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Tesla verkauft Aktien im Volumen von fünf Milliarden Dollar – warum?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Tesla wird über beauftragte Banken eigene Aktien im Volumen von insgesamt fünf Milliarden Dollar verkaufen lassen. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC heißt es:

Tesla, Inc. (“Tesla”) entered into an equity distribution agreement (the “Equity Distribution Agreement”) with Goldman Sachs & Co. LLC, BofA Securities, Inc., Barclays Capital Inc., Citigroup Global Markets Inc., Deutsche Bank Securities Inc., Morgan Stanley & Co. LLC, Credit Suisse Securities (USA) LLC, SG Americas Securities, LLC, Wells Fargo Securities, LLC and BNP Paribas Securities Corp., as sales agents (each, a “Sales Agent” and collectively, the “Sales Agents”), to sell shares of common stock, par value $0.001 per share, of Tesla (the “Common Stock”) having aggregate sales proceeds of up to $5.0 billion (the “Shares”), from time to time, through an “at-the-market” offering program (the “Offering”).

Bei dem Vorgehen von Tesla handelt es sich um „at-the-market deal„. Zuletzt hatte die insolvente US-Firma Hertz einen solchen Schritt unternommen, war damit aber gescheitert, weil die Behörden dem Deal einen Riegel vorgeschoben hatten. Normalerweise erfolgt ein solcher Schritt häufig durch Unternehmen, die wenig Umsatz und daher viel Kapitalbedarf haben.

Große Unternehmen dagegen unternehmen häufig Roadshows, um institutionelle Investoren vom Kauf eigener Aktien zu überzeugen – allerdings sehen diese sich das Unternehmen und seine faktische Lage dann auch genau an, sind also kritische Investoren.

Faktisch werden nun also die bestehenden Aktien von Tesla entwertet, weil nun zusätzlich Tesla-Aktien im Volumen von fünf Milliarden Dollar ausgegeben werden. Allerdings beträgt die aktuelle Marktkapitalisierung von Tesla nach dem gestrigen Anstieg der Aktie inzwischen weit über 400 Milliarden Dollar, sodass diese fünf Milliarden Dollar gewissermaßen ein Tropfen auf dem heißen Stein sind.

Angsichts der astronomischen Bewertung der Aktie von Tesla macht das also eher keinen wirklich großen Unterschied: die Blase ist nun nur noch ein bißchen größer geworden. Vorbörslich waren die Aktien des Elektroautobauers heute bereits deutlich im Plus gewesen – nach der Bekanntgabe der Ausgabe neuer Aktien hat sich dieses Plus etwas reduziert, aktuell wird vorbörslich ein Kurs von 512 Dollar gestellt nach dem gestern erfolgten Aktiensplit im Verhältnis von 1:5.

Tesla verkaufgt eigene Aktien im Volumen von fünf Milliarden Dollar

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    1. September 2020 15:48 at 15:48

    Warum? weil es genug „Blinde“ gibt, die die Aktie wie von Sinnen kaufen, und gerade jetzt nach dem Split ist das doch eine ideale Gelegenheit bei den „Blinden“ neue Aktien zu platzieren.

  2. Avatar

    Scheer

    1. September 2020 17:38 at 17:38

    @Hesterbär
    Noch dabei?

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      Hesterbär

      1. September 2020 18:59 at 18:59

      Hallo Scheer,
      ja, ich sitze das aus. Aber es ist natürlich eine bittere Pille, die Shortseller bei Tesla schlucken müssen. Geradezu unfassbar. Wie in der Dotcom-Blase. Die Geschichte wiederholt sich. Und Sie, sind Sie auch noch dabei?

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        Scheer

        2. September 2020 11:57 at 11:57

        Aber klar doch, ich habe noch genügend zeitlichen Puffer.
        Ich bin sehr zufrieden mit der Kursentwicklung. Stellen Sie sich mal vor, der Kurs würde langsam und stetig nach oben steigen. Das währe ja eine gesunde Kursentwicklung- das will ich gar nicht. Das was derzeit passiert, ist das beste was mir passieren kann. Der Kurs kann meinetwegen weiter und schneller steigen, das kommt mir sehr zugute.
        Die aktuellen Besitzer denken, dass Sie rechtzeitig aus dem Wert aussteigen können, wenn der Kurs mal fallen sollte. Das wäre vor 10-20 Jahren gut gewesen. Doch heute im Hochfrequenzhandel ist das nicht mehr möglich. Wenn der Kurs mal richtig fällt, hat der kleine Anleger immer das Nachsehen, sprich man bekommt keinen Kurs mehr. Das wird gerne vergessen oder die breite Masse kennt solche Szenarien nicht. Die Kursentwicklung ist volatiler geworden, im positiven wie im negativen Sinn. Es gibt jedoch eine wichtige Regel, die immer zutrifft: Bei einem Kursfall ist die Korrektur immer um den Faktor 2 bis(>3) schneller als der Kursanstieg im gleichen Zeitverlauf.
        Fazit: Ich freue mich, wenn sich andere über Ihren schnellen Kursanstieg freuen. Wenn der Kurs fällt, kommt der große Zahltag.

      • Avatar

        Scheer

        2. September 2020 12:53 at 12:53

        Ach übrigens, hier gibt es ein tolles Video was die Situation sehr gut beschreibt:
        https://www.youtube.com/watch?v=t2FjyccWWDM
        Zitate:
        – „Aktienkurse sind vollkommen entkoppelt von der realwirtchaftlichen Entwicklung“
        – „Diese Bullenfalle wird sich zum größten Massaker erweisen“
        – „Alle glauben das Sie rechtzeitig aus dem Markt steigen können, das ist aber nicht möglich
        – „Die Panikverkäufe werden alles übersteigen was wir je gesehen haben“

  3. Avatar

    Hesterbär

    1. September 2020 18:14 at 18:14

    Die Tesla-Jünger sind bewiesenermaßen unglaublich dumme Anleger. An Elon Musks Stelle würde ich noch einen Aktiensplit 100:1 durchführen. Dann würde die Tesla-Aktie nur noch knapp 5 USD kosten. Ich habe keinen Zweifel, dass dann Zehntausende ihr ganzes Geld investieren würden, um sich dieses „Schnäppchen“ nicht entgehen zu lassen. Vermutlich wäre die Aktie ruckzuck wieder auf 400 USD hochgekauft.

    • Avatar

      Scheer

      1. September 2020 21:13 at 21:13

      Ist das als „ja“ oder als „nein“ zu werten?
      Ich halte meine Position noch.

      • Avatar

        Hesterbär

        2. September 2020 12:42 at 12:42

        Ich denke, das sollten wir auch beide tun. Der Absturz von Tesla wird kommen. Ein Jammer nur, dass wir nicht jetzt erst short gegangen sind. :-)

  4. Avatar

    Hesterbär

    3. September 2020 11:49 at 11:49

    Hallo Scheer,
    diese Betrachtung habe ich auch. Früher oder später tritt ein, was an der Börse schon immer eingetreten ist. Man muss nur geduldig sein und darf sich nicht übernehmen. Vielleicht ist unsere Party bei Tesla ja bereits seit 2 Tagen im Gange.

    • Avatar

      Scheer

      3. September 2020 14:22 at 14:22

      :-)

  5. Avatar

    Shorti

    3. September 2020 13:12 at 13:12

    @ Scheer, ich habe es schon früher erwähnt, alle die glücklichen Buchgewinner mit der schnellsten Rally aller Zeiten werden erst zu Gewinnern wenn sie verkaufen.Und wie schon geschrieben wurde ,nur ein kleiner Teil dieser Gewinner werden zu Preisen in der Nähe der Höchstkurse verkaufen können.Der Rest wird erfahren müssen, dass sie sich zu früh gefreut haben.Zudem werden alle zu unfreiwilligen Helfern der ßären, denn nur realisierte Gewinne sind Gewinne.Wenn jetzt anscheinend alle Long sind und nur durch Optionen gesichert sind ,wird dies die Baisse verstärken, es wird genau das Gegenteil passieren was jetzt lange Zeit mit den Short-Squeezes passierte, mit dem Unterschied dass die Lawine abwärts viel schneller geht als der Aufbau dauerte.

    • Avatar

      Scheer

      3. September 2020 14:31 at 14:31

      Ja, die Gier frist Hirn – das wird sich erneut beweisen.
      Ein guter Freund meinte Ende 2017 zu mir: „Kaufe BTC das ist der Wahnsinn, ich weiß nicht warum sie steigen, aber du kannst nur gewinnen!“
      Ich habe mich dagegen entschieden, weil mir der Anstieg nicht geheuer war und weil ich dieses Muster schon öfters gesehen habe. So wie heute.
      Aber vielleicht ist ja im Staatssozialismus dieses Mal wirklich alles anders?

  6. Avatar

    Scheer

    3. September 2020 15:49 at 15:49

    EOD Retracements bei Tesla:
    23,6 bei 448$
    38,2 bei 414$
    50,0 bei 387$ ->sollte halten sonst wird es düster
    61,8 bei 360$ ->letzte Hürde vor dem Abverkauf
    78,6 bei 322$ ->ab hier ist die Party vorbei

  7. Avatar

    Splitti

    3. September 2020 16:58 at 16:58

    Die letzten SPLITTERKÄUFER könnten schon bald splitternackt dastehen. Hätte man sie warnen sollen ?
    Es ist schwierig solche Leute von ihrem Unglück abzuhalten. Mindestens von den Profis und Bankberatern könnte man erwarten, dass sie das tödliche Spiel nicht noch befeuern.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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