relativ weit unten im Verlauf der letzten Monate. Geht es unter 7 Euro, droht es für die Aktie ganz düster zu werden.

Dass die nächsten Monate keine rosige Perspektive versprechen, kann man dem Schlusswort der Lufthansa in ihrer gestrigen Mitteilung entnehmen. Man ist bemüht die Kosten zu drücken, um möglichst lange mit dem Liquiditätspolster durch diese Krise zu kommen. Aber für Euphorie in der Aktie ist es noch viel, viel zu früh. Es könnte nämlich für die gesamte Airline-Branche eine sehr lange, trockene Durststrecke werden. Zitat Lufthansa:

Der Konzern ist in der Lage, auch weiteren Belastungen der Corona-Pandemie standzuhalten. In den kommenden Wintermonaten wird die Nachfrage nach Flugreisen aufgrund des globalen Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Reisebeschränkungen voraussichtlich niedrig bleiben. Die Konzernairlines werden nach aktueller Planung im vierten Quartal nur maximal 25% der Vorjahreskapazität anbieten, um sicherzustellen, dass der Flugbetrieb auch weiterhin einen positiven Cashbeitrag leistet. Gleichzeitig arbeitet die Lufthansa Group intensiv an Restrukturierungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen, um kurz- und mittelfristige Kosteneinsparungen zu erzielen und die operativen Mittelabflüsse zu minimieren.

Chart zeigt Kursverlauf der Lufthansa-Aktie in den letzten zwölf Monaten

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