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Tesla und die Kursfantasien: Prototyp für Börseneuphorie!

Die Börsenkursentwicklung von Tesla in den letzten Handelstagen stellt so etwas wie den Prototyp von Börseneuphorie oder eines Fahnenstangen-Charts dar!

Wolfgang Müller

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Die Aktie des Elektroauto-Pioniers Tesla spaltet die Gemeinschaft. Während viele den Wert schon bei 500 Dollar für maßlos überbewertet gehalten haben, träumen einige von noch wesentlich höheren Kursen – manch einer ist schon im fünfstelligen Bereich angekommen.

Die wundersame Kursentwicklung von Tesla und das Optionsgeschäft von Elon Musk

Obwohl es täglich in vielen Medien breitgetreten wird, ist es dennoch ein Thema, welches elektrisiert, schließlich kochen bei einem Investment in Tesla die Emotionen hoch: Gier, die Angst etwas zu versäumen, verbunden mit dem Wunsch nach raschem Reichtum – nicht nur durch die „Robinhooder“.

Zudem gibt es die Faszination über das Werk des Firmengründers Elon Musk, der mit allerlei Marketingtricks alle Klippen umschifft, die es im Börsengeschäft gibt. War nicht erst vor zwei Jahren von einer möglichen Pleite des Unternehmens die Rede – und jetzt wird der Konzern mit einem Börsenwert von 382 Milliarden Dollar bewertet! Elon Musk ist auf dem Papier der viertreichste Mensch in den USA.

Wobei wir bei einem weiteren Faszinosum bei dem gebürtigen Südafrikaner wären: er hatte im Jahr 2018 mit dem Aufsichtsrat einen Vergütungsplan vereinbart, der selbst heute irgendwie noch surreal erscheint. Er wollte kein reguläres Gehalt als CEO, sondern einen Vertrag auf Optionsbasis für die Aktie, der sich in zwölf Schritten anhand der Marktkapitalisierung der Aktie bis zu einer Höhe von astronomischen 650 Milliarden Dollar aufbaut. Damals befand sich die Altie von Tesla im Bereich von 250 Dollar und einer Marktkapitalisierung in der Nähe von 50 Milliarden Dollar. Ab 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung  über ein halbes Jahr und jeweils in 50-er-Schritten sollte es Zuteilungen geben: Die erste Tranche mit 1,7 Millionen Aktien, zugeteilt bei einem Kurs von 806 Dollar ist bereits erfolgt (Optionspreis 350 Dollar), elf weitere Schritte bis zu den genannten 650 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung sind vereinbart. Was für ein irrer Plan!

Die Aktie von Tesla ist bereits bei über 380 Milliarden Dollar Börsenwert angekommen – und sollte dieser Hype tatsächlich so weiter gehen, würde dies eine Vergütung in Milliardenhöhe bedeuten. Der Pferdefuß dabei ist, dass der Unternehmenschefs die Aktien fünf Jahre halten muss. Aber eigentlich ist auch das hyperoptimistische Vertragswerk nur eine Nebeneinnahme, schließlich besitzt der Firmenchef bereits 22 Prozent der Aktien des Unternehmens.

Der immer schneller gestiegene Aktienkurs

Die zweifellos vorhandene Kursfahnenstange von Tesla verursacht zwei verschiedene Reaktionen, die beide fatale Folgen haben können: Die Kursverdoppelung von 1000 auf 2000 Dollar in nur 50 Börsentagen zieht immer mehr und teilweise unerfahrene Anleger an, die einfach nur schnell reich werden wollen. Gleichzeitig ruft die Kursexplosion regelmäßig rational veranlagte Menschen auf den Plan, die die Überbewertung der Aktie anhand der Kennziffern erkennen und mit Leerverkäufen dagegenhalten, mit abstrusen Eindeckungskosten und Kursschüben, wie ich es in einem gestrigen Artikel kurz skizziert hatte. Damit steigen die Bewertungen in immer größere Dimensionen, die letzte Stufe wurde vor dem Aktiensplit erreicht.

Hierzu ein paar Vergleiche:

  • Der Börsenwert von Tesla erreichte letzte Woche akkumuliert die Bewertung von Toyota, Volkswagen, BMW und Daimler zusammen.
  • Tesla wurde trotz eines Jahresumsatzes von erwarteten 12,9 Milliarden Dollar zum zwölftteuersten Unternehmen, anhand der Einnahmen lag man aber nur an Nummer 458 in der Welt.
  • Damit befindet man sich in der Liga von Walmart, dem größten Einzelhändler der Welt mit einem Umsatz von 550 Milliarden Dollar.
  • Allein die Ankündigung eines Aktiensplits von fünf zu eins brachte der Aktie einen Kursanstieg von 45 Prozent.
    Aber es zählt die Fantasie und die schießt bei einigen Investoren ins Kraut.

Eine gewagte Antizipation

Welche Gedanken und Visionen haben Investoren bei ihrer Entscheidung, bei diesen Kursen einzusteigen? Tesla als Software oder Energiekonzern oder ist es die Hoffnung auf eine künftige Dominanz im Automobilsektor? Motley Fool, ein Anlegerportal in den USA, hat eine extreme Wachstumsvariante von Tesla durchgerechnet – bis zum Jahr 2030. Bei einer jährlichen Wachstumsrate von 40 Prozent der Modellreihen und des avisierten Cybertrucks (wie viele neue Fabriken bräuchte man eigentlich dafür?) kamen die Analysten auf einen gigantischen Umsatz von 600 Milliarden Dollar. Dazu eine Bruttomarge von 20 Prozent und dem daraus resultierenden Gewinn von über 80 Milliarden Dollar – und fertig ist ein Kursziel von 10.000 Dollar. Ganz nebenbei müsste der Marktanteil von Tesla bis dahin auf 20 Prozent gestiegen sein, von heute 1,4 Prozent. Das wären übrigens fast eineinhalb so viele Fahrzeuge wie VW mit seinen zwölf Marken zusammen weltweit verkauft. Die trauen sich was, die Anlageberater aus Alexandria, Virginia.

Fazit

Die Börsenkursentwicklung von Tesla in den letzten 50 Handelstagen von 1000 auf 2000 Dollar stellt so etwas wie den Prototyp von Börseneuphorie oder eines Fahnenstangen-Charts dar. Oder soll die Aktie bis zur US-Wahl in den nächsten 50 Börsentagen etwa 4000 Dollar kosten? Möglich ist vieles, man denke nur an die Shortsqueeze bei Volkswagen am 28. Oktober 2008, als der Wert binnen eines Tages von 200 auf 1000 Euro emporschoss, um tags darauf wieder fast alles einzubüßen (das war sicherlich eine Extremsituation durch extrem geringen Free Float und Verlusten von Leerverkäufern von 15 Milliarden Euro an einem Tag).

Aber: Die Steilheit der Aktienkurve von Tesla trägt den Keim des Absturzes in sich, nur die Leerverkäufer machen eine Prognose so unheimlich schwer. Das Shorten von Tesla war eine der verlusträchtigsten Handelsstrategien – bis dato.

Die Frage ist nur, was der Auslöser für den Start von Gewinnmitnahmen sein wird und den berüchtigten Lawineneffekt bei einer solchen Fahnenstange in Bewegung bringt.

Tesla und sein Aktienkurs als Musterbeipsiel für Fahnenstangencharts

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marko

    25. August 2020 12:54 at 12:54

    Tesla ist ein Softwarekonzern mit angehängter Hardware.

    siehe hier :

    https://www.youtube.com/watch?v=LCFr5CUU66c

    „Bei einer jährlichen Wachstumsrate von 40 Prozent der Modellreihen und des avisierten Cybertrucks (wie viele neue Fabriken bräuchte man eigentlich dafür?) kamen die Analysten auf einen gigantischen Umsatz von 600 Milliarden Dollar.“

    „Cybertrucks“ werden wohl ein klitzekleines Problem bezüglich der Reichweite und der Nutzlast bekommen… Und wie sieht`s denn eigentlich aus, wenn ich so ein Monster mit 80-100 km7h in einen Stau auf der Autobahn hineinfahre ? Die Akkus würden sofort Feuer fangen, nebst allen anderen rundherum stehenden Kraftfahrzeugen ?

    Welche Spedition dieser Welt könnte sich ein Flotte von Tesla-Cybertrucks leisten ? Was ist, wenn Bordcomputer versagt ? Bei einem Cybertruck, den ich in 8 Jahren wohl locker über die 800000 – 1 Mio-Km -Marke schieße , stellt sich mir als „unter Nehmer“ nach den 8 Jahren schon die Frage, was mache ich danach mit dem Karren, wer kauft den mir ab ?
    Die Akkus sind dann nämlich Elektro-Schrott ? Irgendwo in Kanada oder Finnland, dürften die den Geist schon nach 4 Jahren aufgeben, eben wegen den niedrigen Temperaturen dort !?
    Neue Akkus wären schon ´ne Möglichkeit, nur das wird wohl kaum einer machen ? Also, ab in die Mülltonne mit dem Kram ?

  2. Avatar

    Marko

    25. August 2020 13:23 at 13:23

    Und bei einem Auffahrunfall ist das Fahrzeug für die Feuerwehr in manchen Fällen „unlöschbar“ !

    Das heißt, bei einem Auffahrunfall war´s das beispielsweise auf der Autobahn für den nachfolgenden Verkehr. Hinzu kommt noch der schwierige Abtransport des verunfallten Kfz, von einem „Cybertruck“ ganz zu schweigen.

    „Was bei solchen Vorfällen nicht passieren darf sind Ereignisse wie auf der A5 im Februar. Hier hatte man zum Glück keinen Druck bei der Personenrettung und hatte Zeit „technische Fragen im Zusammenhang mit dem Auto zu klären.” So kam es, dass die Feuerwehr zunächst Tesla in den USA anrief, um zu klären , ob das Fahrzeug nach einem Unfall spannungsfrei ist.“

    https://emobilitaetblog.de/welche-gefahren-birgt-ein-elektroauto-bei-einem-schweren-unfall/

    „Die Kursverdoppelung von 1000 auf 2000 Dollar in nur 50 Börsentagen zieht immer mehr und teilweise unerfahrene Anleger an, die einfach nur schnell reich werden wollen. Gleichzeitig ruft die Kursexplosion regelmäßig rational veranlagte Menschen auf den Plan, die die Überbewertung der Aktie anhand der Kennziffern erkennen und mit Leerverkäufen dagegenhalten, mit abstrusen Eindeckungskosten und Kursschüben, wie ich es in einem gestrigen Artikel kurz skizziert hatte. Damit steigen die Bewertungen in immer größere Dimensionen, die letzte Stufe wurde vor dem Aktiensplit erreicht.“

    Ja Herr Müller, das sind unerfahrener Anleger, durchaus. Aber ich würde den VW-Short-Squeeze nicht mit Tesla vergleichen, und ich glaube, Sie kennen die Hintergründe damals wegen Porsche und VW, nicht wahr ? ;) :D

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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