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Tesla nun zweitgrößer US-Autobauer nach Marktkapitalisierung – und Elon Musk verhöhnt Leerverkäufer

Tesla verkauft 25.000 Fahrzeuge pro Quartal – und ist doch an der Börse nun mehr wert als Ford, das in einem einzigen Monat neunmal so viele Autos verkauft. Was den Aktienkurs, wie gestern, vor allem treibt, sind die Eindeckungen von Leerverkäufern – über die sich Elon Musk nun lustig macht..

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FMW-Redaktion

Gestern hatte Tesla seine Verkaufszahlen gemeldet für das erste Quartal des Jahres – man hat spektakuläre 25.000 Autos verkauft, etwas über der Erwartung des Marktes. Daraufhin erreichte die Aktie von Tesla ein neues Allzeithoch:

Alleine gestern ging es 20 Dollar nach oben mit dem Kurs:

25.000 verkaufte Autos in einem ganzen Quartal – das schafft etwa Volkswagen locker an einem einzigen Tag! Oder etwa Ford, das gestern mit seinen Zahlen enttäuschte, aber dennoch in einem einzigen Monat neunmal mehr Autos verkauft als Tesla. IN den USA liegt Tesla nur an 30. Stelle, was die Autoverkäufe angeht.

Aber darum scheint es nicht zu gehen. Es geht um die Hoffnung, dass die Visionen von Elon Musk Wirklichkeit werden – und wer ein begnadeter Verkäufer ist wie Musk, kann eben Gelder einsammeln und Begeisterung erwecken: Seit dem Jahr 2010 konnte Musk acht Milliarden Dollar einsammeln über die Ausgabe neuer Aktien oder Anleihen.


Hat derzeit gute Laune: Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson/Wikipedia (CC BY 2.0)

Die Zahlen sprechen eindeutig gegen Tesla: in den letzten fünf Jahren hat das Unternehmen 2,3 Milliarden Dollar Verlust gemacht, Ford dagegen 26 Milliarden Dollar Gewinn. Ford hat im letzten Jahr knapp 152 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, Tesla nur sieben Milliarden. Und doch ist Tesla nun an der Börse mehr wert als Ford!

Dabei geht es vor allem um eine Wette: dass Tesla wirklich in der Lage ist wie Muks versporchen hat, im Jahr 2018 500.000 Autos des neuen Model 3 zu verkaufen – woran viele aus guten Gründen zweifeln. Mithin geht es also darum, dass Tesla mit dem Model 3 in den Massenmarkt einsteigen kann, da das Fahrzeug mit 35.000 Dollar deutlich günstiger ist als das derzeit billigste Tesla-Model mit 68.000 Dollar.Alles also hängt, was die Bewertung von Tesla angeht, am Model 3.

Und die Investoren sind begeistert – und tun so, als sei Tesla der einzige Anbieter von Elektro-Autos. Aber der Kurs der Aktie steigt vor allem auch deshalb, weil so viele auf das Scheitern von Tesla gewettet haben. Derzeit liegt das Short Interest, also die leerverkauften Aktien, bei 29% aller frei verfügbaren Stücke – es ist also ein regelmäßig wiederkehrender Short-Squeeze, der ein wichtiger Bestandteil des Höhenflugs von Tesla ist. Und genau diese Shorties hat es gestern wieder einmal ganz besonders heftig erwischt.

Und das ist natürlich auch Elon Musk nicht entgangen, der amüsierte twitterte:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Dabei ist sich auch Musl selbst gewußt, dass die Bewertung von Tesla nach gegenwärtigem Maßstab der Zahlen absurd sei. Aber darum gehe es eben nicht, sondern um die Zukunft, wie er ebenfalls twitterte:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Eines Tages wird Tesla liefern müssen: ist man wirklich in der Lage, so viel zu produzieren? Hat man mit den Batterien wirklich den durchschlagenden Erfolg, trotz der immer größer werdenden Konkurrenz? Kann man überhaupt so viel Personal finden, um die angestrebten Stückzahlen zu erreichen?

Viele Fragen, viele Risiken. Die Chance, dass Tesla und Musk scheitern, ist relativ hoch. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass zuvor die Shorties mit ihren Leerverkäufen scheitern, ist vermutlich noch höher..

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Michael

    4. April 2017 12:24 at 12:24

    Sollte es Probleme mit dem Model 3 geben, kann er es immer noch machen wie Apple: Einfach ankündigen, dass es die bisherigen Modelle bald auch in knallgrüner Lackierung geben wird.
    Das sollte für die hirnlosen Permabullen genügen, um die Aktie in zwei Monaten nochmal um 10% nach oben zu treiben ;)

  2. Avatar

    Halbleerverkäufer

    4. April 2017 12:48 at 12:48

    Wenn einer seine Firma so grossmundig aufbläst,muss er nicht staunen wenn Leerverkäufer versuchen daraus Profit zu ziehen, übrigens macht der Lerverkäufer nur das Gegenteil was er macht ,( HOCHTREIBEN )

  3. Avatar

    Marcus

    4. April 2017 13:44 at 13:44

    Wie ich schon mal schrieb: Entscheidend ist das Musk Tesla auch in einen wirklichen großen Autobauer wie Ford oder VW verwandeln kann.

    Stand jetzt ist es einfach so, das die produzierten Stückzahlen nicht ausreichen um schwarze Zahlen zu schreiben.Und spätestens dann wenn auch die letzten blinden Investoren das begriffen haben das Tesla -Stand derzeit- eine Kapitalvernichtungsmaschine ist, wird Musk ganz gewaltige Probleme kriegen.

  4. Avatar

    Dieter G.

    4. April 2017 13:53 at 13:53

    Ich finde Tesla klasse, weil hier endlich mal jemand was versucht hat. Und es hat besser funktioniert als jeder gedacht hat. Ob die Aktie wirklich überwertet ist, vermag ich nicht zu sagen.

    Tesla hat ein Konzept und eine nachvollziehbare Strategie. Anders als die Altersheime VW, BMW oder Mercedes mit ihren maroden Konzepten.

    Und wieso bläst Musk seine Firma grossmundig auf? Er hat entwickelt. Er hat geliefert. Und er investiert wie blöd in zukünftige Entwicklungen.

    • Avatar

      Die Zukunft

      4. April 2017 14:13 at 14:13

      Warum bauen die Altersheime keine E-Autos? Weil daran kein Geld zu verdienen ist und sie sich ihr eigenes Grab schaufeln. Wer ist schön so blöd? Da tut man so als ob man E-Autos baut. Die Gesamtbilanz von E-Autos ist nicht besonders toll. Ohne Subventionen läuft da gar nichts. Wenn man etwas weiter blickt, dann sollte man wissen, dass in 10 Jahren weder E-autos noch Verbrennungsmotoren gebraucht werden. Aber das führt hier zu weit. Wer Spaß an der rollenden Lihium Bombe hat möge sich einen Tesla kaufen und ihn zur Wartung in die Spezialwerkstatt bringen. Wartungskosten, wen interessiert das. Man hat es ja. Für das Angeber Ego heute ein absolutes MUSS, um 2 Fuß über dem Tesla zu schweben.

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        Admiralklimo

        4. April 2017 14:40 at 14:40

        Hallo Zukunft, „sollte man wissen, dass in 10 Jahren weder E-autos noch Verbrennungsmotoren gebraucht werden“ – – – Dann sollte man vielleicht auch wissen warum nicht. Gönnen Sie uns doch bitte eine kurze Erläuterung.

      • Avatar

        Walter Schmid

        4. April 2017 14:47 at 14:47

        Ganz genau so sehe ich das auch.

  5. Avatar

    Walter Schmid

    4. April 2017 14:37 at 14:37

    Amazon hat die Möglichkeit, der ebenfalls völlig übertriebenen Bewertung seines Aktienkurses irgendwann einmal gerecht zu werden. Für Tesla sehe ich hierfür nicht einmal den Hauch einer Chance. Amazon ist der Marktführer und kann seine Dominanz mit einem geschickten Management weiter ausbauen. Tesla ist ein schwächlicher Zwerg, umgeben von kraftstrotzenden Riesen. Und sollte der Zwerg größer und stärker werden, werden ihn die Riesen in die Zange nehmen. Sie haben die Mittel, Tesla hat sie nicht. Selbst bei einer Erfolgsgeschichte, wird sich Teslas Bewertung mit der Zeit der Realität anpassen.
    Ich verstehe die Leerverkäufer nicht, die sich immer wieder aus dem Markt heraustreiben lassen. Wie kann man denn sein Pulver immer gleich verschießen? Wer nicht ausreichend Munition hat, sollte nicht in den Krieg ziehen. Steigt der Aktienkurs von Tesla weiter, werde ich auch meine Shortpositionen weiter erhöhen. Ich sitze das aus, so wie ich auch bei einer Longposition gerne über Jahre investiert bleibe, wenn sich an meiner Überzeugung nichts ändert. Wer es entsprechend seiner Mittel übertreibt und alles auf ein oder wenige Pferde setzt, hat selbst Schuld.

  6. Avatar

    Christoph

    4. April 2017 15:29 at 15:29

    Hoffnung wohin man schaut…gabs nach den Free-Shots durch die Notenbanken jetzt auch noch Free-LSD unter der Hand. Ah..Oh..alles so rosarot hier.

    Statt auf das aktuelle KGV schauen aktuell viele lieber auf das erwartete KGV. Wenn die Erwartungen dann nur rosig genug gemacht werden (Umsatz explodiert udn Steuern muss man gefühlt bald ja eh keine mehr zahlen, etc.), ist das ja alles gar nicht mehr so teuer ;) Kaufen!

    • Avatar

      gerd

      4. April 2017 16:34 at 16:34

      „Statt auf das aktuelle KGV schauen aktuell viele lieber auf das erwartete KGV.“

      Aber bitte, anders herum machts doch wohl erst recht keinen Sinn. Oder möchten Sie eine Aktie mit einem aktuell extrem niedrigen KGV zu jedwedem Kurs kaufen, obwohl die weitere Zukunft für das Unternehmen rabenschwarz aussieht?

  7. Avatar

    Rainer Köhler

    4. April 2017 20:49 at 20:49

    Kann ein Tesla-Auto überhaupt Massenware werden? Im Grunde basiert doch das gesamte Marketingkonzept auf der Exklusivität. Demnach ließe sich davon ausgehen, dass der Hype spätestens dann abebbt, wenn ein Tesla kein Exklusivgut mehr ist.

    • Avatar

      Dieter G.

      4. April 2017 22:59 at 22:59

      Bei solchen Artikeln kommen die deutschen Eigenschaften wunderbar zum Tragen: Neid, Hass und Missgunst.

      Wir erinnern uns: Tesla hat ein Mobilitätskonzept, welches unschlagbar ist. Das ist kein Blubber-Marketingkonzept alá VW/BMW/Mercedes/Opel. „Wir halten nichts was wir versprochen haben.“

      Mit SpaceX zeigte Elon Musk im letzten Jahr selbst der NASA den Mittelfinger. Der neueste Clou vom 30.03.2017: wiederverwendbare Raketenbauteile.

      Die massive Forschung in künstlische Intelligenz. Und nicht zu vergessen die Freigabe von Patenten, auch wenn man hier, natürlich europäisch, wieder was ganz schlimmes vermutet.

      Ich fahre weder einen Tesla, noch habe ich entsprechende Aktien. Aber ein Unternehmen darf und soll einen ja auch begeistern.

      Unsere verfilzten Konzernspitzen gleichen ja mittlerweile eher betreutes Wohnen. Und denen soll ich folgen, und Unternehmensanteile kaufen? Im Leben nicht.

      • Avatar

        Walter Schmid

        6. April 2017 13:12 at 13:12

        Neid, Hass und Missgunst sollen deutsche Eigenschaften sein? Man sollte nicht von sich auf eine ganze Nation schließen. Die seit Jahrzehnten (entsprechend seiner Einwohnerzahl) mit weitem Abstand erfolgreichste Wirtschaftsnation der Welt hat solche kleingeistigen Betrachtungen nicht nötig.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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