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Tesla Modell 3 ist da – ab heute Euphorieschub für Aktie? (vorbörslich +7%)

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern Abend präsentierte Elon Musk sein Tesla Modell 3. Es war so wie gewünscht, eine tolle Jubel-Veranstaltung. Jeder anwesende, ob Journalist, Autofreak, Nerd oder betender Aktionär, konnte sich gestern einen Schuss Optimismus abholen. Das Auto sieht vor allem von innen sehr futuristisch aus und wird sicherlich seine Abnehmer finden, keine Frage!

Laut Tesla sollen in der ersten Stunde nach dem Vorverkaufsstart gestern bereits 133.000 Stück vorbestellt worden sein. Beim Modell 3 handelt es sich laut Tesla um das erste massentaugliche Auto des Herstellers. Mit 35.000 Dollar Preisziel immer noch ein stolzer Preis! Das Auto soll bereits für das autonome Fahren ausgerüstet sein, einen 200 Milen-Radius haben, eine neue Batterieausrüstung und eine lange Herstellergarantie. Und was auch wichtig ist: Die Auslieferung soll erst Ende 2017 erfolgen.

Wer jetzt vorbestellt, muss 1.000 Dollar vorschießen. Warum: Ist die Firma so klamm, dass sie jetzt schon Geld braucht? Nein, so böse wollen wir nicht sein. Bei so langen Lieferzeiten und so teurer Vorproduktion ist es schon nachvollziehbar, dass man auch sicher sein will, dass der Kunde dann in 1 1/2 Jahren auch wirklich kauft – daher ist so eine Vorschusszahlung schon sinnvoll bei so einem Spezialfall wie Tesla.

Die Aktie von Tesla schloss gestern Abend bei 229,77 Dollar. Auch nachbörslich legte sie nur 1,5% zu. Aber kann man erwarten, dass die gestrige Musk-Show ausreicht um heute eine erneute Aktien-Euphorie für die nächsten Tage zu starten? Mehr wissen wir alle ab 15:30 Uhr. In der Vorbörse läuft die Aktie schon mal mit einem Plus von 7%. Möglich ist aber auch, dass nächste Woche immer mehr Realismus bei Beobachtern einzieht, und dass man sich nach dem Ende der Optimusmusspritze von gestern Abend fragt, ob Tesla das wirklich durchhalten kann gegen die großen Konzerne. Mit 35.000 Dollar pro Auto geeignet für den Massenmarkt? Aber keine Frage, die Jungs und Mädels von Elon Musk bauen schöne Autos!

Ein Beobachter erwähnte gestern z.B., dass GM sein Elektroauto Chevrolet Bolt mit einer Reichweite von ebenfalls 200 Milen noch vor Tesla´s Markteinführung Ende 2017 auf den Markt bringen wird. Und wen wird der einfache Massenkunde eher kaufen? Kaum vorstellbar, dass GM auch 35.000 Dollar aufrufen wird.

Tesla schreibt nach wie vor desaströse Verluste. Zuletzt steigen die Kosten wg. der neuen gigantischen Batteriefabrik in Nevada und dem neuen Modell 3. Ist das schon das große Finale? Schlägt das Modell 3 nicht ein, war es das für Tesla? Zu viel Schwarzmalerei, mag sein. Aber wie wir schon mehrmals in der Vergangenheit erwähnten: Jahrelang nur zubuttern, zubuttern, zubuttern um den Laden am Leben zu halten – da hat irgendwann kein Anleihekäufer oder Aktionär mehr Lust zu. Irgendwann muss der futuristische Spaß sich selbst durch Einnahmen tragen!

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    1. April 2016 14:42 at 14:42

    Volkswagen (und vielleicht noch ein paar andere ausländische Autohersteller…) wird in den USA zu 40 Mrd. (+X) Dollar Schadenersatz verdonnert und füllt damit die „Starthilfe“-Kasse für die Elektromobilität in den USA. Daraus werden dann die Kaufhilfen und der Bau von Stromtankstellen bezahlt. Die Amis sind einfach cleverer…

  2. Avatar

    Jobi

    1. April 2016 18:09 at 18:09

    Für mich ist und bleibt Tesla ein Flopp.Nur Hard Core Individualisten würden sowas kaufen.Wer gibt schon 30 TSD $ aus für ein Auto was ständig an die Steckdose muss.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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