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Tesla-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Tesla-Autos

Tesla wird heute Abend nach 22 Uhr seine Quartalszahlen veröffentlichen. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle bieten wir eine kurze Vorschau auf das, was zu erwarten ist. Der Umsatz lag vor genau einem Jahr bei 6,35 Milliarden Dollar, und vor drei Monaten wurde für das 1. Quartal ein Umsatz von 5,99 Milliarden Dollar vermeldet. Für heute liegen die Erwartungen bei 5,15 Milliarden Dollar.

Erwartete Finanzdaten bei Tesla

Vor einem Jahr lag das Ergebnis pro Aktie bei -1,12 Dollar, vor drei Monaten war es +1,24 Dollar. Für heute erwarten die Analysten (FactSet-Durchschnittswerte) einen Verlust von 14 Cents pro Aktie (angpasste Zahlen nach Non Gaap). Aber wie die letzten Jahre zeigen: Tesla und Elon Musk können eine Wundertüte sein und auch für Überraschungen sorgen. Sorgt der Killer aller Shorties (spontane FMW-Wortkreation) auch bei den heutigen Quartalszahlen wieder für eine Überraschung? Auch muss man bei solchen Durchschnitts-Schätzungen einmal mehr sehen: Die Schwankungsbreite ist enorm. Alleine beim Ergebnis pro Aktie reichen die Erwartungen für heute Abend von -2,53 Dollar bis rauf zu einem Plus von 1,79 Dollar pro Aktie. Andere Durchschnittserwartungen (siehe zum Beispiel hier) gehen von -0,71 Dollar pro Aktie am heutigen Abend aus.

Wie auch immer das Ergebnis also reinkommt: Bei vielen Marktteilnehmern kann es also eine reine subjektive Sichtweise sein, ob Tesla die Erwartungen übertroffen hat oder nicht. Aber da zum Beispiel ein Portal wie MarketWatch in den USA sehr stark beachtet wird, kann man annehmen, dass die 14 Cents Verlust eine gängige Erwartung sind.

Schon die Auslieferungen überraschten alle Analysten

Man denke zum Beispiel zurück an den 2. Juli. Da hatte Tesla seine Auslieferungsdaten für das 2. Quartal veröffentlicht, und alle Analysten kalt in die Ecke gestellt. Mit 90.650 ausgelieferten E-Autos binnen 90 Tagen hatte Tesla nämlich die Konsens-Erwartungen von 72.000 Stück mehr als deutlich übertroffen. Andere Schätzungen kamen auf 83.000, aber sogar diese Zahl wurde deutlich übertroffen. Aktuell kursieren Gerüchte (siehe hier), dass Tesla noch im Juni in China in einen massiven Großverkauf von eigenen Autos involviert war, der mit einem großen Rabatt versehen gewesen sein soll.

Dies sei womöglich gemacht worden um diese tollen Q2-Zahlen von über 90.000 Stück zu erreichen. Und jetzt versuche ein externer Händler in China gerade diese Tesla-Autos verbilligt in China loszuwerden. Tja, ist das was dran? Unklar. Klar ist nur, dass es an den Geschäftspraktiken von Tesla-Chef Elon Musk schon seit Jahren unendlich viel Kritik gibt. Eine gigantische „Wirecard-Nummer“ mit Buchungstricks ohne Ende? Oder ist er auch bei den heutigen Quartalszahlen „mal wieder“ der große Guru, der alle Kritiker kalt in die Ecke stellt? Wir halten uns da raus. Bei dem E-Autobauer und derzeit laut Börsenpreis wertvollsten Autobauer der Welt (Ein Witz? Nein!) scheiden sich die Geister. Hier eine positive und hier eine negative Sichtweise zu Tesla.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Ranzentier

    22. Juli 2020 16:47 at 16:47

    …war ja das letzte mal schon meine Vermutung…Musk hat die Hälfte der 90.000 Autos selbst gekauft von der Provision die er erhält und tritt jetzt als Gebrauchtwagenhändler auf…zweites oder drittes Standbein sozusagen…

  2. Avatar

    Hesterbär

    22. Juli 2020 18:03 at 18:03

    Musk kann tricksen soviel er will, die Wahrheiten kann er auf Dauer nicht verbergen. Je böser die Tricks, desto böser der Kursrutsch der Tesla-Aktie.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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