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Aktien

Tesla von der Börse nehmen? Wie, wann, wo, mit wem? Elon Musk erklärt sich

Claudio Kummerfeld

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Das war letzte Woche der Aufreger schlechthin. Elon Musk tweetete mal eben so, dass er vor habe die Tesla-Aktie komplett von der Börse zu nehmen, und dass die Finanzierung dafür gesichert sei. Als wäre das eine Kleinigkeit. Seitdem rätseln die Börsianer: Wie will er das machen, mit welchem Finanzier? Jede Menge Fragen sind offen. Und dazu kommen die Börsenaufsicht und wütende Aktionäre, die ihm Marktmanipulation vorwerfen beziehungsweise in diese Richtung prüfen.

Also war Musk quasi gezwungen sich zu erklären. Das hat er vor wenigen Minuten getan in einem öffentlichen Blogpost auf der Tesla-Seite (hier der ganze Text). Wenn Musk sich nicht herauswindet aus dem Vorwurf der Kursmanipulation, kann es für ihn finanziell und rechtlich gesehen ein echtes ernsthaftes Problem geben! Daher versucht er in seinem Text die Quadratur des Kreises hinzubekommen.

Und wie Musk es nun mal so drauf hat, bekommt er diese Quadratur des Kreises hin, so gut es eben nur geht – aber eben nicht komplett. Denn er hatte in seinem Tweet versprochen, dass die Finanzierung dieses De-Listings gesichert sei. Diese Zusage musste er nun untermauern. Das kann er aber nicht – denn wie er nun offenbart, steckt hinter dieser Finanzierung der Staatsfonds von Saudi-Arabien. Der hatte jüngst schon 5% der Tesla-Aktien an der Börse gekauft.

In einer recht langen Erkärung versucht Musk klar zu machen, dass er sich mit den Saudis bestens verstehe. Man habe sich in den letzten Jahren schon oft getroffen, und die Sauids hätten ihn in den letzten zwei Jahren schon mehrfach darauf angesprochen doch Tesla von der Börse zu nehmen. Ziel der Saudis sei es laut Musk ihre Geldanlagen zu diversifizieren, da sie in einer Zukunft nach dem Öl gut aufgestellt sein möchten. Der Manager des saudischen Staatsfonds habe ihm Ende Juli versichert, dass er mit seinen gigantischen Cash-Berg zur Verfügung stehe um diese Transaktion zu finanzieren. Er habe keinen Zweifel daran, dass die Finanzierung sicher sei, und es gehe nur noch darum den Prozess in Gang zu bringen. Zitat Musk von heute:

I left the July 31st meeting with no question that a deal with the Saudi sovereign fund could be closed, and that it was just a matter of getting the process moving. This is why I referred to “funding secured” in the August 7th announcement.

Wer aber den gesamten Musk-Text genau liest, der erkennt: An keiner Stelle hat er erwähnt, dass die Saudis eine schriftliche Finanzierungszusage irgendwelcher Art gegeben habe. Es ist also eine Art Handschlag-Agreement, bei dem Musk hoffen muss, dass sich die Saudis daran halten. Im weiteren Text wird es auch deutlich. Die Art und Weise des De-Listings, alle Einzelheiten etc, alles ist noch unklar.

Und warum er am 7. August an die Öffentlichkeit ging mit seinem Tweet? Nun, dazu sagt Musk heute, dass er dieses De-Listing gerne mit seinen größten und wichtigsten Aktionären besprechen wollte. Aber so eine wichtige Information kann man nicht mit wenigen Aktionären teilen. Schon börsenrechtlich muss man sie der Öffentlichkeit komplett frei zugänglich machen. Aber Musk stellt es so dar, dass er nur aus Gründen der Fairness die Öffentlichkeit informieren wollte, bevor er mit Großaktionären über dieses De-Listing spricht.

Die Tesla-Aktie notiert aktuell fast unverändert zu Freitag Abend.

Elon Musk Tesla
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Heisenberg Media / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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Aktien

Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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