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Tesla steht sinnbildlich für den Wahnsinn an der Wall Street

Träumereien statt Realität – wäre an der Wall Street alles in Ordnung, wären derart absurde Bewertungen an der Wall Street nicht möglich. Hier einige Hinweise, wie krass die Dinge aus dem Ruder laufen anhand des Tesla-Hypes..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

David Rocker ist einer der bekanntesten Namen in der amerikanischen Hedgefondsindustrie, genauer gesagt, er war einer der bekanntesten Namen, inzwischen ist er nämlich pensioniert. Gleichwohl verfolgt er die Märkte noch engmaschig – und vergleicht die aktuelle Situation der Wall Street mit dem Jahr 2000, als die Bewertungen astronomische Höhen erreicht hatten. Wie damals sei auch derzeit die Realität ersetzt worden durch Träumereien – und als das Paradebeispiel für solche Träumeren sieht er Tesla an!

Hier komme beispielhaft auf den Punkt, sei besonders krass ausgeprägt, was für den Gesamtmarkt insgesamt charakteristisch sei – immense Erwartungen an die Zukunft. Bei Tesla funktioniere das Spiel so: das Unternehmen müsse ständig das Kapital erhöhen, um die operativen Verluste verkraften zu können. Damit das geht, braucht man Cheerleader-Analysten, die die Aktie in den Himmel loben, traumhafte zukünftige Profite des Unternehmens versprechen und damit die Aktionäre bei der Stange halten. Dabei werde das bestehende Geschäft übersehen, das permanent Verluste produziert. Besondes seltsam sei, das kein Analyst nach der Konkurrenz von Tesla frage – was sont meist die wichtigste Frage sei!

David Rocker zeigt auf, wie das Spiel der Analysten läuft, etwa bei dem Analysten von Morgan Stanley (die ganz zufällig am Börsengang von Tesla beteiligt waren), der für die Bank Tesla analysiert. Dieser Analsyst hatte kürzlich das Kursziel für die Tesla-Aktie massiv angehoben – und das obwohl er gleichzeitig die Prognose für die Verluste des Unternehmens massiv nach oben schraubte: noch im Mai erwartete er von 3,53 Dollar Verlust pro Aktie für 2017 und 1,14 Dollar für 2018 – kürzlich ob er die Schätzung der Verluste auf 7,60 Dollar Verlust pro Tesla-Aktie in 2017 und 3,66 pro Aktie für 2018 an. Normalerweise könnte man meinen: der Analyst würde sein Kursziel für die Tesla-Akte senken, weil er zuvor von einer erheblich besseren Geschäftsentwicklung ausgegangen war – aber das Gegenteil ist der Fall! Er erhöhte das Kursziel deutlich!

Tesla-Chef Musk habe eine Vision: er wolle fossile Fahrzeuge durch elektrische ersetzen, und anders als viele Firmen schütze er dabei nicht seine Patente, sondern mache seine Technologien anderen zugänglich, getrieben von seiner Vision. Tesla war Pionier bei Elektrofahrzeugen, aber in andere Bereichen neuer Technologien gab es das schon häufig – und die Firmen scheiterten dann. Wer erinnert sich noch dunkel an Namen wie Atari, Blackberry, AOL, Napster, Netscape, oder Palm?

Tesla gib es nun 14 Jahre, und das Unternehmen ist wie alle anderen Firmen von Elon Musk nicht profitabel, war es noch nie. Würde, so David Rocker, Tesla nach dem sauberen GAAP-Standard bilanzieren, wären die Verluste knapp doppelt so hoch wie angegeben. Insgesamt seien die erwarteten Zahlen von Tesla eher „guesstimates“ denn „estimates“, also Luftnummern statt Prognosen. Nicht zufällig weigere sich Tesla als einziges der nenneswerten Automobilfirmen, monatliche Zahlen für den Verkauf von Autos vorzulegen. Aus den Quartalszahlen werde klar, dass die Verkäufe für das Model S und das Model X stagnierten, die angeblichen Bestellungen von 400.000 Model 3-Fahrzeugen seien keine Bestellungen, sondern eher unverbindliche Absichtserklärungen, die teilweise dadurch motviert seien, dass sich die potentiellen Käufer Steuervergünstigungen von 7500 Dollar sichern wollten.


Elon Musk. Foto: Steve Jurvetson / Wikipedia (CC BY 2.0)

Und: Musk verzettele sich völlig, so David Rocker. Hyperloop, Tesla, Space X – schon für große Firmen mit viel Kapital wäre das zuviel, für Unternehmen, die derart abhängig seien von Musk wie die „Musk-Unternehmen“ sei das schlicht nicht zu bewältigen – wirklich erfolgreiche Unternehmer seien stets fixiert gewesen und hätten sich nicht derart verzettelt.

Klar: die Visionen von Musk sind genial, aber es sind eben Visionen, pure Hoffnungen. Wahrscheinlich ist, dass die gigantischen Bewertungen an der Wall Street dann anfangen in sich zusammen zu sacken, wenn die krasseste und gleichzeitig phantastischste Luftnummer namens Tesla (oder Space X oder Hyperloop etc.) zu platzen beginnt!

58 Kommentare

58 Comments

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    Jakub

    28. August 2017 17:14 at 17:14

    Na gut dass der Herr pensioniert ist. Hoffe er erlebt dann noch wie diese Visionen wahr werden.

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      Michael

      28. August 2017 20:30 at 20:30

      @Jakub, ich glaube, es geht hier weniger darum, dass oder ob der Herr die Visionen erlebt, die wir alle gerne wollen. Es geht vielmehr eher darum, dass Elon Musk ein Dampfplauderer ohnegleichen ist und die Finanzmärkte schröpft, ohne Substanz, ohne irgendetwas zu liefern.
      Er mag sich als der Jules Verne oder der Steve Jobs der 2010er Jahre fühlen, er ist es aber nicht, weil er nicht liefert. Vergleichbare theoretische utopische Visionen und technische Neuerungen könnte jeder wissenschaftlich interessierte Mensch seit mindestens 30 Jahren in inflationärer Weise liefern (und einige hatten bessere Utopien seit dem 19. Jahrhundert).
      Wieso nicht Brennstoffzelle, wieso nicht Wasserstoff als Energiequelle, die Elektroautos speist?

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    Friedrich Georg

    28. August 2017 19:04 at 19:04

    Technisch ist alles machbar, aber wirtschaftlich und logisch ist das meiste nicht. Letztlich entscheidet der Markt und nicht Visionen. Und die Konkurrenz schläft nicht, sondern wartet nur ab, bis der Markt die Visionen auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

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    TINOGRUCHMANN

    28. August 2017 19:10 at 19:10

    Bei allen anderen Firmen habe ich auch meine bedenken, aber warum Space X,das sieht nicht so verkehrt aus, auch wenn die Entwicklungsländer hier stark aufholen?

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    Beobachter

    28. August 2017 19:33 at 19:33

    Tesla wird sehr bald auf die Welt kommen inkl.dem Autoprofessor “ DUDELHÖFER“ er meinte kürzlich Tesla habe 5 Jahre Vorsprung ? Tesla hat 5 Jahre früher etwas gebaut was fast niemand kaufen wollte,jetzt wo die Firmen politisch gezwungen werden Elektroautos zu bauen die mit Kohlestrom fahren wird Tesla einer unter vielen sein.Ich habe kürzlich gelesen dass GM mit dem neuesten Elektromodell mehr Reichweite hat als Tesla mit einem Preis ca. 50 % unter Tesla -Preis .Wenn Tesla Vorsprung hätte würde das schnell durch Industrispionage
    (Hacking ) oder durch Abwerben von Spitzenleuten egalisiert, man hat ja schon gelesen dass bei Tesla schon jetzt Spitzenleute wegziehen wegen komischer Personalpolitik. Eines muss man dem Elon zugute halten,er hat es verstanden aus einem Industrie Produkt
    auto einen Hype zu entfalten der sonst nur in der IT Branche möglich ist ,aber das liegt eher an der Naivität der Teilnehmer.

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      Michael

      28. August 2017 23:00 at 23:00

      @Beobachter, „Eines muss man dem Elon zugute halten,er hat es verstanden aus einem Industrie Produkt auto einen Hype zu entfalten “ ???
      Dafür braucht es an den Börsen nicht viel Hirn, Können, Phantasie, nur viel Kapital und etwas Charisma.
      Was ist denn daran so Zugutehaltenswertes? Es gibt so viele Hypes, dass uns langsam die Füße einschlafen. Wo sind die Umsetzungen, die Lösungen, wo bleiben die Superautos?

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        Emm wie Meikel

        30. August 2017 01:44 at 01:44

        Ich hab auch eine Vision: Tesla wird früher oder später Insolvenz anmelden und die starke Konkurrenz den Nischenbereich „Elektromobilität“ bedienen. Inwieweit sich diese Technologie (mit all ihren Problemen und Unzulänglichkeiten gegenüber dem klassischen Benziner) durchsetzt oder eben nicht, wird sich zeigen.

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    PK

    28. August 2017 19:59 at 19:59

    dazu kommen völlig unrealistische Einschätzungen, was das autonome Fahren betrifft. Antizyklisch könnte man sich einen verhassten Autowert wie Daimler ins Depot legen (5% Dividendenrendite). Dieser Blödsinn, der immer wieder verzapft wird was den Entwicklungsvorsprung von Tesla betrifft. Denn den gibt es schichtweg nicht. Die anderen haben nur keinen Bock mit jeder Karre Verluste zu produzieren.

    Die Unveil Veranstaltungen von Musk sind der Gipfel der Peinlichkeit, die Fans huldigen den wie einen Popstar. Verstand ausschalten und Jubelmodus einschalten.

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      Volker

      30. August 2017 10:07 at 10:07

      Hier stimme ich Ihnen zu. Selbstfahrende Fahrzeuge werden nach meiner Auffassung völlig überbewertet und sind zur Zeit in einem Hype, der unangemessen ist. Fahrunterstützung bis hin zu sehr cleveren Notbremssystemen und automatischen Autobahnfahren werden zwar sicher kommen, aber meiner meinung nach nicht die Welt verändern.
      Teslas Technik ist hier dem Mitbewerb zwar auch leicht überlegen. Wichtiger sind aber die strategischen Vorteile und die inder GLAUBWÜRDIGKEIT bei der Elektromobilität. Elektroautos sollen ja extrem wartungsarbeiten und langlebig sein. Ob das dann wirklich so ist, wird die Zeit zeigen. Erste Indizien scheinen der Theorie recht zu geben. DAS ist auch mit der Hauptgrund, warum sich die etablierten Hersteller mit einer Umstellung so schwer tun. Da brechen Geschäftsmodelle weg. Vertriebskanäle verweigern sich schlicht, weil die Wartungseinnahmen wegbrechen könnten. Damit wird die nachfrage ausgebremst und der Autoproduzent erkennt messerscharf: Keiner will Elektroautos haben. Ein gefährliches Wechselspiel, das den notwendigen Anpassungsprozeß ausbremst und Tesla weiter Marktvorteile verschafft. Hier gibt es keine Altlasten. Möglichst wartungsfreie Fahrzeuge sind sogar essentiell, um das gewünschte Wachstum überhaupt erreichen zu können – angesichts der fehlenden Vertriebswerkstätten.

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    Uli

    29. August 2017 04:14 at 04:14

    Wie man jemand ironisch bemerkte: Der Wettbewerbsvorteil von Tesla besteht darin, dass sich seine Aktionäre auch über Verluste freuen können.

    Autos unter Verlusten zu produzieren ist keine Kunst. Ich muss immer lachen, wenn jemand mit dem iphone-Vergleich ankommt: Das iphone war von Anfang an ein Goldesel, bei Tesla warten wir seit 14 Jahren (and counting) auf den ersten Gewinn.

    Weil es Musk immer noch nicht gelingt, mit dem Verkauf von Autos Geld zu verdienen, muss er seine Visionen immer größer spinnen, um die Aktionäre bei der Stange zu halten: Von Autos zu Lastwagen zur Umgestaltung der gesamten Energieversorgung bis hin zu unterirdischen Autobahnsystemen. Er erhöht den Einsatz immer weiter, weil er keine andere Wahl hat.

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    Volker

    30. August 2017 00:35 at 00:35

    Na hier scheinen sich ja alle einig zu sein. Musk ist ein Träumer und Elektroautos nur Spinnerei. Der Erfinder der Elektrizität war seiner Zeit auch um Jahre voraus. Wenn es nach den ach so weisen Hedgefondsmanagern gehen würde, wären die Petroleumlampen sicher noch Stand der Technik.
    Also Musk hat der Konkurenz nichts voraus? So so. Na dann können sich die etablierten Hersteller ja weiter gemütlich zurücklehnen und abwarten. Das ist sicher ein spitzenmäßiges Rezept zum Erfolg. Oder doch nicht? Seltsam … irgendwie scheint sich auch bei den Herstellern konventioneller Fahrzeuge etwas Unruhe breit zu machen. Jeder kündigt plötzlich Elektrofahrzeuge an, die leider erst ab 2020 oder später da sein sollen. Ja, und dann wird bestimmt in großen Mengen produziert und der kleine Tesla vom Merkt geblasen! Aber Moment, braucht man zur Hersetllung von Elektrofahrzeugen nicht Akkus? Ach so, Tesla hat eine eigene Akkufertigung und stellt alleine mehr Akkus her, als die gesamte restliche Welt zusammengenommen? Oh – hm – wird wohl schwer, da mitzuhalten, wenn sich alle Autohersteller um die letzten Akkus auf dem Markt schlagen dürfen. Ob das wohl gut für einen konkurrenzfähigen Preis ist?
    Aber wie soll man jetzt auch schon Elektroautos sinnvoll auf den Markt bringen? Schließlich sind die Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge ja ziemlich schlecht! Außer natürlich bei Tesla. Die haben das weltweit größte Schnellladenetz und können Fahrzeuge 2.5 ml schneller laden, als die stärksten Ladesäulen, die dem Mitbewerb so zur Verfügung stehen.
    Nein, Tesla hat den etablierten Autoherstellern nichts voraus, also fast nichts, also wenn man beide Augen feste zudrückt, dann kann man es nicht sehen…

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      PK

      30. August 2017 08:43 at 08:43

      unter einem Vorsprung verstehe ich einen technologischen Vorsprung, keinen auf Schulden aufgebauten Investitionsvorsprung.
      Viele Verluste produzieren, eine Batteriefabrik hinstellen deren Technologie möglicherweise bereits nach 1 Jahr veraltet ist, in viele Ladestationen investieren und Elektrofahrzeuge bauen, bei denen man mit jedem Stück Verluste einfährt (beim Model3 noch mehr als bislang), kann im Prinzip jeder Hersteller, dessen Aktionäre die nötige Geduld mitbringen.

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        Volker

        30. August 2017 09:34 at 09:34

        Tesla hat pro Fahrzeug eine Bruttomarge von zwischen 20 und 25 %. Nachzulesen in jedem Quartalsbericht. Beim Model 3 werden natürlich in der Anlaufphase diese Margen nicht erreicht. Aber schon im Nächsten Jahr sind hier Margen jenseits von 20% angepeilt. Wieviel Marge haben noch die deutschen Premiumhersteller?
        Lithium-Ionen Akkus sind „state-of-the-art“. Mag sein, dass DER Durchbruch in der Batterietechnologie gerade vor der Tür steht. Das wurde uns aber schon seit Jahren versprochen.Absehbar ist da noch lange nichts. Die Chance, dass die Akkufabrik in einem Jahr veraltet sein wird, ist also mehr als gering.
        Nur, wenn eine bestehende Technologie auch intensiv genutzt wird, ist eine Optimierung wirtschaftlich sinnvoll. Wer sich davor drückt, in Akkus zu investieren, drückt sich auch davor, deren Technik zu optimieren. Solange also die Lithium-Ionen Akku Technik die beste Verfügbare ist, stellt eine Akkufabrik, die diese Akkus in großen Stückzahlen zu niedrigen Kosten herstellen kann, sehr wohl einen IMMENSEN Vorteil dar.

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      PK

      30. August 2017 08:47 at 08:47

      P.S. Deine Aussage zu den Ladestationen ist übrigens schlichtweg falsch, Porsche hat derzeit die schnellste Ladestation, viel schneller als Tesla.
      Aber die dazu benötigte Technologie ist im Grunde trivial und das kann jeder E-Techik Student im 2.Semester ausrechnen und bauen sofern der Netzbetreiber überhaupt diese Kapazitäten zur Verfügung stellt (eines der Probleme der nächsten Jahre).

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        Volker

        30. August 2017 09:23 at 09:23

        Stimmt. Porsche hat Ladestationen entwickelt, die schneller sein sollen – irgendwann mal. Geplant sind 350kWh und gebaut sind WELTWEIT (eigentlich nur in Deutschland) genau 4.
        Damit sind sie natürlich eine harte Konkurrenz zu einem welweiten Ladenetzwerk von 6372 Ladepunkten von Tesla (https://www.tesla.com/de_DE/supercharger)
        Wenn dann die Mission E Fahrzeuge irgendwann mal da sein sollten, gibt es bestimmt vielleicht schon 8 Ladestationen – deutschlandweit – oder wissen sie da mehr als ich? Mensch, werden sich die Kunden da aber freuen.
        Sicher ist die damit verbundene Technik nicht super komplex. Man muss die Lader aber auch bauen! Und das kostet Zeit und Geld. Tesla wird allenthalben gescholten, dass sie so viel Geld „verbrennen“. Dafür wird aber eine praxistaugliche Infrastruktur geschaffen, die ihresgleichen sucht.

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      Gerd

      30. August 2017 09:26 at 09:26

      @Volker
      Bleibt aber noch die Frage nach dem WARUM.

      WARUM sollte ich mir überhaupt i r g e n d e i n Elektroauto kaufen?
      Und zudem auch noch sofort und nicht erst 2020?
      O.k., ich fahre meistens umwelt -und fitnesfreundlich Fahrrad.
      Aber jemand, der aufs Auto ständig und dringend angewiesen ist?
      WARUM? Nur, weil jetzt so ein Hype darum gemacht wird?

      Glauben Sie bitte nicht, dass wir gute Luft in den Städten bekämen, wenn es ausschließlich und zu 100% nur noch Elektrofahrzeuge geben würde.
      Die gesamte Feinstaubbelastung würde lediglich um ein paar Prozentpünktchen sinken und es drohten weiterhin Fahrverbote – auch für die dann unterstellten 100% Elektrofahrzeuge. Rund 85% der Feinstaubbelastung kommt nicht aus dem Auspuff sondern resultiert aus dem Reifenabrieb, dem Abrieb des Straßenbelags, der Aufwirbelung sonstiger Partikel und vom Bremsabrieb.
      Da der Straßenverkehr an der Gesamtfeinstaubbelastung (Industrie, Hausbrand, Kraftwerke) aber eh nur mit rund 20% beteiligt ist, können Sie sich ausrechnen, was dabei insgesamt rumkommt.
      Nur wenn sämtliche Autos total stillstünden, ergäbe sich rechnerisch eine Reduktion von 20%. Alleine die Silvesterknallerei verursacht innerhalb einer Stunde rund 15% soviel Feinstaub, wie der Autoverkehr im ganzen Jahr.

      Und sind Stickoxyde gesundheitsschädlich? Bestimmt nicht der Gesundheit förderlich, das ist klar. Aber wie bei den meisten Giften, die Menge macht es.
      In Innenräumen, Büros, Fabrikhallen sind 24Mal so hohe Grenzwerte erlaubt wie im Straßenverkehr. Warum? Weil man für Innenräume die Werte heranzog, bei denen sich im konkreten Versuch (bei Tieren) zeigte, dass negative Veränderungen auftraten. Die niedrigeren Verkehrsgrenzwerte entstanden, weil man den Gesundheitszustand mit Menschen verglich, die an viel befahrenen Straßen wohnten mit solchen, die im Grüngürtel leben. Und Und siehe da, je höher der Stickoxydgehalt in der Luft desto vergleichsweise kränker waren die Bewohner. Also wurde unterstellt, dass es dieses böse Stickoxyd sein muss, welches die Gesundheit beeinträchtigt. Nun ist Stickoxyd aber nur ein Indikator dafür, dass da viel Verkehr abgeht, der eben ganz schön viel Dreck und Lärm und sonstwas verursacht.
      Kurz, es ist lediglich eine Annahme, dass ausgerechnet Stickoxyd der Verursacher ist – evtl ist es ja ausschließlich der Feinstaub. Oder die allgemeine Lebenssituation der dort Lebenden. Dass an stark befahrenen Straßen eher Leute wohnen (müssen), die von der Einkommensseite auch allgemein nicht so gesund leben können, wie die im grünen Villenviertel, wurde bei der Untersuchung und Grenzwertfestlegung auch nicht mit einbezogen.

      Also bitte WARUM? Und warum dazu noch so eilig, dass man nichtmal bis 2020 warten könnte?

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        Volker

        30. August 2017 09:54 at 09:54

        Eine richtige Entscheidung ist richtig und kann genauso heute wie in 20 oder in 50 Jahren umgesetzt werden. Allerdings ist nach meinem Verständnis das unnötige Hinauszögern einer sinnvollen Aktion nicht in sich erstrebenswert. Die Frage bleibt: Ist eine Umstellung hin zur Elektromobilität überhaupt richtig?

        Im Bezug auf die Umweltbelastung durch Feinstaub und Abgase mögen sie teilweise recht haben. Allerdings würde ich mich persönlich lieber in einer geschlossenen Garage mit einem Elektrofahrzeug befinden, als mit einem Verbrenner – egal ob Diesel oder Benzin. Es steht außer Frage, dass beim Verbrennen von Treibstoff Gase entstehen, die nicht wirklich gesundheitsfördernden sind. Das Ganze bei einer durchschnittlichen Effizienz von etwa 10 %, die tatsächlich in Vortrieb umgewandelt werden.
        Bedenken sie aber bitte auch folgendes: Irgendwelche saudischen Scheichs haben das Glück, auf Millionen Litern Öl zu sitzen. Und die Nationen der Welt schieben Milliarden an Dollar in Länder, deren religiöse und kulturelle Entwicklung durchaus etwas Modernisierung ertragen könnte. Ist aber aus deren Sicht nicht nötig, weil sie im Geld schwimmen.
        Gleichzeitig wird zur Zeit auf der Welt in einem Jahr etwa so viel Öl verbrannt, wie in einer Million Jahren entstanden sind. Die Experten streiten sich, ob die Vorräte jetzt noch 100, 200 oder vielleicht auch 300 Jahre halten. Fakt ist, wer (DEUTLICH!) mehr verbraucht, als er herstellt, hat ein Problem.
        Die Umstellung auf Elektromobilität gibt uns gleich viele Chancen: Wir können die zu Versorgung der Elektroflotte notwendige Energie LOKAL erzeugen – kein dauerhafter Geldabfluss in die Ölförderländer mehr. Die Energie kann umweltfreundlich erzeugt werden (Solar, Wind usw.) und es werden keine begrenzten Ressourcen VERBRANNT, womit diese einfach nur weg sind. Ich bin mir sicher, aus Öl kann man sicher tolle und wichtige Dinge herstellen, statt es einfach nur zu verbrennen. Die Verbesserung der Luft und Verringerung der Lärmbelastung in den Städten ist da nur „ein begrüßenswerter Nebeneffekt“.

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          Gerd

          30. August 2017 10:13 at 10:13

          Mit den Öl-Ressourcen – da ist was dran.
          Aber das trifft leider auch auf die „seltenen Erden“ für die Akkuherstellung zu, die jetzt zudem teilweise von Kindern aus Erde gebuddelt werden muss.

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            Volker

            30. August 2017 10:33 at 10:33

            Ich muss sie hier leider korrigieren. In Lithium-Ionen Akkus weden keine seltenen Erden verwendet. Das wird immer wieder gerne behauptet, entspricht aber nicht den Tatsachen. Lithium ist übrigens auf Platz 22 der häufigsten Elemente in der Erdkruste. Der Abbau war nur bislang nicht so stark ausgebaut, weil es einfach nicht in so großen Mengen gebraucht wurde.

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          Bademeister

          30. August 2017 10:40 at 10:40

          Abgesehen davon, dass die Produktion eines Tesla-Akkus die Umwelt in etwa genauso belastet wie 8 Jahre Betrieb mit Verbrennungsmotor gibts da noch ganz andere Probleme. Mag sein, dass die Akkus in Kalifornien brauchbar sind, bei kalten Temperaturen (und besonders heissen) wird man vermutlich eine Kühlung bzw. Heizung für das Ding brauchen.
          Konventioneller Sprit kann (im Kanister) gelagert werden…..Strom in der Tiefkühltruhe??
          Strom aus der Steckdose schafft doch eigentlich genauso Abhängigkeit wie Benzin von den Saudis!
          ….und die angebliche Wartungsfreiheit bei e-Autos ist doch die nicht überprüfbare Mär des Jahrzehnts!

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            Volker

            30. August 2017 13:30 at 13:30

            Sie beziehen sich auf die nachweislich falsche Studie aus Schweden. Dart wurden veraltete Daten verwendet, um Elektroautos schlecht zu rechnen. Feure in der Studie waren: Falsche Akkutypen, falsche Leistungsdichte, falscher Strommix bei der Berechnung. Akkus amortisieren sich nach etwa 2.5 Jahren. Und selbst WENN es erst 8 Jahre wären – danach ist der Stromer sauberer. Also selbst mit der lächerlich falschen Studie gewinnt auf lange Sicht der Stromer – wenn die Batterie lange hält. Bei Tesla ist das aufgrund der außerordentlichen Produktionsqualität wohl der Fall. Das legen zumindest Daten nähe, die von Teslabesitzern seit Jahren gesammelt und ausgewertet werden.
            Mein Strom aus der eigenen Photovoltaik Anlage macht mich von keinem Saudi abhängig. Können sie mir ihre Aussage hier bitte erklären?
            Elektromotoren gibt es schon seit mehr als 100 Jahren. Da hat sich schon so einiges an Erfahrung angesammelt. Was glauben sie hält länger und ist wartungsärme: Ein moderner Turbodiesel mit mehr als 2000 Bauteilen, oder ein Elektromotor mit weniger als 20 Teilen?

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    Beobachter

    30. August 2017 09:55 at 09:55

    Guter Beitrag von Gerd der den Träumern die Realität vorzeigt.Der liebe Volker hat anscheinen nicht so viel Ahnung,ich nehme mal an wenn das Elektroauto massentauglich werden will WERDEN DIE LADESTATIONEN GEOGRAFISCH FLÄCHENDECKEND U.NICHT MARKENSPEZIFISCH AUFGEBAUT WERDEN,SONST HÄTTEN JA DIE BESTEHENDEN MARKEN MIT TAUSENDEN VON VERKAUS- U.SERVICEPUNKTEN NOCHMALS EINEN RIESENVORTEIL ,oder hat etwa jeder Handyanbieter ein eigenes Empfangsnetz inkl. eigene Antennen ?
    ZUDEM ELEKTROAUTOS MIT KOHLESTROM= Schizophrenie hoch 2 !

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      Volker

      30. August 2017 10:26 at 10:26

      Ich kann sehr gut damit leben, dass Ihnen meine Meinung nicht gefällt. Ich würde es aber begrüßen, auf der Sachebene zu bleiben. In bei was genau habe ich angeblich „nicht so viel Ahnung“? Erleuchten sie mich.
      Ladestationen werden sicher flächendeckend ausgebaut. Die Frage ist nur: wann und von wem? Wir haben hier wieder einmal das klassische „Henne-Ei“ Problem. Bei zu wenig Fahrzeugen lohnt sich der Ausbau der Ladinfrastruktur nicht. Gibt es keine Ladepunkte, kommt der Vertrieb der Fahrzeuge nicht so recht in Schwung.
      Die Servicepunkte der etablierten Autohersteller bieten leider in der Breite keine Schnellladesäulen an. Und selbst wenn sie dies täten, liegen sie strategisch ungünstig. Servicestationen liegen naturgemäß eher in Ballungsgebietn. Schnelllader braucht man möglichst an oder nähe bei den Autobahnen. Ich sehe da den Vorteil der Etablierten nicht wirklich.
      Zum Kohlestromargument:
      1, Kohle abschaffen – sofort. Keine Dikussion.
      2. Würde genau all der Bezin und Diesel, der zur Zeit in Motoren der Atus verbrannt wird stattdessen in Kraftwerken verfeuert, würde die Energieeffizienz von 10 auf 40 % steigen. Abzüglich der Verluste beim Stromtransport und der Speicherung in Batterien würde das schon MINDESTENS zu einer Verdopplung der Energieeffizienz führen.
      3. Erneuerbare Energien ausbauen und Großindustrielle Stromspeicherkraftwerke bauen – ggf. auf der Basis von Batteriespeichern.

      Damit werden Elektroautos (durch Verbesserungen im Energiemix) jedes Jahr sauberer. Wird ihr Verbrenner das auch?

      Ein Hinweis noch: Der intensive Einsatz von Grossbuchstaben macht Aussagen weder richtiger noch inhaltlich besser.

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        Bademeister

        30. August 2017 11:06 at 11:06

        Schnelladestationen….mindestens eine Stunde Produktivitätsausfall bei Taxis, Lkw’s, Einsatzfahrzeugen….und diese benötigte und noch zu errichtende Infrastruktur kostet weltweit Billionen an FIAT. Konventionelles Tanken dauert 5 Minuten samt Bezahlen…sollte es (technisch) irgendwie möglich werden, den Akku eines Teslas in 30 Minuten zu laden (auch für Private Nutzer ein immenser Zeit- und Produktivitätsausfall, werden die Dinger nach heutigem Stand der Technik reihenweise in die Luft gehen….
        Ganz nach Elons Motto: Mach ma was, dann werden wir schon sehen…..und die Politiker unserer Länder springen wie die Lemminge reihenweise auf den zwar populären, aber leider stehenden Zug auf!

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        PK

        30. August 2017 11:34 at 11:34

        Deine Aussage

        „2. Würde genau all der Bezin und Diesel, der zur Zeit in Motoren der Atus verbrannt wird stattdessen in Kraftwerken verfeuert, würde die Energieeffizienz von 10 auf 40 % steigen. Abzüglich der Verluste beim Stromtransport und der Speicherung in Batterien würde das schon MINDESTENS zu einer Verdopplung der Energieeffizienz führen.“

        ist nicht korrekt.

        Dieselmotore haben einen Wirkungsgrad von 45%.
        Die besten Gaskraftwerke in DE liegen bei 60%.
        Der Wirkungsgradvorteil ist also gering. Rechnet man dann die von dir erwähnten zusätzlichen Verluste dazu und ausserdem:
        Thermomanagment in den Akkus
        Täglicher Leistungsverlust aufgrund der Lagerung
        Gewichtsnachteil der schweren Akkus
        kommt man leicht drauf, daß es vom Wirkungsgrad sogar besser ist, den Sprit direkt im Auto zu verbrennen als ihn vorher in Kraftwerken umzuwandeln.
        Und da sind die sehr hohen Energiekosten bei der Herstellung der Akkus noch nicht berücksichtigt.
        Elektroautos bieten nur Vorteile, wenn man den darin verbrauchten Strom mit regenerativen Energien erzeugt, das sagt übrigens sogar Greenpeace:

        „Das zeigt eine simple Rechnung: In der Stadt kommt der iMiEV mit seinem 16-Kilowattstunden-Akku weniger als 100 Kilometer weit. Noch schlechtere Werte haben E-Smart und E-Mini in Großstadt-Tests. Mit dem derzeitigen Strommix Deutschlands (17 Prozent Erneuerbare, 57 Prozent Fossile) verursacht der iMiEV pro Kilometer 92 Gramm CO2, E-Mini und E-Smart sogar weit über 100. Das sind Werte, die moderne Spar-Diesel und Hybrid-Autos auch erreichen oder gar unterbieten. Studien der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt und des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg bestätigen das. „Elektroautos sind keine CO2-Sparer“, sagt Greenpeace-Autoexperte Wolfgang Lohbeck daher.“

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          Volker

          30. August 2017 13:05 at 13:05

          Dieselmotoren haben eine Energieeffizienz von 40 % MAXIMAL in ihrem optimalen Betriebspunkt unter Volllast, der in der Fahrpraxis quasi nie erreicht wird. Es soll angeblich Leute geben, die ihre Geschwindigkeit variieren. Bei diesen Manövern wird der optimale Betriebspunkt stets verlassen, die Motorsteuerung muss nachteilen und kaum will sie sich darauf einstellen, wird durch den unvorhersehbaren Kerl am Lenkrad schon wieder an der Geschwindigkeit gedreht. In der Praxis werden im Schnitt 20 % erreicht – und dann ist es gut gelaufen. Googelt sie mal nach. Oder glauben sie die bunten Werbeprospekte der Automobillobby einfach so, weil die Herren bestimmt nie schwindeln? Ich stehe mit meiner Meinung nicht alleine. Lesen sie etwa hier: http://www.mx-electronic.com/pdf/Wirkungsgrad-Vergleich_zwischen_Fahrzeugen_mit_Verbrennungsmotor_und_Fahrzeugen_mit_Elektromotor.pdf
          Von Kraftwerk 60 % zu Auto 20 % Effizienz liegen wir bei Faktor 3. So viel Leitungs- und Speicherunhsverluste hat es nun wirklich nicht. Außerdem kann ein Auto die Abgasreinigung nicht so zur Perfektion treiben (das muss man ja auch alles mit als Ballast Durch die Gegend fahren), als dies in einem stationären Kraftwerk möglich ist. Und die immer noch anfallenden Abgase sind nicht mitten in der Stadt, sondern an planbarer, günstigerer Stelle.
          Elektrofahrzeuge sind nicht die allumfassende rundum glücklich Lösung für alle Probleme der Welt. Aber sie sind für 95 % der Autofahrer in Deutschlnd technisch besser, wartungsärmer und ressourcenschonender. Wer die Sache ernst nimmt, installiert sich noch zusätzlich eine Photovoltaikanlage aufs Dach und produziert dann seinen Treibstoff teilweise selbst. Wann haben sie zuhause das letzte mal einen Liter Diesel destilliert?
          Wer das Unvermögen der Bundesregierung die Braunkohle ENDLICH bei der Stromproduktion abzuschaffen, der Elektromobilität anlastet, der hat die Zusammenhänge nicht richtig durchdacht. Braunkohleverstromung ist der umwelttechnische Wahnsinn – Elektromobilität geht auch UND GERADE mit regenerativen Energien.

          • Avatar

            PK

            30. August 2017 13:31 at 13:31

            ja, was man sich halt so als Quelle raussucht. Die von dir genannte ist eine Werbebroschüre für E-Antrieb und voller bewusster Irreführungen.

            Man kann auch hier lesen:
            http://www.auto-motor-und-sport.de/news/effizienz-wie-effizient-sind-elektromotoren-1322458.html

            Wahrscheinlich ist es aber tatsächlich so, daß Elektroautos in der Stadt bei vielen Beschleunigungs und Bremsvorgänge Vorteile in der Gesamteffizienz haben, auf der Autobahn aber ganz sicher nicht.

            Und ich sehe den Einsatz des Elektroautos zukünftig in erster Linie als 2-Auto was dann im Kurzverkehr verwendet wird.

  9. Avatar

    Beobachter

    30. August 2017 11:10 at 11:10

    @Volker, aber auch kleingeschriebes muss nicht unbedingt richtig sein,immerhin habe ich praktische Erfahrung mit Aufbau von Energienetzen, Z.B.1987 hat man in meinem Land auf Bleifrei -Benzin umgestellt u.hat später gemerkt dass man mit diesem Auto nicht nach Spanien fahren konnte,d.h. diese Netze müssten auch mindestens EU weit vorhanden sein.
    Zur Standort frage, Ladestationen müssten wie Tankstellen flächendeckend vorhanden sein aber nochmals in grossen Buchstaben damit es Ihnen auffällt
    EIN EFFIZIENTES LADENETZ.WIRD MARKENUNABHÄNGIG SEIN U.SOLLTE SAUBEREN STROM LIEFERN.woher Sie diesen Strom in kurzer Zeit nehmen können Sie mir in kleinenBuchstaben schreiben !

    • Avatar

      Bademeister

      30. August 2017 11:19 at 11:19

      Nicht zu vergessen sind die dadurch entstehenden täglich wiederkehrenden zusätzlichen Spannungsspitzen, die bis jetzt kein Stromnetz der Welt (und schon gar nicht das der USA, das ja seit Jahrzehnten besonders marode ist) liefern bzw. verkraften würde.

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      Volker

      30. August 2017 13:17 at 13:17

      1886 gilt als das Geburtsjahr des modernen Automobils. Wie viele Tankstellen gab es damals? Und ein Jahr später? Kein Mensch verlangt, dass jetzt und sofort alle nur noch mit Elektroautos fahren. Das funktioniert gar nicht, weil die notwendigen Produktionskpazitäten gar nicht vorhanden sind. So wie es möglich war im Laufe der Umstellung von Pferd auf Verbrennerauto ein sehr dichtes Tankstellennetz aufzubauen, so wird es auch möglich sein, die Stromerzeugung bedarfsgerecht UND SAUBER auszubauen. Trauen sie doch unseren Ingenieuren auch ein wenig zu! Kein Mensch erwartet, dass morgen alle Kraftwerke schon gebaut sind. Natürlich braucht das Zeit. Die Frage ist: Wollen wir das erreichen? Weil WENN wir das wollen, dann können wir das auch erreichen. Technisch sind all diese Probleme recht leicht lösbar.

      Alternativ können sie auch gerne den Saudies noch ein paar Milliarden überweisen. Ihre Wahl.

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        Bademeister

        30. August 2017 13:48 at 13:48

        Wollen wir das erreichen? Sicher nicht!
        Apropos Pferd: E-Autos brauchen wie Pferde relativ lange „Ruhephasen“ zum Aufladen und sind wie Pferde anfällig und nur bedingt einsetzbar bei Kälte und Hitze. In einer Welt in der Produktivität unerlässlich ist, ist das eher ein Klotz am Bein.
        Den Ingenieuren darf man gerne etwas zutrauen (sind die Letzten die sich den Ast, auf dem sie forschen, absägen), unseren Politikern jedoch sicher nicht!

        • Avatar

          Volker

          30. August 2017 16:38 at 16:38

          Elektromotoren sind für Hitze und Kälte absolut unempfindlich. Viel robuster als jeder Verbrenner, dessen Mechanik ihnen entweder einfriert, wenn es kalt genug wird oder explodiert, wenn es zu heiss wird. Was gegen Temperaturschwankungen empfindlich ist, ist der Akku. Aber dafür gibt es für das gute Stück (natürlich nur in guten Elektrofahrzeugen) ein aktives Temperaturmanagement. Sprich: der Akku hat quasi seine eigene Klimaanlage. Ja, das kostet Energie – wenn auch nicht viel, da nur eine Kernladung im Ruhezustand erhalten bleiben muss. Dafür hält der Akku deutlich länger als bei etwa einem Handy. Einmal im Auto unter der Windschutzscheibe vergessen und „durchgebraten“, schon ist der Akku futsch.

  10. Avatar

    Columbo

    30. August 2017 12:54 at 12:54

    Was hatte ich schon Geräte mit Liion-Akkus. Staubsauger, Modellflieger, Boote, Bohrer, Fahrräder……..
    und immer der gleiche Frust: Nachlassen der Akkuleistung und Freude am Gerät in kürzester Zeit. Ewige Wartezeiten beim Aufladen.
    Vom Mobiltelefon gar nicht zu reden mit der ständigen Suche nach der Steckdose. Und da will mir der Markt oder die Politik oder wer immer ein Elektroauto einreden? Nie, nie und nimmer!

    • Avatar

      Volker

      30. August 2017 13:38 at 13:38

      Wie immer gibt es Hersteller, die Minderwertiges produzieren, aber es gibt auch Qualitätsware. Schlechte Akkus gibt es sehr, sehr viele. Leider hat das den Ruf von Akkus ziemlich ruiniert. Ich versichere ihnen, es gibt auch sehr gute Akkus, die erstaunlich lange halten. Man muss da eben leider sehr genau hinsehen. Und Lithium-Ionen Akkus sind auch nicht alle gleich – ganz sicher nicht.
      Tesla gibt auf seine Motoren und Batterien 8 Jahre (!) Garantie. Das ist eine Ansage, die ich so gerne ich von VW oder BMW sehen würde.

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        Bademeister

        30. August 2017 14:00 at 14:00

        In USA haste auf deinen neuen VW 10 Jahre Garantie, bei regelmäßiger Wartung durch den Kundendienst….ist ein eher unbekannter und niemals zu erreichenderTraum in DE.
        Die Hose vom Elon kann zum heutigen Zeitpunkt bzgl. 8 Jahren Garantie leicht stinken….ohne entsprechender Masse an Fahrzeugen a.d. Strassen….wird ein teurer Spass, den das Unternehmen vermutlich keine 8 Jahre mehr überleben wird (Kinderkrankheiten, Fehlkonstruktionen, defekte und billige Kleinstteile. Porsche hat ne Garantie bis 200000km….und was kostet da ein ordinäres Service/Wartung?

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          Volker

          30. August 2017 16:28 at 16:28

          Die 8 Jahre Garantie hat man bei Tesla OHNE Wartung durchführen zu müssen. Wenn man bei VW 10 Jhre Wartung einkaufen muss, hat man schon halb sein neues Auto bezahlt.

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        Columbo

        30. August 2017 15:38 at 15:38

        Haben Sie mit einem guten E-Auto versucht, auf einer kurvenreichen Gebirgsstrasse 1000m Höhenunterschied zu machen bei ca. 30 km Länge? Oder den Brennerpaß hochzufahren?
        Haben Sie dabei beobachtet, wie schnell die Akkuanzeige zurückgeht? Sehr beeindruckend und es leben halt doch ziemlich viele Menschen in den Alpen.

        • Avatar

          Volker

          30. August 2017 16:25 at 16:25

          ja, und die fahren vermutlich nur hoch, aber nie herunter. Denn beim Herunterfahren werden 80 % der eingesetzten Energie wieder zurückgewonnen und in den Akku eingespeist. Bei einem Verbrenner tritt man halt auf die Bremse und bekommt heiße Bremsen. Was ist jetzt besser?

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            Columbo

            30. August 2017 17:22 at 17:22

            Ja genau, nur hoch, denn mit Frau, Kindern und Gepäck kommen Sie nicht einmal ganz hinauf auf den schönen Dolomitenpass und Ladestationen können Sie dort lange suchen. Selbst erlebt!

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            PK

            30. August 2017 17:41 at 17:41

            hier sieht man schön, was für ein Abenteuer so eine Passfahrt sein kann:
            https://www.youtube.com/watch?v=MTksGKpQuCI
            Ist sicher mal ganz lustig, aber eben nur, wenn man den Erlebniswert einer solchen Fahrt betrachtet und nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo einen Termin hat.

  11. Avatar

    Gerd

    30. August 2017 14:47 at 14:47

    Wie so oft im Leben gibt es auf dem Gebiet E-Autos/Akkus auch unterschiedliche Gutachten, Statitisken u.dgl..
    Werden wir hier wohl nicht abschließend klären können, welche die Richtige ist.

    Deshalb mal einen anderen Aspekt: Die Überschrift des Berichts: Tesla, Sinnbild für den WAHNSINN an der Wall Street.
    Entweder ist Herr Musk ein Wahnsinniger oder er tut nur so. Man sagt ja, Genie und Wahnsinn lägen dicht beieinander.
    Oder sind es seine Fans, die ihm für alle unmöglichen Ideen hochleben lassen?
    Warum schreibe ich sowas Böses?
    Seine Schnapsidee einen regelmäßigen Tourismusverkehr zwischen Mars und Erde aufzubauen zu wollen, aufbauen zu können und seine Vorstellung auch tatsächlich noch Kunden dafür zu finden, lässt mich nicht nur an seinem Verstand zweifeln. Sondern leider auch da dran, dass es mit seinen anderen Ideen klappt. Sprich mit seinen Autos und seiner Akku-Factory.
    Aber das ist in der Tat nur meine rein subjektive Meinung über ihn.

    • Avatar

      PK

      30. August 2017 15:29 at 15:29

      ja, seine Ansichten über eine Besiedelung des Mars beweisen, daß er ein Freund völliger Utopien ist. Bei ihm fehlt einfach der logische Teil im Gehirn der ihm helfen würde reine Wunschträume von tatsächlich realistischen Vorstellungen zu trennen.
      Aber da haben ja einige unserer Politiker auch so ihr Problem damit:
      https://www.youtube.com/watch?v=57UOP5s0mvg

      • Avatar

        Volker

        30. August 2017 16:31 at 16:31

        Ja genau. Völlig hirnverbrannte Ideen. Raketenstufen landen zu wollen – pha – alles Quatsch. Oh uups – hat er schon 15 mal erfolgreich gemacht? Als einziger auf der Welt? Und SpaceX ist die einzige privat finanzierte Raketenfirma, die schon Material von und zur internationalen Raumstation ISS geflogen hat? Ganz so doof scheinen die vielleicht doch nicht zu sein?

        • Avatar

          Gerd

          30. August 2017 17:32 at 17:32

          Dass Spacex für die USA Aufträge bekommt, verdient meinen Respekt.
          Doch hat das nichts mit seiner Marspinnerei zu tun.
          Er scheint jemand zu sein, der glaubt er könne auch richtig Fliegen nur weil er im Schwimmbad beim Sprung vom Turm mal keinen Boden mehr unter den Füßen hat.

          • Avatar

            Gerd

            30. August 2017 17:35 at 17:35

            Die Autokorrektur hatte aus ISS USA gemacnt

  12. Avatar

    Bademeister

    30. August 2017 15:17 at 15:17

    Co2 und Stickoxide sind ja in jedermanns Munde. Wie schaut das mit Elektrosmog aus bei e-Autos. Da gibts, warum auch, meines Wissens keine belastbaren Studien. Machma halt, und sehen nachher weiter…

    • Avatar

      Volker

      30. August 2017 16:22 at 16:22

      Elektrosmog – Sie meinen also überwünschte hochfrequente elektromagnetische Wellen, landläufig auch als FUNK bezeichnet. Diese Bezeichnung rührt von seiner Entdeckung her, dem guten alten Funkenschlag. Während bei einem Elektroauto lediglich niederfrequenter Wechselstrom zum Einsatz kommt (wenn sie das stört, dürfen sie kein Haus mit Stromanschluss mehr betreten) wird im handelsüblichen Verbrennermotor fleißig Treibstoff verbrannt. Und der wird gezündet mit … ja … genau: Funken. In und durch die Zündkerzen werden am laufenden Band hochfrequente Wellen erzeugt, weswegen alte Autos auch den Radioemfang störten. Inzwischen sind hier technische Gegenmaßnahmen vorgenommen worden, um nicht mit der Störungsstelle in Konflikt zu geraten. Aber WENN etwas funkt, dann ein klassischer Verbrenner. Komisch, da hatte sie das gar nicht gestört…

      • Avatar

        Gerd

        30. August 2017 17:53 at 17:53

        Elektrosmog ist ein Oberbegriff sowohl für Hochfrequenz zB Mobilfunk ab 900 Mhz/D1 als auch für niedere Frequenzen zB Bahnstrom oder Haushaltsstrom 30-50Hz.
        E-lokführer erkranken überdurchschnittlich an Krebs. Und aus eben solchen Gründen wehren sich Bürger gegen die geplanten Nord-Süd-Trassen.
        Das sind zwar HochSPANNUNGSleitungen, sie transportieren aber keine HochFREQUENZ.
        Ob im E-Auto Bedingungen vorliegen wie in einer E-Lok will ich nicht unbedingt behaupten. Aber selbst das Schlafen mit dem Kopf in unmittelbarer Ñähe der kleinen Nachttischlampe sollte besser vermieden werden

      • Avatar

        Helmut Brandl

        1. September 2017 01:22 at 01:22

        Lieber Volker, ich vermute du verschwendest hier nur deine Zeit. Die meisten Leute sind zu faul um sich mit Hilfe von Google ein bisschen schlau zu machen und labern über Dinge von denen sie null Ahnung haben nur Schwachsinn. Leider sind diese Typen auch noch im höchsten Grade beratungsresistent ;-)

        • Avatar

          PK

          1. September 2017 07:55 at 07:55

          also man muss nur genug Googeln, dann kennt man also die Wahrheit.
          So wie Chemtrails, Wir waren nie am Mond, 911 etc. ?
          Gut, wenn man sich so informiert, dann glaubt man sicher auch den Phantastereien von Musk und daß Tesla und Solarcity irgendwann profitabel werden.

          • Avatar

            gerd

            1. September 2017 09:18 at 09:18

            @PK,
            Helmut Brandl war nicht zu faul zum Googeln und hat dann diiee Meldungen aus vielen als die für ihn richtigen erkoren, die seinem Weltbild entsprechen.
            Der von ihm angesprochene Volker anscheinend auch. Z.Bsp. widerspricht er mit dem Brustton der Überzeugung meiner Erwiderung hinsichtlich seines Arguments mit den begrenzten Öl-Ressourcen dieser Welt. Unsere beiden Kommentare dazu waren:

            Gerd: „Mit den Ölressourcen, da ist was dran. Aber das trifft leider auch auf die „seltenen Erden“ für die Akkuherstellung zu, die jetzt zudem teilweise von Kindern aus Erde gebuddelt werden muss.“
            Volker: „Ich muss sie hier leider korrigieren. In Lithium-Ionen Akkus werden keine seltenen Erden verwendet. Das wird immer wieder gerne behauptet, entspricht aber nicht den Tatsachen. Lithium ist übrigens auf Platz 22 der häufigsten Elemente in der Erdkruste. Der Abbau war nur bislang nicht so stark ausgebaut, weil es einfach nicht in so großen Mengen gebraucht wurde.“

            Dass mich mein Erinnerungsvermögen nicht mal wieder total in die Irre geführt hatte, machte ich daraufhin einen „Faktencheck“.
            Wollte ich eigentlich hier nicht mehr breittreten. Aber jetzt muss ich wenigstens einen LINK doch noch reinstellen. Aber der ist von vornherein nur erhellend für nicht Beratungsresistente. Nicht wahr, Helmut Brandl?
            http://energyload.eu/elektromobilitaet/elektroauto/elektroautos-kobalt-kongo/
            Für Kobalt (Preis bereits angebl. verdreifacht) müssen teilweise Kinder ran. Bei Lithium wird bei momentan noch vorherrschender Abbaumethode das Grundwasser verseucht. Und die Akkurezeptur erfordert aus heutiger Sicht auch noch weitere „Zutaten“. Kann sich durch Entwicklungsfortschritt hoffentlich aber bessern.

            Wie gesagt, PK, wir sind uns, glaube ich, ein bisschen einig, dass man zu fast allen Themen im Internet mindestens zwei gegenteilige Veröffentlichungen finden kann. Fast so wie im richtigen, einzig wahren Leben, dem Börsenleben. Bulle oder Bär. Argumente für steigende oder fallende Kurse gibt es gleichermaßen. Auf die „richtige“ Interpretation kommt es mitunter an.

  13. Avatar

    Beobachter

    30. August 2017 15:49 at 15:49

    @Gerd,Ich habe mir heute überlegt ,warum solche Phantastereien wie E.Musk sie betreiben kann überhaupt möglich sind. Ich glaube es sind die Nebenwirkungen der Nullzins u.Gratisgeldpolitik.In früheren Zeiten mit 2 stelligen U-S Zinsen hätte Musk überhaupt keinen Kredit oder nur zu horrenden Zinsen erhalten u.er wäre nicht einer der grössten Autobauer der Welt sondern ein Prototypenbastler der in einer Hinterhofgarage ein unverkäufliches Auto zusammenbaut ..Der anscheinende Anlagenotstand macht es möglich dass mit gutem Mundwerk über Aktienkapitalerhöhungen
    riesige Geldsummen für solche Projekte gesammelt werden können, während seriöse ,konservative Hndwerker keine Kredite bekommen.

    • Avatar

      gerd

      31. August 2017 14:12 at 14:12

      Der Zins gilt -galt – ja tatsächlich auch als Gradmesser für die Sinnhaftigkeit, für das Risiko einer Investition. Dieser Indikator hat wirklich an Schwindsucht gelitten.

  14. Avatar

    gerd

    31. August 2017 14:43 at 14:43

    Ergänzung zum Elektrosmog:

    http://www.baubio-logisch.de/elektrosmog-im-elektroauto/
    „Hohe Magnetfelder im Elektroauto
    Elektroantriebe funktionieren durch Magnetfelder – deren gesundheitsschädliche Wirkung ist bekannt und über gesetzlich verbindliche Grenzwerte geregelt. Bekanntermaßen sind diese Grenzwerte aber relativ hoch angesiedelt und werden daher kontrovers diskutiert – so liegt beispielsweise der gesetzliche Grenzwert 300-fach über dem Vorsorgewert der WHO zur Vermeidung eines erhöhten Krebsrisikos.“

    Aber es muss ja nicht unbedingt Leukämie oder so sein. Herzrhythmusstörungen, Demenz oder selbst Kopfschmerzen können ja auch schon schlimm genug sein. Aber da wird jeder Mensch individuell empfinden. Vielleicht ist ja auch überhaupt nichts dran an dem Elektrosmog-Gerede. Ich weiß es nicht.
    Das zu klären wird man sich aber ganz bestimmt so lange Zeit lassen, bis man den Verbrennungsmotor eh schon verboten hat.

    • Avatar

      PK

      31. August 2017 15:07 at 15:07

      Gerd, es gibt an sich keine einzige fundierte Untersuchung, die in wissenschaftlich anerkannten Doppelblindversuchen etc. Elektrosensitivität schlüssig nachgewiesen hätte.
      Leute, die behaupteten sehr unter Handystrahlung zu leiden, konnten in keinem einzigen Experiment erkennen wann ein Handy ein und wann es ausgeschaltet war.
      Hier ist meines Erachtens mal wieder das hauptsächlich krankmachende die Angst vor etwas und nicht das Etwas selber. Da sind die Deutschen eh spitze.

      • Avatar

        gerd

        31. August 2017 15:43 at 15:43

        Die letzten beiden Zeilen sind bestimmt richtig.

        Wobei ich andererseits schon lange behaupte, dass es nicht eine einzige Hochtechnologie gibt, die nicht auch Risiken und schädliche Nebenwirkungen mit sich brachte. (Es hat mir auch noch niemand eine benennen können). Da hilft auch der Arzt oder Apotheker nicht.
        Und das gilt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für den Mobilfunk (Hochfrequenz durch Digitalisierung der Umgebung, WLAN u.dgl.) und das gilt auch für elektrische Felder und elektromagnetische Felder im Bereich der Niederfrequenz.
        Wobei für Letztere sogar seriöse Studien eindeutig nachgewiesen haben, dass das Leukämierisiko steigt je näher der Mensch an Hochspannungsleitungen wohnt.

        Übrigens sind auch herkömmliche Autos nicht frei von Elektrosmog.
        Selbst die rollenden Stahlgürtelreifen erzeugen Magnetfelder im Bereich der Fahrgastzelle.

        • Avatar

          PK

          31. August 2017 16:37 at 16:37

          Gerd, die Untersuchungen von den Hochspannungsleitungen, die in erster Linie auf britischen Studien beruhen sind sehr umstritten.
          Wie so oft, ist es unglaublich schwierig hier die wahre Ursache zu finden.
          Kann es nicht auch so sein, daß Kinder, die in unmittelbarer Nähe einer Hochspannungsleitung wohnen in einem anderen sozialökonomischen Umfeld aufwachsen, sich anders ernähren, andere Eltern haben, etc ?
          Welche Bevölkerungsgruppe wohnt an solchen Stellen ?

          • Avatar

            gerd

            31. August 2017 17:01 at 17:01

            Ist so ähnlich wie gestern auch hier mit unseren Statistiken, Studien u. dgl.. Es lässt sich für alles was finden und wir werden es tatsächlich nicht klären können.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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