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Tesla und Volkswagen: Was für unterschiedliche Einschätzungen

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Am Mittwoch Abend kamen die lang erwarteten Quartalszahlen des Elektroauto-Pioniers Tesla, allein schon deshalb interessant, weil der Aktienkurs des Unternehmens in den letzten drei Monaten um 100 Prozent gestiegen war. Was musste Elon Musk liefern, damit diese Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind?

Der Konzern überraschte mit seinen Quartals- und Jahreszahlen, allerdings mit allerlei Bilanztricks – wie FMW und Dirk Schuhmanns berichteten.

Und was machte die Aktie? Sie legte nachbörslich gleich noch einmal um über zehn Prozent zu.

Die astronomischen Kennziffern von Tesla und der Vergleich mit Volkswagen

Abseits der relativ abstrakten Zahlen über US-GAAP und Gewinn pro Aktie sind die absoluten Produktionskennziffern überaus anschaulich, weil sie die Hoffnungen symbolisieren, die die Investoren in diese Aktie und ihrer Entwicklung hegen. Diese gehen nämlich schon weit in die Zukunft, mit jährlichen Steigerungen von 30 Prozent und Ähnlichem käme man bewertungstechnisch nicht so schnell auf einen grünen Zweig.

Dies wird vor allem im Vergleich mit Volkswagen deutlich, der man schon den Unternehmenstod vorhersagt –  angesichts des gigantischen Forschungsbudgets und der Qualität von tausenden hochqualifizierten Ingenieuren fast schon ein Witz. Dazu ein paar Vergleichszahlen, von denen einige wegen ihrer Dimension natürlich schon die Runde gemacht haben.

Vergleich Kfz-Produktion 2019:

Volkswagen 10,9 Millionen, Tesla 367.500

Jahresgewinn:

Volkswagen 14 Milliarden Euro (Zahlen im März), Tesla Verlust

Kurs/Gewinn-Verhältnis:

Volkswagen (2020) 6, billigster Wert im Dax, Tesla ?

Umsätze 2019 prognostiziert durch Refinitiv:

Volkswagen 283 Milliarden Dollar, Toyota 276 Milliarden, Tesla 31 Milliarden

Marktkapitalisierung:

Toyota 210 Milliarden Euro, Tesla 95 Milliarden Euro, Volkswagen 85 Milliarden Euro

Bewertung pro Fahrzeug:

Tesla 258.000 Euro, Volkswagen 7800 Euro

Forschungsbudget:

Tesla (2018) 1,46 Milliarden Dollar, aktuell sinkend

Volkswagen 12 Milliarden Euro, für die nächsten fünf Jahre 60 Milliarden Euro

Das soll jetzt keine Werbung für den deutschen Automobilkonzern sein, zu stark hatte man in der Vergangenheit neue Entwicklungen verschlafen, zu dreist waren die Vorfälle um den Dieselskandal. Aber an der Börse hat sich eine Zukunftsprognose für Tesla im bewertungstechnischen Sinne Bahn gebrochen, die nach Korrektur schreit, ungeachtet der Qualität der Elektrofahrzeuge.

Auch wenn die Firma für 2020 die Zahl von über 500.000 Fahrzeugen avisiert, selbst eine Million Kfz für 2021 wäre noch eine irre Bewertung bei über 105 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung, zumal die Verkaufszahlen mit immer stärkeren Preisnachlässen erreicht werden.

Wann erfolgt bei diesem Highflyer die unvermeidliche kurstechnische „Mean Reversion“?

Fazit

Auch wenn Tesla die automobile Zukunft gehören sollte, der Aktienkurs ist dennoch weit endeilt – zu weit. Dazu braucht man sich nur den Chart des Unternehmens anzusehen, der eine Exponentialkurve vom Feinsten repräsentiert. Diese Entwicklung kann nicht nachhaltig sein, jede dieser Kurven wurde bisher korrigiert, auch wenn das Unternehmen stramm weiterwuchs. Sonst müsste Tesla zu Frühlingsanfang schon bei tausend Dollar Kurswert stehen.

Die Ursache für diesen Kursanstieg ist zum einen technischer Natur. Eine unglaubliche Rate an Leerverkäufen (über 30 Prozent) treibt durch Short Squeezes den Aktienkurs ständig nach oben. Ein weiterer Grund ist Elon Musk selbst: Der Unternehmensgründer begnügt sich derzeit mit einem symbolischen Gehalt von einem Dollar, wird aber unglaublich belohnt, wenn es ihm gelingt, die Marktkapitalisierung über sechs Monate lang auf über 100 Milliarden Dollar zu halten. Dann winken ihm vertragsgemäß Aktienoptionen im Wert von 346 Millionen Dollar, mit Luft nach oben bis zu 650 Millionen Dollar.

Der geniale Vermarkter wird alles daran setzen, dass dieser Coup gelingen wird. Hat er nicht erst gestern darüber geschwärmt, wie berauschend die Vorbestellungen für den E-Truck laufen, der erst ab dem Jahr 2021 in Produktion geht? Für Shortseller könnte es allen finanzmathematischen Überlegungen zum Trotze doch noch eine Durststrecke geben.

Der parabolische Chart von Tesla

Gehört Tesla wirklich die Zukunft?

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Michael

    31. Januar 2020 19:34 at 19:34

    @Wolfgang M., täglich steigt meine Skepsis, aber auch Verwirrung aufgrund von Analysen und auch faktisch nachprüfbaren Zahlen. Die Börsen preisen doch angeblich Zukunft ein, besser und genauer, als jeder Philosoph, Augur, besser, als jedes Wirtschaftsinstitut, besser als alle.

    Hätten die Börsen jedoch vor beispielsweise 6 bis 9 Monaten die Zukunft korrekt und zutreffend eingepreist (Tesla, Boeing, eine stagnierende Apple usw.), wo stünden die Kurse dann heute?

    Ich denke, die Börsen machen Zukunft, wüst, willkürlich und nach ihrem ganz eigenen Gusto. Frei nach dem Motto, America first, affe immer, owa nimmer ;)

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      Wolfgang M.

      1. Februar 2020 01:32 at 01:32

      @Michael. Hallo. Da machen Sie genau den Fehler, dass Sie sich von dem 500 S&P 500-Werten, genau die Werte heraussuchen, bei denen der Preisfeststellungsmechanismus derzeit zweifelhaft ist. Klar ist dieser Mechanismus nicht perfekt und unterliegt manchem Beurteilungsfehler, aber in Summa ist das Verfahren Einzelpersonen haushoch überlegen. Wie oft täuschen sich selbst Nobelpreisträger, Ökonomen, internationale Organisationen (OECD, IWF u,w.) in ihren Prognosen? Die Kurse werden aber von vielen Menschen gemacht, deren Motive auch von Angst und Gier geprägt ist, die langfristig aber ausgeglichen wird. Apple hat durch Financial Engineering die Zahl der Aktien so reduziert, dass der Kurs mit einem KGV von 24 nicht mehr übertrieben ist und letzte Woche durch die neuen Quartalszahlen den Kursanstieg teilrelativiert. Boeing hat als Weltmonopolist (mit Airbus) und als Rüstungshersteller in den USA einen Sonderstatus, weil ein extremes nationales Interesse vorliegt und die Tesla-Aktionäre preisen eine Zukunftshoffnung ein, die sich erst beweisen muss. Deshalb wird auch hier Mean Reversion einsetzen. Amazon hatte auch über Jahre eine irre Überbewertung und ist von 2003 mit 20 Dollar bis heute auf über 2000 Dollar gewachsen, hatte über Jahre kein KGV und ist dennoch einigermaßen in die Bewertung hineingewachsen. Die Aktien sind derzeit so extrem überbewertet, weil es an Konkurrenz fehlt, weil das Regulativ, der Rentenmarkt, durch die Notenbanken manipuliert ist und als Konkurrenz nahezu ausfällt. Verraten Sie uns, welches Verfahren die Preise, die auch noch auf die Zukunft gerichtet sind (> ein halbes Jahr) in Summa diese besser antizipieren, als die Aktien- und Rohstoffbörsen seit Jahrzehnten (Efficient Market Theory). Als Millionen Investoren und Firmeninsider? Etwa der Staat, der als Wirtschafter ständig gnadenlos versagt? Warum gibt es die Warenbörsen seit Jahrhunderten, wenn das System so schlecht ist? Sind Ihnen sozialistische Prinzipien lieber? Die Börse kann aber nicht perfekt sein, weil sie ein soziales System ist und dem Prinzip der Reflexivität unterliegt und auch damit auch nicht vor exogenen Schocks (wie jetzt beim Coronavirus) und disruptiver Entwicklungen gefeit ist. Wie gesagt, in der Gesamtheit ist der Markt mit seinen Millionen Teilnehmern auf Dauer dem einzelnen haushoch überlegen, egal wie intelligent er auch sein mag. Deshalb gelingt es auch keinem, den Markt auf Dauer zu schlagen. Der Markt hat immer Recht. Oder ist es Ihnen mit Ihren Assets gelungen, den MSCI World über Jahre/Jahrzehnte zu schlagen? Das Mysterium Börse wird vielen ein Rätsel bleiben, weil es jedem in jedem Bereich irgendwann einmal recht gibt, man muss sich nur die Beispiele heraussuchen.
      Ein schönes Wochenende

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        sabine

        1. Februar 2020 14:59 at 14:59

        Das Problem bei vielen Diskutierern ist, daß Ausnahmen die Regel bestätigen und nicht aushebeln! Wenn man das mal in seine Analysen eingebaut hat, und auch immer die „Unter dem Strich“-Überlegung final setzt, ist man besser als andere.
        Da haben wir Deutsche immer schon ein Problem, weil wir uns in Details verhaspeln und vor lauter Fleiß und laß-mich-auch-noch-mit den Überblick verlieren und dann uns noch versteifen. Jetzt erst recht! Dummheit siegt.
        .
        Mir scheint übrigens by the way, (was ich auch bei unserem OEM sehe! Erst letzte Woche kam dazu eine neue Meldung.) daß der Verkauf von Elektroautos stagniert. Die Reichen und Ideologen haben jetzt dann einen, die anderen haben kein Geld oder keine Lust, ihr Geld dort zu verbraten. Basta.
        Und dann noch Dez. 2019 das vorzeitige (!) Ende der Subventionen in China und dortiger Umsatzeinbruch bei E-Autos von 30%… . Ende Gelände. So schnell wird das nichts mit dem Wasserstoff. Und so bleibt und der weggeschwätze Diesel. Der beim Stickstoff bereits die Luft reinigt. (Ein Grüner meinte letztens: „Ja, aber nur, wenn der Motor die richtige Temperatur habe.“ Klugs… Selbst wenn er noch ein klein wenig zum Stickstoff an die Außenwelt hinzu tut beim Anfahren, ist das schon tausendmal besser als mein neuer Staubsauger, und schon perfekt! Aber erzähl das mal einem Grünen.

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          sabine

          1. Februar 2020 15:41 at 15:41

          Achja, und wer Tesla nicht als Ausnahme-Erscheinung in fast allen Bereichen sieht, vergleicht nicht richtig.

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            Petkov

            1. Februar 2020 16:34 at 16:34

            Ja, eine ähnliche Wahrnehmung habe ich bereits aus Kunden- bzw. Fahrersicht als Kommentar unter diesem Artikel gepostet: https://finanzmarktwelt.de/tesla-zahlen-gut-aussehen-und-trotzdem-schlecht-155640/

            Übrigens wird in Deutschland eine ganz andere, billige, sofort verfügbare und extrem saubere Technologie überraschenderweise komplett unterschätzt: Autogas. Nicht Erdgas, das braucht einen zu hohen Druck, die Tankvolumina sind kleiner, die Tanks an sich schwerer etc. Einfach Autogas. Braucht soviel Druck wie ein Rennradreifen, die Technologie ist günstig, über viele Jahrzehnte erprobt und sehr zuverlässig. Die perfekte Übergangstechnologie.

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    Petkov

    1. Februar 2020 00:35 at 00:35

    Im Prinzip kann eine derart exorbitante Unternehmensbewertung nur mit einer technologischen Führerschaft im Bereich autonomes Fahren gerechtfertigt werden. Der Bereich Batterien ist letztendlich für die meisten vergleichsweise langweilig und verkauft sich nicht so gut. Energiedichten, Lithiumanteile etc. klingen für die meisten viel zu nerdig 🤓
    Aber genau im Bereich autonomes Fahren hat Tesla die größten Probleme, abgesehen vom Interieur, das wie ein Zahnarztwartezimmer mit einem hervorstechenden NoName-Tablet aussieht.
    Anbei eine Forbes Analyse, die sachlich und ganz ohne billiges Viralmarketing Teslas Platz in der Evolutionsmatrix der selbstfahrenden Autos darstellt: nämlich ziemlich fernab der Musik:
    https://blogs-images.forbes.com/samabuelsamid/files/2019/03/LB-ADV-19.jpg

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      sabine

      1. Februar 2020 15:39 at 15:39

      Außerdem ist im Innenraum ein Bildschirm für alles kein Vorteil.
      – Wenn er ausfällt, geht gar nichts mehr.
      – Er ist viel billiger als einzelne unabhängige Bedienelemente (Knöpfe).
      – Der Vorteil der einzelnen Knöpfe: wenn einer ausfällt oder auch viele ausfallen, geht der Rest noch. Beim Alles-Bildschirmausfall ist Alles-Ende.
      Mittlerweile haben aber auch die anderen E-Autos zwar nicht ein Display/Touchsreen für alles (immerhin), aber doch mehrere, die in Gruppen alles zusammenfassen. Wie gesagt, die günstige Methode.

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    PK

    1. Februar 2020 07:39 at 07:39

    mal abgesehen von dem Bewertungsgerede konnte man im Handel mit der Tesla Aktie heute feststellen, daß dort kein „normaler“ Handel statt findet.
    Ich wundere mich wo das Volumen her kommmt, denn gestern gab es einfach keine Bids im IB Smart System und teils riesen spreads. Jeder kurze Tick nach unten wurde sofort wieder gekauft. Und das bei einer kollabierenden Nasdaq.
    Vielleicht sind da noch einige Hedge Fonds Short Positionen am liquidieren.

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    Prognosti

    1. Februar 2020 11:52 at 11:52

    Die Skepsis von @ Michael ist berechtigt.Die guten Analysen von Wolfgang M.in Ehren, aber man sollte bedenken:
    Die Börsenmärkte der Vergangenheit sollte man in Episoden trennen.
    -Bis etwa im Jahr 2000 hatten die Märkte noch etwas mit Wirtschaft zu tun.
    – Die Manager handelten langfristig, waren weniger börsenkursorientiert u.Firmen wuchsen über Generationen.
    Seit der 2000 – er Krise sind die Aktienmärkte zu total manipulierten Casinos verkommen,
    – Die Manager denken kurzfristig mit dem Ziel die eigenen Taschen zu füllen.
    – Die so manipulierten Börsen-u.Anleihenkurse geben so keine Anhaltspunkte mehr über
    die realen Werte.
    Nicht umsonst sagte Jeff Bezos,dass der Halbwertszeit grosser Firmen kaum mehr über 30Jahre betrage.

    • Avatar

      sabine

      1. Februar 2020 15:47 at 15:47

      So manche Dinge holen aber auch die Luftschloß-Auktionäre auf den Boden zurück. So z.B. der Coronavirus. Den können sie nicht ausblenden.
      Und die Alternativen zu den Aktienmärkten leben ja auch in Luftschlössern. Es heißt ja hier nur, daß die Aktienmärkte noch die besten Performer unter den ganzen Katastrophen und Unrealisten fern jeder Realität sind.
      Oder man kann sagen, die beruteilen vielleicht die Spinnerten-Herde der Finanzindustrie noch am Besten. Und es ist eben das Entscheidende, wohin diese läuft – nicht Fakten.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      1. Februar 2020 16:53 at 16:53

      @Prognosti. Teilweise, aber auch nicht sehr viel anders als früher. Ich könnte jetzt x Beispiele über den brutalen Insiderhandel in der Vergangenheit bringen (wo man sich die Unternehmensergebnisse kaufen konnte). Klar haben die Notenbanken durch ihre Anleihekaufprogramme das Zinsniveau verzerrt und die Voraussetzungen für TINA geschaffen. Zusätzlich hat Donald Trump mit seiner Steuerreform und der Amnestie die kurstreibenden Aktienrückkäufe befeuert. Aber wo steht der S&P 500 heute? Er hat ein überhöhtes KGV von 19/20 und liegt deutlich, aber nicht extrem über dem Durchschnitt von 16 (Einzelwerte als Ausreißer gab es schon immer, denken Sie nur an Unternehmen wie Cisco – als Dickschiff Anstieg von 4,90 auf 79 Dollar von 1997 bis 2000). Der Dax hatte im Jahr 2000 ein KGV von 30, eine Bewertung, die der S&P 500 außerhalb einer Rezession noch nie erreicht hat.
      Es passiert heute nichts prinzipiell Neues, auch wenn es Ihr Bauchgefühl so interpretiert. Der Nasdaq ist von 1996 bis 2000 von 1000 auf 5000 Punkte gestiegen. War das nicht vor dem Jahr 2000?
      Der S&P 500 hatte ab dem Jahr 2000 mit 49 Prozent korrigiert, ab 2008 mit 57 Prozent. So wird es auch dieses Mal kommen, aber wann? Das gab es doch schon immer, dass die Gier von Anlegern und Managern die Kurse in große Höhen trieb, beginnend beim Tulpenzwiebelskandal von 1637. Es gab immer eine Bereinigung, die jetzige lässt aber länger auf sich warten.
      Der alte Fuchs Gottfried Heller hat es auf den Punkt gebracht: „Die Gier an der Börse ist wie der Sexualtrieb, unauslöschlich!“
      Grüße

  5. Avatar

    goTesla

    2. Februar 2020 11:02 at 11:02

    Eine Aktienbewertung entspricht immer der Hoffnung welche in Zukunft eintreten könnte. Tesla ist im Wachstumsmode und behält auch den grössten Teil der Wertschöpfungskette für sich. Tesla baut ein Imperium auf (gleich wie Apple, Tesla benötigt aber mehr Infrastruktur und das kostet) wird dadurch später oder schon jetzt nicht so einfach zu schlagen sein. Die Anfälligkeit eines Misserfolgs wurde gerade um ein weiteres reduziert. Dadurch ist der Aktienkurs gestiegen. Es wird aber weiterhin Spekulationen in beiden Richtungen geben. Kann sein das der Kurs mal gerade auf 800 getrieben wird und dann wieder runter auf 400. Bei einem Rückfall, den Shortseller / Wallstreet Analysten sei dank, gibts immer wieder „günstige“ Kaufgelegenheiten.

    Daimler hat seinen Tesla Aktienanteil verkauft. Ob das der Richtige entscheid war?

    Vielleicht kaufen sich gerade andere Unternehmen bei Tesla ein.

    Es kann durchaus sein, dass in Zukunft Techfirmen die Autos bei VW und Co produzieren lassen. Oder VW und Co solche Firmen übernehmen muss.

    Tesla ist inzwischen so eine starke Marke geworden: Einmal Tesla immer Tesla.

    Mein Tipp: Fährt mal das Model 3 und bildet euch eure eigene Meinung zu Tesla. Vielleicht erhält man auch ein anderes Bild vom aktuellen Aktienkurs.

    (Was in den Medien steht muss steht’s differenziert werden. Meistens wird aus einer Kleinigkeit eine grosse Sache gemacht)

    Schönen Gruss

    • Avatar

      Petkov

      2. Februar 2020 13:52 at 13:52

      Ich bin Model 3 gefahren. Meine Meinung: wer von einem analogen Peugeot oder Fiat umsteigt, wird zufrieden sein. Für Teenies, die gerne von der Couch aus durch Sliden und Tippen auf einem Tablet ihr Leben organisieren, ist es ebenfalls nett, da der Umstieg „smooth“ ist. Problem in dem Fall: für Teenies sind die Karren zu teuer und da muss auch noch der Papa eine teure Ladestation in der Garage einbauen lassen.

      Positiv: Beschleunigung und Drehmoment Elektroauto-typisch begeisternd. Aber kein Verdienst von Elon, sondern eben von Nikola Tesla. So sind halt alle Elektromotoren. Jedoch wird jemand, der von einem Verbrenner ohne starken Turbo umsteigt, durchaus beeindruckt sein.

      Für alle anderen gilt: ein Model 3 fühlt sich wie ein Early Prototyp an. Günstig und spartanisch gebaut, keine ausreichende Ergonomie, kein alltagstaugliches Bedienkonzept. Alles, aber wirklich alles bedient man oft umständlich über das eckige Ding in der Mitte. Für Elon super günstig. Für Beifahrer frustrierend. Für Fahrer im Verkehr gefährlich ablenkend. Lederqualität wie bei Pocco… Ergonomie der Sitze untere Mittelklasse, langstreckenUNtauglich. Gut, dass man oft laden muss, insbesondere im Winter oder Hochsommer im Süden. Da freut sich der Rücken.

      Einmal Tesla und dann lieber wieder ein echtes Auto. Und aktuell gilt: wenn elektrisch, dann besser ein Plugin Hybrid. Insbesondere für Langstreckenfahrer.

      Viele Grüße

      • Avatar

        Petkov

        2. Februar 2020 14:00 at 14:00

        Falls meine „Vergleichsmarken“ von Interesse sind: BMW, Lexus und ne Zeit lang Mercedes.

      • Avatar

        Michael

        4. Februar 2020 00:53 at 00:53

        Ich bin auch Model 3 gefahren. Wer von der deutlich teureren Oberklasse kommt, wird sicherlich die Sitze von BMW, Lexus und Mercedes vermissen und sollte ein Oberklasse-Modell von Tesla in Erwägung ziehen.

        Wer eine Model-3-entsprechende Klasse bisher gefahren hat, findet eine adäquate Ausstattung zu einem fairen Preis. Mit einer Ausnahme: Hier gehe ich mit @Petkov konform, dass das Display eine Zumutung, eine Ablenkung, eine Schwachstelle ist. Niemand darf sein Smartphone während der Fahrt bedienen, während genau das dem Fahrer im Model 3 auf den Bildschirm oktroyiert wird.

        Andererseits erspart man sich den Wahnsinn, dass endlos Informationen in die Windschutzscheibe eingeblendet werden und jeder Augenkontakt ausgewertet wird. In der Summe würde ich zum derzeitigen Stand der Technik sagen, E-Autos für Nahstrecken und Städte, als Zweitfahrzeuge und für Nahverkehrspendler. Hybrid-Plugins und Autogas-Verbrenner für die große Masse, Diesel-SUV mit Superbreitreifen für die geplagten Langstreckenfahrer.

        • Avatar

          Petkov

          10. Februar 2020 09:51 at 09:51

          Das hört sich doch vernünftig an. Ich liebe übrigens Elektroautos, aber die haben eben begrenzte Einsatzszenarien.Du hast sie richtig genannt. Und dass sie in der Endabrechnung Öko sind, ist natürlich ein Gerücht :-)

          Übrigens: Komfortsitze etc. sind nicht nur teueren Modellen vorbehalten. Man kann bei den Premiummarken auch ein Mittelklassemodell mit den besten Sitzen konfigurieren. Das entscheide ich als Käufer. Aber bei Tesla Model 3 geht es nicht.
          Achso, was du mit den Head Up Displays meinst, verstehe ich ebenfalls. Aber die kann man ja konfigurieren. Ich lasse auch nur die nötigsten Infos einblenden.

          Des Weiteren finde ich gut, dass du Autogas kennst. Es ist wirklich sehr sauber und auch sicher, aber nicht erneuerbar. Erdgas (Methan) ist erneuerbar, braucht aber eben 10 mal mehr Druck. Für PKW ist Autogas (LPG, Propan Butan) geeigneter. Und ihr habt in Deutschland eigentlich ein gutes LPG Netz. Warum so wenige Leute die Technologie kennen, verstehe ich echt nicht.
          Grüße

          • Avatar

            Michael

            10. Februar 2020 20:21 at 20:21

            @Petkov, ob E-Autos in der Endabrechnung Öko sind oder nicht, liegt einzig und allein an der Stromproduktion für die Batterieherstellung (regenerativ oder nicht). Die Bewertung anderer CO2-unabhägiger Umwelteffekte aus der Schöfungskette, wie Zerstörung chilenischer Hochgebirgs-Natruschutzgebiete versus Fracking- und weitere Öl-Förderungs- und Transport-Schäden ist völlig offen und nicht ansatzweise untersucht, weshalb ich mir keine Einschätzung und keinen überheblichen Smiley erlaube.

            Warum Autogas, Erdgas, Biodiesel, Windkraft uvm. von der Atomkraft-Nein-Ja-Nein-Vielleicht-CDU hinweggefördert wurde, bleibt mir immer ein Rätsel, wie so viele Entscheidungen dieser Fähnchen-im-Wind-Partei.

            Viel Spaß im Breitreifen-Bio-Komfort-Leder beim Konfigurieren und Ausblenden der unnötigen Funktionen.

          • Avatar

            Jan

            13. Februar 2020 20:28 at 20:28

            @Petkov, „Und dass sie in der Endabrechnung Öko sind, ist natürlich ein Gerücht“.
            Sagt wer? Gibt es ein neues gesponsertes Gutachten vom Automotive-Ingenieur und Diplom-Chemiker HaWe Unsinn in Zusammenarbeit mit einem Schrauber und einem Elektriker auf Basis uralter und längst widerlegter Datensammlungen?

            Übrigens: Echte hochwertige Autos haben derzeit Probleme bei Feuchtigkeit, Brandgefahr im Motorraum und so. Aber die Sitze sind top!

      • Avatar

        Thomas

        9. Februar 2020 19:30 at 19:30

        @Petkov
        Bei uns läuft demnächst der Leasingvertrag aus, der deutsche nobel-SUV wird dem Model X Platzt machen müssen. Nicht etwa weil hier in Norwegen, in dem Land, das mit Öl reich wurde, durch eine Reihe (steuerlicher)Vorteile und den Infrastrukturausbau die Elektromobilität schon längs ein Alltag ist, sondern weil es eine logische Konsequenz eines recht ungewöhnlichen Entscheidungsprozesses war.
        Sie haben in vielen Punkten recht, ich als „Zuffenhausener“ sehe die Dinge ähnlich. Meine Kinder aber finden gerade das eckige Ding in der Mitte so faszinierend und kommen auf Anhieb damit zu recht. Leder, Ablagen, Verarbeitung alles nebensächlich. Sie betrachten das Auto tatsächlich als ein Smartphone auf Rädern. Meiner Einschätzung trifft Tesla einfach den Nerv des Autofahrers von Morgen. Es ist wie um die Pylonen fahren, man hat nicht die nächste, sondern die übernächste im Blick. Und hier sind Teslaprodukte am erfolgreichsten.
        Nach einer Woche EQC, einer Woche Model X, der E-Tron versagte zwei Mal wegen Tiefentladung und wurde nach drei Tagen zurückgegeben (ob es an -18° lag?) überzeugte Tesla trotz Fingerabdrücke auf dem Monitor als Gesamtkonzept am meisten.

        Auch Ihnen viele Grüße

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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