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Aktien

Tesla und Apple: Buy the Fantasy, sell the Fact, auch nach Aktiensplits?

Wolfgang Müller

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am

Am gestrigen Monat konnten wir einen Aktiensplit bei zwei unglaublich populären und auch extrem gut gelaufenen Aktien miterleben: Tesla und Apple.

Eines der Wesensmerkmale der Börsen ist der Handel mit der Zukunft, was bei Einzelwerten oft auch in substanzloser Spekulation ausufert. Buy the rumor (fantasy), sell the fact ist ein weitverbreitetes Phänomen an den Wertpapiermärkten, ob bei Quartalszahlen der Unternehmen, bei Aufstiegen in höhere Indexklassen oder auch bei Aktiensplits. Wird auch hier das oben angedeutete Prozedere greifen?

Aktiensplits von Apple, Tesla – und eine Langzeituntersuchung

Das Thema Aktiensplit ist derzeit in aller Munde, schließlich geht es mit Apple um die teuerste Aktie der Welt und ihren sagenhaften Lauf in den letzten Monaten. Maximilian Kunz von HQ Trust in Bad Homburg hat zum Thema Aktienperformance eine Langzeituntersuchung gemacht, die bereits in einigen Verlagen Interesse erweckt hat, eben wohl wegen des großen Medienechos um die Highflyer Tesla und Apple, deren Wertentwicklung ganze Indizes nach oben reißt. Oder eben auch nach unten, deshalb wohl die plötzliche Aufmerksamkeit auf eine statistische Erhebung.

Der Finanzmathematiker Kunz hatte 7500 Aktiensplits seit dem Jahr 1981 unter die Lupe genommen (auch Reverse Aktiensplits) – und er kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Im Zeitraum vor dem Aktiensplit entwickeln sich die Werte eindeutig besser als der Index, aber am Tag der Umsetzung ist es mit der Outperformance bei den meisten Titeln vorbei. Diese schlechtere Entwicklung geht auch in der Regel ein ganzes Jahr weiter – auf diesen Zeitraum bezog sich die Studie von Maximilian Kunz.

Bei den beiden Aktien, die einen Split von fünf zu eins (Tesla) und vier zu eins (Apple), durchführten, hatte der unmittelbare vor der Bekanntgabe der Maßnahme liegende Zeitraum, ungeachtet der absoluten Größe der Börsenhighflyer (380 Mrd. und 2100 Mrd. Dollar), zu aberwitzigen Wertsteigerungen geführt. Der E-Autopionier legte seit Bekanntgabe der Maßnahme um 50 Prozent, das Technologieunternehmen aus Cupertino trotz der unglaublichen Marktkapitalisierung um etwa 33 Prozent zu.

Was aber passiert im Zeitraum bis zu einem Jahr nach der optischen Verbilligung? Nach den Berechnungen von Kunz brachte nur ein Drittel aller untersuchten Unternehmen (immerhin aus 21 Ländern) eine bessere Performance als der breite Aktienmarkt. Demzufolge lief es bei zwei Drittel der Unternehmen schlechter, ingesamt betrachtet um fast 15 Prozent. Besonders ausgeprägt war die Kursschwäche dabei in den USA, dem Land der beiden Kandidaten. Bei Apple konnten Splits bisher nicht allzuviel am absoluten Kurswachstum rütteln – und bei Tesla?

Zu Börsenschluss an der Wall Street konnte man bei beiden Werten wieder einmal nur staunen. Trotz allgemeiner Marktschwäche kletterte der 2-Billionen-Dollar-Wert Apple um weitere 3,4 Prozent, Tesla sogar um 12,6 Prozent. Es scheint den Anlegern die Tatsache, dass sich an den Fundamentaldaten der Unternehmen vom 30. auf den 31. August rein gar nichts geändert hat, völlig egal zu sein. Man blickte nur auf das vermeintliche „Kursschnäppchen.“

Fazit

Das Jahr 2020 ist bisher davon gekennzeichnet, dass es sich nicht um statistische historische Gesetzmäßigkeiten schert. Sollte tatsächlich die Hausse bei Apple und Tesla so weitergehen, wie bisher? Wahrscheinlich nicht, denn deren Kursanstiege in den letzten Wochen sind bestimmt nicht nur Ausdruck der Erwartung von Kurssteigerungen infolge von optischen Effekten. Es ist eine Mixtur aus FOMO, Gier und schlicht einfach Herdentrieb, ein archaisches Verhalten des Menschen, welches zu allen Zeiten Gültigkeit hat. Ab einem gewissen Ausmaß kippt die so genannte Schwarmintelligenz und sorgt für seltsame Verhaltensweisen, auch bei sonst vorsichtigen Investoren.

Eine Korrektur der „Gesplitteten“ wäre das Normalste der Börsenwelt. Mal sehen, ob das Corona-Jahr (nach dem gestrigen Tag) auch dieser Beobachtung Lügen straft!

Tesla und Apple - und der Aktiensplit

 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Ponzini

    1. September 2020 12:52 at 12:52

    Auch ein Bericht auf INVESTINGCOM. DE bläst ins gleiche Horn. Es ist aber auch fair, dass neue euphorisierte Kleinanleger zu Höchstkursen kaufen können um in der sogenannten DISTRIBUTIONSPHASE
    den DICKEN einen schönen Ausstieg zu ermöglichen ! ! DEN LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE,
    DIE DICKEN FRESSEN DIE DÜNNEN, DIE GEWIEFTEN FRESSEN DIE NAIVEN und gewisse Analysten moderieren das dreckige Spiel. Selber Schuld wenn dann noch mehr Leute auf der Strasse ihren Unmut demonstrieren.

  2. Avatar

    franko33

    1. September 2020 13:00 at 13:00

    Tesla und Apple ?
    Was lehren uns die Medien gebetsmühlenartig ?

    Wir bekommen eine Währungsreform – was soll man machen ? Natürlich differenzieren.
    Also geht Alles in Immobilien,Edelmetalle und Aktien.
    Aktien ? – was mach ich denn dann ? Natürlich – dem Herdentrieb folgend machen was
    alle machen: In die Tech-Aktien !
    Das könnte sich allerdings als eine nette „Falle“ erweisen.
    Falls,wie als „erweitertes Beispiel“ die große Depression kommt,ich weiß,ich bin natürlich ein kompletter Spinner, sind die Aktien möglicherweise nur noch 1/10 wert.
    Nun will ich keine „Verkaufswelle“ auslösen,das muß eh eben jeder für sich selbst entscheiden und hier fängt das große eigendliche Problem an.In der Blase mitschwimmen ist ok –
    eine eigene selbstbestimmte Meinung/Entscheidung schon schwieriger !
    Viele sind damit wohl überfordert und nähren die Blase weiter……………

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Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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